Mittwoch, 27. April 2016

Neue Fotografie-Ausstellung „Wolfgang G. Schröter. Das große Color-Praktikum“ im LVR-LandesMuseum

Das LVR-LandesMuseum Bonn setzt die Fotografie-Reihe „Aus den Archiven“ in Kooperation mit der Deutschen Fotothek in der SLUB Dresden und der Stiftung F.C. Gundlach, Hamburg, fort / Ausstellung vom 28.4.-26.6.2016

Mit der Ausstellung „Wolfgang G. Schröter. Das große Color-Praktikum“ zeigt das LVR-LandesMuseum Bonn einen Meister der frühen, kreativen und experimentellen Farbfotografie bei der Arbeit. Wolfgang G. Schröter etablierte sich in den 1950er Jahren als freier Bildjournalist und professioneller Farbfotograf in der DDR. Im Auftrag international operierender foto-optischer Unternehmen wie AFGA/ORWO in Wolfen und Carl Zeiss in Jena schaffte er avantgardistische, ästhetisch und technologisch herausragende Farbaufnahmen. Erstmals sind diese Arbeiten seit den 1960er Jahren ausgestellt.

Der Nachlass Wolfgang G. Schröters, der sich in der Deutschen Fotothek befindet, ermöglicht die seltene und spannende Gelegenheit in äußerst komplexe, sowohl analoge als auch elektronische Prozesse der Bilderzeugung Einblick zu nehmen. Der Nachlass wurde in einem exzeptionell schnellen Verfahren nun innerhalb von zwei Jahren in Form eines Projektes wissenschaftlich bearbeitet und präsentiert die Ergebnisse erstmals in Form der Ausstellung.

Schröters Umgang mit Farbe, Fläche und Kontur in der angewandten und der Wissenschaftsfotografie – zunächst analog, schon seit Beginn der 1970er Jahre auch auf Basis elektronischer Bilderzeugung – erweist sich als visionäre Bildleistung. Er setzt klassische fotokünstlerische Verfahren wie das Fotogramm ebenso ein wie die prä-digitale elektronische Bildauswertung und überträgt wissenschaftliche Motivwelten in die Werbe- und Kunstfotografie. So antizipiert er eine Medienkunst, deren Ausmaß erst mit der digitalen Revolution um die Jahrtausendwende ihre ganze Tragweite entfaltet.

Dienstag, 26. April 2016

My Ocean Sampling Day: Sammeln, Forschen, Meer entdecken

Jetzt registrieren für das Bürgerwissenschaftsprojekt My Ocean Sampling Day am 21. Juni 2016 / Wasserprobennahme an deutschen Küsten und Flüssen

Berlin - Welche Mikroorganismen existieren in deutschen Gewässern? Und wie beeinflussen sie das Ökosystem unserer Flüsse und Küstenregionen? Die Bedeutung von Mikroben für das Leben auf der Erde und unser Klima ist seit langem bekannt – das Wissen über die Kleinstlebewesen steckt trotzdem noch in den Kinderschuhen. Im Wissenschaftsjahr 2016/17 – Meere und Ozeane ruft das Projekt My Ocean Sampling Day (MyOSD) am 21. Juni Bürgerinnen und Bürger dazu auf, Wasserproben an deutschen Küsten und Mündungsflüssen zu sammeln und sich aktiv mit dem marinen Lebensraum der Mikroorganismen auseinanderzusetzen. Das englische Wort „Sampling" heißt auf Deutsch Probennahme. Auf my-osd.org kann man sich ab sofort für die Teilnahme registrieren. MyOSD ist ein Gemeinschaftsprojekt der Jacobs University und des Max-Planck-Institutes für Marine Mikrobiologie in Bremen.

Auf globaler Ebene wurde 2014 der internationale Ocean Sampling Day (OSD) ins Leben gerufen: Am Tag der Sommersonnenwende am 21. Juni nehmen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jedes Jahr weltweit Wasserproben und erzeugen somit einen einzigartigen Datensatz. Als integriertes Bürgerwissenschaftsprojekt des internationalen OSD findet der My Ocean Sampling Day am gleichen Tag statt: Seit dem vergangenen Jahr können sich so auch interessierte Bürgerinnen und Bürger an der Aktion beteiligen. Gemeinsames Ziel: den mikrobiellen Lebensraum der Meere entdecken, das Zusammenspiel dieser Kleinstlebewesen näher erforschen und zum besseren Verständnis der marinen Welt beitragen. Der MyOSD will eine Momentaufnahme der Mikroorganismen in deutschen Küsten vornehmen und untersucht dabei in diesem Jahr erstmalig auch Mündungsflüsse wie die Ems, die Weser, die Elbe und die Oder sowie deren zuführende Flüsse und Kanäle. Wie wird die mikrobielle Biodiversität der Meere durch menschliche Eingriffe wie Abwasserproduktion beeinflusst? Und wie verändert sich die Gemeinschaft der Mikroben von der Quelle bis zur Mündung? Angestrebt wird eine umfassende Datensammlung, mit der Forscherinnen und Forscher gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern erstmals die Vielfalt der Mikroorganismen an der Nord- und Ostseeküste hochaufgelöst erfassen können.
Mitmachen ist ganz einfach: Über die MyOSD-Website registrieren, App herunterladen und Mikrobiologin oder -biologe für einen Tag werden. Für die Probennahme werden insgesamt 1.000 Sampling Kits mit den erforderlichen Filtern und Materialien verteilt. Teilnehmende können diese Kits entweder per Post erhalten oder direkt bei marinen Forschungseinrichtungen in ihrer Nähe abholen. Nach der Probennahme können sie die Kits wieder bei den teilnehmenden marinen Forschungseinrichtungen abgegeben oder kostenfrei zur Auswertung ins Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie nach Bremen schicken. Welche Mikroorganismen in den Proben schwimmen und ob vielleicht eine bislang unbekannte Art dabei ist, können die Teilnehmenden selbst herausfinden: durch die Eingabe der im Kit enthaltenen MyOSD-Nummer auf my-osd.org/status.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Wissenschaftsjahr 2016/17 – Meere und Ozeane

Die Meeresforschung ist Thema des Wissenschaftsjahres 2016/17. Zu 71 Prozent bedecken Ozeane und Meere unseren Planeten. Sie sind Klimamaschine, Nahrungsquelle, Wirtschaftsraum – und sie bieten für viele Pflanzen und Tiere Platz zum Leben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Ozeane seit Jahrhunderten; und doch sind sie noch immer geheimnisvoll und in weiten Teilen unerforscht. Im Wissenschaftsjahr 2016/17 – Meere und Ozeane geht es um die Ergründung der Gewässer, ihren Schutz und eine nachhaltige Nutzung. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie tragen als zentrales Instrument der Wissenschaftskommunikation Forschung in die Öffentlichkeit. Das Wissenschaftsjahr 2016/17 wird vom Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) als fachlichem Partner begleitet.

Montag, 25. April 2016

„Die Kruses“ - eine geniale Künstlerfamilie und ihr Freundeskreis



Bronzebüste von Käthe Kruse, geschaffen von Max Kruse


Donauwörth (std) - Das Käthe-Kruse-Puppen-Museum Donauwörth beschreibt in zwei Sonderausstellungen die besonderen Beziehungen zwischen der Kunst um 1900 und der Puppenherstellung. Durch die Verbindung mit Max Kruse eröffneten sich für die junge Käthe Kruse vielfältige Kontakte zu Künstlerinnen und Künstlern, besonders im Berlin des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Max Kruse war aktives Mitglied der Berliner Secession, einer 1898 gegründeten Künstlervereinigung, die sich als Gegenpol zum akademischen Kunstbetrieb verstand. Zu dieser Künstlervereinigung gehörten bedeutende Künstler des deutschen Impressionismus wie beispielsweise Max Liebermann. Zu den Mitgliedern zählten neben vielen anderen Käthe Kollwitz, August Gaul, Max Slevogt, Maria Slavona oder Renée Sintenis. Aus diesem Freundeskreis sind schöne Beispiele in der Ausstellung zu sehen. Max Kruse war mit einem weiteren Künstler bekannt, der für die Puppenherstellung von großer Bedeutung war. Arthur Lewin-Funcke lieferte mit seinen Baby- und Kinderporträts mehrere Vorlagen für Puppenköpfe, z.B. für die Firma Kämmer & Reinhardt, die 1910/11 als sog.“Baby Bauz“ die Puppe I von Käthe Kruse erstmals in Serie fertigte. Das künstlerische Arbeiten spielte aber auch im direkten Familienkreis der Kruses eine bedeutende Rolle. Annemarie Jakimow-Kruse, eine Tochter von Max Kruse aus erster Ehe, war Schülerin von Henry Matisse und ist mit vielen Gemälden in der Ausstellung vertreten. Ihr Ehemann, der Bildhauer Igor von Jakimow, gestaltete die Vorlagen für Köpfe der Puppen VIII und XII von Käthe Kruse. Der Bruder von Max Kruse, Oskar Kruse-Lietzenburg, entschied in bereits fortgeschrittenem Alter, sich der Malerei zu widmen.

Von Käthe Kruse selbst sind mehrere Aquarelle und Stickbilder erhalten. Auch deren Kinder malten, zeichneten oder modellierten, wie beispielsweise Sofie Rehbinder-Kruse, die viele Köpfe für Schaufensterfiguren entwarf. Erstmals ist es im Zusammenwirken mit dem Grafschaftsmuseum und Schlösschen in Wertheim am Main gelungen, diese besonderen Beziehungen zwischen der Kunst und den Puppen am Beispiel der Familie Kruse aufzuzeigen. Die Ausstellung wird in zwei Teilen präsentiert, aufgeteilt nach den Schwerpunkten Familienkreis und Freundeskreis. Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband.

