Mittwoch, 18. Mai 2016

LVR-LandesMuseum zeigt „Gefangene Geheimnisse“ von Cony Theis

Ein partizipatives Porträtprojekt von Cony Theis mit Patienten in der forensischen Psychiatrie / Ausstellungsdauer: 19.5.-3.7.2016

„Gefangene Geheimnisse“ ist ein Kunstprojekt, das die Kölner Künstlerin Cony Theis mit Patienteninnen und Patienten in forensischen Psychiatrien durchgeführt hat. Das vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) initiierte Langzeitprojekt wurde als dialogischer Prozess mit Patienten und Patientinnen durchgeführt. Es handelt sich dabei um eine Kooperation mit den beiden LVR-Kliniken, in Bedburg-Hau und in Langenfeld. Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft der Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, Frau Barbara Steffens.

Aus dem gelungenen Brückenschlag zwischen einer künstlerischen Konzeption, die zugleich die Mitgestaltung von Patienten und Patientinnen einbezieht, entwickelte die Künstlerin Cony Theis eine Ausstellung mit Dokumentation, die im LVR-LandesMuseum gezeigt wird. Diese Präsentation zeigt die erfolgreiche Zusammenarbeit von Künstlerin, Kliniken, Patienteninnen und Patienten und dem LVR-LandesMuseum in Bonn. Dennoch erleben Sie eine Kunstausstellung.

Cony Theis befasst sich in ihrer künstlerischen Arbeit seit vielen Jahren und in unterschiedlichen Gewichtungen mit dem Porträt. Diesem Ansatz zufolge trat sie in einen Dialog mit den Patientinnen und Patienten, wodurch diese wiederum zu Reflexion und Kommunikation angeregt wurden. Dies alles geschah „vor Ort“ in den Kliniken im streng regulierten Kontext, dem die forensischen Kliniken selbstverständlich unterliegen. „Gefangene Geheimnisse“ ist daher mehr als nur eine Kunstausstellung. Hier erleben wir wie aus einem Konzept ein begleiteter Prozess entsteht, der den Arbeiten wie der Ausstellung sowie der Dokumentation in Buchform zugrunde liegt.


Die künstlerischen Arbeiten von Cony Theis entstanden zwar im sozialen Kontext und markieren damit Grenzen und Berührungspunkte zugleich mit dem Ansatz von Teilhabe und Partizipation, aber das Ergebnis dieses Projektes ist Kunst. Und Kunst ist die menschliche Fähigkeit, über sich selbst und seine Rolle in der Welt zu reflektieren und mit Neugier, ohne Vorurteile, immer wieder neu das Wagnis des Lebens in Angriff zu nehmen.