Mittwoch, 15. Februar 2017

Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneien schwächt Gesundheitssystem



Hamburg (apothekerkammer-hamburg) – Der Spruch des Europäischen Gerichtshofes, der die Preisbindung für rezeptpflichtige Arzneimittel als nicht verbindlich für ausländische Versandhandelsapotheken ansieht, hat langfristig gravierende Konsequenzen für das deutsche Gesundheitssystem. Darauf weist die Apothekerkammer Hamburg eindringlich hin. Sie befürwortet den Gesetzesentwurf von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Der Entwurf, der auch von der überwiegenden Mehrheit der deutschen Spitzenpolitiker unterstützt wird, sieht das Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten vor. Nur durch dessen zügiges Inkrafttreten kann die Apothekenstruktur sowie das gesamte Gesundheitssystem in seiner Funktionsfähigkeit erhalten bleiben, betont die Apothekerkammer Hamburg.

Apotheken beraten zum Wohle des Patienten

Das Arzneimittel ist eine besondere, beratungsintensive Ware, die das höchste Gut der Patienten schützen soll: seine Gesundheit. Nur durch eine kompetente Beratung mit Blick auf Einnahme und Anwendung der Arzneimittel kann eine sichere Therapie des Patienten gewährleistet werden. Dazu zählen auch der Interaktionscheck bzw. die Verträglichkeitsprüfung der unterschiedlichen Arzneimittel untereinander. Zudem klärt der Apotheker im Beratungsgespräch über Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen auf.

Gemeinwohlpflichten sind gesetzlich verankert

Die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten, ein flächendeckender Nacht- und Notdienst und die Herstellung von Individualrezepturen – diese gesetzlichen Verpflichtungen der Apotheken vor Ort werden durch das alltägliche Apothekengeschäft quersubventioniert und nicht vom Gesetzgeber oder den Krankenkassen mitfinanziert. Wird der Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten nicht unterbunden, fällt diese wichtige Quersubventionierung weg: Das kann zu einer starken Verschlechterung der flächendeckenden Versorgung mit Arzneimitteln führen.

Solidarisches Gesundheitssystem in Schieflage

Für alle verschreibungspflichtigen Arzneimittel und Dienstleistungen im Gesundheitsbereich hat der deutsche Gesetzgeber ein einheitliches Preissystem verankert und damit die Grundlage der gesamten Sozialgesetzgebung geschaffen. Die Verbraucher werden vor preislichen Überforderungen geschützt, gleichzeitig wird ein flächendeckendes und wohnortnahes System an Apotheken garantiert. Außerdem halten die Präsenzapotheken in der Regel alle wichtigen verschreibungspflichtigen Arzneimittel auf Lager oder sie sind innerhalb weniger Stunden verfügbar.
Mit seinem Spruch hat der Europäische Gerichtshof nicht nur gegen deutsches Recht geurteilt, sondern verschafft ausländischen Versandapotheken einen ungerechten Wettbewerbsvorteil – und das geht letztlich zu Lasten der Patienten. Denn: Dreht man an einer Stellschraube, verändern sich auch in anderen Bereichen die Parameter, das System gerät in Schieflage.

Konsequenzen für die GKV

Auch Festbeträge und Rabattverträge, wie sie durch den Gesetzgeber für die Krankenversicherungen eingeführt wurden, könnten zukünftig nicht aufrechterhalten werden. Langfristig gingen der GKV Einsparungen in Milliardenhöhe verloren. Dies bliebe nicht ohne deutliche Auswirkungen für die Patienten.

Versandhandel birgt Gefahren

Bis jetzt ist die Logistik beim Arzneimittelvertrieb in den Händen von Fachleuten, eine gesicherte und zuverlässige Lieferkette ist Bestandteil der Arzneimittelsicherheit. Die Medikamente werden sach- und fachgerecht – teils in einer geschlossenen Kühlkette – vom Hersteller über den pharmazeutischen Großhandel bis in die Apotheke geliefert. Fällt durch den Versandhandelsweg ein entscheidender Teil der Logistik fachfremden Dienstleistern zu, ist die Arzneimittelsicherheit gefährdet.
Zudem liegt die Qualitätsprüfung der Medikamente bei den Apothekern. Der Arzneimittelfachmann führt eine qualitative Prüfung der Medikamente durch und meldet Mängel an die Arzneimittelkommission. Sie gibt nötigenfalls Warnmeldungen heraus und trägt damit zum Schutz und Wohl des Patienten bei.

Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.400 Apotheker und Apothekerinnen, sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Problemen.

Dienstag, 14. Februar 2017

Ein normales Teenagerleben mit Typ-1-Diabetes führen


Die Kontrolle des Blutzuckerspiegels ist das A und O

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Wenn Jugendliche plötzlich an Gewicht verlieren, verstärkt Durst haben und vermehrt Wasser lassen, kann dies auf Diabetes-Typ-1 hindeuten. Betroffene sollten bei diesen ersten Anzeichen einen Arzt aufsuchen, der die Krankheit anhand der Blutzuckerwerte diagnostizieren kann. Eine positive Diagnose kann das Leben des Teenagers und seiner Eltern erstmal gründlich auf den Kopf stellen, doch sie sollte kein Grund zur Panik sein. Denn ein gut eingestellter Diabetiker genießt seine Jugend und sein Leben trotz der Erkrankung ohne wesentliche Einschränkungen, weiß die Apothekerkammer Niedersachsen.
Gestörte Insulinproduktion

Diabetes-Typ-1 ist eine Störung des Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsels. In einer Region der Bauchspeicheldrüse, die sich „Langerhanssche Inseln“ nennt, befinden sich die Beta-Zellen. Diese sind für die Insulinproduktion im Körper verantwortlich. Das Hormon Insulin benötigt der menschliche Körper um Glukose, also Traubenzucker, aufzunehmen und zu speichern. Bei an Diabetes-Typ-1-Erkrankten sind die Beta-Zellen zerstört, es wird kein Insulin produziert. Das Insulin muss künstlich zugeführt werden, sonst steigt der Blutzucker, ohne dass dieser vom Körper verwertet werden kann. Dies kann akut zu dem sogenannten hyperglykämischen Koma und zu Spätfolgen wie Schädigung von Organen und Nerven führen. Die Veranlagung zum Typ-1-Diabetes wird häufig vererbt, die familiären Vorbelastungen können viele Generationen zurückreichen. Die Krankheit kann dann durch einen Virusinfekt ausgelöst werden beziehungsweise durch eine Autoimmunerkrankung, die die Beta-Zellen verändern und zerstören.

Insulin muss ein Leben lang zugeführt werden

Bei Kindern und Jugendlichen mit Diabetes-Typ-1 ist eine lebenslange Insulinsubstitution notwendig, das heißt, sie müssen sich ihr ganzes Leben Insulin spritzen oder über eine Pumpe zuführen. Die zu verabreichende Insulindosis ist abhängig von den Kohlenhydraten, die aufgenommen und in sogenannten Broteinheiten (BE) beziehungsweise Kohlenhydrateinheiten gemessen werden. Die Insulindosis variiert aber auch je nach individueller Konstitution und muss mit dem Arzt besprochen werden.