Weitere Informationen zur Sonderausstellung und dem Begleitprogramm:

http://www.donauwoerth.de, museen@donauwoerth.de, Tel. 0906 789-170

„Die Kruses“ - eine geniale Künstlerfamilie und ihr Freundeskreis

Familienkreis 30.04. – 25.09.2016 Dienstag bis Sonntag 11:00 – 18:00 Uhr

Freundeskreis 02.06. – 25.09.2016 Dienstag bis Sonntag 11:00 – 18:00 Uhr

Veranstaltungsort: Käthe-Kruse-Puppen-Museum Pflegstraße 21a 86609 Donauwörth

Donnerstag, 14. April 2016

Supernova-Eisen auch auf dem Mond gefunden

Bestätigung für Sternenexplosion in der Nähe unseres Sonnensystems

Vor rund zwei Millionen Jahren gab es eine Sternenexplosion, eine Supernova in der Nähe unseres Sonnensystems. Davon zeugen heute noch Spuren eines bestimmten Eisen-Isotops in Meeresablagerungen. Nun konnten Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) gemeinsam mit Kollegen aus den USA auch in Bodenproben des Mondes eine ungewöhnlich hohe Konzentrationen dieses Supernova-Eisens nachweisen. Sie nehmen an, dass beide Funde vom selben Sternausbruch stammen.

Ein sterbender Stern beendet sein Leben mit einer gewaltigen Explosion. Einen großen Teil seiner Materie, vor allem die während der Explosion neu entstandenen chemischen Elemente, schleudert er dabei ins Weltall.

Eine oder mehrere solcher Supernovae müssen sich vor rund zwei Millionen Jahren in der Nähe des Sonnensystems ereignet haben. Darauf deutete bereits auf der Erde die erhöhte Konzentration des Eisen-Isotops Fe-60 hin, das in einer Tiefseekruste des Pazifischen Ozeans und auch in Meeressedimenten gefunden wurde.

Die Indizien sind stark: Das radioaktive Fe-60 entsteht fast ausschließlich in Sternenexplosionen. Und weil seine Halbwertszeit von 2,62 Millionen Jahren im Vergleich zum Alter unseres Sonnensystems kurz ist, sollte radioaktives Fe-60 aus der Zeit der Bildung des Sonnensystems auf der Erde längst in stabile Elemente zerfallen und damit nicht mehr vorhanden sein.

Mondproben von den Apollo-Missionen

Nun erhält diese Supernova-Hypothese, zu der erstmalig im Jahr 1999 von Forschern der Technischen Universität München (TUM) Hinweise in einer Tiefseekruste gefunden wurden, weitere Bestätigung: Physiker der TUM und Kollegen aus den USA konnten auch in Bodenproben des Mondes eine ungewöhnlich hohe Ansammlung von Fe-60 nachweisen.

Die Proben stammen von den Flügen der Apollo-Missionen 12, 15 und 16, die zwischen 1969 und 1972 auf dem Mond gelandet waren und von dort Material zur Erde gebracht hatten.

Zwar kann Fe-60 auf dem Mond auch durch das Bombardement mit kosmischen Teilchen entstehen, denn diese Teilchen zerschellen nicht wie auf der Erde an den Luftmolekülen der Atmosphäre, sondern prasseln direkt auf die Mondoberfläche und können so zur Spaltung von Elementen führen. „Aber diese Quelle kann nur einen sehr kleinen Anteil des Vorkommens an Fe-60 erklären“, erklärt Dr. Gunther Korschinek von der TUM, der auch Wissenschaftler des Exzellenzclusters Universe ist.

Ablagerung von frisch produziertem Sternenmaterial

„Wir gehen daher davon aus, dass das Fe-60 in beiden Funden, Mond und Erde, denselben Ursprung hat: es handelt sich um die Ablagerungen von frisch erzeugtem Sternenmaterial, das in einer oder mehreren Supernovae produziert wurde“, sagt Korschinek.

Weil der Mond ein besseres kosmisches Archiv als die Erde darstellt, konnten die Wissenschaftler auch erstmals eine Obergrenze für den Fluss an Fe-60 angeben, der den Mond erreicht haben muss. Daraus können die Forscher unter anderem auf die damalige Entfernung zum Supernova-Ereignis schließen: „Der gemessene Fe-60 Fluss entspricht einer Supernova in einem Abstand von etwa 300 Lichtjahren“, sagt Korschinek. „Dieser Wert stimmt gut überein mit einer kürzlich in Nature publizierten theoretischen Abschätzung.“

Die Proben des Mondes wurden am hochempfindlichen Beschleuniger-Massenspektrometer des Maier-Leibnitz-Laboratoriums in Garching untersucht. Neben den Physikern der TUM waren an der Veröffentlichung auch Wissenschaftler der Rutgers University, USA, und des Planetary Science Institute in Los Alamos, USA, beteiligt. Finanziell wurde die Arbeit durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft über den Exzellenzcluster Universe unterstützt.

Publikation:

Interstellar 60Fe on the surface of the Moon
L. Fimiani, D. L. Cook, T. Faestermann, J. M. Gomez-Guzman, K. Hain, G. Herzog, K. Knie, G. Korschinek, P. Ludwig, J. Park, R. C. Reedy, and G. Rugel
Phys. Rev. Lett. 116, 151104, 13. April 2016 (online) – DOI: 10.1103/PhysRevLett.116.151104

Der Inhalt des Make-Ups

Wer regelmäßig auf Kosmetikprodukte zurückgreift, sollte unbedingt darauf achten, die Inhaltsstoffe zu vergleichen. Leidet man an einer empfindlichen Haut, kann es sogar von Vorteil sein, Naturkosmetik zu verwenden. Genauso wichtig ist es, das Make-Up dem jeweiligen Anlass anzupassen. Für einen Alltagslook empfehlen sich Foundation, Rouge, Mascara und Lipgloss, während ein Partylook durchaus etwas schriller daherkommen darf. Mehr dazu auf http://www.stylesy.de/thema/make-up.

Der Vorteil von Naturkosmetik

Naturkosmetik hat den Vorteil, dass sie aus natürlichen Stoffen aus biologischem Anbau hergestellt wird. Sie empfiehlt sich daher vor allem für empfindliche Haut. Pflanzliche Wachse, Öle, Heilpflanzenextrakte, Kräuter und Auszüge aus Rinden, Früchten und Wurzeln pflegen die Haut und wirken allerlei schädlichen Einflüssen wie freien Radikalen entgegen. Außerdem verzichten Naturkosmetikprodukte auf synthetische Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe. Ein weiterer nicht unbedeutender Aspekt für Menschen, denen das Wohl der Tiere am Herzen liegt: Der Verzicht auf Tierversuche!

Die facettenreiche Welt des Make-Ups

Mittlerweile ist die Zahl an Kosmetikprodukten so groß, dass es manchmal schwierig ist, den Überblick zu behalten. Die Produkte reichen von Lippenstift, Lipgloss, Lip Balm und Lippenkonturenstift über Mascara, falsche Wimpern, Lidschatten, Eyeliner, Kajal und Augenbrauenstiften bis hin zu Foundation, Puder, Rouge und Concealer. Da ist es manchmal schwierig, das Produkt auszusuchen, das am besten zu einem passt. Ins Make-Up-Täschchen einer jeden Frau gehört der Lippenstift. Er ist der Klassiker, der selbst in wirtschaftlich schwachen Zeiten von Frauen auf der ganzen Welt gekauft wird. Hochwertige Lippenstifte wie die von Margaret Astor Make Up gibt es in allen erdenklichen Farben. Sie sind immer mit einem bestimmten Statement verbunden.

Mittwoch, 6. April 2016

Beratungsbedürftige Medikamente - Apotheker klären auf

Hamburg (apothekerkammer-hamburg)  Arzneimittel sind beratungsbedürftig. Es ist gleich, ob sie vom Arzt verschrieben oder vom Patienten in der Apotheke erworben wurden. Wer seine Arzneimittel nicht korrekt anwendet, riskiert ungewollte Wirkungen. Daher müssen Patienten sowohl die Dosierungs- und Anwendungsvorschriften als auch Gegenanzeigen und Wechselwirkungen berücksichtigen. Ebenso spielen Fragen zum Einnahmezeitpunkt der Medikamente eine wichtige Rolle. Patienten sind mit diesen Anforderungen aber nicht allein gelassen. Sie können immer auf die kompetente Beratung der Apotheker vertrauen, betont die Apothekerkammer Hamburg. Täglich erklären Apotheker die Wirkung und die Einnahme vieler Arzneimittel: Groß ist der Beratungsbedarf bei Arzneimitteln, deren Wirkung Patienten nicht unmittelbar verspüren, beispielsweise bei Blutdruckmitteln. Zudem steigt der Beratungsbedarf bei speziellen Darreichungsformen wie Asthmasprays oder Insulinspritzen. Bei Erkrankungen wie Parkinson sind beispielsweise sehr komplexe Einnahmeschemata einzuhalten.
Kapseln und Tabletten nicht einfach teilen
Selbst scheinbar unproblematische Medikamente wie Kapseln haben ihre Tücken. Viele Patienten, die unter Schluckbeschwerden leiden, öffnen die Kapseln und schlucken den Inhalt. Das kann den Therapierfolg beeinflussen. Denn Kapselhüllen dienen nicht nur als Behältnisse, sondern können eine Schutzfunktion besitzen, die sie magensaftresistent macht. Der Kapselinhalt sollte dementsprechend nicht vor der Einnahme entnommen, sondern die Kapsel immer als Ganzes geschluckt werden. So kann der Wirkstoff den Magen unbeschadet passieren und wie gewünscht im Dünndarm freigesetzt werden. Ebenso rät die Apothekerkammer Hamburg davon ab, Tabletten ohne vorherige Rücksprache mit dem Apotheker zu teilen. Viele Tabletten besitzen Überzüge, die vor der Magensäure schützen oder eine verlängerte Wirkstofffreigabe ermöglichen. Wer solche Tabletten teilt, riskiert einen Wirkstoffverlust oder unerwünschte Nebenwirkungen.
Grundsätzlich sollten Patienten Tabletten und Kapseln stehend oder aufrecht sitzend schlucken. Im Liegen könnten die Medikamente an der Speiseröhre haften bleiben und diese eventuell beschädigen. Darüber hinaus empfiehlt es sich, die Medikamente mit einem Glas nicht zu kaltem Leitungswasser einzunehmen.
Achtsam mit Antibiotika umgehen
Bei der Einnahme von Antibiotika ist die genaue Einhaltung von Dosis, Einnahmezeitpunkt- und Dauer entscheidend. Außerdem gibt es Wechselwirkungen mit anderen Arznei- oder Lebensmitteln, die es zu berücksichtigen gilt. Wer auf ein Antibiotikum allergisch reagiert, sollte dies dem Arzt oder Apotheker mitteilen, sodass mögliche Kreuzallergien mit anderen Antibiotika verhindert werden können. Eine der häufigsten Fehlanwendung bei Antibiotika ist das vorzeitige Absetzen der Medikamente. Das kann ein Wiederaufflammen des Infekts hervorrufen. Oder schlimmer: Es können sich Resistenzen gegen das eingenommene Antibiotikum entwickeln. Daher sollten Patienten eine begonnene Antibiotikabehandlung bis zum Ende durchhalten.
Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.400 Apotheker und Apothekerinnen, sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Problemen.

