Donnerstag, 12. April 2018

Fürst Hermann von Pückler-Muskau: Acht Frühlings- und Sommertage aus dem Leben Mischling’s

Man kennt ihn als visionären Gartengestalter, als grossen Reisenden durch Europa und die arabi-sche Welt und als ersten deutschen Dandy, der es sich nicht nehmen liess, in einer Kalesche mit weissen Hirschen Unter den Linden spazieren zu fahren. Fürst Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871) war in jeder Hinsicht eine schillernde Figur seiner Epoche – doch er war noch mehr: ein Autor von hohen Graden, dessen Erstling «Briefe eines Verstorbenen» (1830/31) selbst der alte Goethe die respektvolle Anerkennung nicht versagen konnte.

Pücklers literarisches Werk lohnt denn auch eine Wiederentdeckung – vor allem jener Text, den der Autor als seinen persönlichen Favoriten empfand: «Die Hälfte des dritten und vierten Theils», schrieb er zu seiner Sammlung «Tutti frutti» von 1834, «macht eine Art Novelle aus, an der ich mit mehr Vergnügen gearbeitet habe, als an irgend etwas. Wenn diese Arbeit nichts taugt, so bin ich trostlos, denn es ist mein Liebling.»

Dieser Liebling trägt den Titel «Acht Frühlings- und Sommertage aus dem Leben Mischling’s». Die Leserschaft wird mitgenommen auf eine vergnügliche, nicht immer ernstzunehmende Abenteuerreise. Der Schauplatz: das preußische Deutschland. Die Epoche: das Jahrhundert zwischen Aufklärung und Romantik, Freiheitsliebe und Zensur. Der Held: ein Herzog unter der Maske eines einfachen Wandersmanns und mit dem seltsamen Namen Mischling. Er reist zu Fuß durch die Städtchen und Dörfer seines Landes, passiert alle Schichten der Gesellschaft und entwirft mit seinen Erlebnissen ein höchst originelles Panorama der Verhältnisse. Im Verkleidungs- und Verwechslungsspiel erlebt er Sagenhaftes, Schauerliches, erzählt Spukgeschichten, stolpert beinahe über echte Schildbürger, verdingt sich als Puppenspieler und beginnt – wie könnte es anders sein – allerlei Liebeshändel mit rätselhaften Damen. Am Ende lüftet sich unerwartet sein Geheimnis.

Seit 1834 erstmals wieder aufgelegt, ist der Text bis heute frisch wie am ersten Tag geblieben. Ediert und mit einem Fundstück versehen von Erica Ruetz, erscheint er als Bd. 5 der literarischen Reihe «unbegrenzt haltbar».

Fürst Hermann Pückler-Muskau:
Acht Frühlings- und Sommertage aus dem Leben Mischling’s
Herausgegeben und mit einem Fundstück versehen von Erica Ruetz
248 Seiten, Halbleinen, Lesebändchen.
CHF 32.00 / Euro 28.00
ISBN 978-3-03850-046-9

Erica Ruetz studierte Anglistik und Germanistik und war anschliessend in München und Zürich als Verlagslektorin tätig. Heute lebt sie als freie Übersetzerin und Autorin in Berlin. Auf Englandreisen der «Parkomanie» verfallen, beschäftigt sie sich seit einigen Jahren mit Fürst Pücklers Leben und Werk.

Dienstag, 3. April 2018

Apotheker vor Ort helfen bei Lieferengpässen

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Immer häufiger erleben es Patienten, dass ein bestimmtes Medikament, das sie einnehmen sollen, aufgrund von Lieferschwierigkeiten vorübergehend nicht erhältlich ist. Steigt die Nachfrage nach Medikamenten deutlich an oder können bestimmte Arzneien über einen Zeitraum von zwei Wochen nicht im üblichen Umfang an die Apotheken geliefert werden, ist von einem Lieferengpass die Rede. Nach einer Umfrage unter den Referenzapotheken der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) waren 2016 90 Prozent der Apotheken von einem lieferbedingten Engpass betroffen. Die Apothekerkammer Niedersachsen weist darauf hin, dass im Falle eines Lieferengpasses meist auf ein anderes Arzneimittel ausgewichen werden kann. Der Apotheker ermittelt eine andere Darreichungsform oder eine pharmazeutische Alternative für den Betroffenen. So wird seine Therapie ohne Unterbrechung fortgesetzt. Ist allerdings der Wirkstoff nicht lieferbar, muss in Absprache mit dem Arzt auf einen anderen Wirkstoff ausgewichen werden.

Häufig betroffene Medikamente
Von Lieferengpässen waren bisher vor allem Impfstoffe, einige Antibiotika, Herz- und Kreislaufmittel, Medikamente gegen Depressionen, Schmerzmittel und Onkologika betroffen. Aktuell gibt es beispielsweise einen Engpass für den Tetanusimpfstoff. Patienten können sich auf den Webseiten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (www.bfarm.de) informieren.
Hier wird eine Liste mit den von der pharmazeutischen Industrie gemeldeten Lieferengpässen veröffentlicht.https://www2.bfarm.de/lieferengpass/lieferengpassRSS.xml.
Kernproblem: Wirkstoffbeschaffung
Die Gründe für die Lieferengpässe sind vielfältig. Die meisten Wirkstoffe werden von nur wenigen Pharmaherstellern in den USA, China, Indien und Israel produziert. Die Herstellung wird von unabhängigen Inspektoren überwacht, die den Import stoppen, wenn der hergestellte Wirkstoff nicht den hohen Qualitätsstandards in Deutschland entspricht. Wird beispielsweise eine Charge gesperrt, kann es zum Lieferengpass kommen, denn die Hersteller produzieren lediglich die beauftragte Menge und müssen sich nicht für Engpässe bevorraten. Weitere Gründe für einen Lieferengpass können auch Preisverhandlungen zwischen Herstellern und Krankenkassen, Marktrücknahmen oder eine plötzlich erhöhte Nachfrage sein.
Mit pharmazeutischer Fachkompetenz Versorgungsengpässe verhindern
Apotheker sind mit ihrer Fachkompetenz maßgeblich daran beteiligt, dass aus Lieferengpässen keine Versorgungsengpässe werden. So kann der Apotheker in Zusammenarbeit mit dem verordnenden Arzt auf einen detaillierten Maßnahmenkatalog zurückgreifen und somit meistens, trotz Lieferschwierigkeiten, die Versorgung mit Alternativen sicherstellen. Zunächst überprüft der Apotheker die Details des Engpasses, und wägt ab, ob das Präparat auch als Rezepturarznei hergestellt werden kann. Ist dies nicht möglich, wird der Apotheker nach pharmazeutischen Alternativen recherchieren. Dabei müssen gesetzliche und vertragliche Bestimmungen sowie medizinische und pharmazeutische Aspekte beachtet werden. In Zusammenarbeit mit dem Arzt wird unter Berücksichtigung von Wirksamkeit und möglichen Neben- und Wechselwirkungen die für den einzelnen Patienten sinnvollste Alternative ermittelt. Schließlich wird der Patient im Beratungsgespräch über das Ersatzmittel und dessen Anwendung genau informiert. Der Vorgang wird außerdem dokumentiert, sodass Medikationsfehler oder Unverträglichkeiten durch den Einsatz der alternativen Therapie auch an die Arzneimittelkommission gemeldet werden können. Kritisch kann sich ein Engpass aber auch auf jene Patienten auswirken, die zwar mit einem Ersatzmittel versorgt werden können, ihre Therapie jedoch abbrechen, weil sie verunsichert sind. Sie sollten ihre Bedenken am besten offen mit ihrem Apotheker besprechen, rät die Apothekerkammer Niedersachsen.
Apotheke vor Ort ist gut aufgestellt
Grundsätzlich muss jede Apotheke bestimmte Medikamentengruppen für einen Zeitraum von sieben Tagen vorrätig halten, damit die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung durchgehend gewährleistet ist. Ist ein verordnetes Medikament in der Apotheke nicht verfügbar, bestellt der Apotheker es bei einem seiner Großhändler, und es wird binnen weniger Stunden geliefert. Liegt kein Lieferengpass vor, kann der Patient in kürzester Zeit mit der benötigten Arznei versorgt werden.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Sodbrennen selbst behandeln

