Freitag, 20. Januar 2017

Apotheker helfen bei Medikationsproblemen

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Chronisch Kranke oder ältere Patienten sind oft auf eine dauerhafte Therapie mit unterschiedlichen Arzneimitteln angewiesen. Doch mit der Anzahl der eingenommenen Medikamente steigt auch das Risiko von potentiell gefährlichen Neben- und Wechselwirkungen. Wer mehrere Medikamente einnimmt oder schlicht die Übersicht über die verschiedenen Präparate verloren hat, sollte die Kompetenz des Apothekers nutzen, empfiehlt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Zudem haben Patienten, die mehr als drei Medikamente einnehmen seit dem 01. Oktober 2016 Anspruch auf einen Medikationsplan, dieser kann auf Wunsch durch den Apotheker ergänzt werden.
Viele hessische Apotheker haben sich in der letzten Zeit mit dem Thema „Arzneimitteltherapiesicherheit“ beschäftigt und entsprechende Schulungen absolviert (ATHINA - Arzneimitteltherapiesicherheit in Apotheken).
Die Apotheker können so eine strukturierte Medikationsanalyse - und damit eine noch intensivere Betreuung - anbieten und sämtliche vom Patienten eingenommenen Präparate überprüfen und bewerten, ob die Zusammenstellung der Medikamente arzneimittelbezogene Probleme hervorruft oder ob sich gesundheitliche Risiken durch Wechselwirkungen erhöhen.
Eine Studie des Universitätsklinikums Heidelberg im Auftrag der Apothekerkammern Hessen, Baden-Württemberg, Nordrhein und Niedersachsen belegt nun, dass Patienten, die Ihre Medikation vom Apotheker überprüfen lassen, anschließend weniger arzneimittelbezogene Probleme haben und wichtige Anwendungshinweise erhalten.
Die im Rahmen der Studie untersuchten Fälle wurden von Apothekerinnen und Apothekern eingereicht, die sich im Rahmen des ATHINA-Projekts speziell im Bereich Medikationsanalyse fortgebildet haben.
Die 912 im Rahmen der Studie untersuchten ATHINA-Medikationsanalysen betrafen Patienten, die meist über 65 Jahre alt waren und durchschnittlich elf Arzneimittel einnahmen. Bei 95 Prozent aller untersuchten Fälle konnten die Apotheker mindestens eine Schwierigkeit bei der Arzneimitteltherapie erkennen. Hierzu zählt etwa eine Wechselwirkung zwischen den eingenommenen Präparaten oder Unklarheiten bei der Anwendung. Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen: „Eindeutig hat sich hier herauskristallisiert, wie wichtig eine Medikationsanalyse durch die Apotheker für die Arzneimitteltherapie dieser Patienten ist.“
Je nach Art des dokumentierten Problems leiteten die verantwortlichen Apotheker unterschiedliche pharmazeutische Maßnahmen ab. Funke: „Zu guter Letzt haben die Apotheker erfolgreich knapp 70 Prozent der auftretenden Probleme selbst gelöst oder einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet, um die Adhärenz der Arzneimitteltherapie für den Patienten zu optimieren.“ Besonders erfolgreich gelang es den Apothekern, Probleme bei der Arzneimittelanwendung zu lösen. Sie erklärten den Patienten beispielsweise, wie ein Asthmaspray anzuwenden ist oder informierten zum richtigen Einnahmezeitpunkt.
Bei ca. jedem dritten Problem kontaktierten die Apotheker auch die betreuenden Ärzte, um Vorschläge für eine Optimierung der Medikation zu unterbreiten, während bei 14 Prozent ausschließlich eine Beratung in der Apotheke stattfand. Funke: „Dieses Ergebnis bestätigt die Wichtigkeit eines multiprofessionellen Ansatzes bei dieser speziellen Herausforderung in der Medikationsanalyse.“
Laut Dr. Hanna Seidling vom Universitätsklinikum Heidelberg, die die Auswertung der ATHINA-Medikationsanalysen geleitet hat, ist ATHINA ein für die Apotheken vielversprechender Ansatz, um eine Medikationsanalyse flächendeckend und niedrigschwellig anzubieten. Seidling: „Die Studie zeigt, dass die Apotheker im ATHINA- Projekt sehr erfolgreich Probleme in der Medikation erkennen und kurzfristig geeignete Maßnahmen zur Lösung initiieren können.“
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Mittwoch, 18. Januar 2017

Viral bedingte Bindehautentzündungen richtig behandeln


Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Mit den dunklen und kalten Monaten bricht für viele die Erkältungszeit an. Wer neben Schnupfen & Co. auch unter brennenden, juckenden und geröteten Augen leidet, könnte sich eine viral bedingte Bindehautentzündung zugezogen haben. Weil diese aber nicht nur schmerzhaft ist, sondern auch ein kosmetisches Problem darstellt, neigen einige Erkrankte vorschnell zur Eigenbehandlung. Eine Selbstmedikation ist jedoch nicht ratsam, weiß die Apothekerkammer Niedersachsen. Alle Symptome, die über kurzfristig angeschwollene Lider hinausgehen, müssen durch einen Augenarzt abgeklärt werden. Hinter der Infektion kann eine schwerwiegende Erkrankung stecken. In der Apotheke vor Ort können sich Patienten nach der Diagnose durch den Facharzt beraten lassen, was bei der Medikamentengabe zu beachten ist, wie der Krankheitsverlauf erträglicher gestaltet werden kann und welche Hygieneregeln wichtig sind.
Eine Bindehautentzündung kann viele Ursachen haben. Am häufigsten entstehen Entzündungen am Auge durch Viren oder Bakterien. Weitere Ursachen für Entzündungen im vorderen Augenbereich können Fremdkörper, Umweltreize wie Rauch, grelles Licht oder Zugluft sein. Eine Augenentzündung kann auch durch eine Allergie entstehen. Da die Ursachen vielfältig sind, muss vor der Behandlung von einem Augenarzt abgeklärt werden, was hinter den vereiterten Augen steckt.
Verlauf und Symptome der viral bedingten Bindehautentzündung
Die Bindehaut überzieht den Augapfel in der vorderen Augenhöhe als feine Schleimhaut. Ist sie entzündet, zeigen sich als Hauptsymptom rote Augen. Sie entstehen durch die gesteigerte Durchblutung der Bindehaut. Die Gefäße weiten sich und zeichnen sich gut sichtbar auf dem weißen Augapfel ab. Gleichzeitig wird die Funktion der Drüsenkörper und Tränendrüsen angeregt und das Auge tränt. Die Augen brennen und jucken und sondern Sekret ab, das sich bis zum Morgen in den Augenwinkeln findet. Dies kann eitrig sein, aber auch „nur“ wässrig oder schleimig. Virale Bindehautentzündungen sind häufig langwierig und es können noch wochenlang leichte Beschwerden auftreten.
Apotheker beraten rund um Augentropfen und -salben
Der Apotheker berät Patienten kompetent zur richtigen Anwendung der Augentropfen und -salben. So ist es ganz wichtig, dass das entzündete Auge nicht mit dem Dosierer oder der Salbentube in Kontakt kommt, sonst können die Viren in die Tropfenlösung oder Salbe gelangen und das Auge bei jeder Anwendung erneut infizieren. Bemerkt der Patient bei der Gabe des Medikaments ein Brennen, könnten die in dem Arzneimittel enthaltenen Konservierungsstoffe für ihn unverträglich sein oder es handelt sich um ein Zeichen für extreme Augentrockenheit. Bei Augentropfen sollte der Betroffene dann besser auf Einzeldosisverpackungen ausweichen, denn diese enthalten weniger oder gar keine Konservierungsstoffe. Wer sich mit der Anwendung von Augentropfen schwer tut, kann das Fläschchen mit einer Wimpernzange festhalten, das Auge mit der anderen Hand aufhalten und die Tropfen durch das Zusammendrücken mithilfe der Wimpernzange einträufeln. Wem dies zu kompliziert ist, kann zur besseren Zielgenauigkeit auch eine Augentropfenhilfe benutzen oder beim Apotheker nach Augentropfen mit integriertem Dosiertropfer fragen.
Bei Augensalben wird ein 0,5 Zentimeter langer Salbenstrang in den Bindehautsack aufgetragen. Das geschieht am besten indem man mit dem Finger das Unterlid leicht hinabzieht. Der Patient sollte sich dabei in Rückenlage befinden oder den Kopf zurückneigen. Danach sollte er die Augen schließen und überschüssige Salbe mit einem fusselfreien Tuch abwischen. Direkt nach der Salbengabe kann es zu einem Schleier sehen kommen. Dieser verflüchtigt sich aber nach kurzer Zeit.
Zusätzlich zu den Augentropfen und -salben können sterile Augentücher, mit denen vorsichtig über die Augen gestrichen wird, das Jucken lindern.
Hygiene ist das A und O
Viral bedingte Bindehautentzündungen sind sehr ansteckend. In der kalten Jahreszeit können sie im Laufe einer Erkältung entstehen. Betroffene sollten unbedingt einen Augenarzt aufsuchen und sich viel Ruhe gönnen, das fördert den Heilungsprozess.
Damit die Infektion nicht auf gesunde Menschen übertragen wird, empfiehlt die Apothekerkammer Niedersachsen zusätzlich zur Medikation einige Hygienemaßnahmen:

