Donnerstag, 14. Juli 2016

Leibniz Universität vergibt bis zu 120 Deutschland–Stipendien


Anträge sind ab dem 15. Juli freigeschaltet
Hannover - Zum sechsten Mal vergibt die Leibniz Universität Hannover die im Jahr 2011 eingeführten Deutschland-Stipendien. Es werden voraussichtlich bis zu 120 Deutschlandstipendien vergeben. Stipendiatinnen und Stipendiaten können sich über eine Förderung von je 300 Euro im Monat über den Zeitraum von einem Jahr freuen und kommen damit auf insgesamt 3.600 Euro.
Die Anträge auf das Deutschland-Stipendium sind vom 15. Juli bis zum 30. September 2016 online unter der Adresse http://www.uni-hannover.de/de/studium/stipendien/stipendienvergabe/ freigeschaltet. Die ausgefüllten und unterschriebenen Anträge können mit der Post geschickt oder direkt im ServiceCenter abgegeben oder auch in den Briefkasten vor dem ServiceCenter im Hauptgebäude der Leibniz Universität (Welfengarten 1) eingeworfen werden.
Das Deutschlandstipendium wird von zwei Seiten gefördert: Die eine Hälfte des Betrages pro Studierenden, also je 1.800 Euro, stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) nach einer festgelegten Quote zur Verfügung. Die Hochschule wirbt die andere Hälfte der Förderung von Unternehmen, Stiftungen oder Privatpersonen ein. Während der Vergabe der diesjährigen Deutschlandstipendien am 6. Dezember 2016 treffen die geförderten Studierenden und die Vertreterinnen und Vertreter der Firmen und Institutionen erstmalig aufeinander, um sich kennenzulernen.
Der Leibniz Universität ist es gelungen, viele Unternehmen, aber auch Institutionen und Privatpersonen für die Stipendienvergabe zu begeistern. Unterstützende Firmen können ihren Anteil zielgerichtet vergeben, also etwa Studierende einschlägiger Fachrichtungen unterstützen und so frühzeitig Kontakte zu potenziellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern knüpfen. Für die Vergabe eines Stipendiums sind die Leistungen der Studierenden entscheidend, daneben können aber auch Kriterien wie soziales oder hochschulpolitisches Engagement, BAföG-Bezug oder besondere persönliche oder familiäre Umstände berücksichtigt werden.

Mittwoch, 13. Juli 2016

Roman über das Leben des Ötzi





















Buch „Die Rivalen von Breitental – vom Leben des Ötzi“



„Die Rivalen von Breitental – vom Leben des Ötzi“
von Christian Ausmünster
Roman

324 Seiten, 9,99 Euro (D) - 10,27 Euro (A)
ISBN 978-3-7418-3053-2
Verlag: epubli / Neopubli


Klappentext:
Narado ist der Sohn des Herrn von Breitental und soll einmal sein Nachfolger werden – dies ist ein Dorn im Auge seiner Stiefmutter, die ihren eigenen Sohn dazu machen möchte. Und welche Interessen hat der Priester Misto? Die Schlinge zieht sich immer enger um Narado…

Vor mehr als 5200 Jahren: Auf einem hohen Alpen­pass wird der Mann ermordet, den wir heute »Ötzi« nennen. Wie durch ein Wunder wurde er so gut mumifiziert, dass Forscher vieles rekonstruieren konnten.

Jedoch bleiben die wichtigsten Fragen ungeklärt:
Was suchte er auf dem hohen Pass?
War er ein Priester, ein Häuptling oder ein Räuber auf der Flucht?
Was war er für ein Mensch?

25 Jahre nach der Entdeckung des Ötzi
liegt endlich ein wissenschaftlich fundierter Roman vor, der da weitermacht, wo die Forschung nicht weiterkommt. 

Ausmünster über seinen Roman:

»Als ich zum ersten Mal vom Ötzi las, hatte ich das Gefühl, nichts passe zusammen: Alle Theorien, wer der Ötzi war und was er auf dem Pass machte, führten für mich irgendwie ins Leere. Ganz offenbar hatte er kein einfaches, gradliniges Leben geführt.
Das beflügelte meine Fantasie, und ich suchte nach einer Geschichte, die alle bekannten Tatsachen aufgriff und logisch miteinander verband. Je mehr ich las und nachforschte, umso mehr wuchs in mir der Wunsch, ein Panorama jener Zeit zu entwerfen und alle wichtigen Fundorte einzubinden.
Ich wollte es spannend machen und doch wissen­schaftlich fundiert. Manches dabei scheint auf den ersten Blick frei erfunden; doch lassen Sie sich überraschen, was es damit auf sich hat. Es gibt viel zu entdecken, die Geschichte führt geographisch weit über das Vinschgau hinaus …«























Autor Christian Ausmünster


Der Autor:

Christian Ausmünster ist Biologe und arbeitet in der klinischen Forschung. Er lebt mit Frau und Kindern in der Nähe von München. In seiner Freizeit schreibt er, wandert und malt. Am wichtigsten ist es ihm, viel Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Seit mehr als 30 Jahren interessiert er sich für Vor­geschichte, alte Gräber und verfallene Königreiche.


II. Band:
„Die Verschwörung von Breitental – vom Leben des Ötzi ~ Teil II.“
Über den Beginn der Kupfernutzung im Vinschgau bis zum Tod des Ötzi
Erscheinung voraussichtlich September 2016


Bestellung bei:

https://www.amazon.de/%C3%96tzi-endenden-Steinzeit-Rivalen-Breitental/dp/3741830534/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1468431423&sr=8-2&keywords=Christian+Ausm%C3%BCnster

Tausche Liebesroman gegen Krimi


5. Büchertausch-Aktion im LVR-LandesMuseum Bonn

Bonn (LVR) - Ferienzeit heißt auch: endlich Zeit zum Lesen. Das LVR-LandesMuseum Bonn veranstaltet wieder während der Sommerferien ab dem 13.7. eine Büchertausch-Aktion im Foyer des Museums. Es geht auch diesmal um Bücher, die man im Urlaub gerne liest: Ob nun Liebesroman, Krimi oder Reiseführer, was immer ins Handgepäck passt, darf mitgenommen und getauscht werden.

Wer möchte, kann ab sofort seine entbehrlichen oder gelesenen Bücher im Museum vorbeibringen und sie gegen andere Bücher tauschen. Stöbern erwünscht und erlaubt! Die Regeln sind einfach: Wer ein Buch bringt, darf eines mitnehmen. Wer sich von zwei seiner Urlaubslektüren trennt, darf zwei neue in seine Strandtasche packen.

Die Aktion läuft bis zum 23. August. Der Tisch mit der Tauschliteratur befindet sich gegenüber dem Kassenbereich.