Vorsichtiger Umgang mit Magensäureblockern

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Fettes Essen, Kaffee, Alkohol, Stress: Sodbrennen kann verschiedene Ursachen haben. Damit das unangenehme Brennen gar nicht erst entsteht, greifen Betroffene oft zu einem verschreibungsfreien Magensäureblocker. Wird das Präparat zu lange eingenommen und dann abrupt abgesetzt, kommt es zum Rebound, dem Absetzeffekt. Der Körper produziert zu viel Magensäure, die Beschwerden kehren zurück und der Patient greift erneut zum Säureblocker. Damit dieser Teufelskreis nicht entsteht, empfiehlt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, den Magensäureblocker nur kurzfristig anzuwenden. Besser ist ein Therapieversuch mit Antazida, die überschüssige Magensäure neutralisieren. Erst dann kann für kurze Zeit auch mal zu einem Säureblocker gegriffen werden, jedoch ist bei regelmäßigem Auftreten oder längerem Anhalten von Sodbrennen immer mit dem Hausarzt zu sprechen, damit die Ursache ärztlich abgeklärt werden kann.
Unangenehm, aber meist harmlos
Der menschliche Magen enthält von Natur aus 0,5 Prozent Salzsäure, die sowohl für die Verdauung als auch für die Desinfektion des Mageninhalts erforderlich ist. Steigt saurer Mageninhalt die empfindliche Speiseröhre hinauf, entsteht Sodbrennen. Das schmerzhafte Brennen strahlt vom Oberbauch bis hinter das Brustbein und von dort oft bis in den Hals-Rachen-Raum aus. In den meisten Fällen ist das brennende und schmerzhafte Gefühl harmlos. Verschreibungsfreie Antazida neutralisieren, binden die Magensäure, sogenannte Säureblocker hemmen die Magensäureproduktion, der Patient ist wieder beschwerdefrei.
Neben- und Wechselwirkungen kennen
Antazida enthalten verschiedene Magnesium-, Aluminium- oder Kalziumverbindungen. In zu hoher Dosierung kann Magnesium abführend wirken, aluminium- und kalziumhaltige Antazida können Verstopfungen oder Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Werden Säureblocker aufgrund ärztlicher Verordnung langfristig eingenommen,  kann die Aufnahme von Vitamin B12 und anderen Mineralstoffen und Spurenelementen gehemmt werden. „Werden noch andere Medikmente eingenommen, muss unbedingt in der Apotheke geklärt  werden, ob es hierbei nicht zu Wechselwirkungen kommen kann“  informiert Ursula Funke. „Die Aufnahme anderer eingenommener Arzneimittel kann durch Magensäureblocker aber auch Antazida verringert oder unterbunden werden“.
Beratung in der Apotheke nutzen
Patienten sollten sich in der Apotheke vor Ort zur individuell passenden Therapie beraten lassen. Der Apotheker kann außerdem Tipps zur Ernährung oder zu Entspannungstechniken geben, und den Patient sensibilisieren, wann ein Arztbesuch angeraten ist.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Freitag, 30. März 2018

In der Theorie sind Wiesbadener Straßen superbreit

Wiesbaden (internet-zeitung) – Durch die Streckenführung der in Wiesbaden geplanten City-Bahn befürchtet die „Bürgerinitiative Busse statt City-Bahn“ ein „zwingend entstehendes Chaos“. Dort, wo momentan noch zwei Fahrspuren in beiden Richtungen als Fahrbahn funktionieren, würde durch die City-Bahn nur ein Streifen für Fahrzeuge in einer Richtung entstehen. Dies sei zum Beispiel in der Bahnhofstraße, Biebricher Allee, am Kaiser-Friedrich-Ring, am Hauptbahnhof und in der Dotzheimer Straße der Fall. Das bedeute unweigerlich Stau ohne Ende auf der gesamten City-Bahn-Strecke. Nachzulesen ist dies auf der Internetseite der erwähnten Bürgerinitiative mit der Adresse https://www.busse-statt-citybahn.de/

Skeptisch sind auch Autofahrer, die oft auf der teilweise ziemlich schmalen Wiesbadener Landstraße und Wiesbadener Straße unterwegs sind, wo die City-Bahn rollen soll. Dort ist derzeit die Gesamtfahrbahn für Autos teilweise nur 9 Meter breit. Nach Medienberichten werden für 2 Gleise der geplanten City-Bahn insgesamt 6 Meter der Fahrbahn benötigt. Es blieben nur noch 3 Meter für 2 Autofahrspuren übrig, also jeweils 1,50 Meter für eine Autospur. Da in Deutschland Fahrzeuge bis zu 2,50 Meter Breite zugelassen sind und der Mindestabstand beidseits 0,50 Meter betragen soll, müsste jede Autospur 3,50 Meter breit sein. Zwei Autospuren wären dann 7 Meter breit. 6 Meter für 2 Bahngleise der City-Bahn und 7 Meter für 2 Autospuren ergäben 13 Meter Gesamtbreite. Es sind aber stellenweise nur 9 Meter vorhanden.

Auf einem stark geschönten Beispiel über die Planung der City-Bahn sieht man folgende  großzügige Lösung:
2,25 Meter Gehweg, 2 Meter Parkstreifen, 0,50 Meter Sicherheitsstreifen, 1,85 Meter Radweg, 3,25 Meter Fahrbahn für Autos, 6 Meter Bahnkörper für 2 Gleise  der City-Bahn, 3,25 Meter Fahrbahn für Autos, 1,85 Meter Radweg, 0,50 Meter Sicherheitsstreifen, 2 Meter Parkstreifen, 2,54 Meter Gehweg = zusammen 25,99 Meter. Welche Straßen in Wiesbaden, auf denen die City-Bahn fahren, soll, sind so breit?



Dienstag, 27. März 2018

Top 10 der Trauerhits 2017: Der Favorit erklang auch bei Helmut Kohls Abschied

Hamburg (bestattungen.de) – Im vergangenen Jahr wählten Trauernde am häufigsten „Ave Maria“ zur musikalischen Begleitung der Trauerzeremonie. Das geht aus der alljährlichen Studie des Portals Bestattungen.de (www.bestattungen.de) hervor. Befragt wurden bundesweit Angehörige und Bestatter zu den beliebtesten Trauerliedern im vergangenen Jahr. Das prominenteste Beispiel 2017 ist wohl Helmut Kohls Trauerfeier, bei der „Ave Maria“ erklang. Seit Jahrhunderten wird das Gebet zur Anrufung Marias von Komponisten aller Epochen vertont.

Beim Abschied des Altkanzlers am 1. Juli 2017 wurde „Ave Maria“ in der Version von Sergei Rachmaninow gespielt. Das Chorstück wurde bei der bewegenden Trauerfeier im Speyerer Dom nach dem Schlussgebet aufgeführt. Dagegen entschieden sich die Befragten aus der Bestattungen.de-Studie eher für Franz Schuberts „Ave Maria“. Das eigentlich als „Ellens dritter Gesang“ benannte Kunstlied aus dem Jahr 1825 rührt die Angehörigen mit sanften Klavierklängen und einem ergreifenden Gesang.