Während der Pubertät Kontrolle der Blutzuckerwerte besonders wichtig

Weil sich der Hormonhaushalt während der Pubertät grundlegend verändert, kann es immer wieder zu schwankenden oder hohen Blutzuckerwerten kommen. Meistens benötigen Diabetes-Patienten während der Pubertät mehr Insulin, da Hormone die Insulinwirkung mindern. Mehrmals tägliche, regelmäßige Kontrollen der Blutzuckerwerte sind daher in den Teenagerjahren besonders wichtig.


Besondere Gefahr durch Alkohol

Gesunde Ernährung ist das A und O. Eine besondere Diät für Typ-1-Diabetiker gibt es nicht. Beim Umgang mit Alkohol ist jedoch größere Vorsicht geboten. Prinzipiell sollten Jugendliche keinen Alkohol trinken, weil dieser das jugendliche Gehirn schneller schädigt als das von Erwachsenen. Für Diabeteskranke ergibt sich das zusätzliche Problem, dass die Kohlenhydrate in dem Getränk den Blutzuckerspiegel erhöhen, aber der Alkohol den Blutzucker senkt. Er hemmt die Glukoseproduktion in der Leber, die ohnehin in der Nacht gedrosselt ist. Deshalb ist das größte Risiko eine Unterzuckerung in der Nacht, die aufgrund des Alkoholrausches nicht bemerkt werden könnte. Diese kann schwerwiegende Folgen haben und sogar bis hin zur Bewusstseinseintrübung oder Bewusstlosigkeit führen.

Beim Apotheker beraten lassen

Wer ein an Diabetes-Typ-1 erkranktes Kind hat, sollte sich Zeit für einen Termin in der Apotheke vor Ort nehmen. Am besten sammelt die Familie ihre Fragen zum Umgang mit der Krankheit, der Apotheker beantwortet diese gern. Der Apotheker berät umfassend zur sicheren Benutzung des Insulin Pens und der Blutzuckermessgeräte. Er bespricht mit der Familie auch, welche anderen Medikamente bei einer Diabetes-Erkrankung schlechter anschlagen oder wo Wechselwirkungen auftreten können. Muss der Diabetes-Patient weitere Arzneimittel einnehmen wie beispielsweise Kortison, Betablocker oder Salicylate, so sollte er gemeinsam mit dem Arzt individuell auf diese Medikamente eingestellt und die Insulindosis entsprechend angepasst werden.


Patienten mit Diabetes-Typ-1 sind ebenso leistungsfähig wie gesunde Mitmenschen

Das Hauptziel einer guten Diabetes-Therapie ist, dass sich das Leben der Betroffenen nur wenig vom dem gesunder Jugendlicher unterscheidet. Ein Risiko liegt bei einer Diabetes- Erkrankung in einer Unterzuckerung, die zu starken Bewusstseinsveränderungen bis hin zum Koma führen kann. So ist zum Beispiel während des Sports der Glukoseverbrauch erhöht und es besteht die Gefahr einer Unterzuckerung. Deshalb ist es besonders empfehlenswert, vor dem Sport die Nahrungsmenge und -art entsprechend anzupassen oder die Insulindosis in Absprache mit dem Arzt zu variieren.

Wichtig ist auch, das Umfeld des Jugendlichen über die Erkrankung zu informieren. So können Lehrer oder Freunde im Notfall richtig reagieren und die entsprechenden Hilfsmaßnahmen ergreifen. Diabetiker sollten immer Traubenzucker bei sich haben und bei Bedarf im Unterricht essen und trinken dürfen. Traubenzucker hilft, bei Unterzuckerung den Blutzuckerspiegel schnell wieder in den Normbereich zu bringen. Wenn der Patient aber darauf nicht reagiert oder nicht ansprechbar ist, muss sofort ein Notarzt gerufen werden. In solchen Fällen ist es zudem sehr hilfreich, manchmal sogar lebensrettend, wenn Lehrer beziehungsweise Freunde im Umgang mit einem Glucagon-haltigen Notfallpen geübt sind. Dieser Erste-Hilfe-Pen kann z.B. in der Schule an geeigneter Stelle deponiert werden oder in einer Extratasche des Jugendlichen für alle sichtbar bereitliegen. Dem eintreffenden Notarzt muss die Verabreichung des Glucagon sofort mitgeteilt werden.

Keine Einschränkungen bei Schultrips und Ausflügen

Wer an Diabetes-Typ-1 erkrankt ist, muss sich auf seinen Schulausflügen nicht einschränken. Man sollte sich trotzdem über die medizinische Versorgung vor Ort informieren, genügend Insulin einpacken und eine Notration im Handgepäck bei sich tragen. Außerdem sollten insulinpflichtige Diabetiker eine passende Reiseversicherung abschließen und eine ärztliche Bestätigung über ihre Insulinpflicht mit sich führen.

Unterstützung durch ein stabiles und warmes Umfeld

Wie immer im Leben gibt es kein Patentrezept für ein Leben mit Diabetes-Typ-1. Eltern sollten gemeinsam mit dem Jugendlichen Strategien für den Alltag als Diabetiker finden und ihm im Laufe der Jahre Schritt für Schritt die Verantwortung übergeben, bis er selbstständig mit seiner Erkrankung umgehen kann. Freunde und Familie können den Jugendlichen sehr gut unterstützen, indem sie ihm ein stabiles Umfeld bieten. Sie sollten die wichtigsten Maßnahmen im Falle einer Unterzuckerung kennen und auch anwenden können.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Donnerstag, 26. Januar 2017

Wasser gelangte früher auf die Erde


Ergebnisse münsterscher Planetologen widersprechen der "Kometen-Hypothese" / Veröffentlichung in "Nature"

Münster (universität-münster) - Das Wasser auf der Erde ist Voraussetzung für das Leben wie wir es kennen. Aber wo kommt es her und seit wann ist es hier? Wissenschaftler diskutieren zwei Möglichkeiten. So könnte das Wasser schon früh während der Hauptphase der Erdentstehung da gewesen sein. Eine andere Hypothese besagt, dass die Erde zunächst völlig trocken war und das Wasser erst später auf die Erde gelangte: durch die Einschläge von Kometen oder "nassen" Asteroiden, die aus äußeren Bereichen des Sonnensystems stammten. Planetologen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) prüften diese Hypothese nun mit sehr genauen Isotopenmessungen. Ihr Fazit: Das Wasser gelangte bereits früh während der Erdentstehung auf die Erde. Die Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Nature" veröffentlicht.

Die münsterschen Wissenschaftler untersuchten die Isotopen-Zusammensetzung des Edelmetalls Ruthenium. Der Hintergrund: Die Edelmetalle haben eine extreme Tendenz, sich mit Metall zu verbinden. Sie sollten daher bei der Bildung der Erde vollständig in den metallischen Erdkern gewandert sein. Jedoch sind im Erdmantel Edelmetalle vorhanden. Dies wird damit erklärt, dass nach Abschluss der Kernbildung kleinere Körper wie Asteroide oder Kometen mit der Erde kollidierten und dadurch neues Material auf die Erde gelangte. Dieses Material wird in der Fachsprache "late veneer" genannt (englisch für "späte dünne Lage"). Es gelangte nicht mehr in den Erdkern und reicherte den Erdmantel wieder mit Edelmetallen an. Dieses "late veneer" könnte Berechnungen zufolge auch das gesamte Wasser auf die Erde gebracht haben.

