Dienstag, 1. August 2017

Häufige Schwimmbadbesuche begünstigen Harnwegsinfekte

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) - Vor allem Frauen leiden nach dem Schwimmbadbesuch oder einem Badetag am Meer häufig unter den Symptomen einer unkomplizierten Blasenentzündung. Wie man ständigem Harndrang, Brennen beim Wasserlassen und krampfartigen Schmerzen im Unterbauch am besten begegnet und wie man vorbeugen kann, weiß die Apothekerkammer Niedersachsen.
Unterkühlung nach dem Schwimmen vermeiden
Nach dem Baden kann es durch nasse Badebekleidung zu Unterkühlungen kommen, sie führen zu einer schlechteren Durchblutung der Schleimhaut. Vor allem empfindliche Frauen, die bereits mit Harnwegsinfekten zu kämpfen hatten, reagieren dann schnell mit einer neuen Entzündung. Bikini & Co. sollten daher am besten direkt nach dem Schwimmen gewechselt werden.
Harnwegsinfektionen sind nicht harmlos
Wer unter den oben genannten Symptomen leidet, sollte einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen abklären zu lassen. Vor allem bei Männern kann sich aus einer unkomplizierten Blasenentzündung schnell eine schwerwiegende Entzündung mit aufsteigender Infektion zu den Nieren hin entwickeln. Auch Kinder, Schwangere, Diabetiker sowie Patienten, die unter einer Niereninsuffizienz leiden oder die beispielsweise durch eine Chemotherapie immungeschwächt sind, müssen sofort einen Arzt aufsuchen.
Alternative zur Antibiotikatherapie mit dem Arzt abklären
Diagnostiziert der Arzt eine unkomplizierte Blasenentzündung, kann der Patient im Gespräch mit ihm abklären, ob die Entzündung mit einem Antibiotikum behandelt werden muss oder ob es eventuell Alternativen gibt. Bei sonst gesunden Patienten können unkomplizierte Blasenentzündungen in manchen Fällen auch ohne Antibiotikagabe abklingen. Die Behandlung der Symptome mit Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder dem krampflösenden Wirkstoff Butylscopolaminbromid ist bei leichten bis mittleren Beschwerden innerhalb der ersten drei Tage möglich. Welche Therapie sinnvoll ist, entscheidet aber immer der Arzt. Unterstützt werden kann die Therapie mit Heilpflanzentees aus Goldrutenkraut, Birkenblättern, Hauhechel oder Orthosiphonblättern. Bärentraubenblätter haben sogar eine antimikrobielle Wirkung. Bei der Wahl des passenden Blasen- und Nierentees oder der geeigneten Phytopharmaka berät der Apotheker vor Ort sachkundig. Helfen kann auch die Einnahme von Mannose, einem pulverisierten Spezialzucker. Sie sollen das Anheften der Bakterien an der Blasenschleimhaut verhindern. Betroffene sollten sich außerdem warmhalten und für ein paar Tage den Schongang einlegen. Neben Blasentees sollte auch viel Wasser getrunken werden, das hilft, die Bakterien auszuspülen.
Unbedingt zum Arzt bei folgenden Beschwerden
Gehen die Beschwerden nach drei Tagen nicht zurück oder nehmen sie sogar zu, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Treten Rückenschmerzen in der Nierengegend auf, leiden Betroffene unter Fieber mit Schüttelfrost, klagen sie über starke Schmerzen mit Übelkeit und Erbrechen oder zeigen sich Verfärbungen bzw. Blut im Urin, kann das ein Hinweis auf eine komplizierte Blasenentzündung oder eine Nierenbeckenentzündung sein, die ärztlich behandelt werden muss.
Dem Infekt vorbeugen
Mit der richtigen Intimhygiene können Frauen einem Blaseninfekt vorbeugen. Die Blase sollte regelmäßig und vollständig entleert werden, vor allem nach dem Geschlechtsverkehr. Nach dem Stuhlgang ist unbedingt auf eine Reinigung von „vorn nach hinten“ zu achten, so werden die Darmbakterien nicht in die Vagina eingeschleppt. Von Intimsprays ist abzuraten, sie zerstören die körpereigene Vaginalflora. Luftdurchlässige Unterwäsche aus Baumwolle ist ideal, wenig empfehlenswert sind Slipeinlagen. Sie schaffen ein feuchtes Milieu, das Bakterien besonders mögen. Auch wer viel trinkt, kann einer Blasenentzündung entgegenwirken. Grundsätzlich sollte man mindestens zwei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen, damit Niere und Blase gut durchspült werden.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.