·           Obwohl die Augen jucken und brennen, sollte es der Patient dringend vermeiden, an den Augen zu reiben. Dadurch kann die Infektion über die Hände auch auf andere Menschen übertragen werden. Auf Händeschütteln sollte im Krankheitsfall deswegen besser verzichtet werden.
·           Damit sich der Patient nicht selbst reinfiziert, ist häufiges und gründliches Händewaschen ratsam. Dazu werden die Hände 30 Sekunden gut mit Seife eingerieben, mit Wasser abgespült und sorgfältig abgetrocknet.
·           Erkrankte sollten ein eigenes Handtuch benutzen und sich die Hände nicht an gemeinsam genutzten „Familienhandtüchern“ abtrocknen. So kann die Ansteckungsgefahr reduziert werden.
·           Rauch und Staub reizen die Bindehaut mechanisch. Patienten sollten Orte, an denen geraucht wird, meiden und die Räume möglichst staubfrei halten.
·           Auch der Besuch von Schwimmbädern sollte verschoben werden, bis die Bindehautentzündung wieder abgeklungen ist. Das Chlor im Wasser kann die Symptome verschlimmern.
  • Vorsicht ist vor allem bei alten Hausmitteln geboten wie z.B. Kamillenteebeutel-Auflagen und Waschungen mit Kräutertees! Diese sind nicht steril und haben zudem ein hohes allergenes Potential. Um Verkrustungen zu lösen, sollte man sterile 0,9%ige Kochsalzlösungen verwenden.
Keine „Weißmacher“ benutzen
Bei einer viral bedingten Bindehautentzündung sollten auf keinen Fall sogenannte „Weißmacher“ in das Auge getropft werden, damit dieses schnell wieder gesund aussieht. Sie scheinen kurzfristig Linderung zu bringen, verengen jedoch die Blutgefäße und können bei häufiger Nutzung die Tränenproduktion vermindern – das Abheilen der Entzündung kann so verlangsamt werden.
Kontaktlinsen oder Brille?
Je nach Härtegrad der Kontaktlinse kann es ratsam sein, während der Erkrankung auf eine Brille zurückzugreifen. Am besten lassen sich Patienten auch hierzu von ihrem Apotheker beraten, da es Kontaktlinsen gibt, die mit bestimmten Konservierungsmitteln in den Medikamenten unverträglich sind und dadurch beschädigt werden können.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Donnerstag, 12. Januar 2017

Die perfekte Software für den Onlineshop

Die Wahl der richtigen Software spielt für den Erfolg des eigenen Onlineshops eine große Rolle. Ein schlankes Interface, das sich intuitiv bedienen lässt, erleichtert das Einkaufen. Daneben müssen Sicherheitsaspekte beachtet werden, um zu verhindern, dass Kundendaten an Dritte gelangen.

Diskret und sicher einkaufen
Eine Online Shopsoftware muss verschiedene Bedingungen erfüllen, um in der Praxis bestehen zu können. Dazu gehört eine einfache Bedienoberfläche, die Kunden beim Einkaufen unterstützt. Etwa durch nützliche Filter und eine effektive Suchmaschine. Vor allem aber müssen die Sicherheitsaspekte jederzeit gewährleistet sein. Wenn sich Kunden nicht sicher fühlen oder befürchten müssen, dass ihre Daten eingesehen werden könnten, so bleiben sie dem Shop einfach fern. Bei der Verwaltung von Produkten und Produktseiten sollte die Software den Betreiber jederzeit unterstützen. Zum Beispiel indem Rechnungen automatisch erstellt werden, Einkäufe im Lager verzeichnet werden und man Angebotsseiten leicht aktualisieren kann.

Skalierbarkeit der Software
Laut www.homepage-erstellen.de ist es empfehlenswert, wenn man sich vorher einmal mit anderen Händlern unterhält und Erfahrungswerte austauscht. So erfährt man schnell, welche Stärken und Schwächen eine Software hat. Die Größe des Shops wiederum bestimmt auch die Anforderungen, die man an die Software stellen sollte. Ein kleiner Onlineladen, der im Monat unter hundert Produkte verkauft, braucht keine maßgeschneiderte Softwarelösung. Ist man jedoch international aufgestellt, so müssen verschiedene Dinge beachtet werden, zu denen etwa Zollgebühren, verschiedene Währungen und Versandkosten zählen. Die Investitionskosten halten sich im überschaubaren Rahmen, wenn es um einen kleinen Shop geht. Das mindert das Risiko etwas und macht den Onlineshop für unterschiedliche Zielgruppen interessant. Die Auswahl an vorhandenen Softwarelösungen ist für kleine Shops relativ groß.

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Die ganze Geschichte des Ötzi

Der Ötzi fasziniert die Massen.
Woran liegt das? Ist es die Ausstattung oder der gut erhaltene Leichnam?
Sein Gesicht, in das wir nach über 5000 Jahren blicken können?
Wer war der Ötzi?
Wie hat er gelebt?
Warum stieg er so hoch ins Gebirge?
Kein anderer Mensch der Steinzeit fesselt uns dermaßen.

Endlich erwacht der Ötzi zum Leben, er erzählt uns seine Geschichte.
Wie er aufwuchs. Wen er liebte. Wer ihn bedrohte ...


I. Band

»spannendes Lesevergnügen«
Süddeutsche Zeitung
(Florian J. Haamann)

»ein Panorama jener Zeit mit allen wichtigen Fundstellen«
Westfälische Nachrichten Münster
(Carolina Ihlenfeld)






















Narado (= Ötzi) wächst als Sohn eines Fürsten in der Jung-Steinzeit auf. Seine Stiefmutter will ihn aus dem Weg schaffen. Er ist ihr schutzlos ausgeliefert, sein alternder Vater scheint die Gefahr nicht zu begreifen. Längst ist nicht mehr klar, auf welcher Seite der Priester steht. Die Schlinge zieht sich immer enger um Narado, wie gelingt es ihm, zu entkommen?

»Die Rivalen von Breitental – vom Leben des Ötzi« von Christian Ausmünster
323 Seiten    Euro 9,99 (D)  ISBN 978-3-7418-3173-7


II. Band

»Lebendig und fesselnd
nimmt er junge wie ältere Leser gleichermaßen mit
in eine authentisch gestaltete Welt voller Gefahren und Abenteuer«
Süddeutsche Zeitung
(Florian J. Haamann)

»basieren auf fundierter, wissenschaftlicher Recherche (…)
das gesamte Todesszenario am Tisenjoch wird plausibel dargestellt.«
Bayerische Archäologie
(Alexander Binsteiner)





















Kaum hat Narado sein toten Vater beigesetzt, da wird er verdächtigt, das Grab geschändet zu haben. Alle sagen gegen ihn aus, ein perfektes Komplott. Die Lage scheint aussichtslos, da macht ihm sein ärgster Feind einen Vorschlag. Soll er ihm trauen …?

»Die Verschwörung von Breitental – das Kupferbeil des Ötzi« von Christian Ausmünster
528 Seiten   Euro 16,50 (D)  ISBN 978-3-7418-6425-4


Das Südtiroler Archäologie-Museum in Bozen und namhafte Forscher haben ihr Wissen zur Verfügung gestellt.
Ideal zum Vertiefen, wenn man im Museum war, sich informieren möchte, oder einfach um einen tollen Roman zu lesen.