Wie „Ave Maria“ ist auch „Time to say goodbye“ seit Beginn der Trauerhits-Umfrage in den Top 10 vertreten und wurde bei der jüngsten Umfrage zum zweitbeliebtesten Trauerlied gewählt. „Das Duett von Sarah Brightman und Andrea Bocelli ist ein wahrer Evergreen der Trauermusik“ meint der Bestattungen.de-Geschäftsführer Daniel Schuldt.

Neben Pop-Balladen wie „Time to say goodbye“, „Die Rose“ (5. Platz) und „Hallelujah“ (6. Platz) werden klassische Stücke besonders oft gespielt. So gehört nicht nur der Favorit zur klassischen Musik. Auch die weltbekannten Stücke „Air“ von Bach (4. Platz) und „Morgenstimmung“ von Edvard Grieg (9. Platz) zählen zu den beliebtesten Titeln.

Klassische Kompositionen sind für viele Menschen vertraute Begleiter durch das Leben und vermitteln Stärke und Ruhe in der schweren Zeit des Abschieds. „Diese Lieder sprechen nahezu jeden an – über Generationen hinweg. Sie sind teilweise Jahrhunderte alt und berühren die Menschen wie eh und je“, so Schuldt.
Wie in den Jahren zuvor gehören auch 2017 deutschsprachige Lieder zu den meistgespielten Stücken auf Trauerfeiern. Wieder ganz oben – wenn auch nicht mehr wie im Vorjahr an der Spitze – ist Gabaliers „Amoi seg‘ ma uns wieder“. Die 2009 auf dem Album „Da komm' ich her“ veröffentlichte Ballade hat es auf den dritten Rang geschafft und handelt vom Verlust eines geliebten Menschen. Trauernde können sich in den Worten wiederfinden und sich mit dem Musiker identifizieren, der mit diesem Stück den Tod seines Vaters und seiner Schwester aufarbeitet.

Auch „So wie du warst“ (7. Platz), „Niemals geht man so ganz“ (8. Platz) und „Euch zum Geleit“ (10. Platz) thematisieren das Abschiednehmen und sprechen Trauernde damit direkt aus dem Herzen.

Über Bestattungen.de
Bestattungen.de ist ein führender Vergleichsdienst für Bestattungsdienstleistungen in Deutschland. Nutzer erhalten auf Anfrage unverbindlich Angebote von seriösen Bestattern. Zudem bietet Bestattungen.de umfassende Informationen zu den Themen Bestattung, Vorsorge und Trauer. Das komplette Angebot ist für Kunden kostenlos.

Donnerstag, 15. März 2018

Entzündungsreaktion nach Schlaganfall beschleunigt Atherosklerose


 Experimentelle Studie am Münchner Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung zeigt die negativen Auswirkungen von Schlaganfall auf bestehende Makroangiopathie

Schlaganfall ist nach wie vor eine der Haupttodesursachen in entwickelten Ländern. Nach einem ersten Schlaganfall ist das Risiko für ein weiteres Ereignis über Jahre hin erhöht. Frühere Studien zeigten auf, dass insbesondere eine Atherosklerose in den großen Blutgefäßen deutlich mit rezidivierendem Schlaganfall assoziiert wird. Atherosklerose ist eine chronische Entzündung der Arterienwände, in dessen Verlauf es zur Bildung von atherosklerotischen Plaques (Gefäßverkalkungen) kommt. Diese können zu Rissen in der Blutgefäßwand führen und Infarkte in den Endorgangen, etwa im Gehirn, verursachen.

Welche Mechanismen dieser erhöhten Rezidivrate nach Schlaganfall aufgrund einer Atherosklerose zugrunde liegen, war bislang allerdings unbekannt. Schlaganfall selbst führt zu einer multiphasischen Immunkaskade des systemischen Immunkompartiments. Bereits wenige Stunden nach Schlaganfall kommt es zu einer sterilen Entzündung. Diese Entzündung lässt sich auch nach Wochen sowohl in Patienten als auch in Mäusen nachweisen. In einer vorhergehenden Arbeit der Arbeitsgruppe von Dr. Artur Liesz am Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung konnte bereits gezeigt werden, dass ein Grund hierfür sogenannte Alarmine sind. Alarmine sind verschiedenste Moleküle (Proteine, DNA, etc.), die von sterbenden Hirnzellen in die Blutzirkulation ausgeschüttet werden. Hier können sie via bestimmter Rezeptoren (sogenannte Pattern Recognition Receptors) verschiedenste (Immun)-Zellen aktivieren.


In der aktuellen Arbeit konnte das Team von Dr. Liesz erstmals nachweisen, dass es einen mechanistischen Zusammenhang zwischen Alarminen nach Schlaganfall und beschleunigter Atheroskleroseprogression gibt. In einer experimentellen Studie mit internationalen Kollaborationspartnern (Deutschland, Frankreich, Italien, Schweden, Schweiz, Vereinigte Königreiche), die in der aktuellen Ausgabe von Science Translational Medicine erschienen ist,  konnte der Mechanismus im Detail aufgedeckt werden und zugleich potentielle Zugriffspunkte für zukünftige Therapieansätze gefunden werden.

Demnach kommt es nach Schlaganfall zu einer Synergie aus stressinduzierter Aktivierung des Knochenmarks und zugleich zu massiver Ausschüttung von Alarminen aus dem Gehirn. Immunzellen des Knochenmarks (sogenannte Monozyten) werden mobilisiert und der Anstieg von immunologischen Botenstoffen (Chemokine) und Adhäsionsmolekülen auf den Gefäßwänden führt zu einer neuen Welle von Immunzellen, die in die Entzündungsherde der vorhandenen Plaques einwandern. Es konnte gezeigt werden, dass dies nicht nur zur Vergrößerung, sondern auch zu einer gesteigerten Vulnerabilität der atherosklerotischen Plaques führt.

Durch pharmakologische Hemmung der adrenergen Knochenmarksaktivierung beziehungsweise der ausgeschütteten Alarmine konnte die Einwanderung entzündlicher Zellen in die Plaques vermindert werden.

Die Ergebnisse dieser Studie wecken die Hoffnung, dass eine Blockade der aufgedeckten immunologischen Checkpoints auch beim Menschen angewendet werden kann. Hierdurch ließe sich möglicherweise die hohe Rezidivrate nach atherosklerotischem Schlaganfall reduzieren.

Publikation
Brain-released alarmins and stress response synergize in acelerating atherosclerosis progression after stroke
Stefan Roth, Vikramjeet Singh, Steffen Tiedt, Lisa Schindler, Georg Huber, Arie Geerlof, Daniel J. Antoine, Antoine Anfray, Cyrille Orset, Maxime Gauberti, Antoine Fournier, Lesca M. Holdt, Helena Erlandsson Harris, Britta Engelhardt, Marco E. Bianchi, Denis Vivien, Christof Haffner, Jürgen Bernhagen, Martin Dichgans, Arthur Liesz

Mittwoch, 14. März 2018

Marathon oder Citylauf: Schmerzmittel nicht vorbeugend einnehmen

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Auf die Plätze, fertig, los. In diesen Wochen sind viele Laiensportler in der finalen Trainingsphase und bereiten sich auf ihren Start bei Läufen in ganz Niedersachsen vor. Doch ob Marathon, Stadtlauf oder Osterlauf: Die Einnahme von verschreibungsfreien Analgetika wie ASS, Diclofenac oder Ibuprofen, vorsorglich oder gegen bestehende Schmerzen, kann gefährlich sein. Die Risiken überwiegen den vermeintlichen Nutzen, warnt die Apothekerkammer Niedersachsen. So erlitten Läufer, die vor dem Start den scheinbar harmlosen Wirkstoff ASS eingenommen hatten, bereits Infarkte oder andere Herzereignisse.