Dienstag, 12. Juli 2016

Apotheker beraten diskret bei Blasenschwäche



Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Vielen Betroffenen ist es unangenehm über ihre Blasenschwäche zu reden; der längst fällige Besuch beim Arzt wird immer wieder aufgeschoben. Doch Patienten können schnell wieder an Lebensqualität gewinnen, wenn sie sich den Fachleuten früh genug anvertrauen. Ist die Inkontinenz nur leicht ausgeprägt, kann ein gezieltes Beckenbodentraining die Beschwerden lindern, sagt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Es gilt: Je weniger die Inkontinenz fortgeschritten ist, desto leichter lassen sich die Beschwerden behandeln.
 Auslöser für Inkontinenz sind vielseitig
Ein untrügliches Zeichen für eine Harninkontinenz ist der unfreiwillige Abgang von Urin zum Beispiel beim Niesen oder beim Sport. Meist ist ein nicht ausreichend trainierter Beckenboden Grund für das unkontrollierbare Wasserlassen. Oftmals sind ältere Menschen von Blasenschwäche betroffen. Aber auch nach einer Schwangerschaft kann eine vorübergehende Inkontinenz auftreten, wenn es beispielsweise bei der Geburt zu Verletzungen gekommen ist. Auch Übergewicht belastet den Beckenboden. Um den Druck auf die Muskulatur zu minimieren und die Inkontinenz zu verringern, sollten übergewichtige Patienten möglichst das Gewicht reduzieren. Weitere auslösende Faktoren sind Stress oder speziell bei Männern Störungen der Prostata und damit einhergehende Operationen. Wichtig ist, dass Patienten ihre Beschwerden beim Arzt abklären lassen. Danach kann eine Behandlung durch ein gezieltes Beckenbodentraining oder mit Medikamenten erfolgen.
Auf das richtige Training kommt es an
Eine große Hilfe für alle, die unter Inkontinenz leiden, sind regelmäßige Beckenbodenübungen und leichte sportliche Betätigung. Frauenärzte, Urologen,   Physiotherapeuten und Apotheker können hilfreiche Ratschläge geben und haben oft auch die passenden Broschüren mit Übungsanleitungen parat. Generell gilt, dass nicht jede sportliche Aktivität für das Training des Beckenbodens geeignet ist: Aerobic oder Joggen belasten durch ruckartige, schnelle Bewegungen oft unnötig. Ideal sind dagegen muskel- und konditionsstärkende Sportarten wie Schwimmen, Yoga oder Gymnastik. Zudem sollten Patienten für einen leichten Stuhlgang sorgen und während des Toilettengangs nicht zu fest pressen. Manche Betroffene wollen den Harndrang verringern indem sie weniger trinken. Doch das tut dem Körper nicht immer gut. Die bessere Variante ist, auf harntreibende Getränke wie Kaffee, Tee oder Alkohol zu verzichten. Patienten können zusätzlich milde Medikamente aus Kürbiskernen oder Sägepalmfruchtextrakt anwenden, um den Blasenmuskel zu stärken. Gern beraten Apotheker zu diesen sanften Methoden.
Manche Medikamente erhöhen den Druck
Es gibt Arzneimittel, die die Flüssigkeitsausscheidung erhöhen und dadurch die Inkontinenz verstärken können. Einige Beruhigungsmittel sorgen für Entspannung der Blasenmuskulatur und fördern so ebenfalls die Inkontinenz. Auch bei der Einnahme bestimmter Gruppen von Herz-Kreislauf-Medikamenten kann die Blasenschwäche zunehmen. „Ihr Apotheker vor Ort berät Sie jederzeit über mögliche Auswirkungen von Medikamenten auf die Blase. Nutzen Sie diese Informationsmöglichkeit“, empfiehlt Ursula Funke. In der Apotheke erhalten Patienten zudem eine ausführliche und diskrete Beratung zur Anwendung von Vorlagen, Windeln und anderen Inkontinenzprodukten.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Montag, 11. Juli 2016

Reine Haut: Wie der Apotheker bei Akne helfen kann



Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Für viele Jugendliche und junge Erwachsene ist Akne ein dauerhaftes und unangenehmes Problem. Die Hautkrankheit trifft meist Teenager, kann jedoch bis in das Erwachsenenalter anhalten oder schon bei Säuglingen auftreten. In der Apotheke erhalten Betroffene verlässliche und wirksame Unterstützung. Nach einer eingehenden Beratung stellen Apotheker individuelle und für den Patienten passende Wirkstoffe zur Heilung und Pflege zusammen, weiß die Apothekerkammer Niedersachsen.

Fast alle Jugendlichen sind in unterschiedlichem Ausmaß von Akne betroffen. Typisch sind Pusteln und gerötete Papeln, die sich häufig im Gesicht, auf Stirn, Wangen oder Kinn befinden. Allerdings können sie auch auf der Brust oder am Rücken auftreten. Die unangenehmen Hautirritationen entstehen, wenn sich die Ausführungsgänge der Talgdrüsen verschließen und sich sogenannte Komedonen bilden. In der Pubertät ist Akne besonders ausgeprägt, da durch die zunehmende Wirkung der Hormone die Talgbildung angeregt wird. Dadurch kommt es leichter zur Verhornung und Verstopfung der Talgdrüsenausgänge. Der Talg, der oft von Bakterien besiedelt wird, verfärbt die Talgdrüsenausgänge. Es entstehen Entzündungsreaktionen, die sich mit den typischen roten Papeln auf der Haut zeigen. Falsche Pflegeprodukte können allerdings auch der Auslöser für eine unreine Haut sein und Akne auslösen.
Hautpflege optimieren
Bei Akne spielt die Fachberatung in der Apotheke eine große Rolle. Der Apotheker kann je nach Ausprägung unterschiedliche, für den Patienten passende Reinigungs- und Pflegeprodukte empfehlen. Reicht diese Hautpflege nicht aus, sind Medikamente zum Auftragen auf die Haut geeignet, die auf das Aknestadium abgestimmt sind. Wichtig ist es, die Behandlung durchzuhalten und nicht die Geduld zu verlieren, auch wenn einige Präparate zuerst das Hautbild verschlechtern können oder die Wirkung nicht sofort eintritt. Patienten sollten sich für ihre Akne-Toilette ausreichend Zeit nehmen, denn die Haut muss gründlich gereinigt werden. Zum Entfernen von Make-up eignet sich Reinigungsmilch, anschließend sollte die Haut mit einem milden Tensid gewaschen und mit einem Tonic geklärt werden. Danach kommen Produkte zur Basis- oder zur Akutpflege zum Einsatz, die entweder austrocknend, entzündungshemmend oder antibakteriell wirken. Vorsicht: Pickel sollten nie in Eigenregie ausgedrückt werden, denn so können Narben oder sogar Furunkel entstehen. Betroffene sollten sich stattdessen in die Obhut einer kosmetisch geschulten Fachkraft begeben. In die Hände eines Facharztes gehört Akne, wenn mit den nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten und Reinigungsprodukten aus der Apotheke nicht der nötige Erfolg erzielt wurde, die entzündlichen Papeln sehr groß und zahlreich sind oder es bereits zu Abszessen, Furunkeln oder Narbenbildung gekommen ist. Dann wird der Facharzt Arzneimittel zum Auftragen auf die Haut oder zum Einnehmen verordnen. Zum Einsatz kommen Zubereitungen mit Benzoylperoxid, Salicylsäure, Azelainsäure, Retinoide oder Antibiotika.
Ernährungsumstellung kann Akne lindern
Einige Wissenschaftler vertreten die These, dass Akne durch die Ernährung beeinflusst werden kann. Auslöser sollen Nahrungsmittel mit hohem glykämischen Wert sein, beispielsweise Zucker, Kartoffeln oder Getreide. Durch die Zufuhr zu vieler Kohlenhydrate, sollen vermehrt Hormone ausgebildet werden, die die Aknebildung anregen. Als Ergänzung zur Hautpflege und Behandlung mit Medikamenten, können Patienten daher bei Bedarf eine Nahrungsumstellung ausprobieren.
Baby-Akne ist kein Grund zur Sorge
Etwa 20 Prozent der Säuglinge bilden eine Baby-Akne aus. Der Unterschied zur Akne in späteren Jahren: Die Talgdrüsen der Kleinen sind zwar verschlossen, allerdings nicht entzündlich. Baby-Akne verläuft in der Regel mild und heilt innerhalb von drei bis sechs Monaten aus, ohne Narben zu hinterlassen. Eltern können die betroffenen Hautstellen regelmäßig mit warmem Wasser reinigen.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Donnerstag, 30. Juni 2016

