Dienstag, 13. Oktober 2015

Der Herzinfarkt - Die Medikation durchhalten

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) –  Es ist ein einschneidendes und erschreckendes Ereignis. Wer einmal einen Herzinfarkt erlitten hat, muss viele Bereiche seines Lebens umkrempeln. Auch Familie, Freunde und der Partner sind betroffen von der neuen Situation. Wichtig ist, bei einem Herzinfarkt schnell zu reagieren und einen Notarzt zu alarmieren. Ein Herzinfarkt ist lebensbedrohlich! Erste Warnhinweise sind plötzlich einsetzende und länger anhaltende starke Schmerzen hinter dem Brustbein. Oft strahlt der Schmerz in Hals, Rücken, Oberbauch oder Arme aus. Der linke Arm ist besonders betroffen. Begleitet werden die Schmerzen von Symptomen wie kaltem Schweiß und Blässe. Typisch ist auch ein Engegefühl in der Brust sowie Atemnot und einsetzende Angst bei den Betroffenen. Bei Frauen äußert sich häufig ein Herzinfarkt durch weniger auffällige Symptome wie Übelkeit, Bauchschmerzen und Brechreiz.

Sich im Alltag neu einrichten
Patienten, die einen Herzinfarkt überstanden haben, müssen sich neu in ihrem Alltag einrichten und einige Veränderungen des Lebensstils sowie eventuell auch Einschränkungen im Berufsleben berücksichtigen. Nach einem Herzinfarkt stehen viele Patienten wie unter Schock und haben mitunter psychische Probleme wie Angstzustände oder Depressionen. Betroffene können sich Rat und Unterstützung zur Bewältigung des Alltags in Selbsthilfegruppen holen. Ein Austausch und Gespräche mit Menschen, die ebenfalls einen Herzinfarkt überlebt haben, helfen über manches Stimmungstief hinweg. Weitere Informationen erhalten Interessierte zum Beispiel bei der Deutschen Herzstiftung e.V., der Deutschen Liga zur Bekämpfung von Herzrhythmusstörungen, der Deutschen Gesellschaft für Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen e.V. und bei der Deutschen Hochdruckliga e.V.
Die Medikation durchhalten
Im Krankenhaus wird der Patient auf seine Medikamente eingestellt. Je nach Schwere des Falls ist ein Aufenthalt in einer Reha-Klinik sinnvoll. Wieder zu Hause angekommen, ist es das Wichtigste, die gemeinsam mit dem Arzt vereinbarte Therapie einzuhalten und die verordneten Medikamente durchgehend einzunehmen  Oft genug passiert es, dass die verordneten Arzneimittel aufgrund von bestehenden Rabattverträgen zwischen Krankenkassen und Herstellern in wirkstoffgleiche Arzneimittel ausgetauscht werden müssen. Dieses kann beim Patienten zur Verunsicherung führen und sollte mit dem Apotheker besprochen werden. Auch wenn der Patient den Eindruck hat, er vertrage eines der Medikamente nicht gut, sollte er dieses nicht ungefragt absetzen, sondern zunächst in der Apotheke um Rat fragen. Ohnehin finden Patienten in der Apotheke immer kompetente Ansprechpartner, die die Wirkungsweise und die Anwendung erklären und zum Durchhalten der Behandlung motivieren, damit der Patient eine möglichst hohe Lebensqualität wiedererlangt. Die Apotheken haben für persönliche Fragen ein Beratungszimmer eingerichtet, wo die Patienten ungestört von ihren Ängsten und Nöten nach einem Herzinfarkt berichten können.
Ein Medikationsplan  hilft im Alltag
Häufig nach einem Herzinfarkt müssen die Patienten mehrere Arzneimittel einnehmen. Hierbei steigt das Risiko für arzneimittelbezogene Probleme wie Neben- oder Wechselwirkungen. Eine Aufstellung aller einzunehmenden Medikamente hilft im Alltag. In dem Plan sind auch die von verschiedenen Ärzten verordneten Arzneimittel sowie die vom Patienten selbst gekauften Medikamente inklusive Dosierung und Einnahmehinweise aufzulisten. Zudem ist es sinnvoll, dass der jeweilige Behandlungsgrund angegeben ist, damit der Patient nachvollziehen kann, warum er ein Medikament einnehmen soll. Darüber hinaus kann der Apotheker die Medikation analysieren und klärt auf, ob die Arzneimittel zueinander passen. Für die Fälle, in denen ein Medikament nicht mit den anderen verträglich ist, bespricht der Apotheker das Problem mit dem Patienten und rät zu einem anderen Arzneimittel in der Selbstmedikation oder nimmt mit dem behandelnden Arzt Kontakt auf und sucht nach einer gemeinsamen Lösung.

Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.