Monatliche Führungen durch die Leibniz-Dauerausstellung

Interessierte können Leibniz-Exponate im Welfenschloss unter fachkundiger Führung kennenlernen

Hannover - Im Leibniz Jahr 2016 bietet die Universität regelmäßige Führungen durch die Leibniz-Dauerausstellung im Sockelgeschoss und Lichthof des Hauptgebäudes an. Ein Teil der 2015 neu gestalteten und aktualisierten Ausstellung im Welfenschloss ist der Mathematik und Physik sowie den technischen Erfindungen des Universalgenies, wie den bekannten Rechenmaschinen, gewidmet. Andere Teile befassen sich mit Leibniz‘ Wirken in den Geistes-, Rechts-, Wirtschafts- und Kunstwissenschaften sowie der Politik. Zur erweiterten Leibniz-Dauerausstellung gehören die Leibniz-Büste, zwei Vitrinen mit Originalschriften und qualitativ hochwertigen Kopien von Handschriften. Bereits seit 1990 wurden bisher elf große Leibniz-Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt; seit 2008 sind die Exponate als Dauerausstellung im hannoverschen Welfenschloss zu sehen. Im Jahr 2011 wurde die Ausstellung erweitert.
Während der Führung, die erstmalig am 29. April 2016 und dann an jedem vierten Freitag im Monat angeboten wird, präsentiert Prof. Dr.-Ing. Erwin Stein die Exponate und liefert spannende Hintergrundinformationen. Professor Stein hat die Ausstellung mit Unterstützung des Präsidiums der Leibniz Universität initiiert und erstellt und ist ausgewiesener Leibnizkenner. Eine Anmeldung für die Führungen ist telefonisch oder per E-Mail erforderlich.
Wann? Freitag, 29. April 2016, 16.30 bis 18 Uhr; dann an jedem vierten Freitag im Monat                                  
Wo? Leibniz Universität Hannover, Hauptgebäude, Welfengarten 1, 30167 Hannover, Sockelgeschoss
Anmeldung? Referat für Kommunikation und Marketing, Telefon +49 511 762 5342, kommunikation@uni-hannover.de
Internet http://www.uni-hannover.de/de/fuehrungen-leibnizausstellung
Zu den Führungen sind alle Interessierten willkommen. Wer möchte, kann selber Rechenoperationen an den Nachbauten der Leibniz’schen Rechenmaschinen vornehmen und Leibniz‘ Konstruktionsprinzipien aus dem 17. und 18. Jahrhundert nachvollziehen. Außer Professor Stein stehen weitere Leibnizkenner, insbesondere für Führungen durch die geistes- und kulturwissenschaftlichen Teile der Ausstellung, zur Verfügung. Zu besonderen Anlässen sind darüber hinaus Sonderführungen mit Leibnizforschern von außerhalb geplant. Auch spezielle Führungen für Gruppen sind auf Nachfrage möglich.

Dienstag, 5. April 2016

Die Maschine, die zum Bauteil kommt

Ingenieurwissenschaftler aus dem Produktionstechnischen Zentrum Hannover der Leibniz Universität Hannover entwickeln mit einer EXIST Gründungsförderung die erste mobile und präzise Werkzeugmaschine


Hannover - Anfang 2015 hat das damals noch zweiköpfige Team den hannoverimpuls-Startup-Preis gewonnen, Anfang 2016 die EXIST Gründungsförderung. Ihre Idee ist es, eine kleine, handliche Maschine zu bauen, die gleichzeitig präzise und mobil ist, die sich am Bauteil festhält und sich an oder auf ihm fortbewegt; eine Maschine, die zunächst als 5-Achs-Fräsmaschine ausgelegt ist, aber auch alle Optionen zum 3D-Drucken oder Nieten mitbringt.

Eine Dreiviertelmillion Euro steht dem Team jetzt zur Verfügung, um aus ihrem selbst gedruckten Demonstrator, der es immerhin schon mit Kunststoff aufnehmen kann, einen echten Prototypen zu entwickeln und dann in die Selbstständigkeit zu starten.
Die Idee ist einfach und zugleich kaum zu glauben. Thomas Krawczyk, einer der drei Entwickler vom Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW), hat einen anschaulichen Vergleich parat: „Stellen Sie sich vor, Sie wollen ein paar Löcher in Ihre Wand bohren und bringen Ihr Haus deshalb zur Bohrmaschine.“ Wenn seine Zuhörer befremdet die Stirn runzeln, macht er seinen Punkt: „So ist es zurzeit bei Bauteilen, auch sehr großen, beispielsweise solchen für Schiffe, Windkraftanlagen oder Flugzeuge: Sie werden zur Werkzeugmaschine gebracht. Wir finden, dass es umgekehrt sein sollte.“

Maschinenentwickler Dominik Brouwer, Wirtschaftsingenieur Thomas Krawczyk und Daniel Niederwestberg für die Entwicklung der Anwendungstechnologie wollen ihren Prototypen bereits Ende 2016 für den Einsatz in der Automobilindustrie am Start haben. Aktuell haben sie fünf potenzielle Kunden, deren Anregungen und Wünsche sie mitberücksichtigen werden. Aber gerade im Bereich Qualitätssicherung sind sie sehr daran interessiert, weitere Anregungen für kommende Aufgaben der mobilen Maschine zu bekommen.

Die mobile Maschine ist modular aufgebaut. Sie kann ihre Festhaltevorrichtungen wie Schuhe wechseln. Sowohl das äußere Gehäuse als auch das Spindelgehäuse haben solche Schuhe – die sich beispielsweise magnetisch festhalten können –, und so kann sich jeweils der eine Maschinenteil gegen den anderen verschieben und damit die ganze mobile Maschine wie eine Raupe am Bauteil entlangbewegen. Über ein externes Lasermesssystem kann sie sich dabei äußerst genau positionieren. „Zurzeit liegt unser Schwerpunkt auf dem Fräsen mit hoher Genauigkeit“, erläutert Krawczyk, „aber letztlich ist es egal, ob wir eine Spindel, einen Druckkopf oder eine Nietvorrichtung in unser mobiles Konzept integrieren.“ Ein bisschen Zukunftsmusik, aber nichtsdestotrotz durchaus ernst gemeint ist eine grafische Animation, die zeigt, wie ein halbes Dutzend mobiler Maschinen einen kompletten Flugzeugrumpf druckt.

Professor Berend Denkena, Leiter des IFW und großer Unterstützer des Vorhabens, ist ausgesprochen stolz auf „sein“ EXIST-Team: „Die Mitarbeiter verbinden auf erstklassige Weise eine tolle Idee zur richtigen Zeit mit exzellenter Maschinenbau-Expertise und visionärem Weitblick.“

Zoodocs in Wien blicken tief ins Innere der Tiere

Wien (GE Healthcare) – Seit einigen Monaten kommt im Tiergarten Schönbrunn in Wien ein Computertomograph von GE Healthcare zum Einsatz. Das außergewöhnliche: Normalerweise werden Menschen und nicht Tiere auf diesem Gerät untersucht.

Der erste tierische Patient war ein Salomonenskink, bei dem es nicht um die Feststellung einer Krankheit, sondern direkt um einen speziellen Sonderfall ging: Bei Reptilien dieser Art lässt sich durch äußere Betrachtung nicht feststellen, ob es sich um ein weibliches oder um ein männliches Tier handelt. Eine sehr wichtige Information für einen Zoo, zu dessen Aufgaben auch die Arterhaltung und die Nachzucht gehören. Der CT bildet die Geschlechtsorgane im Innern des Körpers aber problemlos ab, wobei Schichtaufnahmen zu einem hochdetaillierten 3D-Bild verrechnet werden.

In dem CT-Gerät werden mittels Röntgenstrahlen Schichtaufnahmen vom Inneren der Tiere aufgenommen, die mit normaler Röntgenmethode oder per Ultraschall nicht möglich wären. Selbst die genaue und strukturierte Abbildung innerer Organe ist möglich. Der CT von GE Healthcare ist für Zoo- und Haustiere bis zu einem Gewicht von 180 Kilogramm geeignet und kommt täglich zum Einsatz.

Seit Inbetriebnahme wurden so einige Tiere gescannt, darunter Hunde, Katzen, Kaninchen, Echsen, ein Vikunja, ein Bärenstummelaffe und diverse mehr. Die Möglichkeiten der Computertomographie helfen sowohl den Tieren als auch ihren Ärzten. „Unser medizinisches Hightech-Gerät wird auch bei Menschen angewandt“, erklärt Veterinärmediziner Thomas Voracek und versichert weiter: „Die Röntgenstrahlen tasten den ganzen Tierkörper behutsam ab.“ Damit leistet die Technologie von GE Healthcare einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Tiere, indem gefährliche Krankheiten und komplizierte Verletzungen schnell und früh erkannt werden können.

