Dienstag, 4. August 2015

Risiko Harnwegsinfektion: Vorbeugen ist der beste Schutz

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Sie zählen zu den häufigsten Infekten: die unangenehmen und oft schmerzhaften Harnwegsentzündungen. Damit es gar nicht zu einer Infektion der Harnwege kommt, gibt die Landesapothekerkammer Hessen einige Verhaltenstipps zur Prävention und erklärt, wie man ersten Symptomen am besten begegnet.

Frauen sind häufiger betroffen
Harnwegsinfekte werden von Bakterien ausgelöst, die Harnleiter und Harnwege befallen. Zu Beginn verspüren Patienten oft ein Brennen beim Wasserlassen und leiden unter häufigem Harndrang. In einigen Fällen treten Schmerzen über dem Schambein oder sogar Unterleibskrämpfe auf. Wenn zudem Blut im Urin zu finden ist, muss dies unverzüglich mit dem Arzt abgeklärt werden. Entzündungen der Harnwege sind äußerst belastend für Betroffene. Die Infektion ist schmerzhaft und kann wiederkehren. Frauen erkranken dabei deutlich häufiger als Männer. Das hat anatomische Gründe: Die weibliche Harnröhre ist kürzer als bei Männern, außerdem liegt sie näher am Darmausgang. Darmbakterien können somit schneller in die Blase aufsteigen. Wird sie nicht regelmäßig oder nicht vollständig entleert, vermehren sich die Bakterien rasant.
Die Mehrzahl der Frauen macht einen unkomplizierten Krankheitsverlauf durch, erkrankt aber öfters erneut innerhalb eines Jahres. Es handelt sich meist um eine Neuinfektion durch den gleichen Erreger. Sollte der Arzt ein Antibiotikum verordnen, muss diese Therapie unbedingt bis zum Ende durchgehalten und sollte keinesfalls vorzeitig abgebrochen werden, warnt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Für Männer, Kinder und Schwangere ist die Gefahr eines komplizierten Verlaufs der Krankheit höher. Bei ersten Anzeichen eines Infektes muss daher ein Arzt konsultiert werden.
Vorbeugung minimiert das Infektionsrisiko
Auslöser der Entzündung sind Bakterien, die auf unterschiedlichen Wegen in den Harntrakt der Patienten gelangen. Eine wichtige Rolle spielt die Hygiene beim Toilettengang. Ein weiterer Einflussfaktor kann eine vorangegangene Antibiotikabehandlung sein, aber auch die sich ändernde hormonelle Situation in den Wechseljahren begünstigt eine Erkrankung. Grundsätzlich kann das Ausbrechen eines Infekts vom Patienten beeinflusst werden. Die Landesapothekerkammer Hessen rät zu folgenden Verhaltensweisen, um die Risiken einer Infektion zu verringern:
1.    Reichlich trinken und die Blase regelmäßig sowie vollständig entleeren.
2.    Nach dem Stuhlgang von vorne nach hinten abwischen, um Darmbakterien vom Harnleiter fernzuhalten.
3.    Kalte Füße und nasse Badebekleidung vermeiden. Kälte und Nässe verringern die Durchblutung und begünstigen die Bakterienvermehrung.
4.    Nach dem Geschlechtsverkehr die Blase entleeren.
5.    Auf Intimsprays oder Scheidenspülungen verzichten. Sie stören die natürliche Vaginalflora, krankmachende Bakterien können sich leichter ausbreiten.
Sanfte Hilfe aus der Apotheke
Wenn es trotz aller Umsicht zu einem Infekt der Harnwege kommt, sind Wärme, Bettruhe, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie pflanzliche Präparate aus der Apotheke die Mittel der ersten Wahl. Als Getränke eignen sich neben Wasser auch Blasen- und Nierentees, deren Wirkstoffe den Durchfluss erhöhen und mild desinfizierend wirken. Ebenso erhalten Patienten in der Apotheke auch Dragees oder Kapseln mit diesen Wirkstoffen oder Arzneimittel, die anti-infektive Pflanzenauszüge enthalten. Diese eignen sich auch für die erste Hilfe auf Reisen. Patienten können sich in der Apotheke kompetent bei der Auswahl beraten lassen. Sollten die Symptome nach drei Tagen nicht abklingen, ist ein Arztbesuch notwendig. Der Arzt wird nach einer Urinprobe gegebenenfalls ein Antibiotikum verordnen. Vor allem Kinder, Männer und Schwangere sollten den Arztbesuch nicht aufschieben und die genauen Ursachen der Beschwerden abklären lassen.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.