Die münsterschen Forscher zeigten jedoch, dass es zwischen Asteroiden und der Erde Unterschiede in der Isotopen-Zusammensetzung des Rutheniums gibt. "Alles Ruthenium im Erdmantel kommt vom 'late veneer'. Die Unterschiede in der Isotopen-Zusammensetzung zeigen, dass das 'late veneer' nicht aus Asteroiden bestehen kann, sondern aus dem Inneren des Sonnensystems stammen muss", erklärt Planetologe Dr. Mario Fischer-Gödde. Gemeinsam mit Prof. Dr. Thorsten Kleine hatte er verschiedene Meteorite untersucht. Diese Meteorite sind Bruchstück von Asteroiden, die sich zwischen Mars und Jupiter befinden.

Die Forscher zeigten, dass die Isotopen-Unterschiede größer werden, je weiter die Asteroide von der Sonne entfernt sind. Sie gehen davon aus, dass dieses Prinzip auch für Kometen gilt. Da aber nur Asteroide und Kometen, die weit von der Sonne entfernt sind, überhaupt genügend Wasser enthalten, schließen diese Daten aus, dass das Wasser auf der Erde vom "late veneer" stammt, so das Fazit von Mario Fischer-Gödde und Thorsten Kleine.

"Unseren Daten zeigen, dass die Erde schon sehr früh, in ihrer Hauptbildungsphase, wasserreiche Körper aufnahm", erklären die beiden Wissenschaftler. Dieses Ergebnis passe zu neueren Modellen der Planetenbildung, die zeigen, dass durch die Entstehung von Jupiter schon sehr früh wasserreiches Material vom äußeren in das innere Sonnensystem transportiert wurde. "Dieses Material wurde in die Erde eingebaut und hat unserem Heimatplaneten lebensfreundlich gemacht", sagt Thorsten Kleine.
Die Arbeit entstand im Rahmen des Sonderforschungsbereichs SFB-Transregio 170 "Late accretion onto terrestrial planets" ("Spätes Wachstum erdähnlicher Planeten") und wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Originalpublikation:

Mario Fischer-Gödde und Thorsten Kleine (2017): Ruthenium isotopic evidence for an inner Solar System origin of the late veneer. Nature 541, 525–527 (26 January 2017), doi:10.1038/nature21045

Immunsystem ist jetzt anfälliger - „Winterklassiker“ Atemwegserkrankung

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Erkrankungen des Atemtrakts durch Viren – oder sehr selten durch Bakterien – treten in den kalten Monaten gehäuft auf. Das kann von Schnupfen, Husten, geschwollenen Nasenneben- oder Stirnhöhlen und Fieber bis hin zu einer Lungenentzündung führen. Wie Patienten einer akuten Atemwegserkrankung begegnen können und welche Präventionsmaßnahmen schützen weiß Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Sie rät zudem, sich im Krankheitsfall in der Apotheke vor Ort individuell beraten zu lassen.

Gefahr durch Tröpfcheninfektion
Eine akute Atemwegserkrankung wird meist durch Viren ausgelöst, die durch eine sogenannte Tröpfcheninfektion übertragen werden. Der Keim wird zusammen mit winzigen Speicheltröpfchen beim Sprechen, Niesen oder Husten und mit einer Geschwindigkeit von bis zu 160 Stundenkilometern ausgestoßen und dann von anderen Menschen eingeatmet. Der Keim überlebt aber auch auf Türgriffen oder anderen Oberflächen, die Übertragung erfolgt dann durch die eigene Hand: Greift man sich anschließend an Mund oder Augen kann der Keim auf die eigenen Schleimhäute übertragen werden. In seltenen Fällen sind auch Bakterien Auslöser des Infektes. Ist das Immunsystem durch eine virale Infektion ohnehin geschwächt, kann es dann zu einer sogenannten bakteriellen Superinfektion kommen. In diesem Fall sollte unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden.
Zu den Symptomen eines akuten Atemweginfekts zählen eine verstopfte Nase oder Fließschnupfen, geschwollene Nasenneben- oder Stirnhöhlen und damit verbundene Kopfschmerzen sowie ein Druckgefühl im Bereich der Augen und Wangen. Hinzu können auch Halsschmerzen, Husten, Heiserkeit, Ohrenschmerzen, erhöhte Temperatur oder Fieber kommen. Im ungünstigen Fall  kann das zu einer Entzündung des Mittelohrs, der Mandeln oder der Lungen führen.
Hilfe zur Selbsthilfe
Bei leichten Beschwerden reicht oft ein abschwellendes Nasenspray. Patienten sollten sich jetzt zudem etwas Gutes tun: Am besten einen Gang zurückschalten, warmen Tee trinken, oder auch mal ein Erkältungsbad nehmen. Zur Lösung von festsitzendem Schleim empfiehlt die Landesapothekerkammer Hessen Dampfinhalationen mit Kochsalz oder Eukalyptus. Nasenspülungen reduzieren die Keimbelastung in der Nase, befeuchten die Schleimhäute und fördern die lokale Abwehr. Zur Unterstützung des Immunsystems können Patienten zudem Vitamin C, Spurenelemente wie Zink sowie Pflanzenextrakte wie Echinacea einnehmen. Tritt Fieber auf, sind Arzneien mit dem Wirkstoff Ibuprofen oder Paracetamol Mittel der Wahl, sie helfen auch gegen Kopfschmerzen.
Apotheker berät umfassend und individuell
Welche Präparate sich im Einzelfall eignen, bespricht der Patient am besten mit dem Apotheker vor Ort. Er kann die passenden Medikamente empfehlen und auf mögliche Wechsel- und Nebenwirkungen achten. Insbesondere Eltern von kleineren Kindern oder Patienten, die schon Medikamente einnehmen und zusätzliche Grunderkrankungen haben, sollten sich zur Auswahl und Dosierung von einem Arzneimittelfachmann beraten lassen. Bei Säuglingen dürfen beispielsweise keine ätherischen Öle eingesetzt werden, sie können einen Krampf der Atemmuskulatur auslösen.
Klagt der Patient über ein sehr schlechtes Allgemeinbefinden, leidet unter hohem Fieber oder halten die Beschwerden ohne Besserung länger als eine Woche an, sollte auf alle Fälle ein Arzt konsultiert werden. Das gilt grundsätzlich bei älteren Erkrankten oder Patienten mit Grunderkrankungen.
Tipps zur Prävention
Das Immunsystem ist durch die jahreszeitlich bedingt niedrigen Temperaturen im Winter größeren Herausforderungen ausgesetzt. Da Menschen jetzt oft auf begrenztem Raum zusammen sind, steigt auch die Ansteckungsgefahr. Die Landesapothekerkammer Hessen rät zu vorbeugendem Verhalten:
1.  Sicherheitsabstand einhalten. Die Speichel-Tröpfchen fliegen gut einen Meter durch die Luft, eine Übertragung des Keims kann durch einen entsprechenden Abstand zum Erkrankten vermieden werden.
2.  Handhygiene beachten. Türklinken, Haltegriffe in Bus oder Bahn und Geldscheine können mit Keimen belastet sein. Am besten Handschuhe tragen, so dass die Gefahr einer Übertragung durch die Hand an den eigenen Mund oder die Augen verringert wird. Regelmäßiges Händewaschen und Desinfizieren sind ein Muss. Tipp: Ein Händedesinfektionsmittel für unterwegs, das griffbereit in der Tasche ist, benutzen.
3.  Immunsystem stärken. Kaltwassergüsse für Arme und Beine oder regelmäßige Saunagänge unterstützen das Immunsystem und mobilisieren die Abwehrkräfte. Ebenso unterstützen Spaziergänge an der frischen Luft das Immunsystem – auch bei kalter Witterung, wenn man richtig angezogen ist. Außerdem wichtig: eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Freitag, 20. Januar 2017

