Montag, 12. Februar 2018

Antibiotika richtig einnehmen

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Antibiotika gelten bei vielen Patienten als Wunderwaffe. Der Wirkstoff hilft bei Infektionen, die von Bakterien ausgelöst werden. Betroffene, die zum Beispiel unter einer entzündeten Blase oder einer Atemwegserkrankung leiden, sollten zunächst vom Arzt feststellen lassen, ob überhaupt bakterielle Krankheitserreger im Spiel sind. Wer Antibiotika zum Beispiel gegen eine durch Viren hervorgerufene Erkältung einnimmt, tut nichts für seine Genesung. Im Gegenteil: Eine häufige und unsachgemäße Anwendung von Antibiotika führt zu gefährlichen Resistenzen, weiß Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Grundsätzlich sollten immer die Einnahmehinweise befolgt werden, damit das verschriebene Antibiotikum seine Wirkung richtig entfalten kann.

Antibiotikaresistenz: So entsteht sie, das ist die Folge
Ein Antibiotikum muss bakterielle Krankheitserreger schnell und stark bekämpfen. Für den Heilungsprozess ist es daher entscheidend, das Präparat so einzunehmen wie vom Arzt verordnet. Die Landesapothekerkammer Hessen rät dazu, sich die vorgegebene Dosierung in der Apotheke vor Ort genau erklären und zusätzlich auf der Packung notieren zu lassen - und die Einnahmevorgabe unbedingt einzuhalten. Nur so wird eine ausreichend hohe Konzentration des Arzneistoffs erreicht. Wird das Antibiotikum unsachgemäß angewendet, kann das weitreichende Konsequenzen haben. Die Bakterien bilden Mechanismen, um das Antibiotikum abzuwehren, werden in der Folge immun und können nicht mehr bekämpft werden: Eine Resistenz entsteht. Betroffene sollten hellhörig werden, wenn die verordnete Arznei nicht anschlägt oder der Infekt wiederkommt. Durch ein sogenanntes Antibiogramm kann der Arzt testen, ob eine Resistenz vorliegt und ob oder auf welche andere Wirkstoffgruppe ausgewichen werden kann.
Soviel wie nötig, so wenig wie möglich
Ob zu niedrig oder zu hoch dosiert: Beides kann für den Patienten Konsequenzen haben. Wer zu häufig zu Antibiotika greift, läuft Gefahr, dass der Arzneistoff Bakterien nichts mehr anhaben kann und der Arzt immer weniger Therapiemöglichkeiten hat. Setzt der Patient das Medikament eigenmächtig zu früh ab, riskiert er durch den zu niedrig dosierten Wirkstoffspiegel, dass die verbliebenen Keime resistent werden oder dass die nicht abgetöteten Keime eine neue Infektion auslösen. Kompetente Unterstützung und Beratung sollten sich Patienten in der Apotheke vor Ort holen. Der Apotheker erläutert die Einnahmehinweise, weist auf eventuelle Unverträglichkeiten mit Nahrungsmitteln oder Multivitamin- und Mineralstoffpräparaten hin, räumt mögliche Bedenken aus, berät zu zusätzlichen Medikamenten gegen Fieber oder Schmerzen – und begleitet so den Patienten zuverlässig auf seinem Genesungsweg.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.