Dienstag, 8. März 2016

Mit dem Frühling kommen die Parasiten - Was tun bei Flöhen, Zecken und Co.?

Hamburg (apothekerkammer-hamburg) – Nun kommen sie wieder, die lästigen Plagegeister: Wenn sich Hunde und Katzen auffällig oft kratzen, kann es sein, dass sie von Flöhen oder Zecken befallen sind. Bei möglichem Flohbefall muss das Fell mit einem engmaschigen Flohkamm gereinigt werden. Wer braune Krümel im ausgekämmten Material findet, sollte prüfen, ob es sich um Flohkot handelt. Dieser lässt sich von normalem Dreck unterscheiden, indem man ihn auf ein angefeuchtetes Küchenpapier legt. Bildet sich nach einer Weile ein roter Hof um den Dreck, handelt es sich um Flohkot. In diesem Fall muss das Tier und seine gesamte Umgebung behandelt werden.
Parasiten können auf den Menschen übergehen
Die richtigen Medikamente gegen Parasitenbefall und eine Beratung bekommen Tierhalter in der Apotheke. Vor allem bei Parasiten sollten Tierhalter schnell handeln, denn Schutz des Tieres ist auch Schutz des Menschen. Diese Regel gilt besonders bei Wurmbefall. Menschen können sich sowohl über die Nahrung als auch über die Haut infizieren. Wurmeier kleben im Fell des Tieres und gelangen bei engem Kontakt über Speisen, Handtücher oder Bettwäsche in den Menschen. Freigänger, Tiere, die rohes Fleisch fressen und Jagdhunde sollten daher monatlich gegen Bandwürmer behandelt werden. Zudem sollten Hunde und Katzen vier Mal im Jahr eine Wurmkur erhalten. Sofern enger Kontakt mit Kindern besteht, ist es ratsam, monatlich zu entwurmen. Apotheker geben Mittel ab, die entweder gegen Bandwürmer oder gegen Spulwürmer wirken. Verschreibungspflichtige Präparate sind in der Apotheke nur bei Vorlage eines Rezeptes oder beim Tierarzt erhältlich.
Zeckenbefall vorbeugen
Um Zeckenbefall vorzubeugen, sollten Hundebesitzer routinemäßig nach einem Spaziergang das Fell nach Zecken absuchen. Zum Entfernen der Spinnentiere eignen sich spezielle Zeckenpinzetten, bei denen die Zecke durch gleichmäßiges, nicht ruckartiges Ziehen entfernt wird. Verlässlichen Schutz bieten Halsbänder oder Spot-on-Präparate, die auch in Apotheken erhältlich sind. Halter von Katzen sollten auf Halsbänder verzichten, da sich die Tiere schnell strangulieren oder sich die Vorderpfoten beim Putzen verfangen können.
Tipps und Tricks: Medikamente richtig verabreichen
Seinem kranken Tier Medikamente zu verabreichen, hat seine Tücken. Allerdings kann jeder Tierhalter sich und sein Tier auf eine spätere Arzneimittelanwendung vorbereiten, indem das Tier von klein an daran gewöhnt wird, sich in das Maul, an die Augen oder die Ohren sehen zu lassen und die Pfoten zu inspizieren. Tritt dann der Ernstfall ein, sind die Tiere nicht verschreckt. Hundehalter können die Tabletten in der Nahrung oder zwischen Leckerlis verstecken. Alternativ können Medikamente auch direkt in den Rachen platziert werden. Wichtig ist dann, mithilfe einer 10 ml Spritze Wasser in das Maul zu geben. So rutscht die Arznei problemlos durch den Rachen. Medikamente an Katzen zu verabreichen, gestaltet sich schwieriger: Tierbesitzer erreichen ihr Ziel leichter, wenn Sie die Medikamente mit Butter, Schmelzkäse oder Leberwurst ummanteln. Bei Anwendungen an Ohren oder Augen empfiehlt es sich, die Krallen der Katze in ein weiches Tuch einzuhüllen, das schützt vor Kratzattacken. Wenn die Arznei partout nicht runtergeschluckt wird, können Tierhalter auf weich-elastische Leckerlis zurückgreifen, in die die Medikamente gedrückt werden. Eine Alternative bieten Hartgelantinekapseln mit Hähnchengeschmack. Diese können vom Apotheker mit dem entsprechenden Arzneimittel befüllt werden. Wichtig ist auch hierbei, mit Flüssigkeit nachzuspülen.
Mensch, Hund und Katze brauchen jeweils individuelle Medikamente
Grundsätzlich sollten es Tierliebhaber unterlassen, ihren Haustieren Medikamente aus der eigenen Hausapotheke zu verabreichen. Präparate, die für den Menschen verträglich sind, können keinesfalls unkritisch bei Hunden oder Katzen angewendet werden. Schließlich unterscheidet sich der Stoffwechsel der Haustiere stark von dem des Menschen. Katzen und Hunde vertragen nicht dieselben Medikamente. Wer ein Arzneimittel für sein Tier in der Apotheke besorgt, sollte daher immer klarstellen, welches Haustier behandelt werden soll.
Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.400 Apotheker und Apothekerinnen, sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Problemen..