ÜBER GE HEALTHCARE

GE Healthcare bietet innovative Medizintechnik und Dienstleistungen für einen besseren Zugang zu hochwertigen und bezahlbaren Gesundheitsleistungen. GE hilft Gesundheitsdienstleistern, Patienten noch besser zu versorgen – mit medizinischer Bildgebung, Informationstechnologien, Patientenmonitoring, medizinischer Diagnostik, Arzneimittelforschung und biopharmazeutischen Fertigungstechnologien. Auch in Deutschland ist GE Healthcare einer der führenden Anbieter von Produkten und Services für Medizintechnik. Das Unternehmen betreibt neben Vertriebsstandorten auch Produktionsstätten und Forschungslabors in den Bereichen Life Sciences und Medical Diagnostics. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit GEs europäischem Forschungszentrum, GE Global Research Europe, in Garching bei München, wo Medizintechnik zu den Forschungsschwerpunkten gehört. Zudem haben mehrere Kliniken mit GE Healthcare erfolgreich Technologiepartnerschaften umgesetzt.

ÜBER GE

GE (NYSE: GE) arbeitet an Themen, die die Welt bewegen. Mit den klügsten Köpfen und den besten Technologien stellen wir uns den schwierigsten Herausforderungen. Ob Energie, Gesundheit, Transport & Verkehr oder Finanzierung – wir finden Lösungen. Wir bauen, bewegen, treiben die Welt an und kümmern uns um Ihre Gesundheit. Nicht nur mit guten Ideen – wir handeln. GE packt es an. Mehr Informationen finden sie auf unserer Website: www.ge.com/de
Aktuelle Meldungen und Bildmaterial zu GE Healthcare finden Sie unter http://newsroom.gehealthcare.com


 

Montag, 4. April 2016

Komplexe Zellen aus Wasserstoffbedarf geboren

Evolutionsbiologie: Veröffentlichung in Nature Microbiology

Woher stammen die Mitochondrien, die „Kraftwerke“ unserer Zellen? Es waren ursprünglich Wasserstoff-erzeugende Bakterien, die von anderen Urzellen eingeschlossen wurden. Diese Urzellen benötigten Wasserstoff für ihren eigenen Stoffwechsel. In der aktuellen Ausgabe von Nature Microbiology stellen Biologen um Prof. Dr. William Martin vom Institut für Molekulare Evolution neue Ergebnisse vor, die dieses Modell stützen.

Zellen lassen sich in zwei Klassen unterteilen. Auf der einen Seite stehen die kleinen, einfach aufgebauten Prokaryoten, die keine inneren Strukturen besitzen. Zu ihnen gehören Bakterien und Archaeen. Auf der anderen Seite gibt es die Eukaryoten, komplexe Gebilde mit Zellkern und diversen Zellkompartimenten; zu ihnen zählen alle höheren Zellen.

Die Frage, wie die komplexen Eukaryoten entstanden sind, hängt eng mit dem Ursprung ihrer inneren Strukturen zusammen. Der Schlüssel dazu ist die sogenannte Endosymbiose: Eine Zelle nimmt eine andere Zelle in sich auf, die aufgenommene Zelle lebt innerhalb der anderen Zelle als stabiler Symbiont. Nach langer Zeit wird sie zu einem Bestandteil ihrer Wirtszelle. Aus dem einstigen Endosymbionten wird ein Organell der Wirtszelle.

Seit einigen Jahren wissen Biologen, dass eine solche Endosymbiose am Anfang der Eukaryotenevolution stand, weil die Mitochondrien — die Kraftwerke aller komplexen Zellen — aus Endosymbionten hervorgegangen sind. Aber was war ihre Wirtszelle? In der neuen Ausgabe von Nature Microbiologyberichten Dr. Filipa Sousa und ihr Team am Institut für Molekulare Evolution der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf darüber, wie es zu dieser wichtigen Symbiose gekommen ist: Die Wirtszelle brauchte Wasserstoff.

Die Düsseldorfer Forscher untersuchten das Genom eines neu entdeckten Archaeen-Stammes, Lokiarchaeon genannt, kurz „Loki“. Loki ist der nächstlebende Verwandte der einstigen archaealen Wirtszelle. Er wurde von der Gruppe um Prof. Dr. Christa Schleper von der Universität Wien entdeckt. Die Düsseldorfer Forscher konnten jetzt zeigen, dass Lokis Genom bestimmte Gene enthält, die seine Wasserstoffabhängigkeit belegen.

Viele moderne Archaeen brauchen Wasserstoff. Er dient als chemischer Brennstoff, aus dem die Zelle biologisch nutzbare Energie in der Form von ATP gewinnen kann. Viele moderne Bakterien bilden dagegen Wasserstoff als Abfallprodukt ihrer Energiegewinnung. Sogar manche Mitochondrien bilden heute noch Wasserstoff. War Wasserstoff an der Symbiose beteiligt, die zum Ursprung der Mitochondrien führte? Dass Dr. Sousa und ihr Team Belege für die Wasserstoff-Abhängigkeit von Loki finden konnten, spricht dafür.

Dies ist ein weiterer Erfolg für Dr. Filipa Sousa. Sie erhielt im vergangenen Dezember einen Forschungspreis in Höhe von 2 Millionen Euro vom Wiener Wissenschafts- und Technologie-Fonds (WWTF). Damit wird sie ihre Arbeiten ab dem 1.7.2016 mit einer eigenen Professur und einer eigenen Forschungsgruppe an der Universität Wien fortsetzen.
Originalpublikation
Filipa L. Sousa, Sinje Neukirchen, John F. Allen, Nick Lane and William F. Martin, „Lokiarchaeon is hydrogen dependent“, Nature Microbiology, 4. April 2016 DOI: 10.1038/nmicrobiol.2016.34

Donnerstag, 31. März 2016

Zum Lesen animieren – Internationaler Kinderbuchtag am 2. April

Berlin - Am kommenden Samstag ist internationaler Tag des Kinderbuches – ein Aktionstag für alle, die Kinder- und Jugendliteratur schreiben, und auch ein wichtiger Tag für lesende Kinder. Um diese auch im Zeitalter von Whatsapp und Co. für Bücher zu begeistern, ist Leseförderung heute wichtiger denn je. Das Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unterstützt deshalb verschiedene Projekte deutschlandweit.
„Wer lesen kann, ist klar im Vorteil“, heißt es oft scherzhaft. Der 2. April ist ein besonders gutes Datum, um ein Buch in die Hand zu nehmen: An diesem Tag hatte der Schriftsteller Hans-Christian Andersen Geburtstag, dessen Märchen wie „Die Prinzessin auf der Erbse“ oder „Die kleine Meerjungfrau“ noch heute mit Freude gelesen werden. Ihm zu Ehren findet weltweit der Aktionstag speziell für Kinder- und Jugendbücher statt, drei Wochen vor dem „Welttag des Buches“. Das Motto im mittlerweile 49. Jahr lautet diesmal „Es war einmal …“.
Damit die Tradition des Märchenlesens nicht ausstirbt und möglichst viele Kinder frühzeitig das Lesen lernen, unterstützt das Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ bundesweit außerschulische Projekte, die den Nachwuchs an die Welt der Bücher heranführen. Gerade den Kindern und Jugendlichen, die von Haus aus einen erschwerten Zugang zu dieser Welt haben, wird geholfen. In Leseclubs können sie in zahlreichen Büchern schmökern und sich von Lesepaten vorlesen lassen. Andere Projekte arbeiten mit digitalen Medien, um Lesekompetenz zu fördern oder nutzen den Peer-to-Peer-Ansatz, bei dem Jugendliche andere Jugendliche fürs Lesen begeistern. Auch zu lernen, sich selbst Geschichten auszudenken und aufzuschreiben, wird unterstützt. Und speziell für Jungs wurde das Projekt „Ich bin ein LeseHeld“ entwickelt, das zu Leseabenteuern aufruft.

Auftakt zur größten Jagd auf Bartenwale

Wädenswil/München (OzeanCare) - Anfang April stechen Norwegens Walfänger wieder in See. Es ist der Auftakt zur grössten Jagd auf Bartenwale weltweit. Dabei genehmigt sich die Regierung für die kommenden sechs Jahre eigenmächtig eine Fangquote von jährlich 880 Zwergwalen und ignoriert damit weiterhin das kommerzielle Walfangmoratorium. Besonders brisant: Mehr als 113 Tonnen Zwergwal-Fleisch (dies entspricht rund 75 Tieren) wurden 2014 auf norwegischen Pelztierfarmen an Zuchtnerze und -füchse verfüttert. Dies geht aus Dokumenten hervor, die OceanCare und ihrer deutschen Partnerorganisation ProWildlife vorliegen. Die Verbände kritisieren Norwegens Waljagd und den Umgang mit dem Fleisch von gefährdeten Zwergwalen.
Seit Jahren essen immer weniger Norweger Walfleisch. „Offenbar verkauft sich das Walfleisch so schlecht, dass es sogar als Tierfutter verwendet wird“, sagt Sandra Altherr von Pro Wildlife. „Dass Meeressäuger als Futter auf Pelzfarmen enden, ist in doppelter Hinsicht grausam und absolut überflüssig.“ 2014 produzierte Norwegen 165 000 Fuchsfelle und 850 000 Nerzfelle. Ein Teil davon wird in die EU exportiert: 71 000 kg Fuchsfelle und 180 000 kg Nerzfelle waren es laut EUROSTAT allein in den letzten beiden Jahren.

Selbst auferlegte Quote sinkt – doch Norwegen fängt mehr Wale als Japan
Die neue Quote fällt mit 880 Tieren deutlich geringer aus als in den letzten Jahren, als jeweils 1286 Zwergwale zur Jagd freigegeben wurden. „Norwegens Quoten sind von derInternationalen Walfangkommission (IWC) nicht genehmigt. In den letzten 15 Jahren wurden jährlich zwischen 464 und 736 Zwergwale getötet“, sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare. „Derzeit haben die Norweger mehr Wale auf dem Gewissen als die viel kritisierten Japaner“. 5617 Wale fielen in den letzten zehn Jahren Norwegens Explosivharpunen zum Opfer, in Japan waren es 5436.