Apotheker helfen bei Medikationsproblemen

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Chronisch Kranke oder ältere Patienten sind oft auf eine dauerhafte Therapie mit unterschiedlichen Arzneimitteln angewiesen. Doch mit der Anzahl der eingenommenen Medikamente steigt auch das Risiko von potentiell gefährlichen Neben- und Wechselwirkungen. Wer mehrere Medikamente einnimmt oder schlicht die Übersicht über die verschiedenen Präparate verloren hat, sollte die Kompetenz des Apothekers nutzen, empfiehlt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Zudem haben Patienten, die mehr als drei Medikamente einnehmen seit dem 01. Oktober 2016 Anspruch auf einen Medikationsplan, dieser kann auf Wunsch durch den Apotheker ergänzt werden.
Viele hessische Apotheker haben sich in der letzten Zeit mit dem Thema „Arzneimitteltherapiesicherheit“ beschäftigt und entsprechende Schulungen absolviert (ATHINA - Arzneimitteltherapiesicherheit in Apotheken).
Die Apotheker können so eine strukturierte Medikationsanalyse - und damit eine noch intensivere Betreuung - anbieten und sämtliche vom Patienten eingenommenen Präparate überprüfen und bewerten, ob die Zusammenstellung der Medikamente arzneimittelbezogene Probleme hervorruft oder ob sich gesundheitliche Risiken durch Wechselwirkungen erhöhen.
Eine Studie des Universitätsklinikums Heidelberg im Auftrag der Apothekerkammern Hessen, Baden-Württemberg, Nordrhein und Niedersachsen belegt nun, dass Patienten, die Ihre Medikation vom Apotheker überprüfen lassen, anschließend weniger arzneimittelbezogene Probleme haben und wichtige Anwendungshinweise erhalten.
Die im Rahmen der Studie untersuchten Fälle wurden von Apothekerinnen und Apothekern eingereicht, die sich im Rahmen des ATHINA-Projekts speziell im Bereich Medikationsanalyse fortgebildet haben.
Die 912 im Rahmen der Studie untersuchten ATHINA-Medikationsanalysen betrafen Patienten, die meist über 65 Jahre alt waren und durchschnittlich elf Arzneimittel einnahmen. Bei 95 Prozent aller untersuchten Fälle konnten die Apotheker mindestens eine Schwierigkeit bei der Arzneimitteltherapie erkennen. Hierzu zählt etwa eine Wechselwirkung zwischen den eingenommenen Präparaten oder Unklarheiten bei der Anwendung. Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen: „Eindeutig hat sich hier herauskristallisiert, wie wichtig eine Medikationsanalyse durch die Apotheker für die Arzneimitteltherapie dieser Patienten ist.“
Je nach Art des dokumentierten Problems leiteten die verantwortlichen Apotheker unterschiedliche pharmazeutische Maßnahmen ab. Funke: „Zu guter Letzt haben die Apotheker erfolgreich knapp 70 Prozent der auftretenden Probleme selbst gelöst oder einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet, um die Adhärenz der Arzneimitteltherapie für den Patienten zu optimieren.“ Besonders erfolgreich gelang es den Apothekern, Probleme bei der Arzneimittelanwendung zu lösen. Sie erklärten den Patienten beispielsweise, wie ein Asthmaspray anzuwenden ist oder informierten zum richtigen Einnahmezeitpunkt.
Bei ca. jedem dritten Problem kontaktierten die Apotheker auch die betreuenden Ärzte, um Vorschläge für eine Optimierung der Medikation zu unterbreiten, während bei 14 Prozent ausschließlich eine Beratung in der Apotheke stattfand. Funke: „Dieses Ergebnis bestätigt die Wichtigkeit eines multiprofessionellen Ansatzes bei dieser speziellen Herausforderung in der Medikationsanalyse.“
Laut Dr. Hanna Seidling vom Universitätsklinikum Heidelberg, die die Auswertung der ATHINA-Medikationsanalysen geleitet hat, ist ATHINA ein für die Apotheken vielversprechender Ansatz, um eine Medikationsanalyse flächendeckend und niedrigschwellig anzubieten. Seidling: „Die Studie zeigt, dass die Apotheker im ATHINA- Projekt sehr erfolgreich Probleme in der Medikation erkennen und kurzfristig geeignete Maßnahmen zur Lösung initiieren können.“
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Mittwoch, 18. Januar 2017

