Donnerstag, 23. Juni 2016

„forscher – Das Magazin für Neugierige" nimmt die Meere und Ozeane in den Fokus


Berlin - Das Magazin „forscher ahoi!" (www.forscher-online.de) nimmt Kinder und Jugendliche mit auf eine Expedition in unbekannte Welten. Die erste Ausgabe „Räuber am Riff" im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane stellt jungen Leserinnen und Lesern im Alter von acht bis zwölf Jahren nicht nur Haie und ihren Lebensraum vor, es verrät auch, wie die Profis große Fischschwärme zählen. Das Heft ist jetzt kostenlos erhältlich.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen zu vielen Aspekten der Nachhaltigkeit rund um den Globus. Das „forscher"-Magazin stellt neben tollen Forscherpersönlichkeiten auch die deutsche Forschungsflotte vor: Tauchende Roboter, Eisbrecher und Satelliten im All gehören zum Equipment.
Deutschlands berühmteste Meeresforscherin Dr. Antje Boetius berichtet von ihrer Expedition auf dem Forschungsschiff „Sonne" in den Pazifik. Dort spürt sie wertvollen Bodenschätzen nach. Sie erzählt, wie ein Tiefseepflug zum Einsatz kommt und warum Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler so gerne Tiefsee-Fernsehen schauen. In weiteren Nachrichten und Stories geht es um „Alleskönner Algen" oder auch um zarte Schönheiten – um Quallen. Ob die hirnlosen Glibbertiere Schmerzen spüren, wenn sie am Strand herumgeworfen werden, wird in der Rubrik „Die freche Frage" beantwortet.

Wer Lust auf mehr bekommt und seine Forscherleidenschaft noch an weiteren Themen aus Wissenschaft und Forschung erproben möchte, findet im Magazin zahlreiche Veranstaltungstipps des Wissenschaftsjahres 2016*17, die sich besonders für junge Neugierige eignen.

Die Meere und Ozeane sind von zentraler Bedeutung für die Zukunft. Mehr als ein Drittel sensibler Lebensräume sind bereits zu stark benutzt oder zerstört. Es ist höchste Zeit, sie zu retten und verantwortungsvoll zu nutzen, signalisiert das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) herausgegebene Kindermagazin „forscher". Denn wir beeinflussen, wie viel Mikroplastik aus Duschgels und Waschmittel über die Flüsse in die Weltmeere fließen. Wir entscheiden, wie viel CO2 wir den Weltmeeren zumuten und ob wir damit eine Versauerung der Meere und den Klimawandel in Kauf nehmen. Denn um Gewohnheiten zu ändern und die Trendwende einleiten zu können, braucht es Mut und Wissen.

Hier gibt es das Heft:

Per Post: Publikationsversand der Bundesregierung, Postfach 48 10 09, 18132 Rostock

Per Telefon: 030 18 272 272 1, per Fax: 030 18 10 272 272 1


Per E-Mail: publikationen@bundesregierung.de, Internet: www.bmbf.de


Als E-Paper im Internet: www.forscher-online.de

Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane


Die Meeresforschung ist Thema des Wissenschaftsjahres 2016*17. Zu 71 Prozent bedecken Ozeane und Meere unseren Planeten. Sie sind Klimamaschine, Nahrungsquelle, Wirtschaftsraum – und sie bieten für viele Pflanzen und Tiere Platz zum Leben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Ozeane seit Jahrhunderten; und doch sind sie noch immer geheimnisvoll und in weiten Teilen unerforscht. Im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane geht es um die Ergründung der Gewässer, ihren Schutz und eine nachhaltige Nutzung. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie tragen als zentrales Instrument der Wissenschaftskommunikation Forschung in die Öffentlichkeit. Das Wissenschaftsjahr 2016*17 wird vom Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) als fachlichem Partner begleitet.

Mittwoch, 22. Juni 2016

Grube Messel gGmbH stellt breites Programmspektrum in neuer Broschüre vor


Angebotsvielfalt bezieht Gäste aller Altersgruppen in die naturwissenschaftliche Erforschung des UNESCO Welterbes ein
_DSC5303Messel, 21. Juni 2016 – Mit Beginn der Hauptsaison präsentiert die Grube Messel gGmbH ihre vielfältigen Attraktionen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, einschließlich eines historischen Überblicks zur hessischen Fossilienlagerstätte, in einer farbenfrohen Broschüre auf mehr als 50 Seiten, zuzüglich einer Übersichtskarte des Geländes. Die bunte Programmvielfalt führt Interessierte spielerisch an die naturwissenschaftliche Forschung heran und lädt zum entdecken und erforschen ein.

Einst ein unerschlossener Tagebau in der Landschaft Hessens, wird die geowissenschaftliche Vielfalt der Fossilienlagerstätte aus dem Eozän den Gästen, Jung und Alt, mittels diverser sinnlicher und informativer Aktivitäten zugänglich gemacht – Ein abwechslungsreiches Programm lädt Gruppen, Familien und Schulklassen zum gemeinsamen entdecken der Grube ein; stets im Beisein eines fachkundigen Begleiters auf einer geführten Tour. Eine rechtzeitige Anmeldung zu allen Touren ist notwendig, da die Teilnehmerplätze jeweils limitiert sind. Von Montag - Freitag ist eine Reservierung möglich unter 06159 - 71 75 90. Gegen einen Aufpreis von 20 € pro Gruppe können Führungen in englischer oder französischer Sprache abgehalten werden.


Programmvielfalt – Erwachsene
_DSC5152Erwachsene erleben das Weltnaturerbe beispielsweise innerhalb einer Grubenwanderung, einer Geologischen Exkursion oder einer Panoramatour. Spielerisch kann der Besucher hier unter anderem Ölschieferstücke aus der Halde in die Hand nehmen und die Geschichte der Erde aktiv erfahren. Besonderes Highlight: Die Spezialtouren wie Grabungsimpression und Fledermausführung. Beide werden an ausgewählten Terminen durchgeführt. Während der Besuch beim Grabungsteam den Abenteuergeist weckt – bei der Freilegung und späteren Präparation von Fossilien wird die Vergangenheit wieder lebendig und man ist hautnah dabei – erschließt sich die Fledermausführung für Nachtaktive: Eine Fledermaus-Expertin bringt den Besucher auf die Spur der fliegenden Säugetiere. Sie stellen mit jährlich fünf Entdeckungen den größten Anteil der Säugetierfunde in der Grube Messel dar.

Programmvielfalt – Kinder
_DSC5284Das Team der Welterbe Grube Messel lädt Schulklassen, Kinder mit ihren Familien und Kindergeburtstage dazu ein, den inneren Forscher in sich zu ergründen. Schulklassen erforschen bei „Geo-Detektive unterwegs - Tatort: Messelsee“ die Entstehungsgeschichte der Fossilienlagerstätte innerhalb eines „Kriminalfalls“. Das Erlebnis wird dem Alter und dem Kenntnisstand der Kinder angepasst.


_A5B1066Für Abenteuerlustige mit Spaß am Rätselraten ist das Geburtstagsprogramm „Die Jagd nach dem verlorenen Schlüssel“ das Richtige – Hinweise müssen gefunden, knifflige Aufgaben gelöst werden. Spielerisch erfährt man die Historie des Weltnaturerbes, findet einen Schlüssel und öffnet eine geheimnisvolle Schatztruhe. Das Besucherzentrum mit seinen Themenräumen zeigt Exponate und Informationen in Kombination mit Medienstationen. In der Schatzkammer können Kinder eine Vielfalt an Arten der Säugetiere bewundern, welche die Grube Messel zu wissenschaftlichem Ansehen führte.

Auf geht´s in die Grube zum Welterbe! Weitere Informationen zu attraktiven Angeboten, das vollständige GMMagazin und Hinweise zur Anfahrt erhalten sie unter: www.grube-messel.de.


