Donnerstag, 22. Juni 2017

Wer dauerhaft „auf 180“ ist, schadet der Gesundheit


Betroffene sollten täglich den Blutdruck messen

Hamburg (apothekerkammer-hamburg) – Wer sich zu wenig bewegt sowie eine ungesunde, fettige und salzreiche Ernährung bevorzugt, der läuft Gefahr, im Laufe der Zeit an Bluthochdruck zu erkranken. Ebenso gehören übergewichtige, gestresste Menschen sowie Raucher zur Risikogruppe für Bluthochdruck. Rund 30 Millionen Deutsche leiden an dieser Krankheit. Da man Bluthochdruck jedoch nicht spürt, weiß nur die Hälfte der Patienten, dass sie betroffen sind. Menschen mit einem ungesunden Lebensstil oder Personen mit einem erblich bedingten Risiko wird von der Apothekerkammer Hamburg daher tägliches Blutdruckmessen angeraten.

Blutdruck kann schwanken

Bei den ersten Messungen sollte zunächst an beiden Armen gemessen werden, später nur noch am Arm mit dem höheren Wert. Um sicherzustellen, dass die Ruhewerte korrekt ermittelt werden, sollte man sich bereits fünf Minuten vor der Messung ruhig hinsetzen. Stellt man einen erhöhten Blutdruck fest, muss dies an sich jedoch keine schlimme Nachricht sein. Der Blutdruck unterliegt natürlichen Schwankungen, sodass auch äußere Faktoren wie Aufregung den Blutdruck schnell künstlich erhöhen können. Daher ist es wichtig, dass Patienten über mehrere Tage ihren Blutdruck messen und die Werte dokumentieren. Um Messfehler auszuschließen, sind regelmäßige Kontrollmessungen von einem Arzt oder Apotheker ratsam. Um stets eine identische Messsituation zu erhalten, ist es außerdem sinnvoll, zum Beispiel morgens vor dem Frühstück zu messen, wenn man weder Nahrung, Medikamente oder Kaffee zu sich genommen hat.

Hoher Blutdruck schadet der Gesundheit

Der Blutdruck eines gesunden Menschen liegt bei 120/80. Der erste Wert beschreibt die Auswurfphase des Herzens, bei der sich die linke Herzkammer zusammenzieht und das Blut in die Aorta pumpt – hier ist der Blutdruck am höchsten. Der zweite Wert bezeichnet die Entspannungsphase der Herzmuskeln. Dort erweitern die beiden Herzkammern sich, um neues Blut hineinströmen zu lassen. An dieser Stelle ist der Blutdruck am geringsten. Liegen die Werte dauerhaft über 140/90 liegt ein leichter Bluthochdruck vor. Ein schwerer Bluthochdruck (Hypertonie) beginnt bei Werten von über 180/110.

Regelmäßig messen

Betroffene machen gerne den Fehler, das Messen des Blutdrucks wieder zu vernachlässigen, sobald die Werte wieder gesunken sind. Bluthochdruck ist jedoch eine Erkrankung, die eine konsequente Beobachtung und Behandlung erfordert. Daher sollte der Blutdruck auch dann weiterhin regelmäßig gemessen werden, wenn sich die Werte scheinbar verbessern. Ist man bereits auf die Einnahme von Medikamenten angewiesen, gibt es einiges zu beachten. Patienten wird geraten, sich sowohl über den richtigen Einnahmezeitpunkt als auch zu schwierigen Kombinationen mit Getränken sowie Nahrungsergänzungs- oder Lebensmitteln informieren. Patienten sollten sich daher immer die Zeit für eine Beratung in der Apotheke nehmen.

Wechselwirkungen beachten

Patienten, die bereits Blutdrucksenker einnehmen, sollten sich bei weiteren Erkrankungen in der Apotheke nach einem Wechselwirkungscheck erkundigen. Selbst rezeptfreie Schmerz- und Grippemittel können die Wirkung blutdrucksenkender Präparate bereits abschwächen.

Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.400 Apotheker und Apothekerinnen, sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Problemen.