Viral bedingte Bindehautentzündungen richtig behandeln


Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Mit den dunklen und kalten Monaten bricht für viele die Erkältungszeit an. Wer neben Schnupfen & Co. auch unter brennenden, juckenden und geröteten Augen leidet, könnte sich eine viral bedingte Bindehautentzündung zugezogen haben. Weil diese aber nicht nur schmerzhaft ist, sondern auch ein kosmetisches Problem darstellt, neigen einige Erkrankte vorschnell zur Eigenbehandlung. Eine Selbstmedikation ist jedoch nicht ratsam, weiß die Apothekerkammer Niedersachsen. Alle Symptome, die über kurzfristig angeschwollene Lider hinausgehen, müssen durch einen Augenarzt abgeklärt werden. Hinter der Infektion kann eine schwerwiegende Erkrankung stecken. In der Apotheke vor Ort können sich Patienten nach der Diagnose durch den Facharzt beraten lassen, was bei der Medikamentengabe zu beachten ist, wie der Krankheitsverlauf erträglicher gestaltet werden kann und welche Hygieneregeln wichtig sind.
Eine Bindehautentzündung kann viele Ursachen haben. Am häufigsten entstehen Entzündungen am Auge durch Viren oder Bakterien. Weitere Ursachen für Entzündungen im vorderen Augenbereich können Fremdkörper, Umweltreize wie Rauch, grelles Licht oder Zugluft sein. Eine Augenentzündung kann auch durch eine Allergie entstehen. Da die Ursachen vielfältig sind, muss vor der Behandlung von einem Augenarzt abgeklärt werden, was hinter den vereiterten Augen steckt.
Verlauf und Symptome der viral bedingten Bindehautentzündung
Die Bindehaut überzieht den Augapfel in der vorderen Augenhöhe als feine Schleimhaut. Ist sie entzündet, zeigen sich als Hauptsymptom rote Augen. Sie entstehen durch die gesteigerte Durchblutung der Bindehaut. Die Gefäße weiten sich und zeichnen sich gut sichtbar auf dem weißen Augapfel ab. Gleichzeitig wird die Funktion der Drüsenkörper und Tränendrüsen angeregt und das Auge tränt. Die Augen brennen und jucken und sondern Sekret ab, das sich bis zum Morgen in den Augenwinkeln findet. Dies kann eitrig sein, aber auch „nur“ wässrig oder schleimig. Virale Bindehautentzündungen sind häufig langwierig und es können noch wochenlang leichte Beschwerden auftreten.
Apotheker beraten rund um Augentropfen und -salben
Der Apotheker berät Patienten kompetent zur richtigen Anwendung der Augentropfen und -salben. So ist es ganz wichtig, dass das entzündete Auge nicht mit dem Dosierer oder der Salbentube in Kontakt kommt, sonst können die Viren in die Tropfenlösung oder Salbe gelangen und das Auge bei jeder Anwendung erneut infizieren. Bemerkt der Patient bei der Gabe des Medikaments ein Brennen, könnten die in dem Arzneimittel enthaltenen Konservierungsstoffe für ihn unverträglich sein oder es handelt sich um ein Zeichen für extreme Augentrockenheit. Bei Augentropfen sollte der Betroffene dann besser auf Einzeldosisverpackungen ausweichen, denn diese enthalten weniger oder gar keine Konservierungsstoffe. Wer sich mit der Anwendung von Augentropfen schwer tut, kann das Fläschchen mit einer Wimpernzange festhalten, das Auge mit der anderen Hand aufhalten und die Tropfen durch das Zusammendrücken mithilfe der Wimpernzange einträufeln. Wem dies zu kompliziert ist, kann zur besseren Zielgenauigkeit auch eine Augentropfenhilfe benutzen oder beim Apotheker nach Augentropfen mit integriertem Dosiertropfer fragen.
Bei Augensalben wird ein 0,5 Zentimeter langer Salbenstrang in den Bindehautsack aufgetragen. Das geschieht am besten indem man mit dem Finger das Unterlid leicht hinabzieht. Der Patient sollte sich dabei in Rückenlage befinden oder den Kopf zurückneigen. Danach sollte er die Augen schließen und überschüssige Salbe mit einem fusselfreien Tuch abwischen. Direkt nach der Salbengabe kann es zu einem Schleier sehen kommen. Dieser verflüchtigt sich aber nach kurzer Zeit.
Zusätzlich zu den Augentropfen und -salben können sterile Augentücher, mit denen vorsichtig über die Augen gestrichen wird, das Jucken lindern.
Hygiene ist das A und O
Viral bedingte Bindehautentzündungen sind sehr ansteckend. In der kalten Jahreszeit können sie im Laufe einer Erkältung entstehen. Betroffene sollten unbedingt einen Augenarzt aufsuchen und sich viel Ruhe gönnen, das fördert den Heilungsprozess.
Damit die Infektion nicht auf gesunde Menschen übertragen wird, empfiehlt die Apothekerkammer Niedersachsen zusätzlich zur Medikation einige Hygienemaßnahmen:

·           Obwohl die Augen jucken und brennen, sollte es der Patient dringend vermeiden, an den Augen zu reiben. Dadurch kann die Infektion über die Hände auch auf andere Menschen übertragen werden. Auf Händeschütteln sollte im Krankheitsfall deswegen besser verzichtet werden.
·           Damit sich der Patient nicht selbst reinfiziert, ist häufiges und gründliches Händewaschen ratsam. Dazu werden die Hände 30 Sekunden gut mit Seife eingerieben, mit Wasser abgespült und sorgfältig abgetrocknet.
·           Erkrankte sollten ein eigenes Handtuch benutzen und sich die Hände nicht an gemeinsam genutzten „Familienhandtüchern“ abtrocknen. So kann die Ansteckungsgefahr reduziert werden.
·           Rauch und Staub reizen die Bindehaut mechanisch. Patienten sollten Orte, an denen geraucht wird, meiden und die Räume möglichst staubfrei halten.
·           Auch der Besuch von Schwimmbädern sollte verschoben werden, bis die Bindehautentzündung wieder abgeklungen ist. Das Chlor im Wasser kann die Symptome verschlimmern.
  • Vorsicht ist vor allem bei alten Hausmitteln geboten wie z.B. Kamillenteebeutel-Auflagen und Waschungen mit Kräutertees! Diese sind nicht steril und haben zudem ein hohes allergenes Potential. Um Verkrustungen zu lösen, sollte man sterile 0,9%ige Kochsalzlösungen verwenden.
Keine „Weißmacher“ benutzen
Bei einer viral bedingten Bindehautentzündung sollten auf keinen Fall sogenannte „Weißmacher“ in das Auge getropft werden, damit dieses schnell wieder gesund aussieht. Sie scheinen kurzfristig Linderung zu bringen, verengen jedoch die Blutgefäße und können bei häufiger Nutzung die Tränenproduktion vermindern – das Abheilen der Entzündung kann so verlangsamt werden.
Kontaktlinsen oder Brille?
Je nach Härtegrad der Kontaktlinse kann es ratsam sein, während der Erkrankung auf eine Brille zurückzugreifen. Am besten lassen sich Patienten auch hierzu von ihrem Apotheker beraten, da es Kontaktlinsen gibt, die mit bestimmten Konservierungsmitteln in den Medikamenten unverträglich sind und dadurch beschädigt werden können.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Donnerstag, 12. Januar 2017

Die perfekte Software für den Onlineshop

Die Wahl der richtigen Software spielt für den Erfolg des eigenen Onlineshops eine große Rolle. Ein schlankes Interface, das sich intuitiv bedienen lässt, erleichtert das Einkaufen. Daneben müssen Sicherheitsaspekte beachtet werden, um zu verhindern, dass Kundendaten an Dritte gelangen.

Diskret und sicher einkaufen
Eine Online Shopsoftware muss verschiedene Bedingungen erfüllen, um in der Praxis bestehen zu können. Dazu gehört eine einfache Bedienoberfläche, die Kunden beim Einkaufen unterstützt. Etwa durch nützliche Filter und eine effektive Suchmaschine. Vor allem aber müssen die Sicherheitsaspekte jederzeit gewährleistet sein. Wenn sich Kunden nicht sicher fühlen oder befürchten müssen, dass ihre Daten eingesehen werden könnten, so bleiben sie dem Shop einfach fern. Bei der Verwaltung von Produkten und Produktseiten sollte die Software den Betreiber jederzeit unterstützen. Zum Beispiel indem Rechnungen automatisch erstellt werden, Einkäufe im Lager verzeichnet werden und man Angebotsseiten leicht aktualisieren kann.

Skalierbarkeit der Software
Laut www.homepage-erstellen.de ist es empfehlenswert, wenn man sich vorher einmal mit anderen Händlern unterhält und Erfahrungswerte austauscht. So erfährt man schnell, welche Stärken und Schwächen eine Software hat. Die Größe des Shops wiederum bestimmt auch die Anforderungen, die man an die Software stellen sollte. Ein kleiner Onlineladen, der im Monat unter hundert Produkte verkauft, braucht keine maßgeschneiderte Softwarelösung. Ist man jedoch international aufgestellt, so müssen verschiedene Dinge beachtet werden, zu denen etwa Zollgebühren, verschiedene Währungen und Versandkosten zählen. Die Investitionskosten halten sich im überschaubaren Rahmen, wenn es um einen kleinen Shop geht. Das mindert das Risiko etwas und macht den Onlineshop für unterschiedliche Zielgruppen interessant. Die Auswahl an vorhandenen Softwarelösungen ist für kleine Shops relativ groß.