Überall im Buchhandelt, bei epubli.de, Amazon, Thalia, u.a.

Leserrezensionen auf: Lovelybooks, Amazon, Thalia, MeinBuch u.a.

Kontakt zum Autor: https://www.facebook.com/oetzi.von.breitental/

Lieferengpässe bei Medikamenten


Hamburg (apothekerkammer-hamburg) – Immer häufiger hört man, dass ein bestimmtes Medikament nicht mehr lieferbar ist. Oft sind Impfstoffe, einige Antibiotika und Krebsmittel betroffen. Aktuell gibt es Lieferengpässe bei verschiedenen Asthmapräparaten, bei einzelnen Generika, bei diversen Impfstoffen und bei bestimmten Antibiotika. Seit dieser Woche ist Aldactone in der Dosierung von 25 Milligramm nicht mehr lieferbar. Das Medikament wird bei einer Überfunktion der Niere verwendet und bei Wasseransammlungen im Gewebe. Alternativ können 50 Milligramm Tabletten geteilt werden. Für ältere Menschen ist dies aber sehr beschwerlich und die Dosierung wird ungenau. Ist ein Arzneimittel nicht mehr verfügbar, gibt es auch für den Apotheker keine Möglichkeit, dieses Medikament beim Großhändler oder Hersteller zu bestellen. Es gibt dann nur die Chance in Absprache mit dem Arzt nach einer therapeutisch gleichwertigen Alternative zu suchen.

Liste informiert über Lieferengpässe
Wer sich über Lieferengpässe informieren möchte, kann dies tun auf der Homepage des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Hier gibt es eine Liste mit von der pharmazeutischen Industrie gemeldeten Lieferengpässen: http://www.bfarm.de/DE/Arzneimittel/zul/amInformationen/Lieferengpaesse/_node.html. Allerdings sind diese Meldungen für die Industrie nicht verpflichtend und es werden meist nur Arzneimittel genannt, die zur Behandlung lebensbedrohlicher oder schwerwiegender Erkrankungen bestimmt sind.

Große Nachfragen können nicht bedient werden
Die Gründe für Lieferengpässe sind vielfältig: Wenn neue Rabattverträge starten, ist es für den meist einzigen Rabattpartner immer eine große Herausforderung die Produktion an die gestiegene Nachfrage anzupassen. Das kann einige Wochen dauern. Viele Produktionsstätten befinden sich im Ausland ausgelagert worden, das führt zu langen Transportwegen. Geringe Lagerkapazitäten, Just-in-time-Management und die Konzentration auf wenige Zulieferer verschärfen das Problem zusätzlich. Fällt eine kleine Produktionseinheit aus, kann es schnell zu langfristigen Lieferausfällen führen. Die Lieferengpässe variieren zwischen wenigen Tagen bis hin zu einem halben Jahr.

Apotheker fordern stabile Versorgung mit Medikamenten
Gerade bei einer Dauermedikation wie z.B. bei Asthma ist es wichtig, dass der Patient seine Arzneimittel regelmäßig einnimmt. Die Apothekerkammer Hamburg fordert daher eine stabile Versorgung mit Arzneimitteln. Beim Verhandeln der Rabattverträge muss auch das Risiko eines Lieferengpasses berücksichtigt werden. Hersteller und Zulieferer sollten Konzepte vorlegen, wie sie Engpässe vermeiden beim Ausfall einzelner Produktionsbetriebe in der Herstellungskette. Der aktuelle Preisdruck führt zu einer gefährlichen Konzentration auf wenige große Anbieter. Hier ist die Politik gefordert.

Rechtzeitig Folgerezepte ausstellen lassen
Aktuell können Apotheker Patienten, die regelmäßig Medikamente einnehmen, nur raten, frühzeitig und nicht kurz vor der letzten Tablette die Folgerezepte ausstellen zu lassen und in der Apotheke vorzulegen. So bleibt Zeit, sich eine alternative Arzneimitteltherapie zu überlegen und mit dem Arzt Rücksprache zu halten.

Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.700 Apotheker und Apothekerinnen, sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Problemen.

Dienstag, 20. Dezember 2016

Alternde Haut kann auf Medikamente reagieren

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Das Alter macht auch vor der Haut nicht halt. Sie wird dünner, ihr Säureschutzmantel durchlässiger, das stabilitätsgebende Kollagen und die Fettproduktion nehmen ab. Reife Haut neigt dadurch verstärkt zu Trockenheit und unangenehmem Juckreiz. Solche Probleme können durch die Einnahme von Medikamenten noch verstärkt werden.

Haut im Wandel der Zeit
Die senile Atrophie der Haut, also ihre altersbedingte Veränderung, ist genetisch vorprogrammiert. Im Alter wird der Säureschutzmantel der Haut durchlässiger und die Hornschicht lockert auf, so dass die Nervenzellen bis in die Oberhaut ragen. Folge: Die Haut wird empfindlicher, juckt leicht bis schwer und wird zudem für äußere Einflüsse wie UV-Strahlung oder einen ungesunden Lebenswandel, aber auch für Erreger und Keime empfänglicher. Da das Immunsystem immer weniger Abwehrzellen ausbildet, kann es auch zu Autoimmunreaktionen selbst auf harmlose Antigene oder Arzneistoffe kommen. Typische Beschwerden sind Hautirritationen, ein verstärkter Juckreiz oder eine Nesselsucht mit Bläschenbildung. Auch sogenannte schlafende Infektionen wie Herpes und Gürtelrose, die sich schon seit Jahren im Körper verbergen können, brechen jetzt häufiger aus.
Auf die richtige Pflege kommt es an
Die Haut im Alter braucht eine intensive Pflege. Bei Unsicherheiten, welche Präparate für die Bedürfnisse der reifen Haut passend sind, ist eine individuelle Beratung in der Apotheke empfehlenswert. Ältere Patienten mit trockener Haut sollten folgende Tipps beachten:
  • Alkalihaltige Seifen meiden! Sie greifen den ohnehin nicht mehr intakten Säureschutzmantel an. Besser: Creme- oder Babyseifen mit hohem Anteil rückfettender Lipide oder pH-neutrale Syndets verwenden.
  • Ölen statt cremen! Nach dem Duschen die noch feuchte Haut mit einem Lipolotio-Hautöl pflegen. Wer gern badet, sollte Badeöl verwenden. Achtung: Der Ölfilm lagert sich auf dem Boden der Wanne ab, es besteht Rutschgefahr!
  • Passende Gesichtspflege für Tag und Nacht! Dazu eignen sich Tagescremes auf Öl-in-Wasser-Basis, zur Nacht sollten Fettcremes (Wasser in Öl) aufgetragen werden.
  • Beim Haarewaschen ist weniger mehr! Shampoos mit hohem Tensidanteil wirken austrocknend. Am besten das Haar seltener und dann mit sanftem Babyshampoo waschen. Immer nur eine kleine Shampoomenge verwenden.
  • Sonne nur mit Schutz! Im Alter ist die Haut lichtempfindlicher und sie bräunt nicht mehr gleichmäßig. Ein UV-Schutz vermeidet außerdem Altersflecken.
  • Urea ist ideal! Bewährt haben sich Lotionen mit zehn Prozent Harnstoff, sie binden Feuchtigkeit in der Hornschicht und pflegen die Haut.
 Medikationsanalyse hilft Ursachen zu finden
Wenn ältere Menschen trotz optimaler Hautpflege Beschwerden haben, die sie früher nicht kannten, dann sollten sie mit ihrem Apotheker vor Ort sprechen. Hautprobleme im Alter können auch durch Medikamente hervorgerufen werden, selbst wenn man diese früher sehr gut vertragen hat. Das liegt daran, dass Arzneistoffe durch den altersbedingt langsameren Stoffwechsel länger im Körper bleiben und sich gegenseitig stärker beeinflussen und interagieren. Hinzu kommt: Je älter ein Patient ist, desto mehr Medikamente nimmt er dauerhaft ein. In Deutschland nimmt jeder Vierte regelmäßig drei und mehr Arzneimittel ein. Bei dieser sogenannten Polymedikation steigt die Gefahr von Interaktionen, auf die das alternde Immunsystem mit Abwehrmechanismen reagiert. Eine allergische oder pseudoallergische Reaktion der Haut kann die Folge sein. Deshalb sollten Betroffene ihrem Apotheker unbedingt mitteilen, welche Medikamente sie einnehmen. Am besten vereinbart man einen Termin in der Apotheke und bringt alle Arzneimittel, auch die freiverkäuflichen gleich mit. Der Apotheker kann dann in einer Medikationsanalyse, bei der er die Kombination der Medikamente nach unerwünschten Arzneimittelwirkungen und Wechselwirkungen überprüft, aufdecken, ob die Beschwerden durch die Arzneimitteltherapie entstanden sind. Patient, Apotheker und Arzt optimieren dann gemeinsam die Therapie, indem zum Beispiel Einnahmezeitpunkte verändert oder andere Medikamente eingesetzt werden.
Allergische Reaktionen
Stellt der Patient direkt nach der Einnahme eines Medikaments eine Hautreaktion fest, kann es sich um eine Allergie handeln. Die allergische Reaktion kann sich allerdings auch erst nach einem längeren Zeitraum entwickeln. Der Patient sollte in diesem Fall seinen Arzt aufsuchen, um eine alternative Therapie zu besprechen. Allergieauslöser sollten dann möglichst gemieden und zudem in einem Allergiepass eingetragen werden. Der Apotheker berät den Patienten bei der Symptombehandlung und stimmt sich nötigenfalls mit dem behandelnden Arzt ab.
Ursachenforschung ist bei verstärkt auftretenden Hautproblemen wie Juckreiz, Wunden, blauen Flecken, schuppiger Haut oder Hautablösungen unumgänglich, das eigenmächtige Absetzen von Medikamenten nicht ratsam. Hier sollte der Patient immer mit dem Arzt oder Apotheker Rücksprache halten. Zeigt die Haut Reaktionen bei der Einnahme von Gichtpräparaten, muss sofort ein Arzt konsultiert werden. Dieser prüft, ob die Hautirritation eine unerwünschte Arzneimittelwirkung ist und entscheidet dann, ob das Medikament abgesetzt wird.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Freitag, 2. Dezember 2016