Wir Menschen denken und leben in etwa 100-Jahres-Zeiträumen. Die Erdgeschichte im See der Grube Messel zeigt etwa 1.500.000 Millionen Jahre! Jeder Meter steht für etwa 10.000 Jahre Zeit, die der Messelsee und seine Bewohner uns ermöglichen in die Zeit zurück zu sehen. Das Fenster der Urzeit, die Grube Messel, birgt einen Schatz, der eine Vielfalt an Lebewesen, insbesondere Säugetieren von vor 48 Millionen Jahren zeigt, deren Erhaltungszustand und Menge an Fossilien weltweit einzigartig ist! Anmeldungen und weitere Informationen unter www.grube-messel.de. Das Besucherzentrum ist täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet (letzter Einlass um 16 Uhr.

Dienstag, 21. Juni 2016

My Ocean Sampling Day: Die Suche nach dem Leben im Wasser


1.000 Bürgerinnen und Bürger werden am heutigen My Ocean Sampling Day Teil eines bundesweiten Bürgerwissenschaftsprojektes

Berlin - Beim My Ocean Sampling Day (MyOSD) am heutigen Tag der Sommersonnenwende geht es darum, den mikrobiellen Lebensraum der Meere und ihrer Zuflüsse zu entdecken und zum besseren Verständnis der marinen Welt beizutragen. Bei der Aktion im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2016*17 – Meere und Ozeane werden heute bundesweit zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie Schulklassen Wasserproben an deutschen Küsten und Mündungsflüssen nehmen.

Unter den Teilnehmenden ist auch die elfte Klasse des Andreas-Gymnasiums Berlin Friedrichshain. Gemeinsam mit dem MyOSD-Team des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie und der Jacobs University in Bremen werden die Jugendlichen heute am Berliner Spreeufer (14:00 bis 15:00 Uhr, Stralauer Allee 1) nahe der Oberbaumbrücke eine Wasserprobe nehmen. „Entdecken. Nutzen. Schützen. – unter diesem Motto steht das aktuelle Wissenschaftsjahr", so Eva Nourney, Referatsleiterin Strategische Vorausschau, Wissenschaftskommunikation im Bundesministerium für Bildung und Forschung, die auch bei dem Termin anwesend sein wird. „Der MyOSD ist ein gutes Beispiel dafür, wie diese Botschaft schon jetzt in die Öffentlichkeit getragen und umgesetzt wird."
Bei dem Projekt soll untersucht werden, wie der Mensch die Vielfalt der Kleinstlebewesen im Meer beeinflusst, welche Aufgaben diese Artengemeinschaften im Ökosystem haben und wie sich die Gemeinschaft der mikroskopisch kleinen Arten von der Flussquelle bis zur Mündung verändert. Für die Probennahme wurden seit Ende April insgesamt 1.000 Sampling Kits mit den erforderlichen Filtern und Materialien verteilt.

Am Berliner Spreeufer werden heute die Elftklässler den Prozess von der Probennahme über das Filtrieren der Probe bis hin zur Datenerhebung durchlaufen; unter Anleitung von Prof. Frank Oliver Glöckner, Gründer des internationalen OSD- und des bundesweiten MyOSD-Projektes, sowie der beiden MyOSD-Mitarbeiterinnen Dr. Julia Busch und Dr. Julia Schnetzer.

„Ich bin dankbar für die vielen Jugendlichen, die am heutigen Tag in ganz Deutschland bei dieser Aktion dabei sind! Ich bin gespannt auf die zahlreichen Proben, die uns in den nächsten Wochen aus ganz Deutschland erreichen werden", sagt Prof. Frank Oliver Glöckner: „Die mikrobiellen Ökosysteme der Küsten sind unglaublich spannend – trotzdem sind sie noch weitestgehend unerforscht. Wir möchten herausfinden, wie sich die mikrobiellen Gemeinschaften von der Quelle bis zum Meer verändern und gleichzeitig wollen wir das Bewusstsein für diese, mit dem bloßen Auge unsichtbare, Artenvielfalt in die Bevölkerung tragen."

Seit 2014 untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum internationalen Ocean Sampling Day (OSD) am 21. Juni Wasserproben weltweit. Als integriertes Bürgerwissenschaftsprojekt will der My Ocean Sampling Day eine Momentaufnahme der Kleinstlebewesen an deutschen Küsten vornehmen. Dabei untersucht er erstmalig auch Mündungsflüsse und deren zuführende Flüsse und Kanäle. Die Aktion im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2016*17 – Meere und Ozeane ist ein Gemeinschaftsprojekt der Jacobs University und des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie in Bremen. Angestrebt wird eine umfassende Datensammlung, mit der Forscherinnen und Forscher die Vielfalt der Mikroorganismen an der Nord- und Ostseeküste hochaufgelöst erfassen können.


Welche Mikroorganismen in den Proben schwimmen und ob vielleicht eine bislang unbekannte Art dabei ist, können alle Teilnehmenden ab Mitte 2017 durch die Eingabe der im Kit enthaltenen MyOSD-Nummer auf my-osd.org/status selbst herausfinden.

Mittwoch, 15. Juni 2016

Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb mit erstem „Journalist-in-Residence“


Manfred Ronzheimer untersucht die Erneuerung des Innovationsjournalismus in Deutschland

(München, 15.06.2016) - Das Münchner Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb hat erstmals ein Fellowship für einen „Journalist-in-Residence“ eingerichtet. Es ist seit dem 1. Juni für die Dauer von drei Monaten mit dem Berliner Wissenschaftsjournalisten Manfred Ronzheimer besetzt. Sein inhaltlicher Schwerpunkt wird während dieser Zeit eine Untersuchung über die Situation und Erneuerung des Innovationsjournalismus in Deutschland sein.

Das Format des „Journalist-in-Residence“ wird seit einigen Jahren von einer kleinen Zahl von wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland angeboten, unter ihnen seit 2005 vom Kölner Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung und seit 2013 vom Berliner Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte. Dabei hat der Journalist den Status eines Gastwissenschaftlers, nimmt an der wissenschaftlichen Tätigkeit des Instituts teil und lernt auf diese Weise den Forschungsbetrieb von innen her kennen. Das Fellowship umfasst außerdem die Hospitation an einem Forschungsprojekt des Instituts sowie die Möglichkeit für eigene Projektrecherchen. Dadurch soll eine Qualitätsverbesserung des Wissenschaftsjournalismus erreicht werden. Zugleich sollen die Wissenschaftler des Instituts erfahren, wie die Vermittlung von Forschungsergebnissen in die Öffentlichkeit verbessert werden kann.

„Wir leben im Zeitalter von Open Science: Wissenschaft muss sich stärker öffnen und dazu auch neue Wege der Vermittlung in die Gesellschaft beschreiten“, erklärt  Prof. Dietmar Harhoff, der die Abteilung „Innovation and Entrepreneurship“ des Instituts leitet. „Besonders bei der Kommunikation des für die Wirtschaft so bedeutenden Themas Innovation sind Verbesserungen dringend geboten“, ergänzt Harhoff, der auch Vorsitzender der Expertenkommission Forschung und Innovation der Bundesregierung ist. „Unser Institut ist die prädestinierte Stätte, an der ein Journalist über die Zukunft seines Berufsstandes nachdenken kann – das ist Innovation!“, ergänzt Prof. Josef Drexl, Leiter der Abteilung Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht. „Wir Juristen haben eine große Lücke zwischen unserer Welt und der Welt der Medien, deren Ursachen mich interessieren“, formuliert Prof. Reto M. Hilty, Co-Leiter der Abteilung, eine weitere Erwartungshaltung.