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Die ganze Geschichte des Ötzi

Der Ötzi fasziniert die Massen.
Woran liegt das? Ist es die Ausstattung oder der gut erhaltene Leichnam?
Sein Gesicht, in das wir nach über 5000 Jahren blicken können?
Wer war der Ötzi?
Wie hat er gelebt?
Warum stieg er so hoch ins Gebirge?
Kein anderer Mensch der Steinzeit fesselt uns dermaßen.

Endlich erwacht der Ötzi zum Leben, er erzählt uns seine Geschichte.
Wie er aufwuchs. Wen er liebte. Wer ihn bedrohte ...


I. Band

»spannendes Lesevergnügen«
Süddeutsche Zeitung
(Florian J. Haamann)

»ein Panorama jener Zeit mit allen wichtigen Fundstellen«
Westfälische Nachrichten Münster
(Carolina Ihlenfeld)






















Narado (= Ötzi) wächst als Sohn eines Fürsten in der Jung-Steinzeit auf. Seine Stiefmutter will ihn aus dem Weg schaffen. Er ist ihr schutzlos ausgeliefert, sein alternder Vater scheint die Gefahr nicht zu begreifen. Längst ist nicht mehr klar, auf welcher Seite der Priester steht. Die Schlinge zieht sich immer enger um Narado, wie gelingt es ihm, zu entkommen?

»Die Rivalen von Breitental – vom Leben des Ötzi« von Christian Ausmünster
323 Seiten    Euro 9,99 (D)  ISBN 978-3-7418-3173-7


II. Band

»Lebendig und fesselnd
nimmt er junge wie ältere Leser gleichermaßen mit
in eine authentisch gestaltete Welt voller Gefahren und Abenteuer«
Süddeutsche Zeitung
(Florian J. Haamann)

»basieren auf fundierter, wissenschaftlicher Recherche (…)
das gesamte Todesszenario am Tisenjoch wird plausibel dargestellt.«
Bayerische Archäologie
(Alexander Binsteiner)





















Kaum hat Narado sein toten Vater beigesetzt, da wird er verdächtigt, das Grab geschändet zu haben. Alle sagen gegen ihn aus, ein perfektes Komplott. Die Lage scheint aussichtslos, da macht ihm sein ärgster Feind einen Vorschlag. Soll er ihm trauen …?

»Die Verschwörung von Breitental – das Kupferbeil des Ötzi« von Christian Ausmünster
528 Seiten   Euro 16,50 (D)  ISBN 978-3-7418-6425-4


Das Südtiroler Archäologie-Museum in Bozen und namhafte Forscher haben ihr Wissen zur Verfügung gestellt.
Ideal zum Vertiefen, wenn man im Museum war, sich informieren möchte, oder einfach um einen tollen Roman zu lesen.

Überall im Buchhandelt, bei epubli.de, Amazon, Thalia, u.a.

Leserrezensionen auf: Lovelybooks, Amazon, Thalia, MeinBuch u.a.

Kontakt zum Autor: https://www.facebook.com/oetzi.von.breitental/

Lieferengpässe bei Medikamenten


Hamburg (apothekerkammer-hamburg) – Immer häufiger hört man, dass ein bestimmtes Medikament nicht mehr lieferbar ist. Oft sind Impfstoffe, einige Antibiotika und Krebsmittel betroffen. Aktuell gibt es Lieferengpässe bei verschiedenen Asthmapräparaten, bei einzelnen Generika, bei diversen Impfstoffen und bei bestimmten Antibiotika. Seit dieser Woche ist Aldactone in der Dosierung von 25 Milligramm nicht mehr lieferbar. Das Medikament wird bei einer Überfunktion der Niere verwendet und bei Wasseransammlungen im Gewebe. Alternativ können 50 Milligramm Tabletten geteilt werden. Für ältere Menschen ist dies aber sehr beschwerlich und die Dosierung wird ungenau. Ist ein Arzneimittel nicht mehr verfügbar, gibt es auch für den Apotheker keine Möglichkeit, dieses Medikament beim Großhändler oder Hersteller zu bestellen. Es gibt dann nur die Chance in Absprache mit dem Arzt nach einer therapeutisch gleichwertigen Alternative zu suchen.

Liste informiert über Lieferengpässe
Wer sich über Lieferengpässe informieren möchte, kann dies tun auf der Homepage des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Hier gibt es eine Liste mit von der pharmazeutischen Industrie gemeldeten Lieferengpässen: http://www.bfarm.de/DE/Arzneimittel/zul/amInformationen/Lieferengpaesse/_node.html. Allerdings sind diese Meldungen für die Industrie nicht verpflichtend und es werden meist nur Arzneimittel genannt, die zur Behandlung lebensbedrohlicher oder schwerwiegender Erkrankungen bestimmt sind.

Große Nachfragen können nicht bedient werden
Die Gründe für Lieferengpässe sind vielfältig: Wenn neue Rabattverträge starten, ist es für den meist einzigen Rabattpartner immer eine große Herausforderung die Produktion an die gestiegene Nachfrage anzupassen. Das kann einige Wochen dauern. Viele Produktionsstätten befinden sich im Ausland ausgelagert worden, das führt zu langen Transportwegen. Geringe Lagerkapazitäten, Just-in-time-Management und die Konzentration auf wenige Zulieferer verschärfen das Problem zusätzlich. Fällt eine kleine Produktionseinheit aus, kann es schnell zu langfristigen Lieferausfällen führen. Die Lieferengpässe variieren zwischen wenigen Tagen bis hin zu einem halben Jahr.

Apotheker fordern stabile Versorgung mit Medikamenten
Gerade bei einer Dauermedikation wie z.B. bei Asthma ist es wichtig, dass der Patient seine Arzneimittel regelmäßig einnimmt. Die Apothekerkammer Hamburg fordert daher eine stabile Versorgung mit Arzneimitteln. Beim Verhandeln der Rabattverträge muss auch das Risiko eines Lieferengpasses berücksichtigt werden. Hersteller und Zulieferer sollten Konzepte vorlegen, wie sie Engpässe vermeiden beim Ausfall einzelner Produktionsbetriebe in der Herstellungskette. Der aktuelle Preisdruck führt zu einer gefährlichen Konzentration auf wenige große Anbieter. Hier ist die Politik gefordert.

Rechtzeitig Folgerezepte ausstellen lassen
Aktuell können Apotheker Patienten, die regelmäßig Medikamente einnehmen, nur raten, frühzeitig und nicht kurz vor der letzten Tablette die Folgerezepte ausstellen zu lassen und in der Apotheke vorzulegen. So bleibt Zeit, sich eine alternative Arzneimitteltherapie zu überlegen und mit dem Arzt Rücksprache zu halten.

Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.700 Apotheker und Apothekerinnen, sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Problemen.

Dienstag, 20. Dezember 2016

Alternde Haut kann auf Medikamente reagieren

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Das Alter macht auch vor der Haut nicht halt. Sie wird dünner, ihr Säureschutzmantel durchlässiger, das stabilitätsgebende Kollagen und die Fettproduktion nehmen ab. Reife Haut neigt dadurch verstärkt zu Trockenheit und unangenehmem Juckreiz. Solche Probleme können durch die Einnahme von Medikamenten noch verstärkt werden.

