Mittwoch, 17. Mai 2017

Kontenrahmen zur Verbuchung der Geschäftsvorfälle



Kontenrahmen sind in der Finanzbuchhaltung die Grundlage für die korrekte Verbuchung der Geschäftsvorfälle eines speziellen Wirtschaftszweiges im Bereich doppelte Buchführung. Jedes Unternehmen erstellt auf Basis des jeweiligen Kontenrahmens einen eindeutigen, detaillierten Kontenplan. Um den individuellen Bedürfnissen der einzelnen Unternehmen gerecht zu werden, kann im Kontenplan eine feinere Untergliederung vorgenommen werden, indem z. B. nicht notwendige Konten aus dem Kontenrahmen weggelassen werden.

Aufbau eines Kontenrahmens

Die in einem Kontenrahmen aufgelisteten Sachkonten sind mit einer vierstelligen Nummer von 0001 bis 9999 versehen, die nach dem dekadischen System in 10 Kontenklassen von 0 bis 9 eingeteilt werden. Die einzelnen Ziffern im Kontenrahmen entsprechen verschiedenen Gliederungsebenen. An erster Stelle steht eine Ziffer für die jeweilige Kontenklasse, zu der die Bereiche Anlagevermögen, Umlaufvermögen, Eigenkapital, Fremdkapital, Erträge und Aufwendungen gehören. Die zweite Stelle bezeichnet die Kontengruppe, z. B. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, bevor die Kontenuntergruppe an dritter Stelle angegeben wird. Die Ziffer für das jeweilige Einzelkonto befindet sich an Platz vier.

Kreditorenkonten aus der Kreditorenbuchhaltung

Die Kreditorenbuchhaltung ist eine Unterabteilung der Finanzbuchhaltung mit engem Bezug zum Beschaffungswesen, speziell zum Einkauf. Über ein besonderes Abstimmkonto im Kontenrahmen, auf dem die Salden der verschiedenen Kreditorenkonten summiert werden, wird die Buchhaltung ins Hauptbuch integriert. Die Aufgabe der Buchhaltung ist in erster Linie die Bearbeitung eingehender Rechnungen von Kreditoren wie Lieferanten oder Dienstleistern.

Fazit

Wie man fachkundigen Informationen, z. B. unter http://www.gruendercheck.com/thema/buchhaltungssoftware, entnehmen kann, beinhaltet ein Kontenrahmen systematisch aufgezeichnet die Konten eines Wirtschaftszweiges. In diesen Konten muss im Rahmen der Buchführung jeder Geschäftsvorfall erfasst werden.

Donnerstag, 11. Mai 2017

LVR-LandesMuseum zeigt „Freddie Michael Soethout. Luftstücke“


Eine Sonderausstellung in der Reihe „Szene Rheinland“ im LVR-LandesMuseum Bonn / Laufzeit: 11.5.-16.7.2017

Bonn - Unter dem Titel „Luftstücke“ präsentiert das LVR-LandesMuseum Bonn vom 11.5. bis 16.7.2017 Objekte und großformatige Skulpturen des Kölner Künstlers Freddie Michael Soethout.

Aus Glas und Farbstoffen komponiert Soethout Bilder und Skulpturen. Sie entstehen durch den Einschluss der Farbe in ein Bindemittel, wie etwa Silikon, und des Umkleidens dieses Bindemittels zwischen Glasplatten.

Im Ausstellungsbereich des LVR-LandesMuseum Bonn arrangiert Freddie Michael Soethout ein ungewöhnliches rauschendes Farbenmeer. Raumgreifende Installationen in Form von Zylindern, Wellen, Röhren oder anderen dreidimensionalen Strukturen setzen Blickpunkte im Raum. Im wechselnden Lichteinfall des Tages, scheint sich ihre Farbe immer wieder neu und einzigartig im Raum auszubreiten. Die Wirkung der Farbe entwickelt sich im ständigen Dialog mit den Betrachterinnen und Betrachtern.

Nahezu alle Objekte und Skulpturen sind eigens für die Ausstellung im LVR-LandesMuseum entstanden. Sie orientieren sich dabei an dem Ort und der Architektur des Raumes mit ihren Durchblicken, Zwischenräumen und Verbindungen. So komponiert Soethout Gesamtsituationen mit Farberlebnissen und Farbsensationen im Raum.

Mittwoch, 10. Mai 2017

Mobiles Polarcamp bringt die Antarktis nach Deutschland


Die interaktive Polarausstellung des Alfred-Wegener-Instituts „Science on the Road" tourt im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane durch zwölf deutsche Städte

Berlin - Was sieht man, wenn man in der Antarktis aus dem Fenster schaut? Wie fühlt sich Kleidung an, die selbst bei extremen Minusgraden warmhält? Und warum überwintern Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler überhaupt auf einer kleinen Station inmitten des antarktischen Eises? Besucherinnen und Besucher der Wanderausstellung „Science on the Road" können im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane selbst in die Schuhe von Polarforschern schlüpfen und Antworten auf diese Fragen finden. Zwischen Mai und August schlägt ein mobiles Polarcamp in zwölf deutschen Städten auf, darunter Magdeburg, Hamburg und Stuttgart. Der Eintritt ist frei.

Im Zentrum des Polarcamps steht die sogenannte Kabause mit originalen Ausrüstungsgegenständen. Die mobile Unterkunft bietet den Forscherinnen und Forschern auf Polarexpeditionen Schutz und zeigt eindrücklich, wie sie in der Antarktis teilweise mehrere Wochen lang auf engstem Raum leben. Auf die Besucherinnen und Besucher warten aber noch viele weitere Erlebnisse. Sollte der Sommer nicht mitspielen, können sie sich in echter Polarkleidung aufwärmen. Oder mit einer Virtual-Reality-Brille den Schritt hinaus ins ewige Eis wagen: Ein einzigartiges 3-D-Panorama der Antarktis lässt die Kälte erahnen. Außerdem gibt es an jedem Tour-Stopp die Möglichkeit, den Überwinterern auf der deutschen Antarktisstation Neumayer III zu ihrem Alltag und ihrer Forschung zu befragen.

Neben den extremen Lebensbedingungen steht die Polarforschung im Zentrum der interaktiven Ausstellung. Endlose Weiten aus Schnee und Eis bei enormer Kälte – die Antarktis ist einer der scheinbar lebensfeindlichsten Orte der Welt. Doch der Schein trügt: Pinguine, Schwertwale und Robben sind perfekt an das Leben in Kälte und monatelanger Dunkelheit angepasst und auch Millionen von Fischen und mikroskopisch kleinen Lebewesen tummeln sich im nährstoffreichen Wasser unter dem Eis. Zusammen bilden sie ein faszinierendes, artenreiches Ökosystem. Gleichzeitig hat der Eisschild auf dem antarktischen Kontinent einen maßgeblichen Einfluss auf Ozeanströmungen und das globale Klima. Um die komplexen Zusammenhänge besser zu verstehen und Vorhersagen über die zukünftige Entwicklung dieser Region, der Ökosysteme und des globalen Klimas ableiten zu können, forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das ganz Jahr über vor Ort.

