Dienstag, 26. April 2016

My Ocean Sampling Day: Sammeln, Forschen, Meer entdecken

Jetzt registrieren für das Bürgerwissenschaftsprojekt My Ocean Sampling Day am 21. Juni 2016 / Wasserprobennahme an deutschen Küsten und Flüssen

Berlin - Welche Mikroorganismen existieren in deutschen Gewässern? Und wie beeinflussen sie das Ökosystem unserer Flüsse und Küstenregionen? Die Bedeutung von Mikroben für das Leben auf der Erde und unser Klima ist seit langem bekannt – das Wissen über die Kleinstlebewesen steckt trotzdem noch in den Kinderschuhen. Im Wissenschaftsjahr 2016/17 – Meere und Ozeane ruft das Projekt My Ocean Sampling Day (MyOSD) am 21. Juni Bürgerinnen und Bürger dazu auf, Wasserproben an deutschen Küsten und Mündungsflüssen zu sammeln und sich aktiv mit dem marinen Lebensraum der Mikroorganismen auseinanderzusetzen. Das englische Wort „Sampling" heißt auf Deutsch Probennahme. Auf my-osd.org kann man sich ab sofort für die Teilnahme registrieren. MyOSD ist ein Gemeinschaftsprojekt der Jacobs University und des Max-Planck-Institutes für Marine Mikrobiologie in Bremen.

Auf globaler Ebene wurde 2014 der internationale Ocean Sampling Day (OSD) ins Leben gerufen: Am Tag der Sommersonnenwende am 21. Juni nehmen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jedes Jahr weltweit Wasserproben und erzeugen somit einen einzigartigen Datensatz. Als integriertes Bürgerwissenschaftsprojekt des internationalen OSD findet der My Ocean Sampling Day am gleichen Tag statt: Seit dem vergangenen Jahr können sich so auch interessierte Bürgerinnen und Bürger an der Aktion beteiligen. Gemeinsames Ziel: den mikrobiellen Lebensraum der Meere entdecken, das Zusammenspiel dieser Kleinstlebewesen näher erforschen und zum besseren Verständnis der marinen Welt beitragen. Der MyOSD will eine Momentaufnahme der Mikroorganismen in deutschen Küsten vornehmen und untersucht dabei in diesem Jahr erstmalig auch Mündungsflüsse wie die Ems, die Weser, die Elbe und die Oder sowie deren zuführende Flüsse und Kanäle. Wie wird die mikrobielle Biodiversität der Meere durch menschliche Eingriffe wie Abwasserproduktion beeinflusst? Und wie verändert sich die Gemeinschaft der Mikroben von der Quelle bis zur Mündung? Angestrebt wird eine umfassende Datensammlung, mit der Forscherinnen und Forscher gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern erstmals die Vielfalt der Mikroorganismen an der Nord- und Ostseeküste hochaufgelöst erfassen können.
Mitmachen ist ganz einfach: Über die MyOSD-Website registrieren, App herunterladen und Mikrobiologin oder -biologe für einen Tag werden. Für die Probennahme werden insgesamt 1.000 Sampling Kits mit den erforderlichen Filtern und Materialien verteilt. Teilnehmende können diese Kits entweder per Post erhalten oder direkt bei marinen Forschungseinrichtungen in ihrer Nähe abholen. Nach der Probennahme können sie die Kits wieder bei den teilnehmenden marinen Forschungseinrichtungen abgegeben oder kostenfrei zur Auswertung ins Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie nach Bremen schicken. Welche Mikroorganismen in den Proben schwimmen und ob vielleicht eine bislang unbekannte Art dabei ist, können die Teilnehmenden selbst herausfinden: durch die Eingabe der im Kit enthaltenen MyOSD-Nummer auf my-osd.org/status.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Wissenschaftsjahr 2016/17 – Meere und Ozeane

Die Meeresforschung ist Thema des Wissenschaftsjahres 2016/17. Zu 71 Prozent bedecken Ozeane und Meere unseren Planeten. Sie sind Klimamaschine, Nahrungsquelle, Wirtschaftsraum – und sie bieten für viele Pflanzen und Tiere Platz zum Leben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Ozeane seit Jahrhunderten; und doch sind sie noch immer geheimnisvoll und in weiten Teilen unerforscht. Im Wissenschaftsjahr 2016/17 – Meere und Ozeane geht es um die Ergründung der Gewässer, ihren Schutz und eine nachhaltige Nutzung. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie tragen als zentrales Instrument der Wissenschaftskommunikation Forschung in die Öffentlichkeit. Das Wissenschaftsjahr 2016/17 wird vom Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) als fachlichem Partner begleitet.