Schmerzmittel im Freizeitsport mit gefährlichen Folgen
Die Einnahme von Schmerzmitteln im Laiensport wird immer populärer, doch die Risiken sind meist unbekannt. Bei einer Umfrage von 4.000 Marathonteilnehmern 2010 in Bonn wurde ermittelt, dass jeder Zweite vor dem Lauf ein Analgetikum eingenommen und rund zehn Prozent bereits unter Ibuprofen oder Diclofenac trainiert hatte – die Gefahren waren dabei rund 90 Prozent der Befragten nicht klar. Doch der Trend zum Schmerzmittel ist riskant. Beim Ausdauersport wird die Durchblutung der Muskulatur aufgrund des höheren Sauerstoffbedarfs erhöht, die Durchblutung des Magen-Darm-Traktes stark und die der Niere leicht herabgesetzt. Beim Laufen werden die inneren Organe zudem durch die ständigen Schüttelbewegungen gestört und beispielsweise die Barrierefunktion der Darmwand beeinträchtigt. Dies wird durch eingenommene Schmerzmittel verstärkt und durch das eingenommene Schmerzmittel gelangen Bakterien und Toxine vermehrt ins Blut, die den gesamten Organismus schädigen und sich negativ auf die Nierenfunktion auswirken. Eine geringere Durchblutung der Niere ist die Folge. Tritt zusätzlich ein Elektrolytmangel durch zu wenig Flüssigkeitszufuhr auf – bei Langstreckenläufern ein häufiges Symptom – kann es zu Nierenschäden kommen. Weitere und oft unerkannte Folge: Blutverluste im Magen-Darm-Trakt oder in der Niere, die zu einer Blutarmut führen können. Sie wird jedoch selten mit dem Sport unter Schmerzmitteln in Verbindung gebracht.
Risiko bewusst machen
Jede vor oder während des Laufes eingenommene Schmerztablette erhöht das Risiko, dass währenddessen oder danach gesundheitliche Probleme auftreten – auch wenn das Mittel aus wichtigem Grund eingenommen wird. Diese Regel sollte jeder Laiensportler beherzigen. Das gilt auch für Analgetika, die nach dem Sport eingenommen werden, um belastungsabhängige Schmerzen zu reduzieren. Ist der Schmerz chronisch, ist auf jeden Fall ein Arztbesuch anzuraten. Hier wird abgeklärt, ob und wie intensiv das Laufen betrieben werden sollte oder eine andere Sportart gesünder ist.
Sport trotz Schmerzen?
Läufer, die trotz Beschwerden starten möchten, sollten sich in der Apotheke vor Ort beraten lassen. Bei Wadenkrämpfen kann die Häufigkeit und Intensität durch die Einnahme von Magnesium reduziert werden. Bei Muskel- und Gelenkschmerzen kann auch eine Salbe helfen. Sie wird lokal aufgetragen und hat dadurch eine deutlich geringere schädigende Wirkung auf den Organismus. Doch auch hier müssen Sportler aufpassen. Werden Muskeln oder Gelenke trotz Problemen überlastet, kann es zu dauerhaften Schäden kommen.
Soll ein Schmerzmittel zum Einsatz kommen, wird der Apotheker auf die erheblichen Risiken hinweisen und den Sportler außerdem um eine Nutzen-Risiko-Einschätzung bitten. Im Beratungsgespräch kann dann auch geklärt werden, ob das Zeitfenster für den Wirkstoffabbau bis zum Start groß genug ist. Bei Kopfschmerzen am Morgen und einer Laufveranstaltung am Nachmittag ist ein Analgetikum vertretbar. Von einer Einnahme wenige Stunden oder unmittelbar vor dem Lauf rät die Apothekerkammer Niedersachsen allerdings ab. Sportliche Höchstleistungen unter dem Einfluss von Schmerzmitteln oder unter Schmerzen verzögern mindestens die Regeneration und können schlimmstenfalls organische Schäden nach sich ziehen. Ein Training bei geringen Schmerzen ist grundsätzlich möglich, sollte jedoch nur leicht ausfallen.
Falsch verstandener Ehrgeiz
Medikamentenmissbrauch im Freizeitsport ist dabei ein genauso großes Problem wie Doping im Wettkampfsport. Laiensportler und auch Profis versprechen sich durch die Schmerzmitteleinnahme besser durch den Lauf zu kommen und einen Abbruch zu vermeiden. Ein Irrtum, denn die Abbruchrate sinkt nicht, sie steigt wegen schmerzmittelbedingter Magen-Darm-Krämpfe sogar an. Schmerzen müssen immer als Warnsignal des Körpers verstanden werden. Wird dieses Signal ausgeschaltet und werden die schmerzenden Muskeln oder Gelenke weiterhin belastet, können sich die Beschwerden sogar verschlimmern. Bei Schmerzen sollte besser auf den Start verzichtet und auf eine der vielen anderen Laufveranstaltungen ausgewichen werden.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Dienstag, 13. März 2018

32 Treffer gegen den Schlaganfall

Allein in Deutschland erleiden jedes Jahr 260.000 bis 280.000 Menschen einen Schlaganfall – also umgerechnet alle zwei bis drei Minuten. Forscher der LMU-Medizin haben gemeinsam mit einem internationalen Team Orte im Erbgut ermittelt, die an der Entstehung von Schlaganfall beteiligt sind. Aus dem Mammut-Projekt könnten neue Therapien erwachsen.

Die neue Studie wurde angestoßen und im Wesentlichen koordiniert von Prof. Dr. Martin Dichgans, dem Leiter des Instituts für Schlaganfall- und Demenzforschung (ISD) am Klinikum der Universität München. Das Forscherkonsortium hat Blutproben von 520.000 Menschen aus allen fünf Kontinenten genommen. 67.000 dieser Menschen hatten bereits einen Schlaganfall (Apoplex) erlitten. Die Studie ist in der aktuellen Ausgabe von Nature Genetics erschienen und ist über diesen Link zu finden: http://dx.doi.org/10.1038/s41588-018-0058-3.

Aus allen Blutproben wurde die Erbsubstanz DNA mit den darin codierten 30.000 Genen isoliert und mit High-Tech-Methoden der modernen Genetik und der Bioinformatik analysiert. Aus der „genomweiten“ Analyse, wie es im Fachjargon heißt, kristallisierten sich 32 Regionen im Erbgut heraus, die mit Schlaganfällen zusammenhängen. Zwei Drittel dieser Stellen im Erbgut standen bisher nicht im Verdacht, einen Apoplex mit zu verursachen. Jede dieser Stellen enthält verschiedene Gene. Für einige der identifizierten Genregionen konnten die Forscher die dem Schlaganfall zugrundeliegenden Erbfaktoren bereits identifizieren. In anderen Fällen müssen die ursächlichen Gene und ihre Wirkungsweise noch erforscht werden.

Die von den Wissenschaftlern gefundenen Genvarianten führen zu molekularen Veränderungen in unterschiedlichen Teilen des Gefäßsystems: den großen Schlagadern, den kleinen Arterien, dem Herzen und den Venen. Letztlich münden diese Veränderungen in den beiden bekannten Prozessen, die Schlaganfälle direkt auslösen:

  • Gefäßverschlüsse durch Veränderungen in der Gefäßwand, durch die lokale Bildung eines Blutgerinnsels oder durch die Bildung eines Blutgerinnsels in anderen Stellen des Gefäßsystems. Solche Gerinnsel werden dann über den Kreislauf ins Gehirn transportiert und führen dort zur Blockade einer Arterie. Besonders häufig geschieht das beim Vorhofflimmern, einer Herzrhythmusstörung mit Veränderungen des Blutflusses in den Herzvorhöfen. Dort entstehende Gerinnsel wandern häufig ins Gehirn.
  • Im Zuge einer Blutung reißt eines der Hirngefäße. Das frei werdende Blut dringt in das umliegende Hirngewebe ein, zerstört es und erhöht den Druck auf lebenswichtige Strukturen.