Da Japan und Norwegen einen formellen Einspruch gegen das internationale Handelsverbot eingelegt haben, dürfen sie sogar mit Walfleisch handeln, ohne internationale Konsequenzen befürchten zu müssen. Seit 2014 hat Norwegen 172 Tonnen Walfleisch und -speck nach Japan exportiert.
Im Vorfeld der IWC-Tagung vom kommenden Oktober fordern OceanCare (Schweiz), Pro Wildlife (Deutschland), Environmental Investigation Agency (England) und Animal Welfare Institute (USA) die Walschutzländer auf, gegen Norwegens Walfang verschärft vorzugehen.

Donnerstag, 24. März 2016

Finissage: Revolution Jungsteinzeit

Die große Archäologische Landesausstellung „Revolution Jungsteinzeit“ geht zu Ende. Am Sonntag, den 3.4., von 11-17 Uhr verabschiedet das LVR-LandesMuseum Bonn die Ausstellung mit dem Familientag „Mensch und Natur im Frühling“.

Bonn (LVR-LandesMuseum Bonn) - Der Familientag dreht sich ein letztes Mal rund um die Themen der Landesausstellung: Von der Ernährung über die Wasserversorgung bis hin zur Pflanzenkunde in der Jungsteinzeit. Für große und kleine Besucher gibt es viele Aktionen zum Mitmachen, die aktuelle Fragen beantworten und  in vergangene Zeiten entführen.

An acht Stationen erzählen Experten wie Archäologen, Imker und sogar ein Pflanzendoktor von ihren Fachgebieten. Der Imker bringt seinen Bienenstock mit und erklärt die Honigproduktion. Der Pflanzendoktor beantwortet Fragen, warum Ihre Pflanzen nicht so schön blühen oder was dem Gartenboden fehlt. Es können auch eigene Pflanzen zur Begutachtung mitgebracht werden. Die Archäologieexperten zeigen wie man in der Jungsteinzeit ein Haus nur mit Hilfe einer Dechsel und seiner Körperkraft bauen konnte und was das Besondere an den ersten Brunnen in Jungsteinzeit ist – einer wahren technischen Revolution.

Auch wird noch einmal der jungsteinzeitliche Ofen im Skulpturenhof angefeuert. Wie dieser betrieben wird und was man alles Leckeres dort backen kann, erklären die Mitglieder des Bandkeramischen Vereins und natürlich darf man das Gebackene probieren.
Die Workshops „Butter, Brot und Kräutersalz“ sowie „Filztaschen nähen“ runden das Angebot ab. An diesem Tag gibt es außerdem jede Stunde die Möglichkeit an einer Führung teilzunehmen.

Jede Stunde gibt es letztmalig Führungen durch die Ausstellung:
Im Wechsel für Erwachsene und für Kinder – Treffpunkt Audioguide-Theke
Führungen für Erwachsene: je 11.15/13.15/15.15 Uhr und zusätzlich um 15 Uhr eine Führung durch den zweiten Ausstellungsteile „Archäologische Highlights“
Führungen für Kinder: je 12.15/14.15/16.15 Uhr

Kosten: Vorträge, Führungen und Beratungen sind im Museumseintritt enthalten. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt; einmaliger Materialkostenbeitrag von 5 Euro bei Teilnahme an den Workshops.

Gewinnspiel: An den acht Stationen können Familien in Form einer Ralley ein Wort/einen Buchstaben einsammeln, die zusammengesetzt ein Lösungswort ergeben. Als Preise winken etwa Jahres-Familienkarten für alle LVR-Museen, Familienkarten für die Kindermatinée wahlweise 17.4 oder 25.9.16 sowie Kindergeburtstagsangebote und Workshop-Angebote.

Freitag, 18. März 2016

Bei Allergien handeln - Tapferes „Aushalten“ schadet nur

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Selbst wenn der Frühling noch auf sich warten lässt, fliegen bereits früh im Jahr die ersten Baumpollen. Hasel, Erle und Birke sind die Vorboten der Allergiesaison und können bei Betroffenen starke allergische Reaktionen auslösen. Wer Allergien klaglos aushalten will, schadet sich jedoch selbst, erklärt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Immerhin kann sich aus der Pollenallergie auch ein allergisches Asthma entwickeln. Wie sich Betroffene gegen die lästigen Pollen zur Wehr setzen können, hat die Landesapothekerkammer Hessen zusammengefasst.

Bloß kein Etagenwechsel
Viele Menschen leiden im Frühling und Sommer unter Pollenallergien. Gerötete und juckende Augen, Fließschnupfen, Niesen, geschwollene Schleimhäute, sogar Benommenheit bis hin zu Kopfschmerzen sind mögliche Beschwerden. Bei heftigen Reaktionen kann es auch zu Luftnot kommen. Daher sollten Patienten ihre Allergien schnell abklären und behandeln lassen. Wer die Beschwerden aussitzen will, riskiert einen Dauerschnupfen, Entzündungen der Nasennebenhöhlen, des Mittelohrs oder eine Bronchitis. Unbedingt sollte ein so genannter „Etagenwechsel“ verhindert werden, bei dem sich ein allergisches Asthma entwickelt, warnt Ursula Funke.
Für jedes Symptom das richtige Mittel
Je nach Allergie variieren die Beschwerden, daher ist die Wahl des Medikaments entscheidend. Wer oft unter geschwollenen Augen oder Bindehautentzündung leidet, kann auf antiallergische Augentropfen zurückgreifen. Appliziert wird das Medikament in den Bindehautsack. Danach sollten die Augen für kurze Zeit geschlossen bleiben. So kann sich der Wirkstoff möglichst lange auf der Bindehaut entfalten, die Tropfen werden nicht sofort durch die Tränenflüssigkeit ausgeschwemmt. Patienten, denen die Anwendung schwerfällt, können die Augentropfen alternativ auf die geschlossenen Augen in den inneren Augenwinkel geben und danach das Auge öffnen. So gelangt der Wirkstoff ebenfalls an die Bindehaut. Wichtig: Der Tropfer sollte das Auge nicht berühren. Außer Augen- und Nasentropfen stehen in den Apotheken zahlreiche weitere Antiallergika zum Einnehmen bereit, zu denen die Apotheker umfassend beraten. Insgesamt sind die freiverkäuflichen antiallergischen Medikamente gut verträglich. Wer allerdings andere Arzneimittel einnehmen muss, sollte dies seinem Apotheker sagen und mit ihm abklären, welche antiallergische Medikation im Einzelfall am geeignetsten ist. Nebenwirkungen wie Schwindel, Schläfrigkeit und Benommenheit treten nur selten auf.
Beschwerdefrei dank guter Planung
Wer sich trotz Pollenallergie wohlfühlen möchte, sollte verschiedene Verhaltensweisen beherzigen. Grundsätzlich sollten Patienten den Kontakt mit Pollen verringern. Dazu eignet sich vor den Fenstern angebrachte Pollenschutzgaze. Wer gern im Freien aktiv ist, sollte die Zeiten des Pollenflugs berücksichtigen. An windigen Tagen oder in den Abendstunden ist die Belastung höher. Nach einem kräftigen Regenguss hingegen befinden sich weniger Pollen in der Luft. Wer auf Gräserpollen reagiert, sollte Felder und Wiesen meiden und sich lieber im Wald körperlich betätigen. Während der Pollensaison gilt grundsätzlich: abends duschen und Haare waschen, Kleider nicht im Schlafzimmer ausziehen, Kopfkissenbezug häufig waschen. Nur so kann der Körper von den lästigen Pollen befreit werden. Nasenduschen können zudem die mechanische Entfernung der Pollen unterstützen, indem durch eine physiologische Kochsalzlösung ein Großteil der Pollen von der Nasenschleimhaut weggespült wird. Gern beraten Apotheker, damit die betroffenen Menschen gut durch die Allergiesaison kommen.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Seltener Meteoritenfall in Deutschland

Planetologen der Universität Münster liefern erste Forschungsergebnisse

Münster - In Oberösterreich und Bayern beobachteten aufmerksame Bürger am 6. März 2016 ein auffälliges Lichtschauspiel am Abendhimmel – Medien berichteten von einer "Feuerkugel", die von einem in der Erdatmosphäre teilweise verglühenden Meteoriten verursacht worden war. Inzwischen sind Bruchstücke dieses Meteoriten gefunden worden. Wissenschaftler vom Institut für Planetologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) haben eines der Bruchstücke untersucht und den Meteoriten klassifiziert.

Meteoritenfachmann Prof. Dr. Addi Bischoff untersuchte das Fundstück gemeinsam mit seinem Doktoranden Samuel Ebert. Das Fazit der Wissenschaftler: Bei dem Stück handelt es sich um einen gewöhnlichen metallarmen Steinmeteoriten, der in Fachkreisen der "LL Chondritenklasse" zugeordnet wird. "Die innere Struktur des Meteoriten zeigt deutlich sichtbare Spuren früherer Kollisionen", berichtet Addi Bischoff. "Offensichtlich kollidierten zahlreiche Himmelskörper mit dem Mutterkörper des Meteoriten. Durch diese Zusammenstöße wurde das Gestein in Fragmente zerlegt und verfestigte sich anschließend wieder. Ein weiterer Einschlag hat unseren 'Himmelsboten' dann von seinem Mutterkörper losgelöst und auf den Weg zur Erde gebracht." Der Mutterkörper des Asteroiden umkreist die Sonne gemeinsam mit Hunderttausenden weiterer Asteroide auf einer Bahn zwischen Mars und Jupiter.

Teile des kürzlich über Bayern niedergegangenen Meteoriten wurden vor einigen Tagen in der Nähe von Stubenberg in Niederbayern entdeckt. Dr. Pavel Spurny von der Sternwarte in Ondrejov in Tschechien hatte den Eintritt des Meteoriten in die Erdatmosphäre fotografisch dokumentiert und auf dieser Grundlage den Aufschlagpunkt genau berechnet. "Bislang wurden mehrere Stücke gefunden, zusammengenommen 40 Gramm. Wahrscheinlich lässt sich noch mehr finden", so die Einschätzung von Addi Bischoff. Dieter Heinlein aus Augsburg, Meteoritenspezialist der Fachgruppe "Meteore" der Vereinigung der Sternfreunde (Heppenheim/Hessen), übergab eines der Fundstücke zur Meteoritenbestimmung und Klassifizierung an die Experten der WWU Münster.