Gut gerüstet in die Feiertage - Rezepte rechtzeitig in der Apotheke einlösen



Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Jetzt stehen sie kurz bevor, die lang erwarteten Weihnachtsfeiertage und das Silvesterfest. Doch neben Geschenken, Weihnachtsgans und Co. sollten Patienten ihre Medikation nicht aus dem Blick verlieren. Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, rät Patienten, rechtzeitig vor den Festtagen zu prüfen, ob die verschriebenen Arzneien bis Januar ausreichend vorhanden sind, noch ein Rezept fehlt oder in der Apotheke eingelöst werden sollte. Auch die Hausapotheke sollte überprüft und ergänzt werden, um an den Feiertagen für den „Fall der Fälle“ gut gerüstet zu sein.
Chronisch Erkrankte sollten planen
Patienten, die regelmäßig auf ihre Medikamente angewiesen sind, sollten gerade vor Weihnachten prüfen, ob sie noch gut mit den notwendigen Arzneien versorgt sind. Denn: Viele Arztpraxen schließen „zwischen den Jahren“, in dieser Zeit kann dann kein neues Rezept ausgestellt werden. Außerdem ist es empfehlenswert, die verordneten Medikamente rechtzeitig in der Apotheke zu bestellen, damit es zu keiner Versorgungslücke in der Medikation kommt.
Notfall in der Küche? Das gehört in die Hausapotheke
An den Festtagen wird in der Küche ausgiebig geschnitten, gehobelt, gekocht und gebraten. Schnitt- und Brandwunden sind daher keine Seltenheit. Damit im Notfall schnelle Hilfe möglich ist, sollte in jedem Haushalt eine gut geführte Hausapotheke vorhanden sein. Für die Versorgung von Wunden ist es ratsam, eine Auswahl an Verbandsmaterialien (Mull, elastische Binden, Pflaster, Schere, Pinzette, Einmalhandschuhe, Dreiecktuch und Sicherheitsnadeln) und ein Desinfektionsmittel griffbereit zu haben.
Zu viel des Guten?
Kaum jemand kann den kulinarischen Köstlichkeiten, die jetzt auf den Tisch kommen, widerstehen. Zu reichhaltig gegessen? Abhilfe können Präparate gegen Verdauungsbeschwerden, Verstopfung oder Durchfall schaffen, auch sie dürfen in der Hausapotheke nicht fehlen. Außerdem sinnvoll: Schmerz- und Fiebermittel, Medikamente gegen Halsschmerzen, Husten und Schnupfen sowie Fieberthermometer und Kühlkompressen.
Für jedes Alter das richtige Präparat
Plötzliches Fieber, verstopfte Nase, wunder Po: Eltern kennen das Szenario. Damit Kinder im Krankheitsfall gut versorgt sind, sollte die Hausapotheke mit altersangepasste Arzneien wie Fieberzäpfchen, Hustensaft, Kochsalznasenspray, Erkältungsbalsam, Elektrolytlösung für Durchfallerkrankungen und Salben für Entzündungen im Windelbereich ausgestattet sein.
Tipp: Alle vorrätigen Medikamente sollten regelmäßig auf ihre Verfallsdaten kontrolliert und abgelaufene Präparate ausgetauscht werden.
Die Apotheker vor Ort beraten übrigens gern bei der richtigen und individuellen Bestückung. Die Landesapothekerkammer Hessen rät außerdem dazu, die Telefonnummern des Ärztlichen Notdienstes, der Giftnotrufzentrale, der Notfallambulanz und des Apothekennotdienstes in die Hausapotheke zu legen.
Kompetente Hilfe auch an Weihnachten
Rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr: Die Apotheke vor Ort bietet zu jeder Tages- und Nachtzeit eine verlässliche Versorgung für Notfälle mit Arzneimitteln an. Das gilt natürlich auch an den Weihnachtsfeiertagen sowie an Silvester und Neujahr. In Hessen sind Nacht für Nacht bzw. an Sonn- und Feiertagen 120 bis 130 Apotheken im Einsatz und gewährleisten eine wohnortnahe Versorgung mit Medikamenten. Welche Apotheke im Umfeld Dienst hat, lässt sich immer aktuell auf der Homepage der Landesapothekerkammer Hessen unter www.apothekerkammer.de/notdienst nachschauen.
Apothekennotdienstfinder
Der Apothekennotdienstfinder informiert telefonisch über die nächstgelegene diensthabende Apotheke: 0800 / 00 22 833 (kostenfrei aus dem Festnetz) bzw. 22 8 33 (Handy max. 69 ct./min)
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Dienstag, 15. November 2016

Apotheker sichern die Versorgung von Schwerstkranken

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Die palliativmedizinische Betreuung und die schmerzlindernde, symptomkontrollierende Therapie ermöglichen Schwerstkranken und Sterbenden einen würdevollen letzten Lebensabschnitt. Die Apotheke vor Ort leistet als Teil eines interdisziplinären Palliativteams einen wichtigen Part in der zeitnahen Versorgung des Patienten mit Arzneimitteln, insbesondere Schmerz- und Betäubungsmitteln, sowie Individualrezepturen. Diese zuverlässige Versorgung des Palliativpatienten im ambulanten, häuslichen und damit vertrauten Umfeld einschließlich der Beratung des Patienten und der Angehörigen kann nur durch die Apotheke vor Ort sichergestellt werden, wie die Landesapothekerkammer Hessen betont. Doch die niedergelassenen Apotheken geraten durch das EuGH-Urteil vom 19. Oktober 2016 unter Druck. Das kann direkte Auswirkungen auf die palliativmedizinische Versorgung in Deutschland haben.