Neue Methode gibt ‚lebensnahe‘ Einblicke in zelluläre Prozesse

Veröffentlichung in „Angewandte Chemie“

Düsseldorf / Jülich – Proteine sind die Grundbausteine allen Lebens auf der Erde und spielen eine entscheidende Rolle bei fast allen Prozessen, die in den Zellen von Organismen stattfinden. Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Dr. Manuel Etzkorn am Institut für Physikalische Biologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) hat nun ein Verfahren entwickelt, mit denen die Strukturen und Interaktionen der Bio-Moleküle unter wesentlich natürlicheren Bedingungen als bisher sichtbar gemacht werden können. Damit ermöglicht die Methode neuartige Einblicke in biologische Systeme. Die Forscher nutzten hierfür ein neuartiges NMR-Spektrometer des Biomolekularen NMR-Zentrums auf dem Campus des Forschungszentrums Jülich. Die Ergebnisse wurden in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Angewandte Chemie (International Edition) veröffentlicht und durch Erscheinen auf der innenliegenden Titelseite hervorgehoben.

Winzige Proteinmoleküle verrichten so gut wie alle Aufgaben in unseren Zellen, können bei Fehlfunktionen aber auch schwere Krankheiten wie die Alzheimer-Demenz oder Krebs auslösen. Um die komplexen dreidimensionalen Strukturen dieser Moleküle in atomarem Detail aufzuklären, nutzen Forscher Verfahren wie die Nuklearmagnetische Resonanzspektroskopie (NMR). Dabei werden die Atomkerne in einem starken Magnetfeld so angeregt, dass sie ein schwach messbares Signal aussenden, aus denen sich die Position jedes einzelnen Atoms im Molekül ableiten lässt.

Das Verfahren ist eigentlich prädestiniert dazu, das Verhalten von Proteinen unter natürlichen Bedingungen zu beobachten. Eine Limitierung führte bis jetzt allerdings dazu, dass NMR-Messungen so ganz „lebensnah“ dann doch nicht waren: Denn im Plasma lebender Zellen sind Proteine von zahllosen anderen Molekülen umgeben. Im Spektrometer erzeugen diese jedoch ein Hintergrundrauschen, in dem die feinen Signale des Zielproteins untergehen. Bisher benötigen NMR-Forscher deshalb möglichst pure Proben aus künstlich gereinigtem und hochkonzentriertem Protein.

„Die Proteine werden in aller Regel aus ihrer natürlichen Umgebung herausgenommen, was nicht nur ein aufwendiger Prozess ist, sondern auch zu verfälschten Einblicken führen kann“, sagt Dr. Manuel Etzkorn. Der Leiter einer Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe am Düsseldorfer Institut für Physikalische Biologie arbeitet mit seinem Team an neuen Möglichkeiten, um das Potenzial der NMR-Methode für die biologische Forschung noch besser nutzbar zu machen. Gemeinsam mit Kollegen des Max-Planck-Instituts für Molekulare Physiologie in Dortmund sowie der Universitäten Amsterdam und Sofia haben die Forscher nun ein neues Verfahren entwickelt, das das Problem der verrauschten Signale elegant löst. Es gelang ihnen, das NMR-Signal eines Zielproteins in einer direkt aus einer Bakterienzellkultur gewonnenen Lösung um ein Vielfaches und dazu noch sehr selektiv zu verstärken.

Der Großteil der Forschung fand dabei am Biomolekularen NMR-Zentrum auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich statt, einem der führenden NMR-Zentren in Deutschland. Es wird gemeinsam durch das Düsseldorfer Institut für Physikalische Biologie und das Jülicher Institute of Complex Systems (ICS-6) betrieben. Die Wissenschaftler konnten dort ein neuartiges DNP-verstärktes NMR-Spektrometer einsetzen, bei dem das Spektrometer mit einem Mikrowellengenerator verbunden ist. Dieser regt Elektronen von speziellen, von den Forschern zu diesem Zweck modifizierten Molekülen in der Probe an, die ausschließlich an das Zielprotein binden. Die Anregung der Elektronen überträgt sich dabei auf die Atomkerne des Proteins und führt zu einer enormen Verstärkung des Signals.

Damit lassen sich Daten selbst aus Proben gewinnen, in denen nur geringe Konzentrationen des Proteins in Mischung mit anderen Molekülen vorliegen. Ausgewählte Proteine können also unter Bedingungen, die denen in lebenden Zellen deutlich besser entsprechen, mit atomarer Auflösung untersucht werden. Das vereinfacht nicht nur die Probenherstellung, da aufwändige Schritte zur Protein-Aufreinigung entfallen, sondern ermöglicht auch, die Einflüsse der natürlichen Umgebung besser zu verstehen. „Die zielgerichtete Verstärkung von Proteinsignalen bietet eine Vielzahl spannender Anwendungen im Bereich der zellulären Strukturbiologie und hat das Potenzial, neuartige Einblicke in komplexe biologische Prozesse zu ermöglich“, sagt Dr. Etzkorn.

„Die Entwicklung neuer Methoden für die Strukturbiologie ist Schwerpunkt der Forschung des Biomolekularen NMR-Zentrums“, erklärt Prof. Dr. Dieter Willbold, Leiter des Zentrums und Direktor des Düsseldorfer Instituts für Physikalische Biologie und des Jülicher ICS-6. „Das neue Verfahren ist hierzu ein wichtiger Beitrag, der viele neue Möglichkeiten eröffnet.“


Originalpublikation

Thibault Viennet, Aldino Viegas, Arne Kuepper, Sabine Arens, Vladimir Gelev, Ognyan Petrov, Tom N. Grossmann, Henrike Heise, Manuel EtzkornSelective Protein Hyperpolarization in Cell Lysates Using Targeted Dynamic Nuclear Polarization, Angew Chem Int Ed 2016 June 28

Mittwoch, 29. Juni 2016

LVR-LandesMuseum zeigt „Ole Fischer - Expressionen“


Eine Sonderausstellung in der Reihe „Szene Rheinland“ vom 30.6.-28.8.2016

Ole Fischer (1943­-2005) kann zu den eigenwilligsten, interessantesten und vielseitigsten Künstlern der Nachkriegszeit in Westdeutschland gezählt werden. Dabei sind sein Wirken und sein Werk in den letzten Jahren scheinbar in Vergessenheit geraten. Seine Werke beweisen jedoch eine künstlerische Qualität, die in Deutschland in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine völlig eigenständige Position besetzt. Die Ausstellung zeigt erstmals in Bonn eine Auswahl aus dem reichhaltigen Werk von Ole Fischer.

Die Bildwelten, die Ole Fischer mit seiner ihm eigenen Bildkonzeption entwickelt, erweisen sich als eine ungebrochene Dokumentation seiner Beobachtung über Welt, Philosophie und Kunst. Seine Bildsprache, mit der er seine Gemälde in einem unermüdlichen Prozess des Verwerfens, erneuten Überarbeitens und Aufeinanderschichtens aufbaut, bewegt sich zwischen abstrakt-expressionistischen und realistischen Farb- und Formsequenzen. Dabei entstehen jedoch keine Bildgeschichten, die einer inhaltlichen Verlaufsform folgen würden, sondern eine Stratigraphie der Assoziationen.