„Journalisten sind neugierig und schauen gerne hinter die Kulissen“, bemerkt Manfred Ronzheimer, der als freier Fachjournalist seit Jahren auch das Themenfeld Innovation bearbeitet, das sich zwischen den klassischen Medienressorts Wissenschaft und Wirtschaft bewegt. „Üblicherweise haben wir Journalisten es mit den Ergebnissen von Forschung zu tun, um darüber zu berichten. Als Journalist-in-Residence erfährt man hautnah, was dazu im Vorfeld an konkreter forscherischer Arbeit geleistet werden muss“.

Ronzheimer geht in seinem Projekt von der These aus, dass der wachsenden faktischen Bedeutung von Innovation in Deutschland eine immer geringere journalistische Berichterstattung über das Thema gegenübersteht, die zudem von einer bedenklichen Abnahme qualitativer Standards begleitet wird. Eine Befragung von Innovationsjournalisten und Kommunikatoren aus Wissenschaft und Wirtschaft soll die These bestätigen oder entkräften. Außerdem wird ein Konzept für ein „Reallabor“ erarbeitet, mit dem ein „erneuerter Innovationsjournalismus“ auf neuen medialen Verbreitungswegen praktisch erprobt werden kann.

Über das Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb

Im Mittelpunkt der Forschung am Institut stehen die Erforschung von Innovations- und Wettbewerbsprozessen sowie die Erarbeitung von Vorschlägen für die Gestaltung der Rahmenbedingungen für diese Prozesse. Die Forschungsfragen werden in einer rechtswissenschaftlichen und einer wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung untersucht. Das Institut wurde im Jahr 1966 als Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Patent-, Urheber- und Wettbewerbsrecht gegründet. Nach der Einrichtung einer neuen wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung wurde es im Jahr 2013 in Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb umbenannt.
Das Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb ist eines von 83 Instituten der Max-Planck-Gesellschaft, eine von Deutschlands führenden Forschungsorganisationen. In der Auswahl und Durchführung ihrer Forschungsaufgaben sind die Max-Planck-Institute frei und unabhän­gig. Sie verfügen daher über einen eige­nen, selbst verwalteten Haushalt, der durch Projektmit­tel von dritter Seite er­gänzt werden kann. Die Forschung am Institut muss den wissen­schaftlichen Exzellenzkriterien der Max-Planck-Gesellschaft genügen, was durch regelmäßige Evaluation überprüft wird.

Montag, 13. Juni 2016

Artenschützer machen Druck auf norwegische Regierung


Wädenswil/München/Washington (OceanCare) - Norwegen hat in den letzten beiden Jahren mehr Wale getötet als Japan und Island zusammen. Dies geht aus einem Bericht hervor, den die Artenschutzorganisationen OceanCare, Pro Wildlife und Animal Welfare Institute (AWI) heute veröffentlicht haben. Sie werfen der norwegischen Regierung vor, dass sie ihre Auflagen für Walfänger Schritt für Schritt aufgeweicht hat und den Verkauf von Walprodukten aktiv fördert. Die Verbände fordern die Staatengemeinschaft auf, bei der Walfangtagung im Oktober gegen Norwegens systematische Förderung des Walfangs vorzugehen.
Der Bericht „Frozen in Time: Wie das moderne Norwegen am Walfang festhält“ beschreibt, wie Norwegen das kommerzielle Walfangmoratorium der Internationalen Walfangkommis­sion (IWC) kontinuierlich untergräbt und seinen Überseehandel mit Walprodukten vorantreibt. Entsprechende Lieferungen – die teils über europäische Häfen abgewickelt werden –  dienen dazu, Norwegens schwächelnde Walfangindustrie zu erhalten. 2014 und 2015 fielen in Norwegen 1.396 Zwergwale den Harpunen zum Opfer. Japan tötete im gleichen Zeitraum 663, Island 345 Wale.

Norwegen bislang von Kritik verschont

„In einem der weltweit modernsten und wohlhabendsten Länder ist der Walfang nicht mehr zeitgemäss“, sagt Sandra Altherr, Biologin und Mitbegründerin von Pro Wildlife. „Wale zu schlachten hat in einer fortschrittlichen Gesellschaft keinen Platz – es schadet dem internationalen Ansehen des Landes.“

Während auf Island diplomatischer Druck ausgeübt wird und Japan für sein Walfangprogramm vor dem internationalen Gerichtshof zu Verantwortung gezogen wurde, bleibt Norwegen von Kritik weitgehend verschont, so der Bericht.

„Seit 2001 hat die Walfangkommission den norwegischen Walfang nicht offiziell kommentiert und die Staatengemeinschaft hat seit zehn Jahren keine Demarche mehr gegen Norwegen in die Wege geleitet“, sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare. „Solange sich das nicht ändert, wird Norwegen sich hinter Island und Japan verstecken und weitermachen wie bisher.“

Kosmetik aus Walöl

Die norwegische Regierung finanziert eine Reihe von Projekten, die den Absatz von Walprodukten im Land ankurbeln sollen. So unterstützt sie unter anderem die Entwicklung von Nahrungsergänzungsmitteln, alternativen Heilmitteln und Kosmetik aus Walöl. 2015 kündigte die Firma Myklebust Hvalprodukter („Walprodukte“) eine Reihe neuer Produkte an, die aus Walöl hergestellt werden, darunter auch Hautcrème.

„Wir waren erstaunt, dass eine norwegische Walfang-Firma Gesundheitsprodukte und Kosmetik aus Walöl verkauft“, sagt Susan Millward, Direktorin von AWI. „Wir leben nicht mehr im 19. Jahrhundert. Ich verstehe nicht, dass eine moderne Nation Hautcrème aus einer so grausamen Industrie bezieht.“ „Diese Subventionierung des Walfangs ist der offenkundige Versuch, eine sterbende Industrie am Leben zu erhalten. Norweger essen kaum mehr Walfleisch“, ergänzt Altherr. Kürzlich wurde bekannt, dass Walfleisch sogar als Tierfutter in Pelzfarmen verfüttert wird.

Norwegen und IWC in der Pflicht

Der Bericht „Frozen in Time“ beschreibt die Bemühungen der norwegischen Walfang-Industrie, ihr Walfleisch nach Japan zu verkaufen. Einige norwegische Walfleischlieferungen waren von japanischen Käufern wegen zu hoher Giftstoffbelastung abgelehnt worden. Daraufhin liessen die Norweger sogar Inspektoren der japanischen Walfangflotte an Bord kommen und die Verarbeitung des Walfleischs kontrollieren, um den Qualitätsstandards der Japaner zu entsprechen.

„Frozen in Time“ gibt Handlungsempfehlungen für die IWC und ihre Mitgliedsstaaten, damit Norwegen den kommerziellen Walfang ebenso aufgibt wie den Handel mit Walprodukten. Die Artenschutzverbände fordern eine klare Botschaft der IWC an Norwegen.

Hintergrund

In den achtziger Jahren hat die IWC ein Fangverbot für 13 Grosswalarten verhängt. Während Japan unter dem Deckmantel der Wissenschaft jagt, hat Norwegen gegen das Moratorium zum Schutz der Wale formellen Einspruch erhoben und ist damit nicht an das Fangverbot gebunden. Die Jagd auf Wale in norwegischen Hoheitsgewässern ist einheimischen Fischern deshalb erlaubt, ebenso der bilaterale Walfleisch-Handel mit Japan. Wie in Island setzt auch das norwegische Fischereiministerium die Fangquoten jährlich selbst fest und ignoriert dabei die Vorgaben der IWC.

Dienstag, 7. Juni 2016

LVR-LandesMuseum eröffnet „Eva’s Beauty Case. Schmuck und Styling im Spiegel der Zeiten“



Sonderausstellung vom 9.6.2016-22.1.201

Bonn -  „Eva‘s Beauty Case“ lädt ein, die vielen Facetten im Streben nach menschlicher Schönheit zu erleben. Seit wann pflegen, schmücken und schminken sich die Menschen? Neue Forschungsergebnisse und Funde der Archäologie lassen eine Vielzahl von Antworten erkennen.

