Donnerstag, 29. Oktober 2015

Hessische Apotheker begleiten Patienten bei ambulanter Krebstherapie

Orale Tumortherapeutika für zu Hause erhöhen Lebensqualität

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Die Anzahl der abgegebenen Krebsmedikamente in den öffentlichen Apotheken in Hessen ist im Jahr 2014 auf 120.118 Packungen angestiegen. 2011 waren es noch 106.503 Packungen. Das ermittelte das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI) durch die Auswertung von Rezepten, die über die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) abgerechnet wurden. „Mit diesem Anstieg ist auch der Beratungsaufwand für die hessischen Apotheker gewachsen, den meine Kollegen zum Wohle der Patienten aber gerne leisten“, erklärt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. „Die Einnahmevorschriften für die äußerst sensiblen Tumortherapeutika sind teils sehr komplex, Patienten in der ambulanten Therapie müssen daher intensiv beraten und begleitet werden.“
Ambulante Krebstherapie steigert die Lebensqualität
Zahlreiche Krebstherapien können heute ambulant und „zum Schlucken“ durchgeführt werden. Dank dieser neuen Therapiemöglichkeiten entfallenKrankenhausaufenthalte oder stundenlange Aufenthalte in Ambulanzen für Infusionen, die Lebensqualität der Patienten wird erhöht. Doch bei der Einnahme eines der rund 1.000 unterschiedlichen Präparate sind zum Teil umfangreiche Einnahmevorschriften zu beachten. Daraus resultiert eine verstärkte Beratung durch den Apotheker, der die oralen Tumortherapeutika an den Patienten abgibt. „Patienten sollten bei jeder Therapie umfassend über ihre Medikamente informiert sein, um den größtmöglichen Nutzen aus ihrer Behandlung zu ziehen“, erklärt Ursula Funke. „Nehmen Patienten ihre Krebsmedikamente eigenverantwortlich zu Hause ein, ist die eingehende Beratung des Apothekers für die Qualität der Therapie von maßgeblicher Bedeutung.“ Mithilfe eines schriftlichen Einnahmeplans, der von Arzt und Apotheker erstellt wird, sind die Dosierung und das Einnahmeschema für den Patienten wesentlich einfacher zu handhaben. Generell sollten Tabletten und Kapseln, die Zytostatika enthalten, als Ganzes eingenommen und nicht gekaut oder zerteilt werden. Auch müssen derartige Arzneimittel ganz besonders sorgsam aufbewahrt werden.
Anstieg in Deutschland
Die Zunahme dieser Entwicklung ist im ganzen Land festzustellen: Auch im bundesdeutschen Vergleich ist ein Anstieg für die orale Tumortherapie zu verzeichnen. DAPI, das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e. V., ermittelte für das Jahr 2011 die Abgabe von 1.571.336 Packungen in Deutschland. 2014 stieg die Zahl auf 1.741.022 Packungen pro Jahr an.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.