In der Reihe „Szene Rheinland“ zeigt das LVR-LandesMuseum Bonn regelmäßig zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler, deren Positionen in ihrer Eigenständigkeit und Konsequenz eine Wirkkraft vom Rheinland aus weit über Nordrhein-Westfalen hinaus in die nationale und oft auch internationale Kunstszene hinein entfalten.

Donnerstag, 23. Juni 2016

„forscher – Das Magazin für Neugierige" nimmt die Meere und Ozeane in den Fokus


Berlin - Das Magazin „forscher ahoi!" (www.forscher-online.de) nimmt Kinder und Jugendliche mit auf eine Expedition in unbekannte Welten. Die erste Ausgabe „Räuber am Riff" im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane stellt jungen Leserinnen und Lesern im Alter von acht bis zwölf Jahren nicht nur Haie und ihren Lebensraum vor, es verrät auch, wie die Profis große Fischschwärme zählen. Das Heft ist jetzt kostenlos erhältlich.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen zu vielen Aspekten der Nachhaltigkeit rund um den Globus. Das „forscher"-Magazin stellt neben tollen Forscherpersönlichkeiten auch die deutsche Forschungsflotte vor: Tauchende Roboter, Eisbrecher und Satelliten im All gehören zum Equipment.
Deutschlands berühmteste Meeresforscherin Dr. Antje Boetius berichtet von ihrer Expedition auf dem Forschungsschiff „Sonne" in den Pazifik. Dort spürt sie wertvollen Bodenschätzen nach. Sie erzählt, wie ein Tiefseepflug zum Einsatz kommt und warum Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler so gerne Tiefsee-Fernsehen schauen. In weiteren Nachrichten und Stories geht es um „Alleskönner Algen" oder auch um zarte Schönheiten – um Quallen. Ob die hirnlosen Glibbertiere Schmerzen spüren, wenn sie am Strand herumgeworfen werden, wird in der Rubrik „Die freche Frage" beantwortet.

Wer Lust auf mehr bekommt und seine Forscherleidenschaft noch an weiteren Themen aus Wissenschaft und Forschung erproben möchte, findet im Magazin zahlreiche Veranstaltungstipps des Wissenschaftsjahres 2016*17, die sich besonders für junge Neugierige eignen.

Die Meere und Ozeane sind von zentraler Bedeutung für die Zukunft. Mehr als ein Drittel sensibler Lebensräume sind bereits zu stark benutzt oder zerstört. Es ist höchste Zeit, sie zu retten und verantwortungsvoll zu nutzen, signalisiert das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) herausgegebene Kindermagazin „forscher". Denn wir beeinflussen, wie viel Mikroplastik aus Duschgels und Waschmittel über die Flüsse in die Weltmeere fließen. Wir entscheiden, wie viel CO2 wir den Weltmeeren zumuten und ob wir damit eine Versauerung der Meere und den Klimawandel in Kauf nehmen. Denn um Gewohnheiten zu ändern und die Trendwende einleiten zu können, braucht es Mut und Wissen.

Hier gibt es das Heft:

Per Post: Publikationsversand der Bundesregierung, Postfach 48 10 09, 18132 Rostock

Per Telefon: 030 18 272 272 1, per Fax: 030 18 10 272 272 1


Per E-Mail: publikationen@bundesregierung.de, Internet: www.bmbf.de


Als E-Paper im Internet: www.forscher-online.de

Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane


Die Meeresforschung ist Thema des Wissenschaftsjahres 2016*17. Zu 71 Prozent bedecken Ozeane und Meere unseren Planeten. Sie sind Klimamaschine, Nahrungsquelle, Wirtschaftsraum – und sie bieten für viele Pflanzen und Tiere Platz zum Leben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Ozeane seit Jahrhunderten; und doch sind sie noch immer geheimnisvoll und in weiten Teilen unerforscht. Im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane geht es um die Ergründung der Gewässer, ihren Schutz und eine nachhaltige Nutzung. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie tragen als zentrales Instrument der Wissenschaftskommunikation Forschung in die Öffentlichkeit. Das Wissenschaftsjahr 2016*17 wird vom Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) als fachlichem Partner begleitet.

Mittwoch, 22. Juni 2016

Grube Messel gGmbH stellt breites Programmspektrum in neuer Broschüre vor


Angebotsvielfalt bezieht Gäste aller Altersgruppen in die naturwissenschaftliche Erforschung des UNESCO Welterbes ein
_DSC5303Messel, 21. Juni 2016 – Mit Beginn der Hauptsaison präsentiert die Grube Messel gGmbH ihre vielfältigen Attraktionen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, einschließlich eines historischen Überblicks zur hessischen Fossilienlagerstätte, in einer farbenfrohen Broschüre auf mehr als 50 Seiten, zuzüglich einer Übersichtskarte des Geländes. Die bunte Programmvielfalt führt Interessierte spielerisch an die naturwissenschaftliche Forschung heran und lädt zum entdecken und erforschen ein.

Einst ein unerschlossener Tagebau in der Landschaft Hessens, wird die geowissenschaftliche Vielfalt der Fossilienlagerstätte aus dem Eozän den Gästen, Jung und Alt, mittels diverser sinnlicher und informativer Aktivitäten zugänglich gemacht – Ein abwechslungsreiches Programm lädt Gruppen, Familien und Schulklassen zum gemeinsamen entdecken der Grube ein; stets im Beisein eines fachkundigen Begleiters auf einer geführten Tour. Eine rechtzeitige Anmeldung zu allen Touren ist notwendig, da die Teilnehmerplätze jeweils limitiert sind. Von Montag - Freitag ist eine Reservierung möglich unter 06159 - 71 75 90. Gegen einen Aufpreis von 20 € pro Gruppe können Führungen in englischer oder französischer Sprache abgehalten werden.


Programmvielfalt – Erwachsene
_DSC5152Erwachsene erleben das Weltnaturerbe beispielsweise innerhalb einer Grubenwanderung, einer Geologischen Exkursion oder einer Panoramatour. Spielerisch kann der Besucher hier unter anderem Ölschieferstücke aus der Halde in die Hand nehmen und die Geschichte der Erde aktiv erfahren. Besonderes Highlight: Die Spezialtouren wie Grabungsimpression und Fledermausführung. Beide werden an ausgewählten Terminen durchgeführt. Während der Besuch beim Grabungsteam den Abenteuergeist weckt – bei der Freilegung und späteren Präparation von Fossilien wird die Vergangenheit wieder lebendig und man ist hautnah dabei – erschließt sich die Fledermausführung für Nachtaktive: Eine Fledermaus-Expertin bringt den Besucher auf die Spur der fliegenden Säugetiere. Sie stellen mit jährlich fünf Entdeckungen den größten Anteil der Säugetierfunde in der Grube Messel dar.

Programmvielfalt – Kinder
_DSC5284Das Team der Welterbe Grube Messel lädt Schulklassen, Kinder mit ihren Familien und Kindergeburtstage dazu ein, den inneren Forscher in sich zu ergründen. Schulklassen erforschen bei „Geo-Detektive unterwegs - Tatort: Messelsee“ die Entstehungsgeschichte der Fossilienlagerstätte innerhalb eines „Kriminalfalls“. Das Erlebnis wird dem Alter und dem Kenntnisstand der Kinder angepasst.


_A5B1066Für Abenteuerlustige mit Spaß am Rätselraten ist das Geburtstagsprogramm „Die Jagd nach dem verlorenen Schlüssel“ das Richtige – Hinweise müssen gefunden, knifflige Aufgaben gelöst werden. Spielerisch erfährt man die Historie des Weltnaturerbes, findet einen Schlüssel und öffnet eine geheimnisvolle Schatztruhe. Das Besucherzentrum mit seinen Themenräumen zeigt Exponate und Informationen in Kombination mit Medienstationen. In der Schatzkammer können Kinder eine Vielfalt an Arten der Säugetiere bewundern, welche die Grube Messel zu wissenschaftlichem Ansehen führte.