Die Ausstellung spannt einen Kultur und Epoche übergreifenden Bogen von der Steinzeit bis in die Gegenwart. Das LVR-LandesMuseum Bonn besitzt eine der größten und bedeutendsten Sammlungen römischen und frühmittelalterlichen Schmucks nördlich der Alpen. Diese kostbaren Funde stehen im Zentrum der Ausstellung, die sich mit der Kulturgeschichte des Schmucks und der Schönheit beschäftigt. Sie werden durch Leihgaben vieler Museen ergänzt und zeigen mit dem Leitmotiv des Beauty Case, dass das Streben nach Attraktivität einfach menschlich ist. Die Ausstellung gibt Einblicke in die Kunst des Hairstylings, der Parfüm- und Make-up-Kreationen quer durch die Geschichte, vom Bauplan der Natur über die wechselnden Schönheitsideale bis hin zum Schönheits- und Starkult der Gegenwart.

Interaktive Schauelemente, Medien- und Hands-On-Stationen machen diese Ausstellung zu einem besonderen Ereignis. Ein eigener Mitmachbereich geht auf die Idealvorstellungen von Schönheit im Wandel der Zeit ein.

Mehr Forschung für die Meere


Wissenschaftsjahr 2016/17 zu Meeren und Ozeanen eröffnet / Wanka verkündet neues Meeresforschungsprogramm der Bundesregierung

Die Zukunft der Meere steht in den kommenden Jahren im Fokus der Forschung: Bundesforschungsministerin Johanna Wanka hat am Morgen das Wissenschaftsjahr 2016/17 zu Meeren und Ozeanen eröffnet und hat ein gemeinsames Meeresforschungsprogramm der Bundesregierung angekündigt. 

„Früher entdeckte man neue Länder über die Meere. Heute müssen wir die Meere selbst noch weiter entdecken: Erst wenn wir den Meeresraum richtig verstanden haben, können wir ihn nachhaltig nutzen und ihn besser schützen“, sagte Wanka. „Wir müssen jetzt eine Trendwende hin zu einem nachhaltigen Umgang mit den Meeren einleiten, denn Klimawandel, Überfischung und Vermüllung bedrohen den größten Lebensraum des Planeten.“ 

Das neue Wissenschaftsjahr zeigt die faszinierende Welt der Ozeane und die erstaunlichen Ergebnisse der Meeresforschung, die von der Erforschung der Lebewesen in der Tiefsee bis zur Vermessung des Polareises reicht. Es will die Menschen aber auch für das größte Ökosystem der Erde sensibilisieren, das durch Klimaerwärmung, wirtschaftliche Ausbeute und Umweltverschmutzung unter starkem ökologischem Druck steht. 

Mit dem gemeinsamen Programm der Bundesregierung in der Meeresforschung (MARE:N) sollen deshalb nun Forschungsstrategien gegen Verschmutzung, Überfischung und Übersäuerung der Meere entwickelt werden. Es bündelt die Maßnahmen des Bundesforschungs-, Wirtschafts-, Landwirtschafts-, Verkehrs- und Umweltministeriums. Allein das Bundesforschungsministerium stellt in den nächsten zehn Jahren über 450 Millionen Euro für die Förderung entsprechender Projekte bereit. Zusammen mit der Förderung von Forschungszentren und der Erneuerung der deutschen Forschungsflotte werden damit in den nächsten zehn Jahren über vier Milliarden Euro für die Zukunft der Meere investiert. 

Zusätzlich zum Forschungsprogramm MARE:N wird das BMBF ab Juni außerdem Projekte fördern, um die Wege des Plastiks von der Produktion, über den Konsum und den Transport vom Land in die Flüsse bis zum Verbleib in den Weltmeeren wissenschaftlich zu untersuchen. Noch fehlt ein Bild des Gesamtproblems, um Lösungsansätze zu finden. Über eine Laufzeit von drei Jahren werden dafür rund 28 Millionen Euro bereitgestellt.

MARE:N, das Programm „Plastik in der Umwelt“, der G7-Aktionsplan zum „Schutz der Meeresumwelt“ und ein starkes Engagement auch auf europäischer Ebene, insbesondere zu Mikroplastik in den Meeren, sind Teil des deutschen Beitrags zur stärkeren Erforschung der Rolle und der Belastung der Meere. 

Im Wissenschaftsjahr, als Gemeinschaftsinitiative mit Wissenschaft im Dialog, sind viele Mitmachaktionen und Veranstaltungen für die Bevölkerung geplant, sowie Projektförderungen und Medienkooperationen (Überblick im Anhang). Das Vereinigte Königreich ist als langjähriger Meeres-Forschungspartner internationales Partnerland des Wissenschaftsjahres.

Zum Wissenschaftsjahr beginnt im Foyer des BMBF Berlin die Ausstellung „Das Meer beginnt hier“. Sie kombiniert Dauer- und Wechselausstellung. Letztere wechselt alle vier bis fünf Monate und informiert über die Küste (Sommer/Herbst 2016), die Arktis und Antarktis (Winter 2016/2017) und die Tiefsee (Frühjahr/Sommer 2017).
Das Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane hat zwei Medienpartner. TV-Medienpartner ist der deutsch-französische Kultursender ARTE. Im Printbereich ist es die Kulturzeitschrift mare, die die Meere als Lebens-, Wirtschafts- und Kulturraum porträtiert.

Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane


Die Meeresforschung ist Thema des Wissenschaftsjahres 2016*17. Meere und Ozeane bedecken zu rund 70 Prozent unseren Planeten. Sie sind Klimamaschine, Nahrungsquelle, Wirtschaftsraum – und sie bieten für viele Pflanzen und Tiere Platz zum Leben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Ozeane seit langem; und doch sind sie noch immer geheimnisvoll und in weiten Teilen unerforscht. Im Wissenschaftsjahr 2016*17 geht es um die Entdeckung der Meere und Ozeane, ihren Schutz und eine nachhaltige Nutzung. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie tragen als zentrales Instrument der Wissenschaftskommunikation Forschung in die Öffentlichkeit und unterstützen den Dialog zwischen Forschung und Gesellschaft. Das Wissenschaftsjahr 2016*17 wird vom Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) als fachlicher Partner begleitet.

Magenbluten durch zu viel ASS


                                                         
Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Schon seit Jahrzehnten ist Acetylsalicylsäure (ASS) ein Klassiker in der Selbstmedikation. Schnell und verlässlich wirkt das Mittel gegen Schmerzen. Die Apothekerkammer Niedersachsen warnt in diesem Zusammenhang allerdings vor einem sorglosen Umgang mit ASS: Wenn Patienten den Wirkstoff zu lange oder in zu hohen Dosen verwenden, riskieren sie eine schmerzhafte Magenschleimhautentzündung, in schlimmen Fällen kann es sogar zu Magenbluten kommen.

ASS (Acetylsalicylsäure) gehört neben Ibuprofen und Diclofenac zur Schmerzmittelgruppe der NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika). Medikamente aus dieser Gruppe wirken verlässlich gegen Schmerzen, Entzündungen und Fieber, haben allerdings einen Nachteil: Sie blockieren ein wichtiges Enzym, das der Körper zum Schutz und Aufbau der Magenschleimhaut produziert. Hin und wieder eingenommen schadet ASS dem Magen nicht. Doch durch eine zu hohe Dosis oder eine dauerhafte Einnahme wird die Magenwand angreifbar und die Wahrscheinlichkeit von Magenblutungen steigt. Darüber hinaus gibt es individuelle Faktoren, die die Möglichkeit von Nebenwirkungen durch ASS anwachsen lassen: Ein erhöhtes Risiko tragen Menschen, die z. B.:
  • über 65 sind,
  • bereits ein Magengeschwür oder eine Magenschleimhautentzündung haben oder hatten,
  • eine chronisch entzündliche Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa haben
  • mehrere NSAR oder gerinnungshemmende Medikamente, Medikamente mit Kortison oder bestimmte Antidepressiva einnehmen.

