Mittwoch, 27. April 2016

Neue Fotografie-Ausstellung „Wolfgang G. Schröter. Das große Color-Praktikum“ im LVR-LandesMuseum

Das LVR-LandesMuseum Bonn setzt die Fotografie-Reihe „Aus den Archiven“ in Kooperation mit der Deutschen Fotothek in der SLUB Dresden und der Stiftung F.C. Gundlach, Hamburg, fort / Ausstellung vom 28.4.-26.6.2016

Mit der Ausstellung „Wolfgang G. Schröter. Das große Color-Praktikum“ zeigt das LVR-LandesMuseum Bonn einen Meister der frühen, kreativen und experimentellen Farbfotografie bei der Arbeit. Wolfgang G. Schröter etablierte sich in den 1950er Jahren als freier Bildjournalist und professioneller Farbfotograf in der DDR. Im Auftrag international operierender foto-optischer Unternehmen wie AFGA/ORWO in Wolfen und Carl Zeiss in Jena schaffte er avantgardistische, ästhetisch und technologisch herausragende Farbaufnahmen. Erstmals sind diese Arbeiten seit den 1960er Jahren ausgestellt.

Der Nachlass Wolfgang G. Schröters, der sich in der Deutschen Fotothek befindet, ermöglicht die seltene und spannende Gelegenheit in äußerst komplexe, sowohl analoge als auch elektronische Prozesse der Bilderzeugung Einblick zu nehmen. Der Nachlass wurde in einem exzeptionell schnellen Verfahren nun innerhalb von zwei Jahren in Form eines Projektes wissenschaftlich bearbeitet und präsentiert die Ergebnisse erstmals in Form der Ausstellung.

Schröters Umgang mit Farbe, Fläche und Kontur in der angewandten und der Wissenschaftsfotografie – zunächst analog, schon seit Beginn der 1970er Jahre auch auf Basis elektronischer Bilderzeugung – erweist sich als visionäre Bildleistung. Er setzt klassische fotokünstlerische Verfahren wie das Fotogramm ebenso ein wie die prä-digitale elektronische Bildauswertung und überträgt wissenschaftliche Motivwelten in die Werbe- und Kunstfotografie. So antizipiert er eine Medienkunst, deren Ausmaß erst mit der digitalen Revolution um die Jahrtausendwende ihre ganze Tragweite entfaltet.