Haut im Wandel der Zeit
Die senile Atrophie der Haut, also ihre altersbedingte Veränderung, ist genetisch vorprogrammiert. Im Alter wird der Säureschutzmantel der Haut durchlässiger und die Hornschicht lockert auf, so dass die Nervenzellen bis in die Oberhaut ragen. Folge: Die Haut wird empfindlicher, juckt leicht bis schwer und wird zudem für äußere Einflüsse wie UV-Strahlung oder einen ungesunden Lebenswandel, aber auch für Erreger und Keime empfänglicher. Da das Immunsystem immer weniger Abwehrzellen ausbildet, kann es auch zu Autoimmunreaktionen selbst auf harmlose Antigene oder Arzneistoffe kommen. Typische Beschwerden sind Hautirritationen, ein verstärkter Juckreiz oder eine Nesselsucht mit Bläschenbildung. Auch sogenannte schlafende Infektionen wie Herpes und Gürtelrose, die sich schon seit Jahren im Körper verbergen können, brechen jetzt häufiger aus.
Auf die richtige Pflege kommt es an
Die Haut im Alter braucht eine intensive Pflege. Bei Unsicherheiten, welche Präparate für die Bedürfnisse der reifen Haut passend sind, ist eine individuelle Beratung in der Apotheke empfehlenswert. Ältere Patienten mit trockener Haut sollten folgende Tipps beachten:
  • Alkalihaltige Seifen meiden! Sie greifen den ohnehin nicht mehr intakten Säureschutzmantel an. Besser: Creme- oder Babyseifen mit hohem Anteil rückfettender Lipide oder pH-neutrale Syndets verwenden.
  • Ölen statt cremen! Nach dem Duschen die noch feuchte Haut mit einem Lipolotio-Hautöl pflegen. Wer gern badet, sollte Badeöl verwenden. Achtung: Der Ölfilm lagert sich auf dem Boden der Wanne ab, es besteht Rutschgefahr!
  • Passende Gesichtspflege für Tag und Nacht! Dazu eignen sich Tagescremes auf Öl-in-Wasser-Basis, zur Nacht sollten Fettcremes (Wasser in Öl) aufgetragen werden.
  • Beim Haarewaschen ist weniger mehr! Shampoos mit hohem Tensidanteil wirken austrocknend. Am besten das Haar seltener und dann mit sanftem Babyshampoo waschen. Immer nur eine kleine Shampoomenge verwenden.
  • Sonne nur mit Schutz! Im Alter ist die Haut lichtempfindlicher und sie bräunt nicht mehr gleichmäßig. Ein UV-Schutz vermeidet außerdem Altersflecken.
  • Urea ist ideal! Bewährt haben sich Lotionen mit zehn Prozent Harnstoff, sie binden Feuchtigkeit in der Hornschicht und pflegen die Haut.
 Medikationsanalyse hilft Ursachen zu finden
Wenn ältere Menschen trotz optimaler Hautpflege Beschwerden haben, die sie früher nicht kannten, dann sollten sie mit ihrem Apotheker vor Ort sprechen. Hautprobleme im Alter können auch durch Medikamente hervorgerufen werden, selbst wenn man diese früher sehr gut vertragen hat. Das liegt daran, dass Arzneistoffe durch den altersbedingt langsameren Stoffwechsel länger im Körper bleiben und sich gegenseitig stärker beeinflussen und interagieren. Hinzu kommt: Je älter ein Patient ist, desto mehr Medikamente nimmt er dauerhaft ein. In Deutschland nimmt jeder Vierte regelmäßig drei und mehr Arzneimittel ein. Bei dieser sogenannten Polymedikation steigt die Gefahr von Interaktionen, auf die das alternde Immunsystem mit Abwehrmechanismen reagiert. Eine allergische oder pseudoallergische Reaktion der Haut kann die Folge sein. Deshalb sollten Betroffene ihrem Apotheker unbedingt mitteilen, welche Medikamente sie einnehmen. Am besten vereinbart man einen Termin in der Apotheke und bringt alle Arzneimittel, auch die freiverkäuflichen gleich mit. Der Apotheker kann dann in einer Medikationsanalyse, bei der er die Kombination der Medikamente nach unerwünschten Arzneimittelwirkungen und Wechselwirkungen überprüft, aufdecken, ob die Beschwerden durch die Arzneimitteltherapie entstanden sind. Patient, Apotheker und Arzt optimieren dann gemeinsam die Therapie, indem zum Beispiel Einnahmezeitpunkte verändert oder andere Medikamente eingesetzt werden.
Allergische Reaktionen
Stellt der Patient direkt nach der Einnahme eines Medikaments eine Hautreaktion fest, kann es sich um eine Allergie handeln. Die allergische Reaktion kann sich allerdings auch erst nach einem längeren Zeitraum entwickeln. Der Patient sollte in diesem Fall seinen Arzt aufsuchen, um eine alternative Therapie zu besprechen. Allergieauslöser sollten dann möglichst gemieden und zudem in einem Allergiepass eingetragen werden. Der Apotheker berät den Patienten bei der Symptombehandlung und stimmt sich nötigenfalls mit dem behandelnden Arzt ab.
Ursachenforschung ist bei verstärkt auftretenden Hautproblemen wie Juckreiz, Wunden, blauen Flecken, schuppiger Haut oder Hautablösungen unumgänglich, das eigenmächtige Absetzen von Medikamenten nicht ratsam. Hier sollte der Patient immer mit dem Arzt oder Apotheker Rücksprache halten. Zeigt die Haut Reaktionen bei der Einnahme von Gichtpräparaten, muss sofort ein Arzt konsultiert werden. Dieser prüft, ob die Hautirritation eine unerwünschte Arzneimittelwirkung ist und entscheidet dann, ob das Medikament abgesetzt wird.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Freitag, 2. Dezember 2016