Auf geht´s in die Grube zum Welterbe! Weitere Informationen zu attraktiven Angeboten, das vollständige GMMagazin und Hinweise zur Anfahrt erhalten sie unter: www.grube-messel.de.


Wir Menschen denken und leben in etwa 100-Jahres-Zeiträumen. Die Erdgeschichte im See der Grube Messel zeigt etwa 1.500.000 Millionen Jahre! Jeder Meter steht für etwa 10.000 Jahre Zeit, die der Messelsee und seine Bewohner uns ermöglichen in die Zeit zurück zu sehen. Das Fenster der Urzeit, die Grube Messel, birgt einen Schatz, der eine Vielfalt an Lebewesen, insbesondere Säugetieren von vor 48 Millionen Jahren zeigt, deren Erhaltungszustand und Menge an Fossilien weltweit einzigartig ist! Anmeldungen und weitere Informationen unter www.grube-messel.de. Das Besucherzentrum ist täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet (letzter Einlass um 16 Uhr.

Dienstag, 21. Juni 2016

My Ocean Sampling Day: Die Suche nach dem Leben im Wasser


1.000 Bürgerinnen und Bürger werden am heutigen My Ocean Sampling Day Teil eines bundesweiten Bürgerwissenschaftsprojektes

Berlin - Beim My Ocean Sampling Day (MyOSD) am heutigen Tag der Sommersonnenwende geht es darum, den mikrobiellen Lebensraum der Meere und ihrer Zuflüsse zu entdecken und zum besseren Verständnis der marinen Welt beizutragen. Bei der Aktion im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2016*17 – Meere und Ozeane werden heute bundesweit zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie Schulklassen Wasserproben an deutschen Küsten und Mündungsflüssen nehmen.

Unter den Teilnehmenden ist auch die elfte Klasse des Andreas-Gymnasiums Berlin Friedrichshain. Gemeinsam mit dem MyOSD-Team des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie und der Jacobs University in Bremen werden die Jugendlichen heute am Berliner Spreeufer (14:00 bis 15:00 Uhr, Stralauer Allee 1) nahe der Oberbaumbrücke eine Wasserprobe nehmen. „Entdecken. Nutzen. Schützen. – unter diesem Motto steht das aktuelle Wissenschaftsjahr", so Eva Nourney, Referatsleiterin Strategische Vorausschau, Wissenschaftskommunikation im Bundesministerium für Bildung und Forschung, die auch bei dem Termin anwesend sein wird. „Der MyOSD ist ein gutes Beispiel dafür, wie diese Botschaft schon jetzt in die Öffentlichkeit getragen und umgesetzt wird."
Bei dem Projekt soll untersucht werden, wie der Mensch die Vielfalt der Kleinstlebewesen im Meer beeinflusst, welche Aufgaben diese Artengemeinschaften im Ökosystem haben und wie sich die Gemeinschaft der mikroskopisch kleinen Arten von der Flussquelle bis zur Mündung verändert. Für die Probennahme wurden seit Ende April insgesamt 1.000 Sampling Kits mit den erforderlichen Filtern und Materialien verteilt.

Am Berliner Spreeufer werden heute die Elftklässler den Prozess von der Probennahme über das Filtrieren der Probe bis hin zur Datenerhebung durchlaufen; unter Anleitung von Prof. Frank Oliver Glöckner, Gründer des internationalen OSD- und des bundesweiten MyOSD-Projektes, sowie der beiden MyOSD-Mitarbeiterinnen Dr. Julia Busch und Dr. Julia Schnetzer.

„Ich bin dankbar für die vielen Jugendlichen, die am heutigen Tag in ganz Deutschland bei dieser Aktion dabei sind! Ich bin gespannt auf die zahlreichen Proben, die uns in den nächsten Wochen aus ganz Deutschland erreichen werden", sagt Prof. Frank Oliver Glöckner: „Die mikrobiellen Ökosysteme der Küsten sind unglaublich spannend – trotzdem sind sie noch weitestgehend unerforscht. Wir möchten herausfinden, wie sich die mikrobiellen Gemeinschaften von der Quelle bis zum Meer verändern und gleichzeitig wollen wir das Bewusstsein für diese, mit dem bloßen Auge unsichtbare, Artenvielfalt in die Bevölkerung tragen."

Seit 2014 untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum internationalen Ocean Sampling Day (OSD) am 21. Juni Wasserproben weltweit. Als integriertes Bürgerwissenschaftsprojekt will der My Ocean Sampling Day eine Momentaufnahme der Kleinstlebewesen an deutschen Küsten vornehmen. Dabei untersucht er erstmalig auch Mündungsflüsse und deren zuführende Flüsse und Kanäle. Die Aktion im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2016*17 – Meere und Ozeane ist ein Gemeinschaftsprojekt der Jacobs University und des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie in Bremen. Angestrebt wird eine umfassende Datensammlung, mit der Forscherinnen und Forscher die Vielfalt der Mikroorganismen an der Nord- und Ostseeküste hochaufgelöst erfassen können.


Welche Mikroorganismen in den Proben schwimmen und ob vielleicht eine bislang unbekannte Art dabei ist, können alle Teilnehmenden ab Mitte 2017 durch die Eingabe der im Kit enthaltenen MyOSD-Nummer auf my-osd.org/status selbst herausfinden.

Mittwoch, 15. Juni 2016

Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb mit erstem „Journalist-in-Residence“


Manfred Ronzheimer untersucht die Erneuerung des Innovationsjournalismus in Deutschland

(München, 15.06.2016) - Das Münchner Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb hat erstmals ein Fellowship für einen „Journalist-in-Residence“ eingerichtet. Es ist seit dem 1. Juni für die Dauer von drei Monaten mit dem Berliner Wissenschaftsjournalisten Manfred Ronzheimer besetzt. Sein inhaltlicher Schwerpunkt wird während dieser Zeit eine Untersuchung über die Situation und Erneuerung des Innovationsjournalismus in Deutschland sein.

Das Format des „Journalist-in-Residence“ wird seit einigen Jahren von einer kleinen Zahl von wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland angeboten, unter ihnen seit 2005 vom Kölner Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung und seit 2013 vom Berliner Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte. Dabei hat der Journalist den Status eines Gastwissenschaftlers, nimmt an der wissenschaftlichen Tätigkeit des Instituts teil und lernt auf diese Weise den Forschungsbetrieb von innen her kennen. Das Fellowship umfasst außerdem die Hospitation an einem Forschungsprojekt des Instituts sowie die Möglichkeit für eigene Projektrecherchen. Dadurch soll eine Qualitätsverbesserung des Wissenschaftsjournalismus erreicht werden. Zugleich sollen die Wissenschaftler des Instituts erfahren, wie die Vermittlung von Forschungsergebnissen in die Öffentlichkeit verbessert werden kann.