Forschungszelte, Observatorien und eine begehbare Karte der Antarktis zeigen, warum Wissenschaft in den Polarregionen so spannend und wichtig ist und informieren über aktuelle Forschungsergebnisse. Zudem werden an jedem Standort der Wanderausstellung Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts anwesend sein, über ihre Arbeit berichten und Fragen beantworten.

Tourdaten:

24.-25. Juni 2017: Kiel, Ostseekai (Kieler Woche)
01. Juli 2017: Berlin, Tempelhofer Feld
29. Juli 2017: Wiesbaden, Schlossplatz
06. August 2017: Stuttgart, Marktplatz

Weitere Informationen unter www.wissenschaftsjahr.de und www.awi.de/polarcamp.

Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane

Die Meeresforschung ist Thema des Wissenschaftsjahres 2016*17. Zu 71 Prozent bedecken Ozeane und Meere unseren Planeten. Sie sind Klimamaschine, Nahrungsquelle, Wirtschaftsraum – und sie bieten für viele Pflanzen und Tiere Platz zum Leben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Ozeane seit Jahrhunderten; und doch sind sie noch immer geheimnisvoll und in weiten Teilen unerforscht. Im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane geht es um die Ergründung der Gewässer, ihren Schutz und eine nachhaltige Nutzung. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie tragen als zentrales Instrument der Wissenschaftskommunikation Forschung in die Öffentlichkeit. Das Wissenschaftsjahr 2016*17 wird vom Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) als fachlichem Partner begleitet.

Dienstag, 9. Mai 2017

Mit gesunden und gepflegten Füßen in den Frühling starten



Hannover (Apothekerkammer-Niedersachsen) - Der Sommer ruft und auch die Füße wollen an die Luft. Schön, gesund und gepflegt sehen sie mit der richtigen Fußpflege aus der Apotheke aus. Lästige Krankheiten wie Fußpilz sollten bekämpft und Hornhaut beseitigt werden. Auf welche Weise man Verhornungen sanft entfernt, ohne dass es zu Entzündungen kommt und wie man Fuß- und Nagelpilz erkennen, heilen und vorbeugen kann, erklärt die Apothekerkammer Niedersachsen.
Barfußlaufen, Massagen und passende Schuhe halten die Füße gesund
Häufiges Barfußlaufen drinnen und draußen tut den Füßen gut. Ebenso dienen Fußreflexzonenmassagen mit Igelbällen oder Massagerollen der Fußgesundheit. Richtiges Schuhwerk bietet den Zehen genug Platz zu den Seiten und nach oben, ist im Hackenbereich geschmeidig und hat ein dem persönlichen Fuß angepasstes Fußbett. Haben die Zehen zu wenig Platz, treten Schädigungen wie Druckstellen, Hühneraugen und noch schlimmer Fehlstellungen wie Hammerzeh, Krallenzehen bis hin zum Hallux valgus (schiefe Großzehe) auf. Vorsicht ist auch bei hohen Absätzen von über vier Zentimetern geboten: Die Gewichtsverlagerung auf den Vorderfußbereich kann zu Spreizfüßen führen und die Zehen zusammen pressen. Unangenehme Blasen bilden sich schnell bei Schuhen, die zu fest sind oder eng an den Hacken sitzen. Wer seine Füße trainieren möchte, sollte häufig unterschiedliche Schuhe anziehen. Das Wechseln der Schuhe sowie das Tragen von Strümpfen aus Naturmaterialien wie Wolle oder Baumwolle sorgen zudem für ein gesundes Fußklima.
Unangenehme Hornhaut sanft entfernen
Fällt bei der gründlichen Inspektion der Füße auf, dass sich an Hacken oder Zehen vermehrt Hornhaut gebildet hat, können erste kosmetische Maßnahmen wie Fußbäder mit speziellen Fußbadesalzen helfen. Auch Fußpeelings aus Salz und Olivenöl können Abhilfe schaffen und überschüssige Hornhaut beseitigen. Diese dürfen allerdings nur bei unversehrter Haut angewendet werden. Zu radikales Vorgehen bei der Hornhautentfernung kann sogar zu Entzündungen führen. Schrundensalben oder Wund- und Heilsalben lindern rissige Haut an den Hacken. Die natürliche Feuchtigkeitsbalance gesunder Füße erhalten pflegende harnstoffhaltige Cremes (mit Urea).
Lästigem Fußpilz vorbeugen
Ursache des Fußpilzes sind häufig Dermatophyten (Fadenpilze), besonders Trichophyton rubrum, die sich durch Keratin, also die Hornsubstanz in Haut, Haaren und Nägeln ernähren. Eine Übertragung findet häufig über eine Kontaktinfektion statt, beispielsweise über Fußmatten oder Holzroste in Bädern, da Pilze ein feucht-warmes Klima bevorzugen. Seltener sind Hefe- oder Schimmelpilze die Verursacher. Um Fußpilz vorzubeugen, sollte man die Füße nach einem Fußbad, dem Duschen und dem Besuch eines Schwimmbads gut abtrocknen und am besten trocken föhnen. In öffentlichen Badehäusern, Saunen und Wellnessbereichen empfiehlt sich das Tragen von Badeschuhen.
Fußpilz hat viele Symptome
Liegt ein Fußpilzbefall vor, sind meistens Zehen, Fußrand oder die Fußunterseite betroffen. Bei Fußpilz wird zwischen drei Hauptformen unterschieden. Interdigitale Form: Der Fußpilz zeigt sich durch juckende, getrübte, unter Schuppenkrustenbildung abheilende Bläschen, vor allem im Fußgewölbe. Die Haut ist trocken und schuppig oder aufgeweicht und grau-weißlich gequollen. In den Zehenzwischenräumen kommt es zu Erosionen und Hauteinrissen. Squamöse-hyperkeratotische Form: Der Betroffene klagt über trockene schuppende, weiße oder leicht gerötete, meist nicht randbetonte Flecken an der Fußsohle in Form eines Mokassins. Vesikulöse-dyshidrotische Form: Der Pilz tritt an den Fußrändern, Zehenspitzen und Fersen mit gut abgegrenzten, herdförmigen schuppenden Verhornungen und manchmal mit Hautrissen auf. Auch minimale Rötungen in den Zehenzwischenräumen sowie Verhornungen mit feiner Schuppung an Fersen und Fußkanten können von einem Pilz hervorgerufen worden sein. Dieser Pilztyp tritt häufig in Begleitung von Nagelpilz auf.
Erste Hilfe bei Fußpilz aus der Apotheke
Als erste Maßnahme gegen Fußpilz sind Cremes mit Wirkstoffen wie Bifonazol, Clotrimazol, Ketoconazol, Nystatin oder Terbinafin geeignet. Diese werden zum Teil mehrmals täglich oder über mehrere Tage oder Wochen aufgetragen. Bei der Behandlung sollten immer alle Zehenzwischenräume an beiden Füßen behandelt werden.  Einige Präparate werden über vier Wochen angewandt, einige nur wenige Tage oder nur einen Tag. Empfehlenswert ist die Anwendung über das erkennbare Abheilen hinaus. Liegt ein Fußpilzbefall vor, sollte man auf peinliche Hygiene achten. Während der Behandlung sollten die Handtücher und Socken – hier empfiehlt sich Baumwolle – nach einmaliger Verwendung mit speziellen antimykotischen Waschmitteln bei mindestens 60° gewaschen werden. Diese sind in Apotheken erhältlich. Die Schuhe sollte man mit Desinfektionsspray aussprühen und mindestens einen Tag lang trocknen lassen. Teppichböden, Badematten, Fußbodenbelege sollten besonders im Badezimmer gründlich gereinigt werden. Das Einreiben der Füße mit Lavendelöl, Teebaumöl, Eukalyptusöl oder Fußbäder mit Essig können die Behandlung unterstützen.
Nagelpilz ist oft hartnäckig
Nagelpilz ist erkennbar an einer Verfärbung der Nägel, oft am Rand des Nagels, und an einer strukturellen Veränderung des Nagelmaterials, der Nagel ist poröser. Oft geht er gemeinsam mit Fußpilz einher. Begünstigt wird der Nagelpilz durch Druck, einen starken Schlag, zu enge Schuhe, Fußfehlstellungen und zu langsames Nagelwachstum. Auch Bewegungsarmut, allgemeine schlechte Durchblutung, die Kombination von starkem Übergewicht, Insulinresistenz, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck sowie eine geschwächte Immunabwehr können den Pilzbefall fördern. Befallene Nägel werden lokal mit Lacken, die antimykotische Wirkstoffe wie Bifonazol, Ciclopirox oder Amorolfin enthalten, behandelt. Diese werden über einen längeren Zeitraum täglich oder ein bis zweimal in der Woche aufgetragen. Die mechanische Nagelbehandlung gehört in jedem Fall in die Hände von Fachleuten.
Besonders Diabetiker sollten auf ihre Füße achten
Bei Patienten mit Diabetes mellitus ist die Blutmikrozirkulation in den Füßen gestört. Das Schmerzempfinden ist eingeschränkt und Diabetiker laufen deshalb Gefahr, Verletzungen an den Füßen zu übersehen. Sie sollten deshalb regelmäßig die Füße nach kleinen Wunden absuchen, denn diese sind die idealen Angriffspunkte für Pilzsporen. Auch bei Gicht, Übergewicht und künstlichen Gelenken sollten die Füße sorgfältig gepflegt werden. Umfangreiche und kompetente Beratung rund um das Thema „Gesunde Füße“ erhalten Betroffene in der Apotheke ebenso wie Pflegeprodukte für die Füße.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Montag, 8. Mai 2017