    ASS ist keine Kater-Prophylaxe
Manche Menschen nutzen ASS zur Vorbeugung gegen einen Kater. Doch dafür ist das Medikament gänzlich ungeeignet. Große Mengen Alkohol können eine Entzündung der Magenschleimhaut hervorrufen. Wer dazu noch ASS schluckt, kann die Beschwerden verstärken. Der sicherste Schutz vor dem Brummschädel ist und bleibt ein maßvoller Alkoholgenuss.
Schonung für den Magen
Um seinen Magen nicht unnötig zu belasten, sollte man die Einnahme von ASS und anderen Medikamenten der Wirkstoffgruppe NSAR auf das Notwendigste begrenzen. In der Selbstmedikation sollte die Einnahme drei bis vier Tage nicht überschreiten. Rasch nachdem die Einnahme beendet ist, stellt sich im Magen wieder der Normalzustand ein. Wie alle Medikamente sollte ASS immer mit reichlich Wasser eingenommen werden (ca. 100 – 200 ml). Wer das Schmerzmittel trotzdem nicht verträgt, sollte nach Absprache mit dem Arzt oder dem Apotheker alternative Wirkstoffe in Erwägung ziehen. Auch eine passende Ernährung kann den strapazierten Magen entlasten. So sollten Betroffene auf magenreizende Lebensmittel wie scharfe oder fettige Speisen, Kaffee und Alkohol verzichten. Zwiebeln, Kohl und Hülsenfrüchte blähen nur unnötig auf und gehören bei Magenbeschwerden nicht auf den Speiseplan.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Dienstag, 31. Mai 2016

Sieben Irrtümer über Zecken

Hamburg (apothekerkammer-hamburg) –  Wer sich im Grünen frei und unbesorgt bewegen will, sollte das Einmaleins der Zeckenabwehr beherrschen. Bei Fragen zum Zeckenschutz kursieren unterschiedliche, oft widersprüchliche Meinungen. Um Patienten mehr Sicherheit zu geben, klärt die Apothekerkammer Hamburg über hartnäckige Irrtümer auf.
1. Zecken beißen
Zecken beißen nicht, vielmehr stechen sie zu. Die Spinnentiere verfügen über einen mit Widerhaken besetzten Stechapparat. Zuerst ritzen sie mit ihren Kieferklauen die Haut des Wirtes ein, um dann mit dem Stechapparat in die Wunde einzudringen.
2. Nur in Süddeutschland übertragen Zecken Krankheitserreger
Das stimmt nur halb: Zwar wird FSME (Frühsommermeningitis) hauptsächlich im süddeutschen Raum übertragen, allerdings sind landesweit 12 bis 20 Prozent der erwachsenen Zecken von krankheitserregenden Borrelien befallen.
3. Zecken sind nur im Sommer aktiv
Das wäre zu schön, um wahr zu sein. Zecken sind schon ab Temperaturen von fünf bis sieben Grad aktiv und gehen daher vorwiegend von April bis Oktober auf Wirtsuche. Bei milderen Temperaturen kann sich der Zeitraum durchaus auf Februar bis November ausdehnen
4. Nur im Wald herrscht Zeckengefahr
Zecken können sich dauerhaft nur dort aufhalten, wo die Luftfeuchte über mehrere Tage und Wochen nicht unter 80 Prozent fällt. Daher sind die Wälder Mitteleuropas die bevorzugten Lebensräume der Spinnentiere. Doch auch dauerhaft beschattete Wiesen und Waldränder sind ein Refugium, in das die Tiere gern vordringen. Selbst einzelne Baumgruppen oder Büsche in Parkanlagen kommen als Lebensraum für Zecken infrage. Unbeliebt bei Zecken sind dagegen der Sonne ausgesetzte, trockene und offene Flächen.
5. Zecken sollten herausgedreht werden
Damit eine Infektion vermieden wird, sollte eine Zecke sofort und möglichst vollständig herausgezogen, jedoch nicht gedreht werden. Am besten greift man das Tier mit einer Pinzette oder einem speziellen Zeckenentfernungsinstrument nahe der Hautoberfläche, also an den Mundwerkzeugen und niemals am vollgesogenen Körper. Sie sollte langsam und gerade aus der Haut gezogen und dabei nicht gedreht werden. Auf keinen Fall sollten Patienten die Zecken vorher mit Öl oder Klebstoff beträufeln, das könnte das Tier reizen, so dass es seinen Speichel und Darminhalt mitsamt der Krankheitserreger in die Wunde abgibt. Nach der Behandlung empfiehlt sich eine sorgfältige Desinfektion.
6. Zecken sollten nach dem Entfernen in ein Labor geschickt werden

Es ist nicht sinnvoll, Zecken in ein Labor einzuschicken und auf Infektionserreger untersuchen zu lassen. Selbst wenn Krankheitserreger wie Borrelien oder FSME-Viren nachgewiesen werden, bedeutet das nicht zwingend eine Infektion. Eine Antibiotikatherapie gegen eine Borreliose ist erst ratsam, wenn Krankheitszeichen wie Wanderröte oder Gelenkschwellungen auftreten.
7. Es gibt keinen verlässlichen Zeckenschutz
Es gibt eine Reihe zuverlässiger Präparate aus der Apotheke, die einen guten Schutz bieten. Die meisten Mittel beruhen auf Repellentien oder ätherischen Ölen. Die Zeckenschutzmittel legen damit einen Duftmantel um die Haut, den die Tiere als unangenehm empfinden. Die Schutzmittel unterscheiden sich nach ihren Inhaltsstoffen (synthetisch oder natürlich) und ihrer Zielgruppe (Erwachsene oder Kinder). Auch die Kleidung kann mit speziellen Insektiziden imprägniert werden. Wichtig: Der Zeckenschutz ist nur eine bestimmte Zeit wirksam und muss dementsprechend aufgefrischt werden. Zum vollständigen Schutz gehören auch festes Schuhwerk sowie lange, den Körper bedeckende Kleidung.
Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.400 Apotheker und Apothekerinnen, sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Problemen.

Montag, 23. Mai 2016

Münchner Projekt Kino Asyl erhält Sonderpreis der Kulturstaatsministerin

München - Die Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat zum ersten Mal einen Sonderpreis für Projekte zur kulturellen Teilhabe geflüchteter Menschen ausgelobt. Die Preisverleihung fand zum Auftakt der Initiative „Kultur öffnet Welten“ am 21. Mai 2016 im Deutschen Historischen Museum in Berlin statt. Das Münchner Projekt Kino Asyl erhielt einen der drei mit je 10.000 Euro dotierten Preise. Im Vorfeld war das Projekt mit neun weiteren Initiativen aus über 150 Einreichungen ausgewählt und für den Preis nominiert worden. Kulturstaatsministerin Grütters lobte alle zehn nominierten Initiativen für ihren Einsatz: „Dieses Engagement zeigt beeindruckend, was Kunst und Kultur zu leisten imstande sind: Kunst kann gemeinsame Sprache sein, wo unterschiedliche Begriffe Schweigen oder Missverstehen provozieren; sie kann gemeinsame Erfahrungen bescheren, wo unterschiedliche Herkunft ab- und ausgrenzt. Mit Ihren Ideen und Ihrem Engagement bringen sie die Grenzen überwindende Kraft der Kultur zur Entfaltung, so dass wir sagen können: Wir schaffen das!“
KINO ASYL ist ein Festival mit Filmen aus den Herkunftsländern der in München lebenden Flüchtlinge. Das Festival wird von Flüchtlingen mit Unterstützung von Fachleuten selbst gestaltet. Es wird vom Medienzentrum München des JFF in Kooperation mit Filmstadt München e.V. und Icoya e.V. und Voice of Refugees, zusammen mit der Münchner Stadtbibliothek realisiert und vom Kulturreferat München und dem Stadtjugendamt München gefördert.
Die Dankesrede hielt stellvertretend für das ganze Festivalteam Sayed Sayedy. In seiner emotionalen Rede betonte er, welche Bedeutung diese Würdigung für die Flüchtlinge hat, da sie zeigen können welche Kultur sie mitbringen und wie sie Gesellschaft mitgestalten können.
Mehr Informationen zu Kino Asyl finden Sie unter www.kinoasyl.de und www.jff.de