„Wir leben im Zeitalter von Open Science: Wissenschaft muss sich stärker öffnen und dazu auch neue Wege der Vermittlung in die Gesellschaft beschreiten“, erklärt  Prof. Dietmar Harhoff, der die Abteilung „Innovation and Entrepreneurship“ des Instituts leitet. „Besonders bei der Kommunikation des für die Wirtschaft so bedeutenden Themas Innovation sind Verbesserungen dringend geboten“, ergänzt Harhoff, der auch Vorsitzender der Expertenkommission Forschung und Innovation der Bundesregierung ist. „Unser Institut ist die prädestinierte Stätte, an der ein Journalist über die Zukunft seines Berufsstandes nachdenken kann – das ist Innovation!“, ergänzt Prof. Josef Drexl, Leiter der Abteilung Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht. „Wir Juristen haben eine große Lücke zwischen unserer Welt und der Welt der Medien, deren Ursachen mich interessieren“, formuliert Prof. Reto M. Hilty, Co-Leiter der Abteilung, eine weitere Erwartungshaltung.

„Journalisten sind neugierig und schauen gerne hinter die Kulissen“, bemerkt Manfred Ronzheimer, der als freier Fachjournalist seit Jahren auch das Themenfeld Innovation bearbeitet, das sich zwischen den klassischen Medienressorts Wissenschaft und Wirtschaft bewegt. „Üblicherweise haben wir Journalisten es mit den Ergebnissen von Forschung zu tun, um darüber zu berichten. Als Journalist-in-Residence erfährt man hautnah, was dazu im Vorfeld an konkreter forscherischer Arbeit geleistet werden muss“.

Ronzheimer geht in seinem Projekt von der These aus, dass der wachsenden faktischen Bedeutung von Innovation in Deutschland eine immer geringere journalistische Berichterstattung über das Thema gegenübersteht, die zudem von einer bedenklichen Abnahme qualitativer Standards begleitet wird. Eine Befragung von Innovationsjournalisten und Kommunikatoren aus Wissenschaft und Wirtschaft soll die These bestätigen oder entkräften. Außerdem wird ein Konzept für ein „Reallabor“ erarbeitet, mit dem ein „erneuerter Innovationsjournalismus“ auf neuen medialen Verbreitungswegen praktisch erprobt werden kann.

Über das Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb

Im Mittelpunkt der Forschung am Institut stehen die Erforschung von Innovations- und Wettbewerbsprozessen sowie die Erarbeitung von Vorschlägen für die Gestaltung der Rahmenbedingungen für diese Prozesse. Die Forschungsfragen werden in einer rechtswissenschaftlichen und einer wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung untersucht. Das Institut wurde im Jahr 1966 als Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Patent-, Urheber- und Wettbewerbsrecht gegründet. Nach der Einrichtung einer neuen wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung wurde es im Jahr 2013 in Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb umbenannt.
Das Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb ist eines von 83 Instituten der Max-Planck-Gesellschaft, eine von Deutschlands führenden Forschungsorganisationen. In der Auswahl und Durchführung ihrer Forschungsaufgaben sind die Max-Planck-Institute frei und unabhän­gig. Sie verfügen daher über einen eige­nen, selbst verwalteten Haushalt, der durch Projektmit­tel von dritter Seite er­gänzt werden kann. Die Forschung am Institut muss den wissen­schaftlichen Exzellenzkriterien der Max-Planck-Gesellschaft genügen, was durch regelmäßige Evaluation überprüft wird.

Montag, 13. Juni 2016

Artenschützer machen Druck auf norwegische Regierung


Wädenswil/München/Washington (OceanCare) - Norwegen hat in den letzten beiden Jahren mehr Wale getötet als Japan und Island zusammen. Dies geht aus einem Bericht hervor, den die Artenschutzorganisationen OceanCare, Pro Wildlife und Animal Welfare Institute (AWI) heute veröffentlicht haben. Sie werfen der norwegischen Regierung vor, dass sie ihre Auflagen für Walfänger Schritt für Schritt aufgeweicht hat und den Verkauf von Walprodukten aktiv fördert. Die Verbände fordern die Staatengemeinschaft auf, bei der Walfangtagung im Oktober gegen Norwegens systematische Förderung des Walfangs vorzugehen.
Der Bericht „Frozen in Time: Wie das moderne Norwegen am Walfang festhält“ beschreibt, wie Norwegen das kommerzielle Walfangmoratorium der Internationalen Walfangkommis­sion (IWC) kontinuierlich untergräbt und seinen Überseehandel mit Walprodukten vorantreibt. Entsprechende Lieferungen – die teils über europäische Häfen abgewickelt werden –  dienen dazu, Norwegens schwächelnde Walfangindustrie zu erhalten. 2014 und 2015 fielen in Norwegen 1.396 Zwergwale den Harpunen zum Opfer. Japan tötete im gleichen Zeitraum 663, Island 345 Wale.

Norwegen bislang von Kritik verschont

„In einem der weltweit modernsten und wohlhabendsten Länder ist der Walfang nicht mehr zeitgemäss“, sagt Sandra Altherr, Biologin und Mitbegründerin von Pro Wildlife. „Wale zu schlachten hat in einer fortschrittlichen Gesellschaft keinen Platz – es schadet dem internationalen Ansehen des Landes.“

Während auf Island diplomatischer Druck ausgeübt wird und Japan für sein Walfangprogramm vor dem internationalen Gerichtshof zu Verantwortung gezogen wurde, bleibt Norwegen von Kritik weitgehend verschont, so der Bericht.

„Seit 2001 hat die Walfangkommission den norwegischen Walfang nicht offiziell kommentiert und die Staatengemeinschaft hat seit zehn Jahren keine Demarche mehr gegen Norwegen in die Wege geleitet“, sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare. „Solange sich das nicht ändert, wird Norwegen sich hinter Island und Japan verstecken und weitermachen wie bisher.“

Kosmetik aus Walöl

Die norwegische Regierung finanziert eine Reihe von Projekten, die den Absatz von Walprodukten im Land ankurbeln sollen. So unterstützt sie unter anderem die Entwicklung von Nahrungsergänzungsmitteln, alternativen Heilmitteln und Kosmetik aus Walöl. 2015 kündigte die Firma Myklebust Hvalprodukter („Walprodukte“) eine Reihe neuer Produkte an, die aus Walöl hergestellt werden, darunter auch Hautcrème.

„Wir waren erstaunt, dass eine norwegische Walfang-Firma Gesundheitsprodukte und Kosmetik aus Walöl verkauft“, sagt Susan Millward, Direktorin von AWI. „Wir leben nicht mehr im 19. Jahrhundert. Ich verstehe nicht, dass eine moderne Nation Hautcrème aus einer so grausamen Industrie bezieht.“ „Diese Subventionierung des Walfangs ist der offenkundige Versuch, eine sterbende Industrie am Leben zu erhalten. Norweger essen kaum mehr Walfleisch“, ergänzt Altherr. Kürzlich wurde bekannt, dass Walfleisch sogar als Tierfutter in Pelzfarmen verfüttert wird.

Norwegen und IWC in der Pflicht

Der Bericht „Frozen in Time“ beschreibt die Bemühungen der norwegischen Walfang-Industrie, ihr Walfleisch nach Japan zu verkaufen. Einige norwegische Walfleischlieferungen waren von japanischen Käufern wegen zu hoher Giftstoffbelastung abgelehnt worden. Daraufhin liessen die Norweger sogar Inspektoren der japanischen Walfangflotte an Bord kommen und die Verarbeitung des Walfleischs kontrollieren, um den Qualitätsstandards der Japaner zu entsprechen.

„Frozen in Time“ gibt Handlungsempfehlungen für die IWC und ihre Mitgliedsstaaten, damit Norwegen den kommerziellen Walfang ebenso aufgibt wie den Handel mit Walprodukten. Die Artenschutzverbände fordern eine klare Botschaft der IWC an Norwegen.