sub:marine – Tauchgang auf der re:publica


Im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane setzt die re:publica mit der Subkonferenz „sub:marine" einen Schwerpunkt zu Unterwasserwelten und Meeresforschung.

Berlin - Auf der 11. re:publica geht es vom 8. bis zum 10. Mai 2017 auf Tauchgang in die Welt der Meere und Ozeane. Die heute eröffnete Subkonferenz „sub:marine" im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane bringt Expertinnen und Nachwuchswissenschaftler aus ganz Europa mit Vordenkern der digitalen Branche und der Zivilgesellschaft in den Dialog. Wie sieht die Zukunft der Meeres- und Klimapolitik im postfaktischen Zeitalter aus? Und was hat ein Zeppelin mit Meeresforschung und dem „Uhrwerk Ozean" zu tun? Im „Makerspace" steht Interaktion im Vordergrund: Hier können Teilnehmerinnen und Teilnehmer Meeresbakterien zum Leuchten bringen und Unterwasserklänge per Hydrophon aufspüren.

„Mit Hilfe der Wissenschaftsjahre wollen wir die Menschen motivieren, sich mit Wissenschaft und Forschung zu beschäftigen. Das passt gut zu den Zielen der re:publica: nach vorne denken und neugierig sein. Denn unsere demokratische Gesellschaft braucht Aufgeschlossenheit für neue Erkenntnisse. Und sie braucht eine Verständigung darüber, was belastbare Fakten sind, und was Schein und Vermutung. Deshalb kommen wir nun bereits zum dritten Mal auf der re:publica zusammen", erklärt Matthias Graf von Kielmansegg. Er leitet die Abteilung „Grundsatzfragen; Strategie; Digitaler Wandel" im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das die Wissenschaftsjahre gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD) ausrichtet. Im Wissenschaftsjahr Meere und Ozeane gibt es viele faszinierende Berührungspunkte mit digitalen Technologien: „Innovative Technologien sind bei der Erforschung der Meere nicht mehr wegzudenken", so von Kielmansegg.

Das kann Tiefseeforscherin Prof. Antje Boetius nur bestätigen. Auf der „sub:marine" nimmt sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit auf einen digitalen Tauchgang in die Tiefsee. „Die Tiefen der Ozeane sind für uns schwerer zugänglich als der Mond. Wir brauchen Roboter, die uns Bilder und Daten aufs Forschungsschiff und ins Labor holen." Doch das ist noch nicht alles. Digitale Technologien bringen die Erkenntnisse der Forschung auch in die Bevölkerung. „Wie kann man digitale Medien nutzen, um eine Brücke zwischen Bundesbürgern und Wissenschaftlern zu schlagen?", fragt sich Boetius. „Streaming und soziale Medien bieten riesige Potenziale für moderne Wissenschaftskommunikation, die wir noch intensiver nutzen müssen."

Die re:publica hat sich seit ihrer Premiere 2007 zu einer der weltweit wichtigsten Konferenzen für die Digitalisierung der Wissensgesellschaft entwickelt. 2016 wurde sie von mehr als 8.000 Gästen und über 800 Journalistinnen und Journalisten besucht.

Weitere Informationen: re-publica.com/tags/submarine

Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane


Die Meeresforschung ist Thema des Wissenschaftsjahres 2016*17. Zu 71 Prozent bedecken Ozeane und Meere unseren Planeten. Sie sind Klimamaschine, Nahrungsquelle, Wirtschaftsraum – und sie bieten für viele Pflanzen und Tiere Platz zum Leben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Ozeane seit Jahrhunderten; und doch sind sie noch immer geheimnisvoll und in weiten Teilen unerforscht. Im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane geht es um die Ergründung der Gewässer, ihren Schutz und eine nachhaltige Nutzung. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie tragen als zentrales Instrument der Wissenschaftskommunikation Forschung in die Öffentlichkeit. Das Wissenschaftsjahr 2016*17 wird vom Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) als fachlichem Partner begleitet.