Preiskampf durch EuGH-Urteil setzt Apotheke vor Ort unter Druck
Dem Spruch des Europäischen Gerichtshofes zufolge können Versandapotheken aus dem EU-Ausland einen Rabatt auf verschreibungspflichtige Arzneien gewähren. Den in Deutschland ansässigen Apotheken ist es durch die Arzneimittelpreisverordnung nicht erlaubt, Rabatte auf verschreibungspflichtige Arzneimittel einzuräumen. Das hat auch einen guten Grund: Im deutschen Gesundheitswesen gilt „gleicher Preis für gleiche Leistung“. Der Patient kann immer sichergehen, dass er weder im stationären noch im ambulanten Bereich übervorteilt wird. Während die ausländischen EU-Versandhändler ihre Leistungen auf die reine Arzneimitteldistribution in einem besonders interessanten Segment beschränken, finanzieren die niedergelassenen Apotheken mit den einheitlichen Preisen wichtige, aber nicht kostendeckende pharmazeutische Dienstleistungen wie Nacht- und Notdienste sowie die Rezepturherstellung. Durch den erhöhten Preiskampf gerät die Apotheke vor Ort unter Druck, die wohnortnahe Versorgung und die damit verbundene notwendige Aufrechterhaltung pharmazeutischer Dienstleistungen werden geschwächt.
Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin fordert Schutz der Apotheke vor Ort
„Palliativpatienten sind auf die pharmazeutische Betreuung vor Ort angewiesen“, erklärt Claudia Wegener, Sprecherin der Sektion Pharmazie der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin und Delegierte der Landesapothekerkammer Hessen. „Eine nahtlose Therapiefortsetzung ist für diese Patienten ebenso entscheidend wie die kompetente pharmazeutische Betreuung. Wir fordern daher, die hochwertige Versorgung durch wohnortnahe Apotheken in Deutschland zu sichern.“
Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, ergänzt: „Außerdem dürfen die für Palliativpatienten notwendigen Schmerzmittel gemäß Betäubungsmittelgesetz nicht verschickt werden, sie werden nur von der niedergelassenen Apotheke abgegeben. Muss die Apotheke vor Ort jedoch aufgeben, entsteht eine gefährliche Versorgungslücke.“
Expertise für die palliativpharmazeutische Betreuung unerlässlich
Diese Versorgungslücke hätte große Auswirkungen auf die Palliativpatienten. In enger interdisziplinärer Absprache sorgen die Palliativpharmazeuten für eine an den Zustand des Patienten angepasste Arzneimitteltherapie. Sie sind außerdem Ansprechpartner für die Arzneimittelinformationen, die richtige Anwendung und Handhabung der Arzneimittel sowie die Bewertung von klinisch relevanten Wechselwirkungen. Die pharmazeutische Betreuung von Schwerstkranken und Sterbenden setzt zudem spezielles Fachwissen voraus: Apotheker werden in einer intensiven Zertifikatsfortbildung zum Palliativpharmazeuten fortgebildet und sind durch ihre hohe Expertise ein wichtiger Partner des heilberuflichen Netzwerkes.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Samstag, 12. November 2016

Schweinswale - die kleinen Vettern der Delfine


Schweinswale sind die einzigen heimischen Wale in deutschen Meeresgewässern. Regelmäßig kann man sie an den Küsten der Nord- und Ostsee beobachten. Sogar in den großen Flüssen Norddeutschlands tauchen sie wieder auf.

In diesem Buch lernen Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Schweinswale kennen: Wo leben sie? Wie intelligent sind sie? Was können sie? Mit beeindruckenden Fotos und praktischen Tipps, wie und wo man Schweinswale in unserer heimischen Natur beobachten und wie man sich für ihren Schutz engagieren kann.

Bestellen Sie „Schweinswale - Die kleinen Vettern der Delfine“ hier:
http://www.neuebrehm.de/buecher/746-schweinswale

Eine kostenlose Leseprobe im PDF-Format erhalten Sie hier:

http://www.neuebrehm.de/uploads/books/746/Schweinswale_Leseprobe.pdf

Dr. Claudia Hangen

Schweinswale – Die kleinen Vettern der Delfine

1. Auflage 2016

164 Seiten, Softcover

123 Farbabbildungen

ISBN: 978-3-89432-130-0

24,95 Euro

Donnerstag, 10. November 2016

Jeden Tag Bratwürste

Nürnberg - Wer kann sich schon rühmen, viele Jahre lang jeden Tag zwei leckere Bratwürste gegessen zu haben? Ich nicht und Sie vermutlich auch nicht. Aber einer der vielen Vorfahren meiner adligen Schwägerin Rotraut Stromer von Reichenbach-Baumbauer hat diese erstaunliche Leistung vollbracht. Bei diesem Rekord-Esser handelt es sich um den Stadtrichter Hans IV. Stromer (1517-1592), der als „Bratwurst-Stromer“ in die Geschichte einging.

Hans IV. Stromer von Reichenbach gehörte einer der wichtigsten Nürnberger Patrizierfamilien an. Die Stromer brachten tüchtige Bürgermeister, Handelsherren, Erfinder und Forscher hervor und hatten teilweise Kontakt mit Kaisern und Königen. Unter diesen berühmten Verwandten gilt der „Bratwurst-Stromer“ als „schwarzes Schaf“. Denn er wurde 1554 wegen Geheimnisverrats und unflätiger Reden zu lebenslanger Haft in einem Turm verurteilt. Nach einer anderen Quelle soll er 1554 einen fremden Edelmann erstochen haben und deswegen zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt worden sein.

Angeblich verbüßte Hans IV. Stromer von Reichenbach im Nürnberger Turm Luginsland, der 1945 im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, seine Strafe. Als Patrizier hatte er einen Wunsch frei und verlangte, auf Kosten der Stadt jeden Tag zwei Bratwürste zu bekommen. Während seiner langen Haft erhielt er zu jeder Mahlzeit am Mittag und Abend eine Bratwurst. Ingesamt soll er fast 28.000 Bratwürste verzehrt haben. Nach 38 Jahren war er seines Lebens überdrüssig und stürzte sich vom Turm in den Tod.

Die Liebe zu den Nürnberger Schweinsbratwürsten hat auch Ernst Stromer von Reichenbach (1871-1952), einer der bedeutendsten Dinosaurier-Forscher der Welt, geerbt. Immer wenn der in München arbeitende Wissenschaftler in seine Vaterstadt kam, aß er dort im Lokal „Bratwurstherzle“ Nürnberger Bratwürste. Ernst Stromer von Reichenbach verfasste 1951 die Publikation „Unsere Ahnen in der Reichsstadt Nürnberg 1250-1806“, in der natürlich der „Bratwurst-Stromer“ erwähnt wird.

38 Jahre lang jeden Tag zwei Bratwürste gegessen, das habe ich trotz meiner 70 Jahre nicht. Als Schriftsetzer-Lehrling in Nürnberg gelang mir von 1960 bis 1963 nur ein klitzekleiner Essrekord. Damals ließ ich mir drei Jahre lang an jedem Arbeitstag in der Mittagszeit stets dasselbe bescheidene Mahl munden. Dabei handelte es sich um eine Scheibe trockenes Brot und eine Portion Fleischsalat.

Verblödet bin ich trotz dieser einseitigen Lehrlings-Kost anscheinend nicht. Einige Jahre später schaffte ich den Berufswechsel vom Schriftsetzer-Gehilfen zum Zeitungsredakteur. Auch das einfache Kantinenessen im Zeitungsverlag lähmte meinen Ehrgeiz nicht. Ab 1977 schrieb ich für zahlreiche renommierte Blätter in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Und ab 1986 veröffentlichte ich mehr als 300 Bücher, Taschenbücher und Broschüren, die in zahlreichen wissenschaftlichen Bibliotheken vorrätig sind.

Die Sympathie für Fleischsalat ist inzwischen längst erkaltet, aber diejenige für trockenes Brot bis zum heutigen Tag geblieben. Nach einem Fußballspiel, Boxkampf, Abenteuerfilm und Krimi im Fernsehen beruhige ich meine strapazierten Nerven oft mit einer trockenen Scheibe Brot und einer süßen oder sauren Limonade. Sehr gesund ist das vielleicht nicht. Aber es schmeckt mir!

Dieser Artikel stammt aus dem Taschenbuch „Zeitgenossen im Visier“ von Ernst Probst.