Mittwoch, 18. Mai 2016

LVR-LandesMuseum zeigt „Gefangene Geheimnisse“ von Cony Theis

Ein partizipatives Porträtprojekt von Cony Theis mit Patienten in der forensischen Psychiatrie / Ausstellungsdauer: 19.5.-3.7.2016

„Gefangene Geheimnisse“ ist ein Kunstprojekt, das die Kölner Künstlerin Cony Theis mit Patienteninnen und Patienten in forensischen Psychiatrien durchgeführt hat. Das vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) initiierte Langzeitprojekt wurde als dialogischer Prozess mit Patienten und Patientinnen durchgeführt. Es handelt sich dabei um eine Kooperation mit den beiden LVR-Kliniken, in Bedburg-Hau und in Langenfeld. Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft der Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, Frau Barbara Steffens.

Aus dem gelungenen Brückenschlag zwischen einer künstlerischen Konzeption, die zugleich die Mitgestaltung von Patienten und Patientinnen einbezieht, entwickelte die Künstlerin Cony Theis eine Ausstellung mit Dokumentation, die im LVR-LandesMuseum gezeigt wird. Diese Präsentation zeigt die erfolgreiche Zusammenarbeit von Künstlerin, Kliniken, Patienteninnen und Patienten und dem LVR-LandesMuseum in Bonn. Dennoch erleben Sie eine Kunstausstellung.

Cony Theis befasst sich in ihrer künstlerischen Arbeit seit vielen Jahren und in unterschiedlichen Gewichtungen mit dem Porträt. Diesem Ansatz zufolge trat sie in einen Dialog mit den Patientinnen und Patienten, wodurch diese wiederum zu Reflexion und Kommunikation angeregt wurden. Dies alles geschah „vor Ort“ in den Kliniken im streng regulierten Kontext, dem die forensischen Kliniken selbstverständlich unterliegen. „Gefangene Geheimnisse“ ist daher mehr als nur eine Kunstausstellung. Hier erleben wir wie aus einem Konzept ein begleiteter Prozess entsteht, der den Arbeiten wie der Ausstellung sowie der Dokumentation in Buchform zugrunde liegt.


Die künstlerischen Arbeiten von Cony Theis entstanden zwar im sozialen Kontext und markieren damit Grenzen und Berührungspunkte zugleich mit dem Ansatz von Teilhabe und Partizipation, aber das Ergebnis dieses Projektes ist Kunst. Und Kunst ist die menschliche Fähigkeit, über sich selbst und seine Rolle in der Welt zu reflektieren und mit Neugier, ohne Vorurteile, immer wieder neu das Wagnis des Lebens in Angriff zu nehmen.

In Vulkanasche verewigt

Menschliche Fußspuren in West-Türkei 11.000 Jahre alt / Wissenschaftler nutzen neues Datierungsverfahren

Münster (WWU) - Pompeji ging bei einem Ausbruch des Vesuvs unter, davon zeugen die in Vulkanasche konservierten Überreste der antiken Stadt. Auch an einem anderen Ort auf der Welt wurden menschliche Spuren durch Vulkanausbrüche verewigt – zwar weniger spektakulär, aber wissenschaftlich hochinteressant. So entdeckten Arbeiter im Vulkanfeld von Kula in der West-Türkei beim Bau eines Staudamms im Jahre 1969 menschliche Fußabdrücke, die in einer dünnen Schicht vulkanischer Asche erhalten geblieben sind. Das Alter der Fußabdrücke wurde nach dem spektakulären Fund heftig diskutiert, konnte aber nicht geklärt werden – bis jetzt. Eine neue Studie unter Federführung von Wissenschaftlern der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) belegt: Die Fußabdrücke sind etwa 11.000 Jahre alt.

Damit sind die Spuren, die ein Mensch während eines Vulkanausbruchs in der frischen Asche hinterließ, deutlich jünger als gedacht. Die Spanne vorangegangener Datierungen reicht von 250.000 Jahren bis 25.000 Jahren. Die genaue Kenntnis des Alters der Fußabdrücke kann nun Archäologen helfen, die Besiedlungsgeschichte der Region zu rekonstruieren.

Die Wissenschaftler des Instituts für Geologie und Paläontologie der WWU aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Ralf Hetzel und des Deutschen Geoforschungszentrums in Potsdam verwendeten für die Altersbestimmung ein neues Verfahren. Es basiert auf der Analyse von Teilchen, die durch die kosmische Strahlung in oberflächennahen Gesteinen entstehen. Bei den verwendeten Teilchen handelt es sich um die Isotope Helium-3 und Beryllium-10. Die so datierten Gesteine wurden damals zeitgleich mit der Vulkanasche an der Erdoberfläche abgelagert.

Die Studie belegt auch, dass es im Kula-Vulkanfeld, einem der jüngsten Vulkangebiete im östlichen Mittelmeerraum, in den letzten 4000 Jahren zu mehreren Vulkanausbrüchen kam. Dabei wurden kilometerlange Lavaströme abgelagert. "Für Geologen ist die Kenntnis über die Vulkanausbrüche wichtig, um die Eruptionsgeschichte großer Vulkane beziehungsweise Vulkanfelder nachzuvollziehen. Die zeitliche Einordnung der Ausbrüche hilft auch dabei, die geologische Entwicklung der Landschaft zu rekonstruieren", erklärt Erstautorin Caroline Heineke von der WWU. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift "Quaternary Geochronology" publiziert (online first).

Originalpublikation:
Heineke, C., Niedermann, S., Hetzel, R., Akal, C. (2016): Surface exposure dating of Holocene basalt flows and cinder cones in the Kula volcanic field (Western Turkey) using cosmogenic 3He and 10Be. Quaternary Geochronology (published online). doi:10.1016/j.quageo.2016.04.004

Sommersession 2016: Motion „Importverbot für Jagdtrophäen“ voraussichtlich behandelt

Lebendiges Wildtier oder staubige Trophäe: Fällt die Schweiz einen zeitgemässen Entscheid?
Wädenswil (OceanCare) - Nun sind die Bewohner der Arche Noah im Visier. Selbst international geschützte Arten wie Eisbären, Löwen, Elefanten und Grosshaie werden auf Jagdsafaris jährlich zu Tausenden getötet. Auch Schweizerinnen und Schweizer reisen rund um den Globus und erlegen gefährdete Tiere, die sie als makabere Trophäen mit nach Hause bringen. OceanCare, die Stiftung für das Tier im Recht, Animal Trust und Pro Wildlife fordern gemeinsam mit Nationalrätin Maya Graf von der Schweiz den zeitgemässen Entscheid, die Ein- und Durchfuhr von Tiertrophäen hierzulande zu verbieten. Denn erst die Trophäe macht die Grosswildjagd attraktiv.
Gegenwärtig können Schweizerinnen und Schweizer nach der Jagdsafari problemlos mit erlegten Wildtieren in die Schweiz einreisen. Dies, auch wenn die Tiere international geschützt oder stark bedroht sind. Maya Graf hat eine Motion für ein Importverbot für Jagdtrophäen von der ehemaligen Nationalrätin Aline Trede übernommen. Der Vorstoss wird voraussichtlich in der Sommersession, die vom 30. Mai bis 17. Juni dauert, im Nationalrat behandelt und erhält Unterstützung durch eine Petition von OceanCare und weiteren Verbänden.

