Mittwoch, 6. April 2016

Beratungsbedürftige Medikamente - Apotheker klären auf

Hamburg (apothekerkammer-hamburg)  Arzneimittel sind beratungsbedürftig. Es ist gleich, ob sie vom Arzt verschrieben oder vom Patienten in der Apotheke erworben wurden. Wer seine Arzneimittel nicht korrekt anwendet, riskiert ungewollte Wirkungen. Daher müssen Patienten sowohl die Dosierungs- und Anwendungsvorschriften als auch Gegenanzeigen und Wechselwirkungen berücksichtigen. Ebenso spielen Fragen zum Einnahmezeitpunkt der Medikamente eine wichtige Rolle. Patienten sind mit diesen Anforderungen aber nicht allein gelassen. Sie können immer auf die kompetente Beratung der Apotheker vertrauen, betont die Apothekerkammer Hamburg. Täglich erklären Apotheker die Wirkung und die Einnahme vieler Arzneimittel: Groß ist der Beratungsbedarf bei Arzneimitteln, deren Wirkung Patienten nicht unmittelbar verspüren, beispielsweise bei Blutdruckmitteln. Zudem steigt der Beratungsbedarf bei speziellen Darreichungsformen wie Asthmasprays oder Insulinspritzen. Bei Erkrankungen wie Parkinson sind beispielsweise sehr komplexe Einnahmeschemata einzuhalten.
Kapseln und Tabletten nicht einfach teilen
Selbst scheinbar unproblematische Medikamente wie Kapseln haben ihre Tücken. Viele Patienten, die unter Schluckbeschwerden leiden, öffnen die Kapseln und schlucken den Inhalt. Das kann den Therapierfolg beeinflussen. Denn Kapselhüllen dienen nicht nur als Behältnisse, sondern können eine Schutzfunktion besitzen, die sie magensaftresistent macht. Der Kapselinhalt sollte dementsprechend nicht vor der Einnahme entnommen, sondern die Kapsel immer als Ganzes geschluckt werden. So kann der Wirkstoff den Magen unbeschadet passieren und wie gewünscht im Dünndarm freigesetzt werden. Ebenso rät die Apothekerkammer Hamburg davon ab, Tabletten ohne vorherige Rücksprache mit dem Apotheker zu teilen. Viele Tabletten besitzen Überzüge, die vor der Magensäure schützen oder eine verlängerte Wirkstofffreigabe ermöglichen. Wer solche Tabletten teilt, riskiert einen Wirkstoffverlust oder unerwünschte Nebenwirkungen.
Grundsätzlich sollten Patienten Tabletten und Kapseln stehend oder aufrecht sitzend schlucken. Im Liegen könnten die Medikamente an der Speiseröhre haften bleiben und diese eventuell beschädigen. Darüber hinaus empfiehlt es sich, die Medikamente mit einem Glas nicht zu kaltem Leitungswasser einzunehmen.
Achtsam mit Antibiotika umgehen
Bei der Einnahme von Antibiotika ist die genaue Einhaltung von Dosis, Einnahmezeitpunkt- und Dauer entscheidend. Außerdem gibt es Wechselwirkungen mit anderen Arznei- oder Lebensmitteln, die es zu berücksichtigen gilt. Wer auf ein Antibiotikum allergisch reagiert, sollte dies dem Arzt oder Apotheker mitteilen, sodass mögliche Kreuzallergien mit anderen Antibiotika verhindert werden können. Eine der häufigsten Fehlanwendung bei Antibiotika ist das vorzeitige Absetzen der Medikamente. Das kann ein Wiederaufflammen des Infekts hervorrufen. Oder schlimmer: Es können sich Resistenzen gegen das eingenommene Antibiotikum entwickeln. Daher sollten Patienten eine begonnene Antibiotikabehandlung bis zum Ende durchhalten.
Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.400 Apotheker und Apothekerinnen, sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Problemen.