Donnerstag, 7. September 2017

Negative Auswirkungen der Citybahn in Wiesbaden


Wiesbaden (internet-zeitung) – Nach Ansicht der Bürgerinitiative „Mitbestimmung Citybahn“ kranken die bisherigen Stellungnahmen der für die Citybahn Verantwortlichen daran, dass keine Ausführungen zu den Wechselwirkungen der Bahn auf andere Nutzer gemacht werden. Es fehle ein integriertes Konzept, das aufzeige, wie sich eine 12 Kilometer lange Citybahn in ein funktionierendes, 650 Kilometer langes Busnetz einfüge.

Die Bürgerinitiative „Mitbestimmung Citybahn“ stellt auf der Internetseite http://bi-citybahn.de/?page_id=24 wichtige Fragen:

Welche Buslinien werden entfallen?
Welche Busse übernehmen nur noch Zubringerfunktion? 
An welchen Haltestellen kann eine 60 Meter lange Bahn halten?
An welchen Haltestellen halten künftig noch die Busse?

Welche Auswirkungen hat die doppelte Gleisführung in der Innenstadt auf den Wegfall von Parkplätzen und auf die Erreichbarkeit der innerstädtischen Parkhäuser?

Wie verändern sich die Umsteigemöglichkeiten, wenn die Busse aus dem Osten nach wie vor in der Friedrichstraße halten, die Citybahn jedoch in der Luisenstraße?
Die Bürgerinitiative erklärt: „ESWE-Verkehr sagt bisher nur, die Citybahn solle die „am stärksten belasteten Buslinien ersetzen“. Aber welche? Es ist zu befürchten, dass viele Busse auf eine reine Zubringerfunktion zur Citybahn reduziert werden, mit der Folge häufigeren Umsteigens und längerer Wartezeiten.
Laut Bürgerinitiative werden voraussichtlich die Schülerinnen und Schüler, die heute mit der Linie 33 von Kostheim zu den innerstädtischen Gymnasien fahren, künftig in Kastel und am Hauptbahnhof zweimal umsteigen müssen. Oder: Könne man heute von Klarenthal ohne Umsteigen nach Bierstadt oder Schierstein fahren, gehe es künftig vielleicht nur noch mit dem Bus zur Hochschule Rhein-Main. Gerade für ältere Menschen sei der Zwang zu häufigerem Umsteigen Gift. Sie würden wieder verstärkt auf das Auto zurückgreifen.
Allerdings verschlechtert sich – laut Bürgerinitiative auch die Situation für Pkw-Fahrer, wenn man bedenke, dass die Klarenthaler Straße, die Dotzheimer Straße, die Luisenstraße und die Bahnhofstraße mit zwei Gleissträngen belegt würden. Die Folge seien längere Staus und noch mehr Luftverschmutzung.
Der negative Umwelteffekt werde noch gesteigert, wenn man an die mehrjährige Bauphase denke mit dramatisch erhöhten Feinstaubwerten, aber auch an den Wegfall vieler innerstädtischer Bäume, etwa in der Klarenthaler Straße.