Donnerstag, 4. Mai 2017

Viele Jugendliche wollen die Meere schützen

85 Prozent der Jugendlichen wünschen sich laut forsa-Umfrage mehr Aktionen zum Meeresschutz – auch im Binnenland / Bundesweite Citizen-Science-Aktion „Plastikpiraten" geht im Mai und Juni erneut dem Plastikmüll auf die Spur

Berlin, 04.05.2017. Dass die Verschmutzung der Meere ein massives Umweltproblem darstellt, wissen bereits Schülerinnen und Schüler. 91 Prozent der 10- bis 16-Jährigen haben davon schon einmal gehört, so das Ergebnis einer forsa-Umfrage im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane. Die Mehrheit der Mädchen und Jungen möchte etwas dagegen tun: 85 Prozent der Befragten wünschen sich, dass es mehr Projekte für den Meeresschutz in ihrer Region gibt. Mit der bundesweiten Citizen-Science-Aktion „Plastikpiraten – Das Meer beginnt hier!" im Wissenschaftsjahr 2016*17 kommt das Bundesministerium für Bildung und Forschung diesem Wunsch nach.

Großes Umweltbewusstsein und Engagement|

Jugendliche wissen über viele der menschengemachten Umweltprobleme Bescheid. Durch Plastikmüll verschmutzte Meere sind dabei noch vor dem Klimawandel das bekannteste Problem. Dass sie selbst etwas für den Schutz der Meere tun können, meinen laut forsa-Umfrage über zwei Drittel aller Befragten: beispielsweise, indem sie Plastikmüll vermeiden oder zumindest ordnungsgemäß entsorgen. An einem konkreten Meeresschutzprojekt teilgenommen haben jedoch nur vier Prozent der Befragten. Der Hauptgrund ist, dass es nicht genug Angebote gibt, sei es im schulischen oder außerschulischen Bereich. Dabei ist bei den Jugendlichen durchaus Interesse vorhanden: 50 Prozent geben an, dass sie gerne an einem Projekt zum Schutz der Meere teilnehmen würden, weitere 34 Prozent der Befragten sind nicht abgeneigt.

„Plastikpiraten" für den Meeresschutz

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung bietet Jugendlichen von 10 bis 16 Jahren nun die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und sich in ihren Heimatorten für den Meeresschutz zu engagieren. Als „Plastikpiraten" sind Schulklassen und Jugendgruppen ab sofort aufgerufen, die Plastikbelastung ihrer heimischen Bäche und Flüsse zu dokumentieren. Denn der Großteil des Plastikmülls im Meer gelangt auf dem Wasserweg dorthin. Bis zum 30. Juni können die Jugendlichen deutschlandweit auf Forschungsexpedition gehen und Daten sammeln. Die Ergebnisse werden von der Kieler Forschungswerkstatt ausgewertet und gehen in ein Forschungsprojekt ein. Bereits im Herbst 2016 haben mehr als 180 Gruppen Daten erhoben. Aufgrund des positiven Feedbacks wird die Citizen-Science-Aktion nun wiederholt. Denn es zeigt sich, dass die jungen Umweltschützer nicht nur mit Engagement und Spaß bei der Sache waren, sondern dass der persönliche Einsatz auch zum Umdenken im Alltag führen kann. „Beim Einkaufen mit den Eltern achten viele meiner Schülerinnen und Schüler nun sehr darauf, Plastik soweit es geht zu vermeiden," berichtet Ellen Flemisch, Lehrerin an der Integrativen Montessori Schule an der Balanstraße München, vom Erfolg der Aktion. „Stattdessen versuchen sie beispielsweise Glasbehälter zu kaufen und mitgebrachte Stofftaschen oder Körbe zu verwenden." Einen nachhaltigen Effekt konnte auch Lehrerin Karin Loritz von der Erich-Kästner-Realschule Offenburg bei ihren Schülerinnen und Schülern beobachten. „Aus eigenem Antrieb haben sie ein „Green Team" gegründet. Sie verabreden sich privat und sammeln Plastikmüll ein."

Das Meinungsbild von forsa stützt sich auf die Befragung von 1.004 Jugendlichen zwischen 10 und 16 Jahren im März und April 2017.

Weitere Informationen zu den „Plastikpiraten" gibt es unter:

Gerne können Sie für Ihre Berichterstattung auch das angehängte Bildmaterial unter Angabe des folgenden Copyrights verwenden: © BMBF/Wissenschaftsjahr 2016*17. Wenn Sie Interesse haben, eine Probennahme der „Plastikpiraten" in Ihrer Region redaktionell zu begleiten, wenden Sie sich an das Redaktionsbüro Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane.

Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane


Die Meeresforschung ist Thema des Wissenschaftsjahres 2016*17. Zu 71 Prozent bedecken Ozeane und Meere unseren Planeten. Sie sind Klimamaschine, Nahrungsquelle, Wirtschaftsraum – und sie bieten für viele Pflanzen und Tiere Platz zum Leben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Ozeane seit Jahrhunderten; und doch sind sie noch immer geheimnisvoll und in weiten Teilen unerforscht. Im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane geht es um die Ergründung der Gewässer, ihren Schutz und eine nachhaltige Nutzung. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie tragen als zentrales Instrument der Wissenschaftskommunikation Forschung in die Öffentlichkeit. Das Wissenschaftsjahr 2016*17 wird vom Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) als fachlichem Partner begleitet.

Donnerstag, 27. April 2017

Alkoholkonsum beeinflusst das Auftreten von Herzrhythmusstörungen



Eine Studie mit Besuchern des Münchner Oktoberfests zeigt bei 30 Prozent der Teilnehmer Herzrhythmusstörungen auf

München - An Besuchern des Münchner Oktoberfests konnten Forscher des Klinikums der Universität München und des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislaufforschung e.V. (DZHK) zeigen, dass mit höherem Alkoholspiegel das Risiko für Herzrhythmusstörungen ansteigt. Die Studie, die ganz aktuell in der Zeitschrift European Heart Journal veröffentlicht wurde, untersucht erstmals einen Zusammenhang zwischen akutem Alkoholkonsum und Herzrhythmusstörungen prospektiv, d.h. während bzw. unmittelbar nach dem Alkoholkonsum, an einer großen Anzahl von Probanden.

Die Ergebnisse sind deshalb von besonderer Bedeutung, da Mediziner seit langem vermuten, dass durch Alkohol ausgelöste Herzrhythmusstörungen unter Umständen zu Vorhofflimmern führen können. Besteht Vorhofflimmern über einen längeren Zeitraum, können Schlaganfälle oder eine Herzschwäche die Folge sein. Dieser vermutete Zusammenhang zwischen dem Genuss großer Alkoholmengen über einen kurzen Zeitraum und dem Auftreten von Herzrhythmusstörungen bei sonst eigentlich Herzgesunden wird als „Holiday Heart Syndrome“ bezeichnet, wurde jedoch bislang nur in kleinen Studien und nicht prospektiv nachgewiesen.