Nach den neuen Erkenntnissen der Forscher beeinflussen manche der genetischen Risikofaktoren beide, oft als gegensätzlich betrachteten Auslöser. Viele der identifizierten Genvarianten überlappen mit Stellen im Erbgut, die im Verdacht stehen, an bekannten Krankheiten und Störungen der Gefäße beteiligt zu sein, beispielsweise Vorhofflimmern, Arteriosklerose, Venen-Thrombosen oder Bluthochdruck.

Mittel- bis langfristig könnten die Patienten von den Erkenntnissen profitieren. „Über unseren Ansatz lassen sich wirksame Medikamente identifizieren, die Schlaganfall-Patienten zugutekommen“, sagt Martin Dichgans. Zum einen gibt es bereits zugelassene Arzneien gegen andere Erkrankungen, die an Genen ansetzen, die nach den neuen Ergebnissen auch für den Apoplex wichtig sind. Diese Arzneien könnten jetzt auch im Kampf gegen die gefährliche Hirnerkrankung nützlich sein. Zum zweiten lassen sich wahrscheinlich komplett neue Ansatzpunkte für innovative Medikamente finden. Nicht zuletzt, so der LMU-Neurologe, „ergeben sich langfristig vielleicht neue Chancen, um für jeden Patienten das individuelle genetische Risiko für einen Schlaganfall vorherzusagen.“

Originalpublikation:
Rainer Malik, Ganesh Chauhan, Matthew Traylor, Muralidharan Sargurupremraj et al.:
Multi-ancestry genome-wide association study of 520,000 subjects identifies 32 loci associated with stroke and stroke subtypes.

Montag, 12. März 2018

Tanz der Kraniche



Balztanz in den Mooren der Lüneburger Heide

Lüneburg, 12. März 2018 – Es ist etwas los in den Mooren der Lüneburger Heide. In der Zeit von März bis Ende Mai präsentieren die Kraniche ihre Balztänze um dem Weibchen zu imponieren und bauen ihre Nester in den Mooren der Lüneburger Heide.

Die Schönheit der Kraniche und ihre spektakulären Balztänze haben schon in früher Zeit die Menschen fasziniert. Im Frühjahr kehren die Kraniche aus Ihren Winterquartieren zurück und beziehen ihre Nistplätze in den Mooren der Heide.

Zusammen mit den Störchen sind sie die Vorboten des kommenden Frühlings, in dem in der Naturregion Lüneburger Heide neben den Kranichen und Störchen auch die Wollgrasblüte oder die Schachblumenblüte eine große Rolle spielen.

Die Balztänze finden in der frühen Morgendämmerung statt. Im Laufe des März nimmt das Balzverhalten zu und findet in der Paarung seinen Höhepunkt. Es endet in der Regel mit dem Nestbau und der Eiablage. Bis Juli werden dann die Eier gebrütet.

Im Naturschutzgebiet „Meißendorfer Teiche“  sowie im „Postmoor“ im Naturpark Südheide oder im „Schweimker Moor“ in der Region Uelzen bei Bad Bodenteich kann man die Brutzeit der Kraniche erleben.

Aussichtstürme für die Beobachtung der Kraniche

Bei der Vogelbeobachtung sollte man das Fernglas nicht vergessen.

Im Postmoor im Herzen des Naturparks Südheide lassen sich die Vögel am besten von einem Aussichtsturm mit herrlichem Blick über die Niederung des Moores beobachten. Der Aussichtsturm liegt direkt an einer Radtour, denn das Moorgebiet ist eine Naturstation entlang des Lutter-Radweges (Südtour, ca. 48 Kilometer). Wer das Gebiet erwandern möchte gelangt auf den 3,4 bzw 10,1 Kilometer langen Rundwanderegen "Kühe in Halbtrauer" zum Aussichtsturm.

Die Vogelbeobachtung an den Meißendorfer Teichen ist von drei Aussichtstürmen möglich, die über eine 4,6 bzw 8 Kilometer lange Rundwanderwege erschlossen werden. Auf dem naheglegenen Nabu Gut Sunder erhält man weiterführende Informationen und kann die einzigartige Wildtiernis-Ausstellung besuchen. Zudem werden auch geführte Wanderungen zur Vogelbeobachtung sowie zahlreiche attraktive Seminare angeboten.
   
Das Schweimker Moor ist einer der bedeutendsten Brutplätze für Kraniche in Niedersachsen. Vom Aussichtsturm kann man mit etwas Glück morgens früh den Balztanz der Kraniche beobachten.

Anfahrt:

Meißendorfer Teiche (Parkplatz am Nabu Gut Sunder)
Anschrift: Sunder 1, 29308 Winsen (Aller) OT Meißendorf
Koordinaten: N52.725952  E9.821066

Postmoor bei Bargfeld:
Parken: Imkerweg, 29331 Lachendorf OT Bargfeld
Koordinaten Aussichtsturm: N52.705411  E10.362153

Schweimker Moor:
Lage: Schützenstraße, 29354 Lüder
Parken: am Ende der Teerstraße, an der Informationstafel
Koordinaten: N52.778029  E10.643324

Donnerstag, 1. März 2018

Wie fit sind Deutschlands Ohren?


Berlin, 1. März 2018 – Das Hörvermögen der Deutschen unterscheidet sich offenbar je nach Region. So nehmen Menschen in Oldenburg Geräusche, Musik und Gespräche um etwa fünf Dezibel besser wahr als in Rostock. Zumindest belegen das erste Auswertungen des deutschlandweiten „Healthy Hearing Index“ von Mimi Hearing Technologies, die anlässlich des „Welttags des Hörens“ am 3. März präsentiert werden.


Der Index entstand im Rahmen der gemeinsamen Initiative mit der BARMER zum gesunden Hören und basiert auf statistischen Daten, die mit den  Apps „Mimi Hörtest“ und „Mimi Music“ gesammelt wurden. „Schwankungen beim Hörvermögen um einige Dezibel sind noch kein Anlass zur Panik. Der Index soll aber aus gutem Grund für das Thema sensibilisieren. Besonders junge Menschen hören gern laute Musik und können damit ihren Ohren schaden“, sagt Dr. Christian Graf, Abteilungsleiter Prävention bei der BARMER.