Trophäenjagd ist kein Bagatellproblem
Die Trophäenjagd auf Wildtiere boomt weltweit. In Afrika werden jährlich über 100‘000 Wildtiere getötet, darunter international geschützte Arten wie Löwen, Elefanten, Nashörner und Leoparden. Auch der Eisbär ist im Visier der Jäger. Allein in Kanada werden 700 Tiere jährlich für den Handel mit Fellen, Krallen und Zähnen getötet. Nach der Klimaerwärmung stellt die Jagd die grösste Gefährdung für die Eisbären dar.

Dass auch in der Schweiz ein Interesse an Tiertrophäen besteht, zeigen die Zahlen des Washingtoner Artenschutzabkommens CITES, das den internationalen Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten kontrolliert. Die CITES-Datenbank erfasst sämtliche Importe und Exporte von bedrohten Tierarten. Insgesamt werden in der Schweiz pro Jahr 50 bis 100 Trophäen von Arten eingeführt, die unter die CITES-Bestimmungen fallen. Diese Einfuhren sind legal, sofern sie die nötigen Bewilligungen erhalten und Kontrollen erfüllt haben, auch wenn sie aus Jagden stammen, die nicht schweizerischen Massstäben für Tierschutz und Ethik entsprechen.

„CITES regelt den kommerziellen Handel mit geschützten Arten. Tiertrophäen von geschützten Arten gelten als nicht kommerziell und dürfen legal in die Schweiz eingeführt werden. CITES sieht aber vor, dass Länder strengere Regelungen erlassen können. Deshalb fordern wir von der Schweiz, von diesem Recht Gebrauch zu machen und das Schlupfloch zu stopfen“, sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare.

Zwar machen die Schweizer Importzahlen im Vergleich zu den weltweit grössten Tiertrophäenimporteuren USA und EU nur einen Bruchteil aus, doch gilt es zu bedenken, dass bei geschützten Arten jedes einzelne Tier für den Fortbestand zählt. Ausserdem gehen mit der Trophäenjagd – neben dem Artenschutzproblem – auch Tierquälerei, Korruption, Landenteignung, illegaler Handel und Schmuggel einher.

Zeitgemässer Entscheid mit Symbolcharakter nötig
Zahlreiche Länder haben bereits erkannt, dass die Trophäenjagd das Überleben wichtiger Tierbestände gefährdet. So haben Australien und Frankreich im letzten Jahr ein Importverbot für Löwentrophäen erlassen. Auch die niederländische Regierung hat kürzlich aus ethischen Gründen das umfassendste Importverbot der EU verabschiedet. Die Liste der verbotenen Trophäen umfasst neu 200 Arten verschiedener Wildtiere, welche nicht mehr in die Niederlande eingeführt werden dürfen. Dass ein Verbot von Tiertrophäen der Grosswildjagd ihren Reiz nimmt, haben auch 134 Europaparlamentarier erkannt und gefordert, dass die Einfuhrbestimmungen in die EU markant verschärft werden.

OceanCare geht aber noch einen Schritt weiter und fordert ein konsequentes Importverbot für alle Tiertrophäen gefährdeter Arten. „Mit einem generellen Importverbot von Jagdtrophäen würde die Schweiz einen zeitgemässen Entscheid mit Symbolcharakter fällen und eine wichtige internationale Vorreiterrolle übernehmen“, sagt Nicolas Entrup, Konsulent für OceanCare.

Sollte die Motion bereits in der Sommersession behandelt werden, wird OceanCare die Petitionsunterschriften vorgängig dem Schweizer Parlament überreichen.

Donnerstag, 12. Mai 2016

"Mit Hightech auf den Spuren der Kelten" wird am 22. Mai 2016 eröffnet

Alamannenmuseum Ellwangen zeigt neue Sonderausstellung

ELLWANGEN (pm) – Vom 22. Mai 2016 bis 15. Januar 2017 ist im Alamannenmuseum die Sonderausstellung "Mit Hightech auf den Spuren der Kelten" zu sehen. Die gemeinsam vom Keltenmuseum Hochdorf und dem Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart konzipierte Ausstellung zeigt, dass Archäologie heute nicht nur Wissenschaft mit dem Spaten ist, sondern auch modernste Technik einsetzt.

Der Einsatz von hochmoderner Technik in der archäologischen Feldforschung hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. So gehören lasergestützte Vermessungs- und Dokumentationsmethoden heute zum Standard der Grabungstechnik, und der Einsatz von 3D-Laserscannern zur Aufnahme komplexer Befunde bedeutete einen "Quantensprung“ in der Grabungsdokumentation.

Geophysik und Luftbildarchäologie stellen nach wie vor die wichtigsten Prospektionsmethoden zum Aufspüren archäologischer Denkmale im Gelände dar. Dabei hat vor allem die Prospektion aus der Luft in jüngster Zeit durch den lasergestützten Geländescan vom Flugzeug aus eine wesentliche Ergänzung erfahren, wobei rechnerische Verfahren den Blick durch das Blätterdach der Wälder hindurch auf den Boden ermöglichen.

Am Beispiel keltischer Fundstellen aus Südwestdeutschland und benachbarten Regionen werden in der gemeinsam mit dem Keltenmuseum Hochdorf/Enz und dem Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart präsentierten Ausstellung diese modernen Technologien im Dienst der Archäologie eindrucksvoll vorgestellt.

Die Ausstellung wird am Internationalen Museumstag am Sonntag, 22. Mai 2016, um 11 Uhr eröffnet, es sprechen Oberbürgermeister Karl Hilsenbek, der 1. Vorsitzende des Fördervereins Alamannenmuseum Ellwangen, Werner Kowarsch, Dr. Harald von der Osten-Woldenburg vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart – er hält die Einführung in die Ausstellung – sowie Museumsleiter Andreas Gut. Der Eintritt zur Ausstellungseröffnung ist frei.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der im Museum sowie im museumseigenen Onlineshop zum Preis von 6,00 Euro erworben werden kann: Jörg Bofinger, Matthias Merkl (Hrsg.): Mit Hightech auf den Spuren der Kelten. Begleitheft zur gleichnamigen Sonderausstellung. Archäologische Informationen aus Baden-Württemberg Heft 61 = Schriftenreihe des Keltenmuseums Hochdorf/Enz Band 8. Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart 2010, 108 Seiten mit zahlreichen meist farbigen Abbildungen, Karten und Plänen.

Begleitprogramm:
Am Eröffnungstag findet von 12-17 Uhr ein Aktionstag anlässlich des Internationalen Museumstags mit verschiedenen Keltengruppen, Marionettentheater und Bewirtung im Museum statt. Dabei gilt ein reduzierter Eintritt von 2,50 Euro. Führungen in der Ausstellung werden immer am ersten Sonntag im Monat um 15 Uhr sowie nach Voranmeldung angeboten.