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Bücher, Taschenbücher und Broschüren von Ernst Probst (Auswahl)

Paläontologie: Deutschland in der Urzeit, Rekorde der Urzeit (1992), Rekorde der Urzeit. Landschaften, Pflanzen und Tiere (2008), Dinosaurier in Deutschland (1993 zusammen mit Raymund Windolf), Archaeopteryx. Die Urvögel aus Bayern, Dinosaurier in Deutschland. Von Compsognathus bis zu Stenopelix (2010), Dinosaurier in Baden-Württemberg, Dinosaurier in Bayern, Dinosaurier in Niedersachsen, Dinosaurier von A bis K, Dinosaurier von L bis Z, Raub-Dinosaurier von A bis Z, Deutschland im Eiszeitalter, Der Ur-Rhein, Als Mainz noch nicht am Rhein lag, Der Rhein-Elefant, Krallentiere am Ur-Rhein, Menschenaffen am Ur-Rhein, Säbelzahntiger am Ur-Rhein, Das Dinotherium-Museum in Eppelsheim (zusammen mit Dr. Jens Lorenz Franzen und Heiner Roos), Höhlenlöwen, Der Höhlenlöwe, Der Mosbacher Löwe, Säbelzahnkatzen, Die Dolchzahnkatze Megantereon, Die Dolchzahnkatze Smilodon, Die Säbelzahnkatze Homotherium, Die Säbelzahnkatze Machairodus, Der Europäische Jaguar, Eiszeitliche Geparde in Deutschland, Eiszeitliche Leoparden in Deutschland, Eiszeitliche Raubkatzen in Deutschland, Der Amerikanische Höhlenlöwe, Der Ostsibirische Höhlenlöwe,  Löwenfunde in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Der Höhlenbär, Johann Jakob Kaup. Der große Naturforscher aus Darmstadt, Das Mammut (Mit Zeichnungen von Shuhei Tamura), Tiere der Urwelt. Leben und Werk des Berliner Malers Heinrich Harder, Aepyornis. Der Vogel, der die größten Eier legte, Argentavis. Der größte fliegende Vogel, Brontornis. Riesenvögel in Argentinien, Dinornis. Der größte Vogel aller Zeiten, Dromornis. Der schwerste Vogel aller Zeiten, Harpagornis. Der größte Greifvogel der Neuzeit, Hesperornis. Der große Vogel des Westens, Pelagornis. Der größte Meeresvogel, Phorusrhacos. Der riesige Terrorvogel, Tiere der Urzeit. Rekorde von Insekten, Fischen, Amphibien, Reptilien, Vögeln und Säugetieren, 30 Tiere der Urwelt. Bilder von F. John, Der rätselhafte Spinosaurus. Leben und Werk des Forschers Ernst Stromer von Reichenbach

Zoologie: Mit Gorillas auf Du. Kurzbiografie der Primatologin und Zoologin Dian Fossey, Mit Schimpansen auf Du. Kurzbiografie der Primatologin Jane Goodall, Mit Orang-Utans auf Du. Kurzbiografie der Anthropologin und Anthropologin Biruté Galdikas

Archäologie: Deutschland in der Steinzeit, Rekorde der Urmenschen, Deutschland in der Bronzezeit, Deutschland in der Frühbronzezeit, Die Bronzezeit, Die Aunjetitzer Kultur in Deutschland, Die Straubinger Kultur in Deutschland, Die Singener Gruppe, Die Arbon-Kultur in Deutschland, Die Ries-Gruppe und die Neckar-Gruppe, Die Adlerberg-Kultur, Der Sögel-Wohlde-Kreis, Die nordische Bronzezeit in Deutschland, Deutschland in der Mittelbronzezeit, Die Hügelgräber-Kultur in Deutschland, Die ältere Bronzezeit in Nordrhein-Westfalen, Die Bronzezeit in der Lüneburger Heide, Die Stader Gruppe, Die Oldenburg-emsländische Gruppe, Deutschland in der Spätbronzezeit, Die Urnenfelder-Kultur in Deutschland, Die Unstrut-Gruppe, Die Helmsdorfer Gruppe, Die Saalemündungs-Gruppe, Die Lausitzer Kultur in Deutschland, Österreich in der Frühbronzezeit, Die Leithaprodersdorf-Gruppe, Die Aunjetitzer Kultur in Österreich, Die Straubinger Kultur in Österreich, Die Unterwölblinger Gruppe, Die Wieselburger Kultur, Die Litzenkeramik oder Draßburger Kultur, Die Attersee-Gruppe, Österreich in der Mittelbronzezeit, Die Hügelgräber-Kultur in Österreich, Österreich in der Spätbronzezeit, Die Urnenfelder-Kultur in Österreich, Die Nordtiroler Urnenfelder-Kultur, Die Laugen-Melaun-Gruppe, Die Caka-Kultur, Die Schweiz in der Frühbronzezeit, Die Rhone-Kultur, Die Arbon-Kultur in der Westschweiz, Die Inneralpine Bronzezeit-Kultur in der Schweiz, Die Schweiz in der Mittelbronzezeit, Die Hügelgräber-Kultur in der Schweiz, Die Schweiz in der Spätbronzezeit, Die Urnenfelder-Kultur in der Schweiz, Die Laugen-Melaun-Gruppe in der Schweiz, Das Moustérien. Die große Zeit der Neandertaler, Das Rätsel der Großsteingräber. Die nordwestdeutsche Trichterbecher-Kultur, Die ersten Bauern in Deutschland. Die Linienbandkeramische Kultur (5500 bis 4900 v. Chr.), Die Schnurkeramischen Kulturen. Kulturen der Jungsteinzeit von etwa 2800 bis 2400 v. Chr.

Kryptozoologie: Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti, Alma. Ein Affenmensch in Eurasien, Bigfoot. Der Affenmensch aus Nordamerika, Chuchunaa. Der sibirische Affenmensch, Der De-Loys-Affe. Ein Menschenaffe in der „Neuen Welt“?, Nguoi Rung. Der vietnamesische Affenmensch, Orang Pendek. Der kleine Affenmensch auf Sumatra, Skunk Ape. Der Affenmensch in Florida, Yeren. Der chinesische Affenmensch, Yeti. Der Schneemensch im Himalaja, Yowie. Der australische Affenmensch, Das Einhorn. Ein Tier, das nie gelebt hat, Drachen. Wie die Sagen über Lindwürmer entstanden, Nessie. Das Monsterbuch, Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörner entstanden, Riesen. Von Agaion bis Ymir, Seeungeheuer. 100 Monster von A bis Z, Der Tatzelwurm. Das Rätseltier in den Alpen