Hintergrund

In den achtziger Jahren hat die IWC ein Fangverbot für 13 Grosswalarten verhängt. Während Japan unter dem Deckmantel der Wissenschaft jagt, hat Norwegen gegen das Moratorium zum Schutz der Wale formellen Einspruch erhoben und ist damit nicht an das Fangverbot gebunden. Die Jagd auf Wale in norwegischen Hoheitsgewässern ist einheimischen Fischern deshalb erlaubt, ebenso der bilaterale Walfleisch-Handel mit Japan. Wie in Island setzt auch das norwegische Fischereiministerium die Fangquoten jährlich selbst fest und ignoriert dabei die Vorgaben der IWC.

Dienstag, 7. Juni 2016

LVR-LandesMuseum eröffnet „Eva’s Beauty Case. Schmuck und Styling im Spiegel der Zeiten“



Sonderausstellung vom 9.6.2016-22.1.201

Bonn -  „Eva‘s Beauty Case“ lädt ein, die vielen Facetten im Streben nach menschlicher Schönheit zu erleben. Seit wann pflegen, schmücken und schminken sich die Menschen? Neue Forschungsergebnisse und Funde der Archäologie lassen eine Vielzahl von Antworten erkennen.

Die Ausstellung spannt einen Kultur und Epoche übergreifenden Bogen von der Steinzeit bis in die Gegenwart. Das LVR-LandesMuseum Bonn besitzt eine der größten und bedeutendsten Sammlungen römischen und frühmittelalterlichen Schmucks nördlich der Alpen. Diese kostbaren Funde stehen im Zentrum der Ausstellung, die sich mit der Kulturgeschichte des Schmucks und der Schönheit beschäftigt. Sie werden durch Leihgaben vieler Museen ergänzt und zeigen mit dem Leitmotiv des Beauty Case, dass das Streben nach Attraktivität einfach menschlich ist. Die Ausstellung gibt Einblicke in die Kunst des Hairstylings, der Parfüm- und Make-up-Kreationen quer durch die Geschichte, vom Bauplan der Natur über die wechselnden Schönheitsideale bis hin zum Schönheits- und Starkult der Gegenwart.

Interaktive Schauelemente, Medien- und Hands-On-Stationen machen diese Ausstellung zu einem besonderen Ereignis. Ein eigener Mitmachbereich geht auf die Idealvorstellungen von Schönheit im Wandel der Zeit ein.

Mehr Forschung für die Meere


Wissenschaftsjahr 2016/17 zu Meeren und Ozeanen eröffnet / Wanka verkündet neues Meeresforschungsprogramm der Bundesregierung

Die Zukunft der Meere steht in den kommenden Jahren im Fokus der Forschung: Bundesforschungsministerin Johanna Wanka hat am Morgen das Wissenschaftsjahr 2016/17 zu Meeren und Ozeanen eröffnet und hat ein gemeinsames Meeresforschungsprogramm der Bundesregierung angekündigt. 

„Früher entdeckte man neue Länder über die Meere. Heute müssen wir die Meere selbst noch weiter entdecken: Erst wenn wir den Meeresraum richtig verstanden haben, können wir ihn nachhaltig nutzen und ihn besser schützen“, sagte Wanka. „Wir müssen jetzt eine Trendwende hin zu einem nachhaltigen Umgang mit den Meeren einleiten, denn Klimawandel, Überfischung und Vermüllung bedrohen den größten Lebensraum des Planeten.“ 

Das neue Wissenschaftsjahr zeigt die faszinierende Welt der Ozeane und die erstaunlichen Ergebnisse der Meeresforschung, die von der Erforschung der Lebewesen in der Tiefsee bis zur Vermessung des Polareises reicht. Es will die Menschen aber auch für das größte Ökosystem der Erde sensibilisieren, das durch Klimaerwärmung, wirtschaftliche Ausbeute und Umweltverschmutzung unter starkem ökologischem Druck steht. 

Mit dem gemeinsamen Programm der Bundesregierung in der Meeresforschung (MARE:N) sollen deshalb nun Forschungsstrategien gegen Verschmutzung, Überfischung und Übersäuerung der Meere entwickelt werden. Es bündelt die Maßnahmen des Bundesforschungs-, Wirtschafts-, Landwirtschafts-, Verkehrs- und Umweltministeriums. Allein das Bundesforschungsministerium stellt in den nächsten zehn Jahren über 450 Millionen Euro für die Förderung entsprechender Projekte bereit. Zusammen mit der Förderung von Forschungszentren und der Erneuerung der deutschen Forschungsflotte werden damit in den nächsten zehn Jahren über vier Milliarden Euro für die Zukunft der Meere investiert. 

Zusätzlich zum Forschungsprogramm MARE:N wird das BMBF ab Juni außerdem Projekte fördern, um die Wege des Plastiks von der Produktion, über den Konsum und den Transport vom Land in die Flüsse bis zum Verbleib in den Weltmeeren wissenschaftlich zu untersuchen. Noch fehlt ein Bild des Gesamtproblems, um Lösungsansätze zu finden. Über eine Laufzeit von drei Jahren werden dafür rund 28 Millionen Euro bereitgestellt.

MARE:N, das Programm „Plastik in der Umwelt“, der G7-Aktionsplan zum „Schutz der Meeresumwelt“ und ein starkes Engagement auch auf europäischer Ebene, insbesondere zu Mikroplastik in den Meeren, sind Teil des deutschen Beitrags zur stärkeren Erforschung der Rolle und der Belastung der Meere. 

Im Wissenschaftsjahr, als Gemeinschaftsinitiative mit Wissenschaft im Dialog, sind viele Mitmachaktionen und Veranstaltungen für die Bevölkerung geplant, sowie Projektförderungen und Medienkooperationen (Überblick im Anhang). Das Vereinigte Königreich ist als langjähriger Meeres-Forschungspartner internationales Partnerland des Wissenschaftsjahres.

Zum Wissenschaftsjahr beginnt im Foyer des BMBF Berlin die Ausstellung „Das Meer beginnt hier“. Sie kombiniert Dauer- und Wechselausstellung. Letztere wechselt alle vier bis fünf Monate und informiert über die Küste (Sommer/Herbst 2016), die Arktis und Antarktis (Winter 2016/2017) und die Tiefsee (Frühjahr/Sommer 2017).
Das Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane hat zwei Medienpartner. TV-Medienpartner ist der deutsch-französische Kultursender ARTE. Im Printbereich ist es die Kulturzeitschrift mare, die die Meere als Lebens-, Wirtschafts- und Kulturraum porträtiert.

Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane


Die Meeresforschung ist Thema des Wissenschaftsjahres 2016*17. Meere und Ozeane bedecken zu rund 70 Prozent unseren Planeten. Sie sind Klimamaschine, Nahrungsquelle, Wirtschaftsraum – und sie bieten für viele Pflanzen und Tiere Platz zum Leben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Ozeane seit langem; und doch sind sie noch immer geheimnisvoll und in weiten Teilen unerforscht. Im Wissenschaftsjahr 2016*17 geht es um die Entdeckung der Meere und Ozeane, ihren Schutz und eine nachhaltige Nutzung. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie tragen als zentrales Instrument der Wissenschaftskommunikation Forschung in die Öffentlichkeit und unterstützen den Dialog zwischen Forschung und Gesellschaft. Das Wissenschaftsjahr 2016*17 wird vom Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) als fachlicher Partner begleitet.