Junge Menschen unterschätzen Lautstärke
Dr. Henrik Matthies, Geschäftsführer von Mimi Hearing Technologies, ruft aus diesem Grund vor allem junge Menschen, die ihr Gehör noch nicht getestet haben, auf: „Testet eure Ohren: kostenlos und sehr einfach – in nur sechs Minuten! Zum ‚Welttag des Hörens‘ werden wir auf unserer Website spannend aufbereitete Informationen rund um das Hören präsentieren. Denn wir wollen vor allem Jugendliche in ihrer digitalen Lebenswelt erreichen und zeigen, dass es Spaß macht, mehr über das Gehör zu verstehen.“ Auch Prof. Dr. Birgit Mazurek, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Tinnitus-Stiftung Charité, bestätigt: „Die Zahl junger Menschen mit Hörproblemen wächst rasant. Wir unterstützen den ‚Welttag des Hörens‘ am 3. März, weil Gehörschutz zu unseren zentralen Aufgaben gehört. Ziel ist es, möglichst viele Menschen zu erreichen und zu animieren, achtsamer mit dem eigenen Gehör umzugehen.“

Individuell statt laut

Mit Hilfe der Apps „Mimi Hörtest“ und „Mimi Music“ kann Musik auf dem Smartphone an individuelle Stärken und Schwächen des Gehörs so angepasst werden, dass Nutzer Musik in besserer Qualität hören, und zwar bei geringerer Lautstärke. Damit kann die präventive Idee eines gesunden Hörens in den Alltag integriert werden.Infos rund um „gesundes Hören“ von Mimi finden Sie ab dem 2. März hier: https://gesundes-hoeren.mimi.io

Alle Infos zur Initiative zum gesunden Hören und zum Index von der BARMER ab dem 2. März auf:  www.barmer.de/hoeren

Über Mimi Hearing Technologies
Mimi ist weltweit Spezialist im Bereich der Klang-Personalisierung für ein optimiertes Hör- und Musikerlebnis. Mehr als 1,2 Millionen Menschen haben die Apps von Mimi heruntergeladen. Mit dem Mimi Hearing Test lässt sich das eigene Hörvermögen ermitteln, die Mimi Music-App ermöglicht die Anpassung von Musik an das individuelle Hörprofil.
Weitere Informationen auf https://mimi.io/

Über die BARMER
Die BARMER betreut rund 9,3 Millionen gesetzlich Versicherte und gehört damit zu den größten Krankenkassen in Deutschland. Mit einem dichten Netz aus 400 Geschäftsstellen kümmern sich über 15.000 Mitarbeiter um die Anliegen der Versicherten. Zu den gesetzlichen Aufgaben der BARMER gehört insbesondere auch die Erbringung von Leistungen zur Prävention in Lebenswelten. Die BARMER hat sich zum Ziel gesetzt, ein besonderes Augenmerk auf die Vorsorge bereits bei jungen Menschen zu legen und damit deren Gesundheitsbewusstsein zu fördern.

Sonderausstellung zum frühen Christentum im Alamannenmuseum Ellwangen: "Goldblattkreuze – Glaubenszeichen der Alamannen"

ELLWANGEN (pm) –Im Ellwanger Alamannenmuseum kann man derzeit einiges über die Christianierung des süddeutschen Raumes lernen. Bis 8. April 2018 ist hier die Sonderausstellung "Goldblattkreuze – Glaubenszeichen der Alamannen" zu sehen. Schirmherr der vom Alamannenmuseum in Kooperation mit dem Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg konzipierten Ausstellung ist der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Dr. Gebhard Fürst.

Die Goldblattkreuze des 6. bis 8. Jahrhunderts, von denen bisher mehr als 420 bekannt sind, stellen eine besonders interessante Fundgattung des frühen Mittelalters dar. Bei diesen in Gräbern angetroffenen Kreuzen aus dünner Goldfolie handelt es sich um Beigaben, die eigens für die Bestattung angefertigt wurden. Diese Folienkreuze wurden einst auf einem Leichentuch oder Schleier aufgenäht dem Toten mit ins Grab gegeben. Ihre Verbreitung beschränkt sich fast ausschließlich auf den Bereich der Alamannen und Baiuwaren in Süddeutschland sowie der Langobarden in Italien.

Aufbauend auf den neueren Forschungen zu diesem Thema an der Universität Tübingen beleuchtet die Ausstellung den Grabbrauch der Goldblattkreuze, die als die ersten christlichen Symbole in Süddeutschland zu werten sind, eingebunden in einen Überblick zur Christianisierung der Alamannen. Neu ist etwa die Antwort auf die Frage, wo der Brauch entstanden ist, ebenso die Tatsache, dass dieser offenbar nur in einzelnen Familien üblich war. Anders als bisher gedacht bilden die Goldblattkreuze auch keinen Gegensatz zu gleichzeitig bestehenden Kirchen.

Noch nie waren in einer Ausstellung so viele Goldblattkreuze versammelt, die aus zahlreichen namhaften Museen Süddeutschlands stammen. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bischof Dr. Gebhard Fürst, dem Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart: In der von ihm als bischöfliches Würdezeichen getragenen Brustkette befindet sich die künstlerische Nachbildung des 1936 gefundenen Goldblattkreuzes von Tübingen-Derendingen, Grab 5.

Besondere Funde:
Die meisten Goldblattkreuze sind in der Form eines griechischen Kreuzes gestaltet. Dabei wurde entweder das gesamte Kreuz aus einem Stück Blech geschnitten oder das Stück aus zwei oder mehreren Blechstreifen gebildet. Erstaunlicherweise wurde bis heute kein einziges Goldblattkreuz im Siedelgebiet der Franken oder im frühmittelalterlichen Spanien entdeckt und nur einige wenige stammen aus dem ehemals angelsächsischen England und aus byzantinischen Gebieten am Mittelmeer.

Hotspot Lauchheim:
In Lauchheim im Ostalbkreis kamen insgesamt 14 Goldblattkreuze aus sechs Gräbern zutage, so viele wie nirgends nördlich der Alpen. Da zwei Goldblattkreuze aus verschiedenen Gräbern dieselben Modelabdrücke aufweisen, dürften sie vor Ort von derselben Hand angefertigt worden sein.

Neue Forschungen:
Die erneute Untersuchung und Neubewertung der über 400 Exemplare durch Martina Terp-Schunter, welche die Grundlage der Ausstellung bilden, erlauben tiefgreifende Rückschlüsse auf deren rituelle Funktion während des frühmittelalterlichen Bestattungsablaufs. In der Phase eines noch nicht institutionalisierten Christentums vom 6. bis 8. Jahrhundert wurde mit Hilfe der Goldblattkreuze die gesamte Trauergemeinschaft unter das Zeichen des christlichen Glaubens gestellt und die eigene religiöse Überzeugung für alle Anwesenden offensichtlich.

Zur Ausstellung ist eine 64-seitige, reich bebilderte Begleitpublikation erschienen, die im Museum und im Buchhandel zum Preis von 5,90 € erworben werden kann. Für die Schulen, die mit dem neuen baden-württembergischen Bildungsplan 2016 verstärkt das Thema Christanisierung der Alamannen behandeln, werden eigene museumspädagogische Programme angeboten. Nähere Informationen sind beim Museum unter Tel. 07961/969747 sowie im Internet unter www.alamannenmuseum-ellwangen.de erhältlich.

Sonderausstellung "Goldblattkreuze – Glaubenszeichen der Alamannen" 16.9.2017-8.4.2018
Eine Ausstellung des Alamannenmuseums Ellwangen in Kooperation mit dem Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg
Schirmherrschaft: Seine Exzellenz Bischof Dr. Gebhard Fürst, Diözese Rottenburg-Stuttgart

Alamannenmuseum Ellwangen
Haller Straße 9
73479 Ellwangen
Telefon +49 7961 969747
Telefax +49 7961 969749
alamannenmuseum@ellwangen.de

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 14-17 Uhr
Samstag, Sonntag 13-17 Uhr
sowie nach Vereinbarung

Eintritt: 3,00 €, ermäßigt 2,00 €, Familie 7,00 €

Begleitprogramm:

Führungen am
4.3. und 1.4.2018
jeweils um 15 Uhr

Kuratorenführung mit Martina Terp-Schunter M.A.
8.4.2018
um 15 Uhr

Biographische Führung zur Christianisierung der Alamannen
mit Jürgen Heinritzv
18.3.2018
Um 15 Uhr

Aktionstag mit der Goldschmiedin Esther Schneller
Herstellung von Goldblattkreuzen
Goldschmiedevorführungen und Mitmachaktionen
25.3.2018
von 13-17 Uhr

Darmflora verändert sich günstig unter Walnussverzehr




Weitere LMU-Studie belegt, dass regelmäßiger Verzehr von Walnüssen sich auch günstig auf das Mikrobiom auswirkt

Durch regelmäßigen Walnussverzehr (täglich 43gr über 8 Wochen) verbessert sich nicht nur der Cholesterinspiegel im Blut, sondern auch die Darmflora. Dies ist das Ergebnis einer Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Klaus Parhofer. Bereits in den vergangenen Jahren wurde in Studien gezeigt, dass regelmäßiger Walnussverzehr zu einem Abfall des Non-HDL-Cholesterins („schlechtes“ Cholesterin) führt. Nun folgt die Erkenntnis über die positiven Folgen für das Mikrobiom.