"Meteoritenfälle können sehr spektakuläre Naturschauspiele sein", sagt Addi Bischoff. "Viele erinnern sich sicher noch an den Meteoritenfall über Chelyabinsk in Russland im Jahr 2013." Damals wurden etwa 1500 Menschen durch die Auswirkungen der entstandenen Druckwelle verletzt. Meteoriteneinschläge in Deutschland sind ein sehr seltenes Ereignis. "In den vergangenen 70 Jahren kam es im Schnitt nur etwa alle acht Jahre vor", so Addi Bischoff. Die beiden letzten Meteoritenfälle über Deutschland waren die von Neuschwanstein (2002) und Braunschweig (2013).
Meteorite sind Bruchstücke ferner Himmelskörper, insbesondere der Asteroiden, und gelten als die ältesten Gesteine unseres Sonnensystems. Durch die Forschung an Meteoriten wollen Experten etwas über die Entstehung der ersten festen Bestandteile unseres Sonnensystems sowie über die Bildung und Entwicklung kleiner Körper und Planeten lernen.

Donnerstag, 17. März 2016

Der teure Tod: Grabnutzungsgebühren steigen um bis zu 374 Prozent

Hamburg (bestattungen.de) – Die Grabnutzungsgebühren sind zum Jahresanfang in vielen deutschen Gemeinden erneut drastisch angestiegen. Erhöhungen um mehr als 100 Prozent sind hierbei keine Seltenheit. Sowohl für Erd- als auch Urnenwahlgräber müssen Angehörige ab 2016 vielerorts tiefer in die Tasche greifen. Den Spitzenwert erreicht dabei die sächsische Gemeinde Schkeuditz mit einer Erhöhung um satte 374 Prozent zum Jahresbeginn.

Durchgeführt wurde die aktuelle Untersuchung zur Entwicklung von Friedhofsgebühren in Deutschland durch das Informationsportal Bestattungen.de (www.bestattungen.de), welches diese Werte bereits seit 2011 jährlich erhebt. Die nun vorgelegten Ergebnisse zur Preisentwicklung bei Erd- und Urnenwahlgräbern wurden durch die Experten von Bestattungen.de anhand der aktuellen Friedhofsgebührenordnungen und deren Vorgängerversionen ermittelt.

Der größte Kostenanstieg in diesem Jahr ist im nordsächsischen Schkeuditz zu verzeichnen. Hier erhöhten sich die Grabnutzungsgebühren für ein Urnenwahlgrab mit einer 20-jährigen Nutzungszeit von 450 Euro auf 2.131,80 Euro. Das ergibt eine Differenz von fast 1.700 Euro und somit eine Erhöhung um 374 Prozent. Spitzenreiter bei den Erdwahlgräbern ist Mülheim-Kärlich. Die Bewohner der rheinland-pfälzischen Stadt zahlten bis 2016 für eine Wahlgrabstätte mit 30-jähriger Nutzungszeit 410 Euro. Seit diesem Jahr verlangt die Stadt 1.056 Euro. Demgegenüber zahlen die Bewohner der 3 km entfernten Gemeinde Kettig aktuell nur 854 Euro für die 30-jährige Nutzung eines Erdwahlgrabs.
Überhaupt lassen sich bereits innerhalb kleiner Distanzen enorme Preisunterschiede feststellen. Durbach, eine Gemeinde im Schwarzwald, erhöhte die Kosten für ein Erdwahlgrab 2016 um 140 Prozent. Nur 6 km weiter, in Appenweier, sind die Kosten damit aktuell um 167 Prozent niedriger als in Durbach. Die tatsächlichen Gebühren für die 30-jährige Grabnutzung bei Sargbestattungen sind mit 280,50 Euro in Appenweier und 720 Euro in Durbach aber immer noch eher gering. Im benachbarten Offenburg kostet das Erdwahlgrab für den gleichen Nutzungszeitraum stattliche 1.800 Euro - 150 Prozent mehr als in Durbach und 542 Prozent mehr als in Appenweier.

Doch warum steigen die Preise? Die stetige Erhöhung von Friedhofsgebühren ist eine direkte Folge des anhaltenden Trends hin zur Feuerbestattung. Teure Erdbestattungen werden hingegen weniger nachgefragt. Ein Urnengrab kostet in der Regel deutlich weniger als ein Sarggrab und auch der anschließende Aufwand für die Grabpflege ist für die Angehörigen wesentlich geringer. Wird die Kostenstruktur von den Kommunen nicht an die aktuelle Bedarfslage angepasst, entsteht schnell ein finanzielles Defizit. Insbesondere kleinere Gemeinden haben dieses Jahr teilweise drastisch an der Gebührenschraube gedreht.

In größeren Städten kam es hingegen zu moderaten Erhöhungen. Von den 20 größten Städten Deutschlands haben lediglich vier die Grabnutzungsgebühren für Erd- und Urnenwahlgräber angepasst. So stieg beispielsweise die Nutzungsgebühr für Erdwahlgräber in Essen um knapp 14 Prozent. In Bochum hingegen verringerten sich die Kosten für diese Grabart sogar um 6 Prozent.

„So unterschiedlich die Gebühren in den einzelnen Regionen auch sein mögen, eines können wir hinsichtlich der Entwicklung der letzten Jahre festhalten: „Der Tod ist teuer“, meint der Bestattungen.de-Geschäftsführer Daniel Schuldt. „Nicht nur der Friedhof, sondern auch der Bestatter muss bezahlt werden. Die Preisspannen im Markt sind enorm und ein Preis-Leistungsvergleich über ein Portal wie Bestattungen.de kann sich dabei für die Angehörigen durchaus lohnen."

Über Bestattungen.de

Bestattungen.de ist ein führender Vergleichsdienst für Bestattungsdienstleistungen in Deutschland. Nutzer erhalten auf Anfrage unverbindlich Angebote von seriösen Bestattern. Zudem bietet Bestattungen.de umfassende Informationen zu den Themen Bestattung und Vorsorge. Das komplette Angebot ist für Kunden kostenlos.

Dienstag, 8. März 2016

Mit dem Frühling kommen die Parasiten - Was tun bei Flöhen, Zecken und Co.?

Hamburg (apothekerkammer-hamburg) – Nun kommen sie wieder, die lästigen Plagegeister: Wenn sich Hunde und Katzen auffällig oft kratzen, kann es sein, dass sie von Flöhen oder Zecken befallen sind. Bei möglichem Flohbefall muss das Fell mit einem engmaschigen Flohkamm gereinigt werden. Wer braune Krümel im ausgekämmten Material findet, sollte prüfen, ob es sich um Flohkot handelt. Dieser lässt sich von normalem Dreck unterscheiden, indem man ihn auf ein angefeuchtetes Küchenpapier legt. Bildet sich nach einer Weile ein roter Hof um den Dreck, handelt es sich um Flohkot. In diesem Fall muss das Tier und seine gesamte Umgebung behandelt werden.
Parasiten können auf den Menschen übergehen
Die richtigen Medikamente gegen Parasitenbefall und eine Beratung bekommen Tierhalter in der Apotheke. Vor allem bei Parasiten sollten Tierhalter schnell handeln, denn Schutz des Tieres ist auch Schutz des Menschen. Diese Regel gilt besonders bei Wurmbefall. Menschen können sich sowohl über die Nahrung als auch über die Haut infizieren. Wurmeier kleben im Fell des Tieres und gelangen bei engem Kontakt über Speisen, Handtücher oder Bettwäsche in den Menschen. Freigänger, Tiere, die rohes Fleisch fressen und Jagdhunde sollten daher monatlich gegen Bandwürmer behandelt werden. Zudem sollten Hunde und Katzen vier Mal im Jahr eine Wurmkur erhalten. Sofern enger Kontakt mit Kindern besteht, ist es ratsam, monatlich zu entwurmen. Apotheker geben Mittel ab, die entweder gegen Bandwürmer oder gegen Spulwürmer wirken. Verschreibungspflichtige Präparate sind in der Apotheke nur bei Vorlage eines Rezeptes oder beim Tierarzt erhältlich.
Zeckenbefall vorbeugen
Um Zeckenbefall vorzubeugen, sollten Hundebesitzer routinemäßig nach einem Spaziergang das Fell nach Zecken absuchen. Zum Entfernen der Spinnentiere eignen sich spezielle Zeckenpinzetten, bei denen die Zecke durch gleichmäßiges, nicht ruckartiges Ziehen entfernt wird. Verlässlichen Schutz bieten Halsbänder oder Spot-on-Präparate, die auch in Apotheken erhältlich sind. Halter von Katzen sollten auf Halsbänder verzichten, da sich die Tiere schnell strangulieren oder sich die Vorderpfoten beim Putzen verfangen können.
Tipps und Tricks: Medikamente richtig verabreichen
Seinem kranken Tier Medikamente zu verabreichen, hat seine Tücken. Allerdings kann jeder Tierhalter sich und sein Tier auf eine spätere Arzneimittelanwendung vorbereiten, indem das Tier von klein an daran gewöhnt wird, sich in das Maul, an die Augen oder die Ohren sehen zu lassen und die Pfoten zu inspizieren. Tritt dann der Ernstfall ein, sind die Tiere nicht verschreckt. Hundehalter können die Tabletten in der Nahrung oder zwischen Leckerlis verstecken. Alternativ können Medikamente auch direkt in den Rachen platziert werden. Wichtig ist dann, mithilfe einer 10 ml Spritze Wasser in das Maul zu geben. So rutscht die Arznei problemlos durch den Rachen. Medikamente an Katzen zu verabreichen, gestaltet sich schwieriger: Tierbesitzer erreichen ihr Ziel leichter, wenn Sie die Medikamente mit Butter, Schmelzkäse oder Leberwurst ummanteln. Bei Anwendungen an Ohren oder Augen empfiehlt es sich, die Krallen der Katze in ein weiches Tuch einzuhüllen, das schützt vor Kratzattacken. Wenn die Arznei partout nicht runtergeschluckt wird, können Tierhalter auf weich-elastische Leckerlis zurückgreifen, in die die Medikamente gedrückt werden. Eine Alternative bieten Hartgelantinekapseln mit Hähnchengeschmack. Diese können vom Apotheker mit dem entsprechenden Arzneimittel befüllt werden. Wichtig ist auch hierbei, mit Flüssigkeit nachzuspülen.
Mensch, Hund und Katze brauchen jeweils individuelle Medikamente
Grundsätzlich sollten es Tierliebhaber unterlassen, ihren Haustieren Medikamente aus der eigenen Hausapotheke zu verabreichen. Präparate, die für den Menschen verträglich sind, können keinesfalls unkritisch bei Hunden oder Katzen angewendet werden. Schließlich unterscheidet sich der Stoffwechsel der Haustiere stark von dem des Menschen. Katzen und Hunde vertragen nicht dieselben Medikamente. Wer ein Arzneimittel für sein Tier in der Apotheke besorgt, sollte daher immer klarstellen, welches Haustier behandelt werden soll.
Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.400 Apotheker und Apothekerinnen, sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Problemen..

