Donnerstag, 29. Oktober 2015

Internationaler Aufruf an alle Sammler von Kultur- und Naturgut

Petition "Für den Erhalt des privaten Sammelns"

https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-den-erhalt-des-privaten-sammelns

Die Bundesregierung will in der ersten Jahreshälfte 2016 ein
"Kulturgutschutzgesetz" verabschieden. Durch die im Entwurf vom 14. 9. 2015
beabsichtigten Regelungen wird das Sammeln von Naturgut (u. a. Fossilien,
Mineralien) und Kulturgut (z. B. Münzen, Artefakte, Briefmarken,
Kunstwerke) bedroht.

Sowohl private Sammler als auch Wissenschaftler, Händler und
Messeveranstalter sind von gesetzlichen Verschärfungen der Einfuhrkriterien
und einer Überbürokratisierung betroffen. Aus dem naturwissenschaftlichen
Bereich wurde offenbar niemand in die Erarbeitung des Gesetzesentwurfs
einbezogen. Auf diese Weise - und durch die Zusammenfassung mit völlig
anderen Themenfeldern - sind viele nicht sachgerechte Regelungen in den
Gesetzesentwurf gelangt.>p>

Die angebliche Notwendigkeit zu der scharfen Regulierung wird mit
Raubgrabungen, Antikenhandel und darauf basierender Terrorismusfinanzierung
begründet. Niemand weiß, was naturwissenschaftliche Objekte damit zu tun
haben und auch für den Bereich der klassischen Kulturgüter ist die
Argumentation nicht belegt.

Sammlern, Wissenschaftlern und Händlern drohen
- unsinnige und nicht einhaltbare Einfuhrformalitäten bei jedem einzelnen
Natur- und Kulturgut (ohne Wertgrenze),
- bei Nichteinhaltung der Formalitäten Abrutschen des normalen
internationalen Sammelns von Natur- und Kulturgut in die Illegalität und
daraus resultierende Möglichkeit zur willkürlichen Enteignung privater
Sammler,
- nicht einhaltbare Sorgfaltspflichten für Händler,
- rechtsaatlich bedenkliche rückwirkende Regelungen und Beweislastumkehr,
- Behinderung der Naturwissenschaft durch Bürokratisierung und Entzug von
Quellen für Forschungsgegenstände (Sammler, Händler, eigene Importe),
- der Wegfall von Messeveranstaltungen (wie Mineralien- und
Fossilienbörsen).

Sammeln ist kein Beitrag zur Zerstörung von Kultur- und Naturgut, sondern
entscheidend zu dessen Erhaltung! Wissenschaftler und Sammler kooperieren
ausgezeichnet ("citizen science").

Sammler fordern eine grundlegende Überarbeitung des Gesetzes unter Einbeziehung
von Naturwissenschaftlern, privaten Sammlern und Händlern
naturwissenschaftlicher Objekte, um zu sinnvollen Regelungen zu kommen!
Auch die Kulturgutsammler müssen dringend nochmals ergebnisoffen angehört
und einbezogen werden.

Naturgut ist Weltnaturerbe und nicht kulturelles Erbe eines Nationalstaats.
Beschränkungen für den Warenverkehr, den internationalen Leihverkehr usw.
sind nur für herausragende Einzelobjekte zu rechtfertigen, niemals pauschal
für jedes beliebige Kultur- oder Naturgut.

"Bitte nehmt Euch eine Minute Zeit und unterzeichnet die Petition "Für den
Erhalt des privaten Sammelns!" bitten Sammler.

Jede Stimme zählt und erhöht den Druck auf die Politik den gesunden
Menschenverstand einzuschalten! Sammler hoffen auf die internationale
Solidarität aller Sammlerinnen und Sammler von Natur- und Kulturgut sowie
aller Wissenschaftler, die mit diesen Gütern arbeiten.

Bitte verbreiten Sie diesen Aufruf an Sammler, Freunde, Bekannte, Vereine,
Museen und Institute weiter – vielen Dank!

Selbstverständlich hat jedes Familienmitglied eine Stimme.

Dieser Aufruf wird u. a. unterstützt von Mineralienatlas.de /
Fossilienatlas.de, Verein für Geologie und Mineralogie e. V.,
Thefossilforum.com, Paleofox.com, Gesellschaft für Geschiebekunde e.V.,
UKGE Limited, Deposits Magazine, UK Fossils, Fossil.net,
Solnhofen-Fossilienatlas, Geojena.de, Steinkern.de und Steinkern Verlag.