Magenbluten durch zu viel ASS


                                                         
Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Schon seit Jahrzehnten ist Acetylsalicylsäure (ASS) ein Klassiker in der Selbstmedikation. Schnell und verlässlich wirkt das Mittel gegen Schmerzen. Die Apothekerkammer Niedersachsen warnt in diesem Zusammenhang allerdings vor einem sorglosen Umgang mit ASS: Wenn Patienten den Wirkstoff zu lange oder in zu hohen Dosen verwenden, riskieren sie eine schmerzhafte Magenschleimhautentzündung, in schlimmen Fällen kann es sogar zu Magenbluten kommen.

ASS (Acetylsalicylsäure) gehört neben Ibuprofen und Diclofenac zur Schmerzmittelgruppe der NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika). Medikamente aus dieser Gruppe wirken verlässlich gegen Schmerzen, Entzündungen und Fieber, haben allerdings einen Nachteil: Sie blockieren ein wichtiges Enzym, das der Körper zum Schutz und Aufbau der Magenschleimhaut produziert. Hin und wieder eingenommen schadet ASS dem Magen nicht. Doch durch eine zu hohe Dosis oder eine dauerhafte Einnahme wird die Magenwand angreifbar und die Wahrscheinlichkeit von Magenblutungen steigt. Darüber hinaus gibt es individuelle Faktoren, die die Möglichkeit von Nebenwirkungen durch ASS anwachsen lassen: Ein erhöhtes Risiko tragen Menschen, die z. B.:
  • über 65 sind,
  • bereits ein Magengeschwür oder eine Magenschleimhautentzündung haben oder hatten,
  • eine chronisch entzündliche Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa haben
  • mehrere NSAR oder gerinnungshemmende Medikamente, Medikamente mit Kortison oder bestimmte Antidepressiva einnehmen.

    ASS ist keine Kater-Prophylaxe
Manche Menschen nutzen ASS zur Vorbeugung gegen einen Kater. Doch dafür ist das Medikament gänzlich ungeeignet. Große Mengen Alkohol können eine Entzündung der Magenschleimhaut hervorrufen. Wer dazu noch ASS schluckt, kann die Beschwerden verstärken. Der sicherste Schutz vor dem Brummschädel ist und bleibt ein maßvoller Alkoholgenuss.
Schonung für den Magen
Um seinen Magen nicht unnötig zu belasten, sollte man die Einnahme von ASS und anderen Medikamenten der Wirkstoffgruppe NSAR auf das Notwendigste begrenzen. In der Selbstmedikation sollte die Einnahme drei bis vier Tage nicht überschreiten. Rasch nachdem die Einnahme beendet ist, stellt sich im Magen wieder der Normalzustand ein. Wie alle Medikamente sollte ASS immer mit reichlich Wasser eingenommen werden (ca. 100 – 200 ml). Wer das Schmerzmittel trotzdem nicht verträgt, sollte nach Absprache mit dem Arzt oder dem Apotheker alternative Wirkstoffe in Erwägung ziehen. Auch eine passende Ernährung kann den strapazierten Magen entlasten. So sollten Betroffene auf magenreizende Lebensmittel wie scharfe oder fettige Speisen, Kaffee und Alkohol verzichten. Zwiebeln, Kohl und Hülsenfrüchte blähen nur unnötig auf und gehören bei Magenbeschwerden nicht auf den Speiseplan.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Dienstag, 31. Mai 2016

Sieben Irrtümer über Zecken

Hamburg (apothekerkammer-hamburg) –  Wer sich im Grünen frei und unbesorgt bewegen will, sollte das Einmaleins der Zeckenabwehr beherrschen. Bei Fragen zum Zeckenschutz kursieren unterschiedliche, oft widersprüchliche Meinungen. Um Patienten mehr Sicherheit zu geben, klärt die Apothekerkammer Hamburg über hartnäckige Irrtümer auf.
1. Zecken beißen
Zecken beißen nicht, vielmehr stechen sie zu. Die Spinnentiere verfügen über einen mit Widerhaken besetzten Stechapparat. Zuerst ritzen sie mit ihren Kieferklauen die Haut des Wirtes ein, um dann mit dem Stechapparat in die Wunde einzudringen.
2. Nur in Süddeutschland übertragen Zecken Krankheitserreger
Das stimmt nur halb: Zwar wird FSME (Frühsommermeningitis) hauptsächlich im süddeutschen Raum übertragen, allerdings sind landesweit 12 bis 20 Prozent der erwachsenen Zecken von krankheitserregenden Borrelien befallen.
3. Zecken sind nur im Sommer aktiv
Das wäre zu schön, um wahr zu sein. Zecken sind schon ab Temperaturen von fünf bis sieben Grad aktiv und gehen daher vorwiegend von April bis Oktober auf Wirtsuche. Bei milderen Temperaturen kann sich der Zeitraum durchaus auf Februar bis November ausdehnen
4. Nur im Wald herrscht Zeckengefahr
Zecken können sich dauerhaft nur dort aufhalten, wo die Luftfeuchte über mehrere Tage und Wochen nicht unter 80 Prozent fällt. Daher sind die Wälder Mitteleuropas die bevorzugten Lebensräume der Spinnentiere. Doch auch dauerhaft beschattete Wiesen und Waldränder sind ein Refugium, in das die Tiere gern vordringen. Selbst einzelne Baumgruppen oder Büsche in Parkanlagen kommen als Lebensraum für Zecken infrage. Unbeliebt bei Zecken sind dagegen der Sonne ausgesetzte, trockene und offene Flächen.
5. Zecken sollten herausgedreht werden
Damit eine Infektion vermieden wird, sollte eine Zecke sofort und möglichst vollständig herausgezogen, jedoch nicht gedreht werden. Am besten greift man das Tier mit einer Pinzette oder einem speziellen Zeckenentfernungsinstrument nahe der Hautoberfläche, also an den Mundwerkzeugen und niemals am vollgesogenen Körper. Sie sollte langsam und gerade aus der Haut gezogen und dabei nicht gedreht werden. Auf keinen Fall sollten Patienten die Zecken vorher mit Öl oder Klebstoff beträufeln, das könnte das Tier reizen, so dass es seinen Speichel und Darminhalt mitsamt der Krankheitserreger in die Wunde abgibt. Nach der Behandlung empfiehlt sich eine sorgfältige Desinfektion.
6. Zecken sollten nach dem Entfernen in ein Labor geschickt werden

Es ist nicht sinnvoll, Zecken in ein Labor einzuschicken und auf Infektionserreger untersuchen zu lassen. Selbst wenn Krankheitserreger wie Borrelien oder FSME-Viren nachgewiesen werden, bedeutet das nicht zwingend eine Infektion. Eine Antibiotikatherapie gegen eine Borreliose ist erst ratsam, wenn Krankheitszeichen wie Wanderröte oder Gelenkschwellungen auftreten.
7. Es gibt keinen verlässlichen Zeckenschutz
Es gibt eine Reihe zuverlässiger Präparate aus der Apotheke, die einen guten Schutz bieten. Die meisten Mittel beruhen auf Repellentien oder ätherischen Ölen. Die Zeckenschutzmittel legen damit einen Duftmantel um die Haut, den die Tiere als unangenehm empfinden. Die Schutzmittel unterscheiden sich nach ihren Inhaltsstoffen (synthetisch oder natürlich) und ihrer Zielgruppe (Erwachsene oder Kinder). Auch die Kleidung kann mit speziellen Insektiziden imprägniert werden. Wichtig: Der Zeckenschutz ist nur eine bestimmte Zeit wirksam und muss dementsprechend aufgefrischt werden. Zum vollständigen Schutz gehören auch festes Schuhwerk sowie lange, den Körper bedeckende Kleidung.
Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.400 Apotheker und Apothekerinnen, sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Problemen.