Montag, 7. März 2016

Einzigartiges römisches Priesterinnengrab


Archäologische Landesausstellung im LVR-LandesMuseum Bonn zeigt spektakuläre Ausgrabungen der letzten fünf Jahre in NRW

Erkelenz/Bonn. Es ist einer der archäologischen Sensationsfunde der letzten Jahre: acht künstlerisch sehr hochwertige Reliefdarstellungen von Götterbüsten aus Schildpatt (Schildkrötenpanzer), die ein Kästchen aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. zierten. Gemeinsam mit weiteren, teils geheimnisvollen Grabbeigaben wurden sie von einem archäologischen Team des Landschaftverbandes Rheinland (LVR) 2013 in einem Frauengrab auf dem Gelände eines römischen Landguts bei Erkelenz (Erkelenz-Borschemich) freigelegt. Diese und weitere spektakuläre Funde aus den letzten fünf Jahren archäologischer Ausgrabungen und Forschung in Nordrhein-Westfalen sind derzeit in der Archäologischen Landesausstellung NRW nur noch bis zum 3. April im LVR-LandesMuseum Bonn zu sehen.
Auf dem Gelände eines römischen Landgutes stieß ein Team von Archäologen des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland auf ein einzigartiges und überaus prächtig ausgestattetes Priesterinnengrab eines ägyptischen Kultes. Das Grab wird in das 2. Jahrhundert n. Chr. datiert.
Zusammen mit drei anderen Gräbern war die Priesterin in einem hölzernen Grabbau beigesetzt. Zuvor wurde sie auf einem Scheiterhaufen verbrannt. Ihre Kleidung bestand aus einem golddurchtränkten Stoff sowie einem goldenen  Haarnetz. Zu der Bestattung gehörten ungewöhnlich kunstvoll gearbeitete und kostbare Beigaben.
Dabei fand man nicht nur über 50 gut erhaltene Keramik- und Glasgefäße, sondern auch eine bei Kulthandlungen verwendete Trankopferschale aus dem Halbedelstein Chalzedon, Reste eines einzigartigen Klappstuhls, eine Opferschale aus einem handtellergroßen Bernstein und ein hölzernes Kästchen (30 x 30 cm) mit einer äußerst qualitätvollen und präzisen Reliefdarstellungen aus Schildpattverkleidung, d.h. aus Schildkrötenpanzer. Nach Aussagen der Fachleute handelt es sich hierbei um ein Kunstobjekt, wie es bisher ohne direkten Vergleich in der römischen Welt ist.
Auf diesem Kästchen, einer sogenannten Accera, sind neben sechs römischen Göttern wie Mars, Juno, Apollo, Sol und Minerva noch zwei ägyptische Gottheiten Serapis und Hermanubis vertreten. Ihr (Fruchtbarkeits- und Heilungs-)Kult ist in den germanischen Provinzen nur sehr selten nachzuweisen und konzentriert sich bislang auf größere Zentren wie Mainz und Köln.
Da das Grab der Priesterin mit der zugehörigen Architektur einem Tempelgrab gleicht, ist es wahrscheinlich, dass wohlhabende einheimische Anhänger des Kultes aus Köln und Umgebung zu der geheimnisvollen Priesterin pilgerten, wie Gläubige im Mittelalter zu den Heiligen. Im römischen Köln hat es sicher einen Serapis-Kult gegeben, wie ein Inschriftenstein vom Gelände des Kölner Doms belegt. Das Priesterinnengrab aus Erkelenz-Borschemisch steht im Kontext der angrenzenden römischen Villa, die auch über einen größeren heiligen Bezirk verfügte, wie einige Tempelanlagen und der Nachweis eines Baumkultes belegen.
Mit dem Bernstein, der wahrscheinlich aus dem Baltikum stammt, Chalzedon und Schildpatt wohl aus dem indischen Raum, den Nachweisen für einen ägyptischen Kult und dem goldenem Haarnetz, wie es auch aus der Stadt Rom selbst belegt ist, versammeln sich im Grab Einflüsse aus ganz unterschiedlichen Bereichen der römischen Welt und darüber hinaus. Solche Ausformungen einer „globalisierten Gesellschaft“ erinnern uns an die heutigen multikulturellen und weltweit vernetzten Verhältnisse.
Das Priesterinnengrab aus Erkelenz-Borschemich stellt eines der großen Highlights in der Archäologischen Landesausstellung Nordrhein-Westfalen dar. Es ist im zweiten Obergeschoss des LVR-LandesMuseums Bonn ausgestellt.


Informationen zur Grabung und Entdeckung:
·       Durch den Bau einiger Entwässerungsbrunnen für den Braunkohletagebau Garzweiler II ergaben sich im Jahr 2013 Ausgrabungsarbeiten im Gebiet Erkelenz-Borschemich, wo sich dieses exklusive römische Landgut im Tagebauvorfeld befindet. Die Grabung wurde unter der Leitung von Dr. Alfred Schuler und vor Ort von den Technikern Denis und Josef Franzen durchgeführt.
·       Publikationen: Alfred Schuler, Römisches Grabidyll mit reichen Brandbestattungen bei Borschemich. Archäologie im Rheinland 2013 (2014), 141-144; umfangreiche wissenschaftliche Fundvorlage in den Bonner Jahrbücher (zum Druck eingereicht).
Das Priesterinnengrab: Eine Übersicht der Beigaben
·       Leichenbrand eines Schweines und Tierknochen als mögliche Speisebeigaben von Schwein, Rind, Huhn und Karpfenfisch.
·       Ein mit Schildpatt beschlagenes Holzkästchen befand sich an der nördlichen Längsseite.
·       Drei gläserne Gefäße (Ungentarien)
·       Über 50 hochwertige Keramikgefäße
·       Bronzenes Waschservice, bestehend aus ovaler Schüssel mit Deckel, darin ein Doppelhenkelkrug
·       Ein eiserner Klappstuhl
·       Schlichte Talglampe
·       Kamm, Pyxis, Nadel aus Beinknochen
·       3-4 mm kleine Flachhülsen aus Goldblech als Ummantelung von Textilfäden gehören zu einem goldenen Haarnetz
·       Chalzedon-Schale mit abgeflachter Abgusszone: wahrscheinlich Trankopfergefäß (Libation) für Kulthandlungen. An der Unterseite Einschnitzungen in floraler Form mit einem Motiv des Mysterienkultes: eine Schlange am Lebensbaum.
·       Handtellergroße flache Opferschale aus Bernstein
·       Fingerring mit Kopfplatte und Stiftfassung für drehbar gelagerten Schmuckstein (Sekundärbeigabe)

Informationen zur Archäologischen Landesausstellung:
Die Archäologische Landesausstellung NRW findet in einem Turnus von fünf Jahren statt. Im Ausstellungstitel REVOLUTION jungSTEINZEIT spiegelt sich der thematische Schwerpunkt, die Zeit der ersten Ackerbauern und Viehzüchter in Europa, wider. Daneben behandelt der zweite Ausstellungsteil im zweiten Obergeschoss modernste Methoden der Archäologie anhand von herausragenden Fallbeispielen von der Paläontologie bis in die Neuzeit.

Weitere Standorte der Landesausstellung sind:

·       2. Juli 2016 bis 26. Februar 2017: Lippisches Landesmuseum Detmold
3. Juni bis 22. Oktober 2017: LWL-Museum für Archäologie, Westfälisches Landesmuseum Herne

Mittwoch, 2. März 2016

Vom Staub zu den ersten Planeten

Zur Entstehung unseres Sonnensystems: Planetologen der Universität Münster finden neues Puzzleteil

Münster (universität-münster) - Die Planeten unseres Sonnensystems sind wahrscheinlich aus Zusammenstößen vieler kilometergroßer Körper entstanden, Planetesimale genannt. Wie dieser Prozess ablief, gibt Wissenschaftlern Rätsel auf. Planetologen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) haben dazu nun neue Erkenntnisse. Sie untersuchten Fragmente des Allende-Meteoriten, der 1969 über Mexiko niederging, nachdem er beim Eintritt in die Erdatmosphäre in zahlreiche Bruchstücke zerborsten war. Die Untersuchung solcher Meteorite beziehungsweise ihrer Bestandteile kann helfen, die Entstehung von Planeten besser zu verstehen.

Die Wissenschaftler analysierten unter anderem sogenannte Chondren. Diese millimetergroßen Kügelchen sind der Hauptbestandteil primitiver Meteorite (Chondrite), die seit ihrer Entstehung zu Beginn des Sonnensystems vor etwa viereinhalb Milliarden Jahren bis heute unverändert geblieben sind. "Chondren spielten möglicherweise eine entscheidende Rolle zu Beginn der Planetenbildung und sind daher besonders interessant", erläutert Gerrit Budde, Doktorand am Institut für Planetologie der WWU und Erstautor der Studie. Die neue Arbeit stütze diese Annahme und deute darauf hin, dass die Entstehung der Chondren aus Staub ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Entstehung der Planetesimale und damit auch der heutigen Planeten war.

