Freitag, 18. März 2016

Bei Allergien handeln - Tapferes „Aushalten“ schadet nur

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Selbst wenn der Frühling noch auf sich warten lässt, fliegen bereits früh im Jahr die ersten Baumpollen. Hasel, Erle und Birke sind die Vorboten der Allergiesaison und können bei Betroffenen starke allergische Reaktionen auslösen. Wer Allergien klaglos aushalten will, schadet sich jedoch selbst, erklärt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Immerhin kann sich aus der Pollenallergie auch ein allergisches Asthma entwickeln. Wie sich Betroffene gegen die lästigen Pollen zur Wehr setzen können, hat die Landesapothekerkammer Hessen zusammengefasst.

Bloß kein Etagenwechsel
Viele Menschen leiden im Frühling und Sommer unter Pollenallergien. Gerötete und juckende Augen, Fließschnupfen, Niesen, geschwollene Schleimhäute, sogar Benommenheit bis hin zu Kopfschmerzen sind mögliche Beschwerden. Bei heftigen Reaktionen kann es auch zu Luftnot kommen. Daher sollten Patienten ihre Allergien schnell abklären und behandeln lassen. Wer die Beschwerden aussitzen will, riskiert einen Dauerschnupfen, Entzündungen der Nasennebenhöhlen, des Mittelohrs oder eine Bronchitis. Unbedingt sollte ein so genannter „Etagenwechsel“ verhindert werden, bei dem sich ein allergisches Asthma entwickelt, warnt Ursula Funke.
Für jedes Symptom das richtige Mittel
Je nach Allergie variieren die Beschwerden, daher ist die Wahl des Medikaments entscheidend. Wer oft unter geschwollenen Augen oder Bindehautentzündung leidet, kann auf antiallergische Augentropfen zurückgreifen. Appliziert wird das Medikament in den Bindehautsack. Danach sollten die Augen für kurze Zeit geschlossen bleiben. So kann sich der Wirkstoff möglichst lange auf der Bindehaut entfalten, die Tropfen werden nicht sofort durch die Tränenflüssigkeit ausgeschwemmt. Patienten, denen die Anwendung schwerfällt, können die Augentropfen alternativ auf die geschlossenen Augen in den inneren Augenwinkel geben und danach das Auge öffnen. So gelangt der Wirkstoff ebenfalls an die Bindehaut. Wichtig: Der Tropfer sollte das Auge nicht berühren. Außer Augen- und Nasentropfen stehen in den Apotheken zahlreiche weitere Antiallergika zum Einnehmen bereit, zu denen die Apotheker umfassend beraten. Insgesamt sind die freiverkäuflichen antiallergischen Medikamente gut verträglich. Wer allerdings andere Arzneimittel einnehmen muss, sollte dies seinem Apotheker sagen und mit ihm abklären, welche antiallergische Medikation im Einzelfall am geeignetsten ist. Nebenwirkungen wie Schwindel, Schläfrigkeit und Benommenheit treten nur selten auf.
Beschwerdefrei dank guter Planung
Wer sich trotz Pollenallergie wohlfühlen möchte, sollte verschiedene Verhaltensweisen beherzigen. Grundsätzlich sollten Patienten den Kontakt mit Pollen verringern. Dazu eignet sich vor den Fenstern angebrachte Pollenschutzgaze. Wer gern im Freien aktiv ist, sollte die Zeiten des Pollenflugs berücksichtigen. An windigen Tagen oder in den Abendstunden ist die Belastung höher. Nach einem kräftigen Regenguss hingegen befinden sich weniger Pollen in der Luft. Wer auf Gräserpollen reagiert, sollte Felder und Wiesen meiden und sich lieber im Wald körperlich betätigen. Während der Pollensaison gilt grundsätzlich: abends duschen und Haare waschen, Kleider nicht im Schlafzimmer ausziehen, Kopfkissenbezug häufig waschen. Nur so kann der Körper von den lästigen Pollen befreit werden. Nasenduschen können zudem die mechanische Entfernung der Pollen unterstützen, indem durch eine physiologische Kochsalzlösung ein Großteil der Pollen von der Nasenschleimhaut weggespült wird. Gern beraten Apotheker, damit die betroffenen Menschen gut durch die Allergiesaison kommen.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.