Biografien: 14 Taschenbücher über Superfrauen (Superfrauen 1 – Geschichte, Superfrauen 2 – Religion, Superfrauen 3 – Politik, Superfrauen 4 – Wirtschaft und Verkehr,  Superfrauen 5 – Wissenschaft, Superfrauen 6 – Medizin, Superfrauen 7 – Film und Theater, Superfrauen 8 – Literatur, Superfrauen 9 – Malerei und Fotografie, Superfrauen 10 – Musik und Tanz, Superfrauen 11 – Feminismus und Familie, Superfrauen 12 – Sport, Superfrauen 13 Mode und Kosmetik, Superfrauen 14 – Medien und Astrologie), Christl-Marie Schultes. Die erste Fliegerin in Bayern, Drei Königinnen der Lüfte in Bayern (zusammen mit Josef Eimannsberger), Frauen im Weltall, Königinnen der Lüfte, Königinnen der Lüfte von A bis Z. Biografien berühmter Fliegerinnen, Ballonfahrerinnen, Luftschifferinnen, Fallschirmspringerinnen und Astronautinnen, Königinnen der Lüfte in Deutschland, Königinnen der Lüfte in Frankreich, Königinnen der Lüfte in England, Australien und Neuseeland, Königinnen der Lüfte in Europa, Königinnen der Lüfte in Amerika, Theo Lederer. Ein Flugzeugsammler aus Oberbayern, Königinnen des Films (in Arbeit), Königinnen des Tanzes, Königinnen des Theaters, Superfrauen aus dem Wilden Westen, Malende Superfrauen, Der Schwarze Peter. Ein Räuber aus dem Hunsrück und Odenwald, Meine Worte sind wie die Sterne. Die Entstehung der Rede des Häuptlings Seattle (zusammen mit Sonja Probst), Franziska Streitel – Die „Dienerin Gottes“ aus Franken, Elisabeth I. Tudor. Die jungfräuliche Königin, Lucrezia Borgia. Die schöne Tochter eines Papstes, Maria Stuart. Schottlands tragische Königin, Machbuba. Die Sklavin und der Fürst, Hildegard von Bingen. Die deutsche Prophetin, Julchen Blasius. Die Räuberbraut des Schinderhannes, Zenobia. Eine Frau kämpft gegen die Römer, Cortés und Malinche. Der spanische Eroberer und seine indianische Geliebte, Katharina II. die Große. Die Deutsche auf dem Zarenthron, Pompadour und Dubarry. Die Mätressen von Louis XV., Königinnen des Films 1, Königinnen des Films 2, Königinnen des Films in Italien, Lucille Ball – Der „weibliche Charlie Chaplin“, Theda Bara – Der erste Vamp des Kinos, Brigitte Bardot – „B.B.“- Das Sexsymbol der 1950-er Jahre, Ingrid Bergman – Der Weltstar aus Schweden, Joan Crawford – Der Filmstar mit den breiten Schultern, Bette Davis – Die Frau, die 100 Filme hinterließ, Marlene Dietrich – Die deutsche „Göttin des Films“, Jodie Foster – Hollywoods klügste Schönheit, Greta Garbo – Die „Göttliche“, Ava Gardner – Die „Königin von Hollywood“, Judy Garland – Der unglückliche Hollywood-Star, Janet Gaynor – Die erste „Oscar“-Preisträgerin – Uschi Glas – Deutschlands „Quotenqueen auf dem Bildschirm“, Jean Harlow – Das platinblonde Sexsymbol der 1930-er Jahre, Rita Hayworth – Die „Venus des Atomzeitalters“, Katharine Hepburn – Die „Königinmutter von Hollywood“, Grace Kelly – Der Star, der den Traumprinzen heiratete, Hildegard Knef – Der deutsche Weltstar mit drei Karrieren, Zarah Leander – Der „UFA“-Star der 1930-er und 1940-er Jahre, Vivien Leigh – Der Weltstar aus „Vom Winde verweht“, Ruth Leuwerik – Die „Königin des Melodramas“ , Gina Lollobrigida. Die „Lollo“ - der Stern der 1950-er Jahre,  Sophia Loren – Der italienische Filmstar der 1960-er Jahre - Melina Mercouri – Der Star aus „Sonntags ... nie!“, Inge Meysel – Die „Fernsehmutter der Nation“, Marilyn Monroe – Amerikas größter Filmstar, Pola Negri – Der Stummfilmstar aus Polen, Asta Nielsen – Deutschlands erster Filmstar, Leni Riefenstahl – Die meisterhafte Regisseurin und Fotografin, Julia Roberts – Das Sexsymbol der 1950-er Jahre, Margaret Rutherford – Die beste Komödiantin Englands der 1960-er Jahre, Adele Sandrock – Die komische Alte des deutschen Kinos, Romy Schneider – Sie wollte nicht ewig „Sissi“ sein, Hanna Schygulla – Der deutsche Weltstar, Simone Signoret – Frankreichs Sexsymbol der 1950-er Jahre, Meryl Streep – Ein Star auf der Bühne, der Leinwand und dem Bildschirm, Gloria Swanson – Die Mondäne auf der Kinoleinwand, Elizabeth („Liz“) Taylor – die „Königin von Hollywood“, Liv Ullmann – Die große norwegische Schauspielerin, Grethe Weiser – Die volkstümliche Schauspielerin, Mae West – Die Komödiantin der Spitzenklasse, rund 70 Kurzbiografien über berühmte Fliegerinnen, Ballonfahrerinnen, Luftschifferinnen, Fallschirmspringerinnen, Astronautinnen und Kosmonautinnen, Dr. Veronica Carstens – Die Förderin der Naturheilkunde, Dorothea Erxleben. Die erste deutsche Ärztin, Schreibende Superfrauen in Deutschland. Cockacoeske. Die Königin von Pamunkey, Kateri Tekakwitha. Die erste selige Indianerin in Nordamerika, Lozen. Die tapfere Kriegerin der Apachen, Mohongo. Die Indianerin, die in Europa tanzte, Sacajawea. Die indianische Volksheldin, Sieben berühmte Indianerinnen, Louis XV. Der Vielgeliebte, Marquise de Pompadour. Die erste bürgerliche Mätresse von Louis XV., Madame Dubarry. Von der Dirne zur Mätresse des Königs, Die Comtessen de Mailly-Nesle. Vier adelige Schwestern für den König, Marie-Louise O’Murphy de Boisfally. Eine Geliebte von Louis XV., Schloss Grünsberg. Von der Burg im Grunde bis zum Barockschloss, Ernst Probst. Ein Journalistenleben. Vom Traumberuf zum Albtraum

Interviews: Was ist ein Menhir? Interview mit dem Mainzer Archäologen Dr. Detert Zylmann über Hinkelsteine, Wer ist der kleinste Dinosaurier? Interviews mit dem Wissenschaftsautor Ernst Probst, Wer war der Stammvater der Insekten? Interview mit dem Stuttgarter Biologen und Paläontologen Dr. Günter Bechly, Neues vom Ur-Rhein. Interview mit dem Geologen und Paläontologen Dr. Jens Sommer

Aphorismen: Der Ball ist ein Sauhund. Weisheiten und Torheiten über Fußball, Worte sind wie Waffen. Weisheiten und Torheiten über die Medien (beide zusammen mit Doris Probst, Schweigen ist nicht immer Gold. Zitate von A bis Z, Weisheiten der Indianer

Unterhaltung: Zeitgenossen im Visier. 25 Glossen von Ernst Probst

Apotheker vor Ort liefern verlässliche Antworten

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Patienten, die ein neues Medikament verschrieben bekommen, stehen der Einnahme wegen möglicher Nebenwirkungen oftmals skeptisch gegenüber. Diese Befürchtungen können durch eine Beratung in der Apotheke genommen werden. Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, warnt Patienten davor, die Einnahme gar nicht erst zu beginnen oder Medikamente eigenmächtig abzusetzen. Stattdessen sollten Patienten sich von ihrem Apotheker persönlich beraten lassen, damit Unsicherheiten aus dem Weg geräumt werden können.

Erste Schritte mit dem neuen Arzneimittel
Bereits bei der Abgabe des neuen Medikaments sollten Patienten mit ihrem Apotheker besprechen, welche weiteren Arzneien sie einnehmen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Präparate von einem Arzt verschrieben wurden oder freiverkäuflich sind. Der Apotheker kann, hat er alle Informationen vorliegen, dem Patienten sowohl die Anwendung als auch die richtige Dosierung des neuen Präparats erklären sowie mögliche Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Medikamenten ermitteln. Mittlerweile gibt es umfangreiche Datenbanken, auf die Apotheker für ihre Recherchearbeit zurückgreifen können. Auf diese Weise lassen sich Neben- oder Wechselwirkungen sowie Unverträglichkeiten feststellen und ausschließen. Im persönlichen Gespräch in der Apotheke können so alle Fragen beantwortet und Unklarheiten beseitigt werden, so dass der Patient sicher mit seiner Therapie umgehen kann.
Nebenwirkung oder nicht?
Sollten Patienten nach der Einnahme ungewöhnliche körperliche Reaktionen feststellen, muss auch das in der Apotheke angesprochen werden. Dabei können sich Patienten voll auf die Erfahrungen der Fachleute für Medikamente verlassen. In einem mehrjährigen Studium haben Apotheker ihre Kenntnisse erworben, sie wissen, dass es sich nicht bei jeder körperlichen Wahrnehmung, die der Patient nach der Einnahme eines neuen Medikamentes verspürt, um eine Nebenwirkung handelt. Bei schweren Krankheiten können leichte Unverträglichkeiten manchmal das kleinere Übel sein und sollten hingenommen werden, führt das Medikament doch zur Heilung oder zur wesentlichen Verbesserung des Krankheitszustandes. Auf Wunsch des Patienten bespricht der Apotheker die Therapie auch gerne mit dem verordnenden Arzt, um die bestmögliche Lösung für den Patienten zu suchen.
Vorteil Stammapotheke
In einer Stammapotheke kennt der Apotheker seinen Patienten sowie dessen individuelle Krankengeschichte. Zusätzlich ist das Vorliegen einer Kundenkarte von Vorteil, die auf Patientenwunsch angelegt werden kann. Auf dieser Kundenkarte werden alle abgegebenen Medikamente gespeichert, auch solche Präparate, die von dem Patienten für die Selbstmedikation erworben wurden. Liegen alle Informationen in der Stammapotheke vor,können unerwünschte Wirkungen schnell aufgedeckt werden. Außerdem kann der Apotheker dem Patienten genau erklären, warum und wie er ein neues Medikament einnehmen muss. Wenn Patienten verstehen, wozu sie ihre Arzneimittel verschrieben bekommen, ändert sich ihre Einstellung und sie stehen der medikamentösen Therapie positiver gegenüber. Auf diese Weise unterstützen Apotheker ihre Patienten bei der erfolgreichen Therapietreue.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

„Ausgezeichnete Orte“: IPP in Greifswald ist Bundessieger Wissenschaft

Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ / Bundessieger in sechs Kategorien

Als einer von sechs Bundessiegern im Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ wurde heute das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald ausgezeichnet.