Unter der Führung der Wissenschaftler PD Dr. med. Stefan Brunner und PD Dr. med. Moritz Sinner, beide aus der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des Klinikums der Universität München, konnten im Jahr 2015 an allen 16 Festtagen auf dem Münchener Oktoberfest 3028 freiwillige Teilnehmer untersucht werden. Dabei hatten die Teilnehmer unterschiedliche Mengen an Alkohol konsumiert. Die Alkoholspiegel reichten dementsprechend von 0 bis 3,0 Promille (0-3,0 g/kg), der laut Studienprotokoll für die Teilnahme maximal erlaubten Alkoholmenge. Das Alter der Teilnehmer lag im Mittel bei 35 Jahren, 30 Prozent der Teilnehmer waren Frauen. Die Forscher registrierten Elektrokardiogramme (EKGs) mit einem tragbaren, Smartphone-basierten System, um den Herzrhythmus zu analysieren. Der Alkoholspiegel wurde mit einem Atemalkoholmessgerät erfasst. Bei der Durchführung des Projektes wurden die Autoren durch die Stiftung für Biomedizinische Alkoholforschung, das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislaufforschung e.V. (DZHK) und die Europäische Kommission unterstützt.

Die Häufigkeit der Herzrhythmusstörungen in der Allgemeinbevölkerung liegt bei ca. 1 bis 4 Prozent. In ihrer Studie fanden die Forscher Herzrhythmusstörungen bei 30,5 Prozent der Teilnehmer. In 25,9 Prozent der Fälle lag dabei eine sogenannte Sinustachykardie vor, bei der das Herz schneller als normal schlägt. Die Atemalkoholkonzentration war dabei signifikant mit einem erhöhten Risiko für Herzrhythmusstörungen in Verbindung zu bringen: pro zusätzlichem Gramm pro Kilogramm Alkohol erhöhte sich das Risiko für Herzrhythmusstörungen um 75 Prozent.

Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und beschleunigter Herzfrequenz auch in anderer Studie belegt

Die Forscher untersuchten zusätzlich den Einfluss von gewohnheitsmäßigem, chronischen Alkoholkonsum bei 4131 Teilnehmern der sogenannten KORA S4 Studie (Kooperative Gesundheitsforschung im Raum Augsburg), einer Untersuchung in der Allgemeinbevölkerung. „Diese Teilnehmer entsprechen der typischen Allgemeinbevölkerung. Die Allermeisten waren bei der Untersuchung gesund und allenfalls wenige waren schwere Trinker. Für diese Studie quantifizierten wir die mittlere konsumierte Alkoholmenge in Gramm pro Tag“, erklärt Dr. Sinner.

In der KORA Studie wiesen nur 2,7 Prozent der Teilnehmer Herzrhythmusstörungen auf, wobei 0,4 Prozent eine Sinustachykardie hatten. Es bestand dennoch auch hier eine geringe, jedoch signifikante Assoziation zwischen der täglichen Alkoholmenge und Sinustachykardie. Die Wahrscheinlichkeit hierfür erhöhte sich um drei Prozent pro zusätzlichem Gramm Alkohol pro Tag. „Wir bestätigten den Zusammenhang zwischen Sinustachykardie und chronischem Alkoholkonsum in der KORA Studie. Zwar war der Effekt deutlich schwächer verglichen mit dem Einfluss von akutem Alkoholkonsum, dennoch konnten wir unsere Hauptergebnisse auf dem Oktoberfest bestätigen“, ergänzt Dr. Sinner.

„Der Ausgangspunkt unserer Untersuchungen waren die nicht ausreichend schlüssigen Berichte über das ‚Holiday Heart Syndrom‘, das durch akuten Alkoholkonsum ausgelöste Vorhofflimmern. In unserer Studie konnten wir zwar nicht unmittelbar nachweisen, dass es aufgrund von akutem Alkoholkonsum sofort zu Vorhofflimmern kommt. Jedoch fanden wir eine sehr starke und robuste Assoziation mit zwischen Alkohol und Herzrhythmusstörungen, die als Vorstufe von Vorhofflimmern angesehen werden können“, geben die Autoren an.

Insbesondere zeigte sich ein Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Veränderungen in den atemabhängigen Schwankungen der Herzrate, der sogenannten respiratorischen Sinusarrhythmie. Die respiratorische Sinusarrhythmie spiegelt ein Ungleichgewicht in der autonomen Nervenversorgung des Herzens wider – also im unbewussten Kontrollsystem, welches die Körperfunktionen wie Herzschlag oder Atmung kontrolliert. „Es ist bekannt, dass Vorhofflimmern auftreten kann, wenn Patienten eine durch ein autonomes Ungleichgewicht ausgelöste Sinustachykardie entwickeln“, sagt Dr. Sinner. „Unsere Studie konnte das ‚Holiday Heart Syndrom‘ nicht prospektiv beweisen, aber sie wird Klinikern und Wissenschaftlern helfen, die Veränderungen im Kreislauf besser einzuordnen. Außerdem haben wir die Voraussetzungen für weitere Forschung auf diesem Gebiet geschaffen. Hierzu sind bereits mehrere Nachfolgestudien in Arbeit.“ „Insbesondere sollen so die autonome Imbalance durch akute Alkoholexposition besser quantifiziert und herausgefunden werden, ob Vorhofflimmern und andere längerdauernde Herzrhythmusstörungen im Verlauf nach akutem Alkoholkonsum auftreten“, fügt Dr. Brunner hinzu.

Die Forscher hegen den Verdacht, dass die auf dem Oktoberfest erfassten Herzrhythmusstörungen oftmals nur zeitlich begrenzt waren und diese zu einem Ende kamen, wenn die Teilnehmer wieder nüchtern wurden. Sicher ist dies jedoch nicht, da die EKGs nur einmalig registriert wurden. Sollten Teilnehmer bereits eine zugrundeliegende Herzerkrankung aufweisen, könnte die durch den Alkohol ausgelöste Herzrhythmusstörung auch fortdauern. „Um diese Fragen endgültig beantworten zu können, werden wir weitere Forschungsergebnisse mit längerer Erfassung des EKGs nach Alkoholkonsum benötigen“, fassen die Autoren zusammen.

Originalpublikation:
Alcohol consumption, sinus tachycardia, and cardiac arrhythmias at the Munich Octoberfest: results from the Munich Beer Related Electrocardiogram Workup Study, by Stefan Brunner et al. European Heart Journal
doi: 10.1093/eurheartj/ehx156

Mittwoch, 26. April 2017

575 Elbkilometer aktiv für die Meeresforschung: Mitschwimmerinnen und Mitschwimmer für Rekordstaffel gesucht!

Im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2016*17 – Meere und Ozeane startet im Juni die bislang größte Freiwasser-Schwimmstaffel Deutschlands: Die Elbschwimmstaffel rckt als einzigartige Mitmach- und Forschungsveranstaltung die Bedeutung von sauberen Fließgewässern fr Meere und Ozeane in den Mittelpunkt.