Vortragsreihe:
In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Ellwangen wird ab 27.9.2016 eine Vortragsreihe „Mit Hightech auf den Spuren der Kelten“ angeboten. In vier Vorträgen sollen Themen der Sonderausstellung ausführlicher dargestellt werden: Die Entwicklung der Grabungstechnik, Luftbildarchäologie, Hightech-Vermessung und 3D-Darstellung sowie geophysikalische Methoden in der modernen Archäologie. Die Vortragsreihe findet im Palais Adelmann in Ellwangen statt, die Vorträge beginnen jeweils um 19.30 Uhr, der Eintritt beträgt 3,00 Euro. Das Vortragsprogramm im Einzelnen:

Dienstag, 27.9.2016
Mit Hightech auf den Spuren der Kelten – eine Einführung
Dr. Jörg Bofinger, Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Esslingen

Dienstag,18.10.2016
Kelten, Karten und Computer – dreidimensionale Hightech-Vermessungstechnologien in der Archäologie und Bau- und Kunstdenkmalpflege
Martin Schaich M.A., ArcTron 3D GmbH, Altenthann

Dienstag,8.11.2016
3D-Fotogrammetrie und Nahbereichsluftbildfotografie – neue Dokumentationswerkzeuge in der Denkmalpflege
Dr. Christoph Steffen, Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Esslingen

Dienstag,13.12.2016
Unsichtbares sichtbar machen – über die Möglichkeiten der geophysikalischen Prospektion in der Keltenforschung
Dr. Harald von der Osten-Woldenburg, Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Esslingen

Nähere Informationen sind beim Museum unter Tel. 07961/969747 sowie im Internet unter www.alamannenmuseum-ellwangen.de erhältlich.

Alamannenmuseum Ellwangen
Haller Straße 9
73479 Ellwangen
Telefon +49 7961 969747
Telefax +49 7961 969749

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 14-17 Uhr
Samstag, Sonntag 13-17 Uhr
sowie nach Vereinbarung

24., 25. und 31.12.2016 geschlossen

Dienstag, 3. Mai 2016

Medikamente nicht einfach absetzen


Apotheker motivieren zum Durchhalten der Therapie

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Arzneimittel sollen Erkrankten helfen - doch auch das beste Präparat nützt nichts, wenn es nicht konsequent eingenommen wird. Wenn Patienten ihren Medikamenten misstrauen und sie ohne Absprache mit Arzt oder Apotheker absetzen, sind die Folgen schwerwiegend. Solche Fälle kennen viele Apotheker aus eigener Erfahrung: Sie engagieren sich täglich dafür, dass ihre Patienten ihre Medikamente nicht einfach absetzen und ihrer Therapie treu sind, erklärt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen.
Wirkstoffspiegel muss konstant bleiben
Eine vom Arzt verordnete Therapie kann nur gelingen, wenn sie eingehalten wird. Grundvoraussetzung dafür ist die Therapietreue. Denn Arzneimittel können erst dann einen definierten Wirkstoffspiegel im Körper des Patienten erreichen, wenn die Einnahme lückenlos erfolgt. Wird der Wirkstoffspiegel mal erreicht und mal nicht, gefährdet das den Therapieerfolg. Die Gründe, warum Patienten sich nicht an die Verordnung des Arztes halten, sind vielfältig: So bezweifeln manche Patienten den Nutzen oder befürchten Neben- und Wechselwirkungen. Andere Patienten sind von der täglichen Selbstorganisation überfordert und vergessen schlichtweg, ihre Arzneimittel einzunehmen. Erkrankte können zudem nicht immer selbst beurteilen, wie wichtig eine Medikamenteneinnahme für sie ist, Fortschritte wirken sich nicht unbedingt sofort auf das Wohlbefinden aus. So nehmen Patienten einen hohen Blutdruck nicht wahr. Die Folge: Die Motivation, dauerhaft ein regulierendes Arzneimittel einzunehmen, sinkt. Doch eine unregelmäßige Einnahme wird den Blutdruck nicht nachhaltig senken. Im schlimmsten Fall drohen Herz-Kreislauf-Ereignisse oder ein Schlaganfall. Deshalb erklären Apotheker gern ausführlich, wie Arzneimittel wirken und welche Folgen es haben könnte, sie nicht einzunehmen.
Mit Ritualen zum Erfolg
Wer Routinen schafft und die Medikamente als festen Bestandteil in den Alltag integriert, schafft gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Therapie. Tabletten können beispielsweise griffbereit an einem angestammten Platz liegen. Mit den richtigen Hilfsmitteln wie einem Tablettendispenser werden Arzneimittel für die Woche vorsortiert - die Einnahme der Medikamente zum richtigen Zeitpunkt wird auf diese Weise erleichtert. Es gibt sogar elektronische Systeme, die die Einnahme von Tabletten aus einem Behälter überwachen. Unterstützend wirkt auch das Stellen eines Weckers oder eine digitale Erinnerung, die im Handy eingerichtet wird. Insbesondere für ältere Menschen gestaltet sich die Arzneimitteltherapie einfacher, wenn sie Unterstützung ihrer Angehörigen erhalten.
Vertrauen zahlt sich aus
Ein ganz wichtiger Aspekt bei der Therapietreue ist das Verhältnis zwischen Apotheker und Patient. So kann der Apotheker den Therapieplan ausgiebig erklären und auf Fragen oder Befürchtungen des Patienten eingehen. Da die Risiken einer mangelnden Einnahmetreue hoch sind, ist die konsequente Einhaltung der medikamentösen Therapie unerlässlich. Dies gilt insbesondere für Medikamente, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in der richtigen Dosierung eingenommen werden müssen, beispielsweise Antibiotika oder Parkinsonmedikamente. Betroffene, die ein vom Arzt verordnetes Arzneimittel absetzen wollen, müssen vorher unbedingt mit ihrem Arzt oder Apotheker Rücksprache halten, unterstreicht Ursula Funke. Oft kann ein Gespräch mit dem Apotheker Bedenken aus der Welt schaffen und den Patienten neu für seine Therapie motivieren.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Mittwoch, 27. April 2016

Neue Fotografie-Ausstellung „Wolfgang G. Schröter. Das große Color-Praktikum“ im LVR-LandesMuseum

Das LVR-LandesMuseum Bonn setzt die Fotografie-Reihe „Aus den Archiven“ in Kooperation mit der Deutschen Fotothek in der SLUB Dresden und der Stiftung F.C. Gundlach, Hamburg, fort / Ausstellung vom 28.4.-26.6.2016

Mit der Ausstellung „Wolfgang G. Schröter. Das große Color-Praktikum“ zeigt das LVR-LandesMuseum Bonn einen Meister der frühen, kreativen und experimentellen Farbfotografie bei der Arbeit. Wolfgang G. Schröter etablierte sich in den 1950er Jahren als freier Bildjournalist und professioneller Farbfotograf in der DDR. Im Auftrag international operierender foto-optischer Unternehmen wie AFGA/ORWO in Wolfen und Carl Zeiss in Jena schaffte er avantgardistische, ästhetisch und technologisch herausragende Farbaufnahmen. Erstmals sind diese Arbeiten seit den 1960er Jahren ausgestellt.

Der Nachlass Wolfgang G. Schröters, der sich in der Deutschen Fotothek befindet, ermöglicht die seltene und spannende Gelegenheit in äußerst komplexe, sowohl analoge als auch elektronische Prozesse der Bilderzeugung Einblick zu nehmen. Der Nachlass wurde in einem exzeptionell schnellen Verfahren nun innerhalb von zwei Jahren in Form eines Projektes wissenschaftlich bearbeitet und präsentiert die Ergebnisse erstmals in Form der Ausstellung.

Schröters Umgang mit Farbe, Fläche und Kontur in der angewandten und der Wissenschaftsfotografie – zunächst analog, schon seit Beginn der 1970er Jahre auch auf Basis elektronischer Bilderzeugung – erweist sich als visionäre Bildleistung. Er setzt klassische fotokünstlerische Verfahren wie das Fotogramm ebenso ein wie die prä-digitale elektronische Bildauswertung und überträgt wissenschaftliche Motivwelten in die Werbe- und Kunstfotografie. So antizipiert er eine Medienkunst, deren Ausmaß erst mit der digitalen Revolution um die Jahrtausendwende ihre ganze Tragweite entfaltet.