Die Ergebnisse im Einzelnen: Die münsterschen Planetologen zeigten, dass sich die Chondren gleichzeitig mit jenem feinkörnigen Material bildeten, das sie innerhalb der Meteorite umgibt, der sogenannten Matrix. Dabei spielten lokale Schmelzprozesse in der Wolke aus Staub und Gas eine Rolle, aus der die Planeten unseres Sonnensystems entstanden. Chondren und Matrix fanden sich den neuen Ergebnissen zufolge zunächst zu kleineren Staub-Aggregaten zusammen, die dann in einer Art Schneeballeffekt zu größeren Objekten weiterwuchsen, den Planetesimalen. Die Wissenschaftler wiesen nach, dass dieser Prozess sehr schnell abgelaufen sein muss.  "Unsere Ergebnisse zeigen, dass es ohne die Chondren-Bildung vielleicht gar keine Planeten geben würde", fasst Gerrit Budde zusammen.

Zu diesen Erkenntnissen gelangten die Wissenschaftler durch eine Analyse der Zusammensetzung von Wolfram-Isotopen. Das sind verschiedene Wolfram-Atome, deren Kerne etwas unterschiedlich aufgebaut sind. Die Forscher zeigten, dass das Verhältnis der Isotope zueinander in Chondren und Matrix unterschiedlich ist. "Die Unterschiede in der Zusammensetzung der Wolfram-Isotope gehen darauf zurück, dass sich Sternenstaub, der noch vor Beginn unseres Sonnensystems in der Atmosphäre von Sternen entstand, ungleich auf die Chondren und auf die Matrix verteilte", erläutert Planetologe Prof. Dr. Thorsten Kleine. Chondren und Matrix zusammengenommen haben jedoch immer die gleiche Wolfram-Isotopenzusammensetzung – und diese entspricht der Zusammensetzung des Sonnensystems und der Planeten. Daher müssen Chondren und Matrix gemeinsam aus einer 'Portion' Staub entstanden sein.

Originalpublikation:
Gerrit Budde, Thorsten Kleine, Thomas S. Kruijer, Christoph Burkhardt, Knut Metzler (2016): Tungsten isotopic constraints on the age and origin of chondrules. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America; Early Edition; DOI:  doi:10.1073/pnas.1524980113

Dienstag, 1. März 2016

Vergiftungen bei Kindern verhindern


Auch Paracetamol und Zahnpasta können in großen Mengen giftig sein

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Jedes Jahr registrieren deutsche Giftnotrufzentralen um die 90.000 Anrufe, bei denen es sich um potenzielle Vergiftungen von Kindern handelt. In rund 19.000 Fällen gab es tatsächlich Anzeichen für eine Vergiftung, betroffen sind vorwiegend Kleinkinder. Arzneimittel, Flaschen, Zigarettenstummel, Tuben, Beeren, Pflanzen und Pilze sind beliebte Fundstücke, die die Kleinen gern mit dem Mund erkunden. Potenziell gefährliche Substanzen sollten deshalb außerhalb der Reichweite der Schützlinge aufbewahrt und mit kindersicheren Verschlüssen versehen werden. Zahnpasta, Zigaretten und Paracetamol können, für Kinder in großen Mengen zu sich genommen, hochgefährlich sein, weiß die Apothekerkammer Niedersachsen.
Paracetamol nicht überdosieren

Paracetamol ist ein gängiges Arzneimittel, das Kindern bei Schmerzen und Fieber verabreicht wird. Bei einer Überdosierung kann es für Kinder lebensbedrohliche Folgen haben. Eltern sollten Paracetamolzäpfchen genau dosieren und aufpassen, dass nicht versehentlich ein Zäpfchen doppelt, in zu kurzen Dosierungsabständen gegeben oder ein höher dosiertes Zäpfchen genommen wird, das eigentlich für das ältere Geschwisterkind vorgesehen war. Beides hat eine Überdosierung des Wirkstoffes zur Folge. Eltern unterschätzen Paracetamol in seiner Gefährlichkeit, da direkt nach der Gabe einer zu großen Menge keine deutlichen Beschwerden auftreten. Das Vergiftungsbild entwickelt sich schleichend, mit unspezifischen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Doch bei einer zu hohen Paracetamoldosis nimmt die Leber Schaden, in schweren Fällen kann sogar ein Leberversagen drohen. Bei Verdacht auf eine Paracetamolvergiftung muss das Kind unbedingt in ein Krankenhaus gebracht werden.
Ein übermäßiger Verzehr von Zahnpasta kann gefährlich sein
Auch Zahnpasta ist nicht zu unterschätzen, problematisch ist ihr Fluoridgehalt. Das Spurenelement Fluor benötigt der Organismus zum Aufbau von Knochen und Zähnen. Wer zu viel Fluorid zu sich genommen hat, wird schnell Vergiftungserscheinungen verspüren. Bereits bei 100 mg reagiert der Körper mit Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen, aber auch Herz-Kreislauf-Symptome können auftreten. Kleinkinderzahnpasta hat einen erheblich geringeren Fluoridanteil und verursacht bei den Kleinen meist nur Bauchschmerzen, wenn sie eine große Portion aus der Tube zu sich nehmen. Haben die Kinder Zahncremes oder Gelees für Erwachsene oder Jugendliche gegessen, sollte das Giftinformationszentrum angerufen werden, das dann den Anteil des aufgenommen Fluorids berechnen und Verhaltenstipps geben kann..
Vergiftungserscheinungen durch das Essen von Zigarettenstummeln
Ebenso können sich Kinder an Zigarettenstummeln vergreifen. Nehmen die Kinder mehr als eine Zigarette zu sich, treten Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Zittern, Unruhe, Blässe und Durchfall auf. Wenn das Kind jünger als ein Jahr ist, Beschwerden auftreten oder es mehr als eine Zigarette zu sich genommen hat, sollten sich Eltern sofort telefonisch an das Giftinformationszentrum wenden.  
Vorsorgen, um Unfälle zu vermeiden
Ein Großteil der Vergiftungsunfälle lässt sich verhindern, wenn Kinder die gefährlichen Substanzen erst gar nicht in die Hände bekommen. Eltern und Haushalte, in denen häufiger Kinder zu Besuch sind, sind angehalten, Medikamente, Chemikalien und Co. zu verschließen oder sie dort aufzubewahren, wo Kinder auf keinen Fall hinreichen können. Folgende Regeln sollten in Haushalten mit Kindern daher beherzigt werden:
  1. Halten Sie den Vorrat an giftigen Substanzen möglichst gering.
  2. Bewahren Sie gefährliche Substanzen außerhalb der Reichweite von Kindern auf und werfen Sie solche Substanzen auch nicht in den (unverschlossenen) Abfalleimer.
  3. Bewahren Sie Medikamente immer in einer abschließbaren Hausapotheke auf. Achten Sie auch bei Krankheitsfällen in der Familie darauf, dass Arzneipackungen nicht offen zugänglich sind. Die bunten Blister werden von Kleinkindern schnell mit Süßigkeiten verwechselt.
  4. Bewahren Sie Giftiges nie neben Nahrungsmitteln auf.
  5. Füllen Sie giftige Substanzen nie in Getränkeflaschen oder Lebensmittelbehälter ab.
  6. Lassen Sie Einkaufs- und Handtaschen nie unbeaufsichtigt in Reichweite von Kleinkindern stehen, in denen sich Zigaretten, Parfüm, Medikamente oder Haushaltschemikalien befinden.
  7. Beaufsichtigen Sie Ihr Kind, wenn Sie mit Giftstoffen wie Farben oder Terpentin arbeiten.
  8. Besuchen Sie präventiv einen Erste-Hilfe-Kurs für Kinder und frischen Sie Ihre Kenntnisse regelmäßig auf. Suchen Sie die Rufnummern des Giftnotrufs (für Niedersachsen 0551 – 19240) sowie der Rettungsleitstelle heraus und bewahren Sie diese an einem gut sichtbaren Platz auf. Es empfiehlt sich zudem die Telefonnummern in ihr Handy einzuspeichern. Die Notrufnummer 112 sollte nur in lebensbedrohlichen Situationen angerufen werden.
Wenn es doch passiert
Vergiftungen äußern sich meist unspezifisch z. B. durch Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen oder Kopfschmerzen bis hin zu Bewusstseinstrübungen. Zeigen Kinder trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Vergiftungsanzeichen, sollten sich Eltern besonnen verhalten und vor allem die Ruhe bewahren. Schließlich kann vorschnelles Handeln den Schaden noch vergrößern. Als erster Schritt ist der Giftnotruf (für Niedersachsen 0551 – 19240) zu alarmieren, der die fünf W-Fragen stellen wird (wer ruft an, wo ist es passiert, was ist passiert, wie viele Verletzte, welche Symptome). Die Anweisungen des Notrufes müssen unbedingt befolgt werden. Es ist auch möglich, dass der Notruf dazu auffordert, den kleinen Patienten schnellstmöglich in die nächste Arztpraxis, Rettungsstelle oder in ein Krankenhaus zu fahren. Wenn es eine verdächtige Substanz oder Pflanzen gibt, mit der sich das Kind vergiftet haben könnte, sollten sie zusammen mit der Packung bzw. den Beeren oder Zweigen der Pflanze mitgebracht werden. In dieser Gefahrensituation müssen Eltern ihr Kind unbedingt betreuen und auf keinen Fall allein lassen. Es sollten die Vitalfunktionen, das heißt Bewusstsein, Atmung und Puls, überwacht werden. Vor allem beim Erbrechen benötigt der kleine Patient Hilfe, damit er sein Erbrochenes nicht einatmet. Auf keinen Fall dürfen Erwachsene das Erbrechen des Kindes herbeiführen und auch nicht Milch oder Salzwasser verabreichen, solange keine Anweisung durch die Giftnotrufzentrale erfolgt ist.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.