Berlin -. Alle (Wasser-)Wege fhren ins Meer. Fr den Schutz der Meere und Ozeane sind saubere Fließgewässer somit unabdingbar. Um diesen Zusammenhang hervorzuheben, formiert sich vom 24. Juni bis zum 12. Juli die bislang größte Freiwasser-Schwimmstaffel Deutschlands: Die Elbschwimmstaffel. Unter dem Motto „Das Meer beginnt hier!“ bietet die Mitmach-Aktion im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2016*17 – Meere und Ozeane interessierten Brgerinnen und Brgern die Gelegenheit, sich aktiv mit Forschung auseinanderzusetzen und sich somit am Meeresschutz zu beteiligen.

Ab sofort besteht die Möglichkeit, sich unter www.elbschwimmstaffel.de fr die Teilnahme an der Aktion anzumelden und einer von rund 200 Schwimmerinnen und Schwimmern der bislang größten Staffelmannschaft zu sein, die jemals ein deutsches Fließgewässer durchschwommen hat.

Am Beispiel der Flusslandschaft Elbe wird zugleich aufgezeigt, wie Mensch und Umwelt von einem sauberen Fluss profitieren. Hierfr wird die Staffel von drei Forschungsprojekten wissenschaftlich begleitet: Die Technische Universität Berlin untersucht Mikroplastik im Wasserkreislauf, das Karlsruher Institut fr Technologie fhrt eine Gewässeranalyse durch und die Technische Universität Dresden geht der Frage nach einer gemeinsamen Umsetzungsmöglichkeit von Hochwasserschutz und naturnaher Gewässerentwicklung nach.

Der Startschuss fällt am 24. Juni in Bad Schandau. Von dort aus wird die Staffelmannschaft eine Strecke von insgesamt 575 km die Elbe hinab schwimmen. Die Strecke beinhaltet 19 Tagesetappen. Eine Schwimmstrecke hat jeweils eine Länge von 2 km. Zum Schwimmen aufgerufen sind alle Erwachsenen, die keine gesundheitlichen Einschränkungen haben, körperlich fit sind und mindestens das Schwimmabzeichen in Bronze (Freischwimmer) abgelegt haben. Bundesforschungsministerin Johanna Wanka betont: „Galt die Elbe vor 25 Jahren noch als einer der schmutzigsten Flsse Europas, so zeigt sie heute, was durch ein gezieltes Zusammenwirken von Politik, Behörden, Wissenschaft und Gesellschaft möglich ist. Am Beispiel Elbe wollen wir die Menschen direkt an Meeres- und Fließgewässerforschung heranfhren, sie aktiv einbeziehen und ihre vielfältigen Aspekte – von Fischansiedlung bis zu Mikroplastik – anschaulich darstellen.“

Ob sportlich-ehrgeizig, umweltbewusst oder wissenschaftlich interessiert – Die Elbschwimmstaffel ist ein einmaliges Mitmach- und Forschungsereignis, das neben der aktiven Brgerbeteiligung vor allem die breite Öffentlichkeit fr das Thema der nachhaltigen Nutzung sowie fr den Schutz unserer Meere und Ozeane sensibilisiert.

Weitere Informationen finden Sie unter:


Gerne können Sie die beigefgten Grafiken unter Angabe des folgenden Copyrights fr Ihre Berichterstattung verwenden:
©BMBF/Wissenschaftsjahr 2016*17

Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane

Die Meeresforschung ist Thema des Wissenschaftsjahres 2016*17. Zu 71 Prozent bedecken Ozeane und Meere unseren Planeten. Sie sind Klimamaschine, Nahrungsquelle, Wirtschaftsraum – und sie bieten fr viele Pflanzen und Tiere Platz zum Leben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Ozeane seit Jahrhunderten; und doch sind sie noch immer geheimnisvoll und in weiten Teilen unerforscht. Im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane geht es um die Ergrndung der Gewässer, ihren Schutz und eine nachhaltige Nutzung. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums fr Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie tragen als zentrales Instrument der Wissenschaftskommunikation Forschung in die Öffentlichkeit. Das Wissenschaftsjahr 2016*17 wird vom Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) als fachlichem Partner begleitet.

Donnerstag, 20. April 2017

Woher kommt der Fisch auf unserem Tisch?


Kinder und Jugendliche überprüfen als #fischdetektive die Herkunft von Speisefischen

Berlin - Auf Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren wartet diesen Sommer die #fischdetektive challenge. Sie sind aufgerufen, Fisch aus dem deutschen Handel auf seine Herkunft zu überprüfen. Ab sofort können sie sich für die Teilnahme am Citizen-Science-Projekt #fischdetektive im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane über die Internetseite www.fischdetektive.de oder die Webapp anmelden und bekommen das benötigte Probenahme-Kit kostenlos zugesandt.

Über 30 Prozent der weltweiten Fischbestände sind überfischt. Verbindliche Fangquoten sollen dies eigentlich verhindern, doch eine flächendeckende Überwachung aller Fischereiflotten ist kaum zu bewerkstelligen. Doch die Verbraucherinnen und Verbraucher können selbst mithelfen, dass sich Fische aus überfischten Beständen nicht mehr gut verkaufen lassen. Zu allen verkauften Fischen und Fischprodukten müssen Angaben über die Fischart, Fangregion und -methode vorliegen. Ob diese auch stimmen, soll bei der #fischdetektive challenge überprüft werden.

Am 8. Juni, dem Welttag der Ozeane, startet die bundesweite Kampagne. Drei Wochen lang ziehen die jungen Detektive dann mit Probenahme-Kits durch Supermärkte, Restaurants und Fischläden, um Proben zu sammeln. Dabei sind nur winzige Gewebeproben nötig, um Arten und Bestände mit Hilfe eines „genetischen Barcodings" zu identifizieren. Die Analyse der Proben übernehmen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Molekularlabor des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel.

Während des gesamten Aktionszeitraums können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Punkte sammeln. Unter den Detektiven, die am Ende auf der Bestenliste ganz oben stehen, werden spannende Preise verlost, zum Beispiel eine Mitfahrt auf einem Forschungsschiff des GEOMAR oder die Möglichkeit, bei der Analyse der Fischproben selbst dabei zu sein. Punkte gibt es für das Einsenden von Proben, wobei die Punktzahl vom Kaufort abhängt – denn Supermarkt, Fischladen oder Restaurant machen es unterschiedlich schwer, alle benötigten Informationen zu erhalten. Zusätzlich kann das Punktekonto durch Interaktionen auf der Website www.fischdetektive.de aufgebessert werden.

Alle Informationen zum Projekt sind auf der Website oder in der Webapp nachzulesen. Hier finden sich auch ein Erklärvideo und jede Woche neue Antworten auf viele Fragen rund um das Thema Fisch. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden zeitnah über die Untersuchungsergebnisse ihrer Proben informiert und können diese auch auf der Website verfolgen.

Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane

Die Meeresforschung ist Thema des Wissenschaftsjahres 2016*17. Zu 71 Prozent bedecken Ozeane und Meere unseren Planeten. Sie sind Klimamaschine, Nahrungsquelle, Wirtschaftsraum – und sie bieten für viele Pflanzen und Tiere Platz zum Leben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Ozeane seit Jahrhunderten; und doch sind sie noch immer geheimnisvoll und in weiten Teilen unerforscht. Im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane geht es um die Ergründung der Gewässer, ihren Schutz und eine nachhaltige Nutzung. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie tragen als zentrales Instrument der Wissenschaftskommunikation Forschung in die Öffentlichkeit. Das Wissenschaftsjahr 2016*17 wird vom Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) als fachlichem Partner begleitet.

Mittwoch, 19. April 2017

»… mein Liebling Däumlinchen …« feiert 60. Geburtstag


Foto: Däumlinchen, Max und Moritz, 1958, Leihgabe; Foto: Museen/Göbner



Donauwörth (std) - In ihren 1998 veröffentlichten Erinnerungen „Lebenszeit“ schreibt Hanne Adler Kruse in einem Brief vom 17. Januar 1958: „Wir haben sehr hübsche neue Modelle gemacht, und besonders mein Liebling Däumlinchen hat reizende neue Kleidchen gekriegt, ein Pärchen, Max und Moritz, von dem ich annehme, daß es wieder ein Schlager werden wird.“ Ein Jahr zuvor wurde die neue 25 Zentimeter kleine Puppe auf der Nürnberger Spielwarenmesse vorgestellt und erfreute sich sofort großer Beliebtheit, die bis heute anhält. Die Besonderheit ist die Herstellungstechnik: Der Körper besteht aus einem biegsamen Drahtgestell, über das Schaumstoff geklebt wurde. Ein Trikotüberzug bildet die Oberfläche. Der Kopf aus Kunststoff wird mit einer Echthaarperücke ausgestattet, selten gibt es auch gemaltes Haar. Diese Abkehr von der traditionellen Herstellung mit aufwendig gestopften Körpern und bemalten Stoffköpfen erlaubte es, diese Puppe zu einem günstigeren Preis auf den Markt zu bringen.

Hanne Adler Kruse sah ihre Rolle in der Bewahrung der Tradition, die von ihrer Mutter Käthe Kruse begründet wurde. Sie sah sich als Nachfolgerin aber auch in der Verantwortung, mit neuen Modellen in moderner Herstellungstechnik und Formensprache den Fortbestand der Käthe-Kruse-Puppe zu sichern. So schuf sie zusammen mit ihrem Mann Heinz Adler eine ganze Reihe neuer Puppenmodelle, die heute teilweise ebenso wie die früheren Modelle der Mutter zu den Klassikern unter den Käthe-Kruse-Puppen gehören. Einer dieser Klassiker ist mit Sicherheit das Däumlinchen, das seit 60 Jahren Kinderherzen erfreut und Sammler inspiriert.

Die Sonderausstellung zeigt in einem Überblick viele verschiedene Modelle des Däumlinchens und stellt diese in den Zusammenhang mit anderen Puppenmodellen der Nachkriegszeit aus der Manufaktur von Käthe Kruse und auch anderer Puppenhersteller. Das Däumlinchen eignet sich durch die Biegsamkeit der Körper in besonderer Weise für die Gestaltung ansprechender Szenen. Dies erkannte auch Max Kruse jun., der in den Jahren 1958 – 1966 Fotos für Postkarten mit Däumlinchen angefertigt hat. Weitere Informationen zur Sonderausstellung und dem Begleitprogramm unter www.donauwoerth.de oder bei der Museumsleitung unter Tel. 0906/789-170. Veranstaltungsort: Käthe-Kruse-Puppen-Museum, Pflegstraße 21 a, 86609 Donauwörth, e-Mail: museen@donauwoerth.de

Montag, 10. April 2017

Gewichtszunahme nach einer Diät vermeiden


Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Spätestens die ersten Sonnenstrahlen und die steigenden Temperaturen rufen den Wunsch auf den Plan, ein paar Kilo abzuspecken. Während dies mit körperlicher Tätigkeit in der Regel einige Zeit in Anspruch nimmt, versprechen sogenannte Formula-Diäten sichtbaren Gewichtsverlust in kurzer Zeit. Doch wenn die Ernährung nicht gleichzeitig umgestellt wird, droht ein Jojo-Effekt, weiß die Apothekerkammer Niedersachsen. Wer nachhaltig abnehmen will, sollte sich in der Apotheke vor Ort beraten lassen.

Der schnelle Weg zum Erfolg?

Bei einer Formula-Diät nimmt man statt der Mahlzeiten industriell vorgefertigte Drinks, Riegel oder Suppen zu sich. Die Mahlzeiten enthalten zwischen 200 und 400 Kilokalorien. Werden alle Mahlzeiten durch die Formula-Gerichte ersetzt, nimmt man zwischen 800 und 1200 Kilokalorien pro Tag zu sich. Dies ist deutlich weniger als der Bedarf. Frauen benötigen zwischen 1800 und 2500 Kilokalorien, Männer sogar zwischen 2300 und 3100 Kilokalorien jeweils je nach Körpermasse und Aktivitätsgrad. So verbraucht ein Bauarbeiter bei körperlich schwerer Arbeit mehr Kalorien als ein Sachbearbeiter, der die meiste Zeit des Tages sitzend verbringt. Da bei einer Formula-Diät die Eiweißbilanz ausgeglichen ist, darf die Diät bis zum Erreichen des Wunschgewichts durchgeführt werden.

Achtung bei Vorerkrankungen und bei erhöhtem Nährstoffbedarf

Nicht zu empfehlen sind Formula-Diäten für Patienten mit schweren chronischen Erkrankungen wie zum Beispiel bei schwerem Gewichtsverlust hervorgerufen durch Tumorerkrankungen, bei Aids, bei einer fortgeschrittenen Leber- oder Niereninsuffizienz oder bei einer dekompensierten Schilddrüsenüberfunktion. Bei Diabetes mellitus Typ 1, fortgeschrittener Erkrankung des Herzens durch Engstellen oder Verschlüssen der Herzkranzgefäße, bei Magen- oder Dünndarmgeschwüren sowie bei akuten oder chronischen Infekten, sollte vor der Diät immer ein Arzt hinzugezogen werden. Aufgrund des besonderen Nährstoffbedarfs sollten auch Schwangere und Stillende sowie Kinder und Jugendliche auf diese Diätform verzichten. Besonders in der sensiblen Wachstums- und Entwicklungsphase von Kindern und Jugendlichen besteht sogar ein Mehrbedarf an Mikronährstoffen wie Folsäure, Iod, Vitamin D, Calcium und langkettigen Omega-3-Fettsäuren bei nur wenig erhöhtem Energiebedarf.