Gut gerüstet in die Feiertage - Rezepte rechtzeitig in der Apotheke einlösen



Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Jetzt stehen sie kurz bevor, die lang erwarteten Weihnachtsfeiertage und das Silvesterfest. Doch neben Geschenken, Weihnachtsgans und Co. sollten Patienten ihre Medikation nicht aus dem Blick verlieren. Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, rät Patienten, rechtzeitig vor den Festtagen zu prüfen, ob die verschriebenen Arzneien bis Januar ausreichend vorhanden sind, noch ein Rezept fehlt oder in der Apotheke eingelöst werden sollte. Auch die Hausapotheke sollte überprüft und ergänzt werden, um an den Feiertagen für den „Fall der Fälle“ gut gerüstet zu sein.
Chronisch Erkrankte sollten planen
Patienten, die regelmäßig auf ihre Medikamente angewiesen sind, sollten gerade vor Weihnachten prüfen, ob sie noch gut mit den notwendigen Arzneien versorgt sind. Denn: Viele Arztpraxen schließen „zwischen den Jahren“, in dieser Zeit kann dann kein neues Rezept ausgestellt werden. Außerdem ist es empfehlenswert, die verordneten Medikamente rechtzeitig in der Apotheke zu bestellen, damit es zu keiner Versorgungslücke in der Medikation kommt.
Notfall in der Küche? Das gehört in die Hausapotheke
An den Festtagen wird in der Küche ausgiebig geschnitten, gehobelt, gekocht und gebraten. Schnitt- und Brandwunden sind daher keine Seltenheit. Damit im Notfall schnelle Hilfe möglich ist, sollte in jedem Haushalt eine gut geführte Hausapotheke vorhanden sein. Für die Versorgung von Wunden ist es ratsam, eine Auswahl an Verbandsmaterialien (Mull, elastische Binden, Pflaster, Schere, Pinzette, Einmalhandschuhe, Dreiecktuch und Sicherheitsnadeln) und ein Desinfektionsmittel griffbereit zu haben.
Zu viel des Guten?
Kaum jemand kann den kulinarischen Köstlichkeiten, die jetzt auf den Tisch kommen, widerstehen. Zu reichhaltig gegessen? Abhilfe können Präparate gegen Verdauungsbeschwerden, Verstopfung oder Durchfall schaffen, auch sie dürfen in der Hausapotheke nicht fehlen. Außerdem sinnvoll: Schmerz- und Fiebermittel, Medikamente gegen Halsschmerzen, Husten und Schnupfen sowie Fieberthermometer und Kühlkompressen.
Für jedes Alter das richtige Präparat
Plötzliches Fieber, verstopfte Nase, wunder Po: Eltern kennen das Szenario. Damit Kinder im Krankheitsfall gut versorgt sind, sollte die Hausapotheke mit altersangepasste Arzneien wie Fieberzäpfchen, Hustensaft, Kochsalznasenspray, Erkältungsbalsam, Elektrolytlösung für Durchfallerkrankungen und Salben für Entzündungen im Windelbereich ausgestattet sein.
Tipp: Alle vorrätigen Medikamente sollten regelmäßig auf ihre Verfallsdaten kontrolliert und abgelaufene Präparate ausgetauscht werden.
Die Apotheker vor Ort beraten übrigens gern bei der richtigen und individuellen Bestückung. Die Landesapothekerkammer Hessen rät außerdem dazu, die Telefonnummern des Ärztlichen Notdienstes, der Giftnotrufzentrale, der Notfallambulanz und des Apothekennotdienstes in die Hausapotheke zu legen.
Kompetente Hilfe auch an Weihnachten
Rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr: Die Apotheke vor Ort bietet zu jeder Tages- und Nachtzeit eine verlässliche Versorgung für Notfälle mit Arzneimitteln an. Das gilt natürlich auch an den Weihnachtsfeiertagen sowie an Silvester und Neujahr. In Hessen sind Nacht für Nacht bzw. an Sonn- und Feiertagen 120 bis 130 Apotheken im Einsatz und gewährleisten eine wohnortnahe Versorgung mit Medikamenten. Welche Apotheke im Umfeld Dienst hat, lässt sich immer aktuell auf der Homepage der Landesapothekerkammer Hessen unter www.apothekerkammer.de/notdienst nachschauen.
Apothekennotdienstfinder
Der Apothekennotdienstfinder informiert telefonisch über die nächstgelegene diensthabende Apotheke: 0800 / 00 22 833 (kostenfrei aus dem Festnetz) bzw. 22 8 33 (Handy max. 69 ct./min)
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Dienstag, 15. November 2016

Apotheker sichern die Versorgung von Schwerstkranken

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Die palliativmedizinische Betreuung und die schmerzlindernde, symptomkontrollierende Therapie ermöglichen Schwerstkranken und Sterbenden einen würdevollen letzten Lebensabschnitt. Die Apotheke vor Ort leistet als Teil eines interdisziplinären Palliativteams einen wichtigen Part in der zeitnahen Versorgung des Patienten mit Arzneimitteln, insbesondere Schmerz- und Betäubungsmitteln, sowie Individualrezepturen. Diese zuverlässige Versorgung des Palliativpatienten im ambulanten, häuslichen und damit vertrauten Umfeld einschließlich der Beratung des Patienten und der Angehörigen kann nur durch die Apotheke vor Ort sichergestellt werden, wie die Landesapothekerkammer Hessen betont. Doch die niedergelassenen Apotheken geraten durch das EuGH-Urteil vom 19. Oktober 2016 unter Druck. Das kann direkte Auswirkungen auf die palliativmedizinische Versorgung in Deutschland haben.

Preiskampf durch EuGH-Urteil setzt Apotheke vor Ort unter Druck
Dem Spruch des Europäischen Gerichtshofes zufolge können Versandapotheken aus dem EU-Ausland einen Rabatt auf verschreibungspflichtige Arzneien gewähren. Den in Deutschland ansässigen Apotheken ist es durch die Arzneimittelpreisverordnung nicht erlaubt, Rabatte auf verschreibungspflichtige Arzneimittel einzuräumen. Das hat auch einen guten Grund: Im deutschen Gesundheitswesen gilt „gleicher Preis für gleiche Leistung“. Der Patient kann immer sichergehen, dass er weder im stationären noch im ambulanten Bereich übervorteilt wird. Während die ausländischen EU-Versandhändler ihre Leistungen auf die reine Arzneimitteldistribution in einem besonders interessanten Segment beschränken, finanzieren die niedergelassenen Apotheken mit den einheitlichen Preisen wichtige, aber nicht kostendeckende pharmazeutische Dienstleistungen wie Nacht- und Notdienste sowie die Rezepturherstellung. Durch den erhöhten Preiskampf gerät die Apotheke vor Ort unter Druck, die wohnortnahe Versorgung und die damit verbundene notwendige Aufrechterhaltung pharmazeutischer Dienstleistungen werden geschwächt.
Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin fordert Schutz der Apotheke vor Ort
„Palliativpatienten sind auf die pharmazeutische Betreuung vor Ort angewiesen“, erklärt Claudia Wegener, Sprecherin der Sektion Pharmazie der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin und Delegierte der Landesapothekerkammer Hessen. „Eine nahtlose Therapiefortsetzung ist für diese Patienten ebenso entscheidend wie die kompetente pharmazeutische Betreuung. Wir fordern daher, die hochwertige Versorgung durch wohnortnahe Apotheken in Deutschland zu sichern.“
Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, ergänzt: „Außerdem dürfen die für Palliativpatienten notwendigen Schmerzmittel gemäß Betäubungsmittelgesetz nicht verschickt werden, sie werden nur von der niedergelassenen Apotheke abgegeben. Muss die Apotheke vor Ort jedoch aufgeben, entsteht eine gefährliche Versorgungslücke.“
Expertise für die palliativpharmazeutische Betreuung unerlässlich
Diese Versorgungslücke hätte große Auswirkungen auf die Palliativpatienten. In enger interdisziplinärer Absprache sorgen die Palliativpharmazeuten für eine an den Zustand des Patienten angepasste Arzneimitteltherapie. Sie sind außerdem Ansprechpartner für die Arzneimittelinformationen, die richtige Anwendung und Handhabung der Arzneimittel sowie die Bewertung von klinisch relevanten Wechselwirkungen. Die pharmazeutische Betreuung von Schwerstkranken und Sterbenden setzt zudem spezielles Fachwissen voraus: Apotheker werden in einer intensiven Zertifikatsfortbildung zum Palliativpharmazeuten fortgebildet und sind durch ihre hohe Expertise ein wichtiger Partner des heilberuflichen Netzwerkes.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.