In der prospektiven, randomisierten Walnuss-Studie, dessen Ergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift Nutrients publiziert worden sind, konnte gezeigt werden, dass unter regelmäßigem Walnussverzehr mehr probiotische und Buttersäure produzierende Bakterien im Stuhl nachweisbar sind. „Es ist bekannt, dass die Zusammensetzung der Darmflora Einfluss auf die Gesundheit des Menschen hat. Andererseits weiß man, dass die Ernährung das Mikrobiom beeinflussen kann. In der Studie konnte nun gezeigt werden, dass regelmäßiger Walnussverzehr Bakterien fördert, die mit weniger Übergewicht und weniger Zuckerkrankheit verknüpft sind“,  erklärt Prof. Dr. Parhofer, Oberarzt in der Medizinischen Klinik und Poliklinik IV am Klinikum der Universität München.

Bereits in den vorausgegangenen Walnuss-Studien konnte ein positiver gesundheitlicher Effekt der Walnuss bestätigt werden. Schon 43 Gramm pro Tag verbessern den Fettstoffwechsel und senken das schlechte Cholesterin nachweislich um ca. fünf Prozent. Und das unabhängig davon, ob man bei der Ernährung Fette oder Kohlenhydrate anstelle der Walnüsse weglässt. Somit konnte mit der Studie nachgewiesen werden, dass alleinig der Nussverzehr der ausschlaggebende Faktor für den positiven Effekt auf den Cholesterinspiegel ist.

Originalpublikation:
A Walnut-Enriched Diet Affects Gut Microbiome in Healthy Caucasian Subjects: A Randomized, Controlled Trial
Charlotte Bamberger, Andreas Rossmeier, Katharina Lechner, Liya Wu, Elisa Waldmann, Sandra Fischer, Renée G. Stark , Julia Altenhofer, Kerstin Henze und Klaus G. Parhofer, Nutrients 2018

Mittwoch, 28. Februar 2018

Neue Fotografie-Ausstellung „Konrad Helbig. Am Mittelmeer. Fotografische Erkundungen 1954-1985“

Die dritte Ausstellung in der Fotografie-Reihe „Aus den Archiven“ / Ausstellung vom 1.3.2018-10.6.2018

Sizilien war für den Fotografen, Publizisten und Reisenden Konrad Helbig (1917-1986) ein Sehnsuchtsort. Er besuchte die Insel seit seinem ersten Aufenthalt 1954 bis zu seinem Tod immer wieder und hielt das Alltagsleben sowie Kunst und Kultur Siziliens und vieler anderer Mittelmeerlandschaften in mehr als 160.000 Fotografien fest.

Die Bilder publizierte er ab 1956 in verschiedenen Büchern und Artikeln. Vor allem aber dienten sie ihm als Grundlage für sehr erfolgreiche Lichtbildvorträge, die er in unzähligen Städten Deutschlands hielt. Neben faszinierenden Aufnahmen der antiken und mittelalterlichen Monumente und Kunstwerke des Mittelmeerraums, entstanden zahlreiche Aufnahmen von Land und Leuten. Die Bilder dokumentieren das alltägliche Leben der Menschen und zeigen Orte und Landschaften eines Sizilien, das sich seit Konrad Helbigs letzten Besuchen teils drastisch verändert hat.

Die Ausstellung ergänzt in idealer Weise die den antiken Kulturen Siziliens und des Mittelmeerraumes gewidmete Ausstellung des LVR-LandesMuseums Bonn „Im Meer versunken. Sizilien und die Unterwasserarchäologie“.

Mit der Präsentation realisieren die Partner Deutsche Fotothek Dresden, Stiftung F.C. Gundlach Hamburg sowie das LVR-LandesMuseum Bonn nun bereits zum dritten Mal eine Ausstellung im Rahmen ihres Kooperationsprojektes „Aus den Archiven“.

Dienstag, 27. Februar 2018

Krätze am besten sofort behandeln

Richtige Therapie macht Parasiten den Garaus

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Entzündete Hautpartien, starker Juckreiz, gerötete, schuppige und zum Teil stecknadelkopfgroße Knötchen auf der Haut: Mit diesen Symptomen macht sich Skabies, die Krätze, bemerkbar. Die Hauterkrankung wird von Milben verursacht und kann Menschen jeden Alters treffen. Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, weist darauf hin, dass Krätze nur durch intensiven Hautkontakt und nicht durch bloßes Händeschütteln übertragenwird. Sie rät dazu, einen Krätzeverdacht umgehend vom Arzt abklären zu lassen und dann unverzüglich mit der Therapie zu beginnen.
Übeltäter Krätzmilben
Ein Krätzmilbenbefall ist nicht automatisch ein Beweis für mangelhafte Körperhygiene. Wie häufig Krätze vorkommt, hängt von Faktoren wie der Bevölkerungsdichte, der medizinischen Versorgung, den hygienischen Verhältnissen und dem Gesundheitszustand ab. Die weltweit vorkommenden Skabiesmilben werden hauptsächlich durch einen großflächigen längeren Hautkontakt, zum Beispiel mit dem Partner oder zwischen Eltern und Kindern, übertragen. Die winzigen Parasiten graben sich in die obere Hornschicht der Haut ein und bilden dort kleine Gänge. Dort überstehen die Milben sogar Vollbäder. Während die Krätzmilben bei erwachsenen Patienten vor allem die Haut zwischen Fingern und Zehen, in der Achselgegend und im Genitalbereich befallen, sind Rücken und Kopf selten betroffen. Bei Säuglingen und Kleinkindern können auch die behaarte Kopfhaut sowie die Innenflächen von Händen und Füßen befallen sein.
Diagnose durch den Arzt
Vermutet der Arzt Krätze, wird die Haut des Betroffenen untersucht. Mit einer feinen Nadel kann zusätzlich Material aus dem von der Milbe gegrabenen Gang geholt und unter dem Mikroskop sichtbar gemacht werden. Ein direkter Nachweis der Milben, der Eier oder des Kots als Nachweis für die Krätze.
Juckreiz schnell lindern
In der Therapie kommt eine verschreibungspflichtige Creme zum Einsatz, die gemäß ärztlicher Anweisung großflächig aufgetragen und nach acht bis zwölf Stunden gründlich abgewaschen wird. Die Landesapothekerkammer Hessen rät dazu, mit der Behandlung abends zu beginnen. Erwachsene und Kinder über vier Jahren sollten die Creme auf dem gesamten Körper auftragen, auch Hals, Nacken, Handflächen und Fußsohlen müssen einbezogen werden. Kopf und Gesicht können ausgespart bleiben, es sei denn, es sind mit Scabies befallene Stellen in diesem Bereich vorhanden. Ist die Behandlung erfolgreich, lässt auch der Juckreiz in der Regel rasch nach, nur in Einzelfällen hält er über eine Woche lang an. Damit sich die Haut schneller erholt, kann der Apotheker außerdem eine rückfettende Pflegecreme empfehlen, die der Betroffene zusätzlich für einige Wochen verwendet.
Sind nach zwei Wochen immer noch Symptome vorhanden, wird der Arzt die Anwendung wiederholen lassen. Weitere ärztliche Kontrollen finden in der Regel noch bis zu vier Wochen nach Therapiebeginn statt.
Orale Therapie möglich
Seit 2016 sind in Deutschland auch verschreibungspflichtige Tabletten zur innerlichen Therapie der Krätze zugelassen, die, genau wie die äußerliche Behandlung, nur einmalig angewendet werden. Die Dosierung richtet sich dabei nach dem Körpergewicht des Patienten.
Pflicht: zusätzliche Hygienemaßnahmen
Die Bettwäsche muss täglich gewechselt, getragene Kleidung und Wäsche bei mindestens 60 Grad gewaschen und möglichst heiß im Wäschetrockner getrocknet werden. Ist dies nicht möglich, wird die Wäsche für ein bis zwei Wochen in Plastiksäcken luftdicht verschlossen aufbewahrt, damit die Milben absterben. Außerdem sollten Polstermöbel, Betten und Fußbodenbeläge gründlich abgesaugt werden.
Behandlung im Umfeld
Nicht nur der Patient, auch die Personen, die mit ihm engen Hautkontakt hatten, müssen möglicherweise behandelt werden - auch wenn sie keine Symptome zeigen. Das können Familienangehörige, Mitbewohner der Wohngemeinschaft oder Menschen, die in den letzten vier Wochen engen Hautkontakt zum Erkrankten hatten, sein. Bei Kindern sind enge Freunde sowie Kinder und Betreuer der Kindergartengruppe betroffen.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Montag, 26. Februar 2018