Formula-Diät mit Ernährungsumstellung kombinieren

Ein Nachteil bei der Formula-Diät sind die eintönigen, häufig süßen Geschmacksvarianten. Sie erschweren das Durchhalten der Diät, besonders wenn der Abnehmwillige ausschließlich Formula-Mahlzeiten zu sich nimmt. Ferner kommt es zu keinem Lerneffekt. Die Betroffenen setzen sich nicht mit den Vorteilen einer gesunden und ausgewogenen Ernährung auseinander, sodass es nach der Diät meist nicht zu einer Änderung des bestehenden Ernährungsverhaltens kommt, was zu einem sogenannten Jojo-Effekt führen kann. Ein Wundermittel zum mühelosen Abnehmen und dauerhaften Schlanksein sind Formula-Diäten nicht. Wer sein Gewicht reduzieren will, kommt um eine Ernährungsumstellung nicht herum. Wer diese mit einer Formula-Diät kombiniert, hat schnelle Erfolgserlebnisse und ist somit gut motiviert, die Umstellung durchzuhalten.

Gewichtszunahme nach Diät vermeiden

Wer nach einer Diät wieder ganz normal isst, nimmt häufig zu. Am besten ist es, die Kalorienzahl nach der Diät langsam um 200 Kilokalorien pro Woche zu steigern. Es kann zum Beispiel hilfreich sein, eine oder zwei Mahlzeiten durch einen Formula-Drink zu ersetzen.

Laut einer Diogenes Studie spielt aber auch die Zusammensetzung der Ernährung mit Blick auf Nährstoffe wie Proteine und Kohlenhydrate eine wichtige Rolle. Wer sein Gewicht halten will, sollte viel mageres Fleisch wie zum Beispiel Geflügel und fettarme Milchprodukte sowie kalorienarme Fischarten wie zum Beispiel Scholle, Schellfisch oder Rotbarsch essen. Unbedingt verzichten sollte man hingegen auf schnell verwertbare Kohlenhydrate, die in Weißbrot und Zucker enthalten sind.

Zur Gewichtsabnahme mehrere Maßnahmen kombinieren
Menschen, die langfristig Gewicht verlieren und fitter werden wollen, sollten sich professionell beraten lassen. Apotheker, die in der Ernährungsberatung weitergebildet sind, bieten beispielsweise eine individuelle Beratung an, mit welchen Nahrungsmitteln der tägliche Speisenplan optimal zusammengesetzt werden kann – jeder Mensch ist schließlich anders. Generell gilt jedoch: Je mehr unterschiedliche Maßnahmen wie Ernährungsumstellung und mehr Bewegung kombiniert werden, desto besser sind die Ergebnisse bei der Gewichtsabnahme. Auch Veränderungen im Essverhalten sind nützlich. Wichtig ist, langsam zu kauen, die Mahlzeit nicht vor dem Fernseher einzunehmen und nicht im Gehen oder Stehen zu essen. Hält man sich an diese Regeln, stellt sich schneller ein Sättigungsgefühl ein. Sport ist besonders wichtig, um das Gewicht dauerhaft zu reduzieren. Dazu zählt nicht nur Ausdauersport, sondern auch moderates Krafttraining, da mehr Muskeln – sogar im Ruhezustand – auch mehr Kalorien verbrauchen.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Freitag, 7. April 2017

Individualrezepturen sind für Kinder besonders wichtig

Richtige Wirkstoffdosierung ist entscheidend

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Benötigen Kinder Medikamente, muss die Wirkstoffdosierung für die kleinen Patienten geeignet sein. Ob Zäpfchen, Salben oder Tabletten, nicht immer gibt es ein passendes industriell hergestelltes Fertigarzneimittel. „Die Herstellung von Individualrezepturen ist gerade in der Behandlung von Kindern unverzichtbar“, betont Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. „Die Apotheke vor Ort fertigt Rezepturen in der jeweils für das betreffende Kind individuell passenden Dosierung an und trägt damit zu der hohen, flächendeckenden Versorgungsqualität mit Medikamenten bei.“
Bedarf an Rezepturarzneimitteln hoch
Die Herstellung von Arzneimitteln zählt zu den Kernkompetenzen der Apotheker. Allein im vergangenen Jahr stellten die hessischen Apotheken fast eine Million Rezepturarzneimittel her. Dazu zählen kindgerechte Arzneien, aber auch Rezepturen für Indikationsbereiche, für die es keine Fertigarzneimittel gibt, konservierungsmittelfreie dermatologische Zubereitungen und Zytostatikalösungen.
Strenge Prüf-, Hygiene- und Qualitätsvorschriften
In jeder Apotheke ist gemäß Apothekenbetriebsordnung die Möglichkeit gegeben, Rezepturen individuell herzustellen. Damit können, im Unterschied zu industriell gefertigten Medikamenten, Arzneien genau an die Bedürfnisse des Patienten angepasst. Die anspruchsvolle Rezepturherstellung unterliegt strengen Prüf-, Hygiene- und Qualitätsvorschriften. Auch bei der Abgabe liegt das Augenmerk des Apothekers auf der Arzneimittelsicherheit: Er berät die Eltern der kleinen Patienten zur Anwendung, Lagerung und Haltbarkeit des Rezepturarzneimittels.
Arzneimittelqualität im Fokus
Die Ausgangsstoffe für die Rezeptur werden in der Apotheke zunächst auf ihre Identität kontrolliert. Auch die Zusammensetzung der Rezeptur wird auf Plausibilität geprüft. Sorgfältig wird überwacht, ob alle Bestandteile unschädlich sind, richtig dosiert vorliegen und sich zudem nicht gegenseitig in ihrer Wirkung beeinträchtigen. Falls es für die Stabilität der Rezeptur notwendig ist, werden zusätzliche Hilfsstoffe eingefügt. Sollten sich vor der eigentlichen Herstellung Unstimmigkeiten ergeben, bespricht sich der Apotheker mit dem verschreibenden Arzt.
Höchste Sorgfalt bei der Herstellung
Die Herstellung der Arznei erfolgt unter Beachtung besonderer Hygienevorschriften mit größter Sorgfalt. Zunächst werden das Rezept selbst, aber auch die Namen von Arzt und Patient kontrolliert. In einer detaillierten Herstellungsanweisung dokumentiert der Apotheker sämtliche Arbeitsschritte und Wiegevorgänge. Während der Herstellung wird jeder einzelne Schritt protokolliert, die Qualität der Rezeptur überprüft, auch diese Ergebnisse werden im Protokoll vermerkt. So wird sichergestellt, dass sich beispielsweise der Wirkstoff gleichmäßig verteilt oder sich etwa eine Salbe nicht frühzeitig zersetzt, damit am Ende ein qualitativ hochwertiges und sicheres Arzneimittel abgegeben werden kann. Nach der eigentlichen Herstellung wird die Arznei schließlich in ein passendes Gefäß gefüllt und vorschriftsgemäß beschriftet.
Individualrezepturen auch für die Selbstmedikation
Die Apotheke vor Ort kann sowohl Individualrezepturen, die vom Arzt verschrieben werden, als auch Rezepturarzneimittel für die Selbstmedikation herstellen. Das gilt beispielsweise für Salben oder pflegende Rezepturen, die nicht verschrieben werden müssen.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.