Die Entdeckung einer neuen Krankheit

Seit vielen Jahrzehnten ist der Botenstoff TGF-β1bekannt, doch seine Bedeutung wird immer noch kontrovers diskutiert. Ärzte und Wissenschaftler des Dr. von Haunerschen Kinderspitals der LMU-Medizin haben im Rahmen eines internationalen Netzwerkes jetzt erstmals Kinder mit einem TGF-β1-Funktionsverlust identifiziert. Damit könnten sich Möglichkeiten für die Therapie dieser seltenen Erkrankung eröffnen.

Mahmut (Name geändert) lebt mit seiner Familie in Malaysia. Bereits kurz nach seiner Geburt begann sein Leiden, er hatte eine schwere Darmentzündung, Entwicklungsverzögerungen und zentralnervöse Auffälligkeiten. Niemand in seinem Heimatland konnte ihm wirklich helfen. Sein betreuender Arzt hörte von den wissenschaftlichen Aktivitäten am Dr. von Haunerschen Kinderspital. Hier werden Kinder mit seltenen, rätselhaften Erkrankungen betreut und die Ursachen und Mechanismen der zugrunde liegenden Erkrankungen erforscht.

Unter der Leitung von Professor Christoph Klein kümmerte sich ein klinisches Team von Experten der pädiatrischen Gastroenterologie, pädiatrischen Immunologie und pädiatrischen Neurologie um den Patienten. Die Wissenschaftler in den “Care-for-Rare-Laboratorien” des Dr. von Haunerschen Kinderspitals machten sich zusammen mit internationalen Kollegen derweil Gedanken darüber, was hinter Mahmuts Symptomen stecken könnte.

Nach intensiver Arbeit identifizierten die Forscher Mutationen in Mahmuts Gen für das Zytokin TGF-β1. Die Wissenschaftler hatten damit eine bislang unbekannte Erkrankung entdeckt, “die zwar höchst selten vorkommt, aber wichtige Einsichten vermittelt”, wie Christoph Klein betont. Obwohl dieser Botenstoff seit Jahrzehnten bekannt ist und in vielfältigen Studien untersucht wurde, ist seine Bedeutung für die Entwicklung des menschlichen Organismus und die Funktion verschiedener Organsysteme immer noch nicht gut verstanden. Das Schicksal von Mahmut und inzwischen zwei weiteren Kindern aus Norwegen zeigt nun nicht nur eine zentrale Rolle von TGF-β1 für die immunologische Balance im Darm und die Entwicklung des zentralen Nervensystems. Sie eröffnet auch neue Horizonte für eine gezielte Therapie.

“Mahmuts Fall hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, über die Grenzen der Fachdisziplinen hinauszudenken, um die Ursachen unerkannter Erkrankungen aufzuspüren”, sagt Daniel Kotlarz, der Erstautor der Studie. Die Untersuchung von Kindern mit seltenen Erkrankungen könne einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Funktionen von Genen und Signalwegen im menschlichen Organismus zu erklären. Das, so Kotlarz weiter, “ist wichtig für die Entwicklung neuer Therapieansätze.”

Die Gruppe am Dr. von Haunerschen Kinderspital arbeitet im Rahmen des internationalen Konsortiums “VEO-IBD” (für “very-early-onset inflammatory bowel diseases”) an der Aufklärung seltener Erkrankungen, die sich durch eine gestörte immunologische Balance im Darm manifestieren können. Ziel dieser Arbeiten: neue personalisierte Therapieansätze für immer noch unheilbare Erkrankungen zu entwickeln.

Die Aufklärung der genetischen Ursachen ist ein erster entscheidender Schritt. Für Kinder mit TGF-β1-Defizienz eröffnen sich nun neue Chancen. Denn eine Behandlung mit einem gentechnisch produzierten Zytokin sollte, so die Ärzte, einen günstigen Einfluss auf die Erkrankung haben. Mit Hochdruck arbeitet das Team nun daran, einen solchen Wirkstoff verfügbar zu machen, um betroffenen Kindern zu helfen.

Publikation:
Nature Genetic´s: Human TGF-β1 deficiency causes severe inflammatory bowel disease and encephalopathy' Advance Online Publication at http://dx.doi.org/DOI: 10.1038/s41588-018-0063-6

Freitag, 23. Februar 2018

Den Teufelskreis Migräne genussvoll durchbrechen

Etwa 15 Prozent der Welt­bevölkerung, darunter Millionen Deutsche, sind davon betroffen: Hämmernde, bohrende, furchtbare Kopfschmerzen – für Migränepatienten ein wiederkehrender Horror. Auch Tara Spencer gehört seit 20 Jahren dazu. Doch sie hat einen Weg gefunden, die Beschwerden zu reduzieren: Ernährung. Seit sie darauf achtet, was sie isst, und ihre persönlichen Trigger eliminiert hat, sind die Schmerzen drastisch zurückgegangen.

„Das Kochbuch gegen Migräne“ gibt einen wissenschaftlich fundierten Überblick über die Entstehung und die verschiedenen Ausprägungen von Migräne sowie über bisher gängige Medikamente und Therapien.

Vor allem aber, zeigt das Buch, welch großen Stellenwert die richtige Ernährung bei der Linderung des Migräne-Leidens hat und veranschaulicht dies anhand von 74 einfachen und leicht nachzukochenden Rezepten.

„Das Kochbuch gegen Migräne“ von Tara Spencer erscheint am 28. Februar bei books4success.

Tara Spencer ist Journalistin, Personal Trainer und zertifizierte Ernährungsspezialistin. Ihr Fokus liegt auf Ernährung, verbunden mit der natürlichen Behandlung von Krankheiten und Essstörungen. Dieses Buch hat sie in Zusammenarbeit mit der Association of Migraine Disorders geschrieben.


BIBLIOGRAFISCHE DATEN
Tara Spencer
Das Kochbuch gegen Migräne
Preis: 17,99 € (A: 18,50 €)
224 Seiten | broschiert
ISBN:  978-3-86470-529-8
Kulmbach, 15. März 2018