Frankfurt am Main - Auf einem Empfang am 10. November 2016 in Frankfurt am Main für die 100 Preisträger des Innovationswettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ wurde das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Greifswald als einer von sechs Bundessiegern prämiert. Neben dem Projekt „Wendelstein 7-X: Fusionsforschung für das Kraftwerk von morgen“ in der Kategorie Wissenschaft wählte die unabhängige Jury fünf weitere Bundessieger in den Bereichen Wirtschaft, Kultur, Umwelt, Bildung und Gesellschaft. Auch der Publikumssieger wurde feierlich bekannt gegeben.

Am Aufbau der Forschungsanlage Wendelstein 7-X, die Ende letzten Jahres in Betrieb ging, hat ein internationales Team zehn Jahre gearbeitet. Mit dieser weltweit modernsten und größten Fusionsanlage vom Typ Stellarator will man die Grundlagen für ein Kraftwerk entwickeln, das Energie nach dem Prinzip der Sonne gewinnt. Mit beinahe unbegrenzten, überall auf der Erde vorhandenen Vorräten, klimaneutral, umweltfreundlich und grundlastfähig, könnten Fusions­kraft­werke zusammen mit Erneuerbaren Energien zu einer nachhaltigen Energieversor­gung der Zukunft beitragen.

„Unsere Bundessieger sind Vorbilder für eine offene, innovative und starke Gesellschaft in Deutschland“, sagte Jürgen Fitschen, Mitglied des Präsidiums des Deutschland – Land der Ideen e.V. und ehemaliger Co-Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, in seiner Laudatio: „Sie zeigen: Das Geheimnis von Erfolg liegt in Gemeinschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit und sind damit ein Beleg für lebendige Nachbarschaft in all ihren Facetten“. Er überreichte die Auszeichnungen gemeinsam mit Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie e.V. und Präsident des Deutschland – Land der Ideen e.V.: „Um auch in Zukunft ein Land der Ideen zu bleiben, müssen wir unsere Kompetenzen bündeln und Synergieeffekte nutzen. Genau dies schaffen die Preisträger hervorragend“, sagte Ulrich Grillo.

Mit dem Wettbewerb würdigen die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ zukunftsweisende Ideen, die die Potenziale von Nachbarschaft im Sinne von Gemein­schaft, Kooperation und Vernetzung nutzen. „Deutschland – Land der Ideen“ ist eine gemeinsame Standortinitiative der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft, vertreten durch den Bundesverband der Deutschen Industrie. Die Deutsche Bank ist seit 2006 Partner und nationaler Förderer des Wettbewerbs. Ziel der Initiative ist es, Innovationen aus Deutschland im In- und Ausland sichtbar zu machen und die Leistungskraft und Zukunftsfähigkeit des Standorts zu stärken.

Mittwoch, 9. November 2016

Wechselwirkungen mit Erkältungsmitteln - Apothekerkammer warnt vor bedenkenloser Einnahme



Hamburg (apothekerkammer-hamburg) – Winterzeit ist Erkältungszeit. Bei Erkältungen greifen Millionen Bürger wie selbstverständlich zu rezeptfreien Erkältungsmitteln. Doch diese sollten nicht leichtsinnig und ohne Rücksprache mit dem Apotheker oder dem Arzt eingenommen werden. Denn bei einigen der Erkältungsmittel können, abhängig von der Grunderkrankung und der damit verbundenen Arzneimitteltherapie des jeweiligen Patienten, Wechselwirkungen auftreten.


Vorsicht bei Medikamenten gegen Bluthochdruck

Am häufigsten treten Wechselwirkungen mit Erkältungsmitteln auf, die Ephedrin-Abkömmlinge oder andere Sympathomimetika enthalten. Diese Arzneistoffe wirken schleimhautabschwellend und gefäßverengend, wodurch die Atemwege frei werden, aber auch der Blutdruck steigt. Patienten mit Bluthochdruck sollten also Erkältungsmittel mit diesen Wirkstoffen meiden und bedenken, dass ein solches Erkältungsmittel die Wirkung eines gleichzeitig eingenommenen Blutdrucksenkers abschwächen oder gar aufheben kann.

Vorsichtig mit Erkältungsmitteln müssen auch Patienten sein, die Blutverdünner einnehmen. Die oft in Erkältungsmitteln (auch Halsschmerztabletten) enthaltenen schmerzlindernden, fiebersenkenden und antientzündlichen Wirkstoffe können die Blutgerinnung hemmen. Somit erhöht sich bei kombinierter Einnahme die Blutungsneigung der Patienten.
Bei Husten oder Bronchitis werden häufig auch Schleimlöser eingesetzt, wobei zu beachten ist, dass diese die Wirksamkeit von Antibiotika beeinträchtigen können.
Eine wichtige Nebenwirkung, die insbesondere Autofahrer beherzigen sollten: Erkältungsmittel, insbesondere wenn sie Alkohol und/oder bestimmte enthalten, schränken das Reaktionsvermögen und die Fahrtüchtigkeit ein!

Ausweichmöglichkeit: Homöopathie

Die Apothekerkammer Hamburg rät allen Patienten, Erkältungsmittel bei unklaren Symptomen wie Unwohlsein, Benommenheit, Unruhezuständen oder Übelkeit abzusetzen sowie Arzt oder Apotheker zu konsultieren.
Als Alternative bieten sich bei Patienten, die mehrere Medikamente einnehmen, homöopathische Erkältungsmittel an. Häufig verringert sich in dem Fall das Risiko der Wechselwirkungen. Doch auch bei der Einnahme von homöopathischen Arzneimitteln gilt: Patienten sollten sich immer von ihrem Arzt oder Apotheker beraten lassen, um die Gefahr von Neben- oder Wechselwirkungen zu minimieren.

Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.400 Apotheker und Apothekerinnen, sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Problemen.

Dienstag, 8. November 2016

Patienten sollten sich zur Medikamenteneinnahme beraten lassen


Richtige Anwendung entscheidet über den Therapieerfolg

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – In den niedersächsischen Apotheken wurden im vergangenen Jahr über 60 Millionen Packungen abgegeben, davon waren rund 30 Prozent besonders beratungsintensiv. Denn viele Arzneien werden nicht einfach mit Wasser geschluckt, ihre Anwendung ist komplexer und damit erklärungsbedürftig. Für den Erfolg einer Therapie ist es entscheidend, die Medikation richtig anzuwenden. Die Apothekerkammer Niedersachen empfiehlt Patienten daher, den Beratungsservice in ihrer Apotheke in Anspruch zu nehmen. Die Gabe von Augentropfen und Antibiotika-Trockensäften, das richtige Kleben von wirkstoffhaltigen Schmerzpflastern und den Umgang mit Injektionsspritzen können sich Patienten von dem Apotheker in Ruhe erklären lassen. Ganz praxisnah kann die korrekte Handhabung auch mit wirkstofffreien Mustern demonstriert oder geübt werden.
Antibiotika-Trockensaft
Vor allem Kinder, die die notwendige Dosis nicht in Tablettenform schlucken können, aber auch Patienten mit Schluckstörungen werden mit Antibiotika-Trockensäften versorgt. Trockensäfte sind sogenannte Suspensionen: Das Pulver wird in der Flasche aufgeschüttelt und mit der vorgeschriebenen Menge Wasser versetzt. Vor der Einnahme muss die Flasche solange kräftig geschüttelt werden, bis es keinen Bodensatz mehr gibt. Für die gleichmäßige Wirkstoffdosierung muss der Saft vor jeder Einnahme gut geschüttelt werden. Der Saft, der im Kühlschrank zu lagern ist, hält sich so lange, wie die Aufbrauchfrist bei regelmäßiger Einnahme ist.
Augentropfen
Applikationsprobleme bei Augentropfen kommen häufig vor. Der Apotheker zeigt dem Patienten in der Beratung, wie das Tropfen einfach von der Hand geht. Am besten gelingt es, wenn der Kopf in den Nacken gelegt, der Bindehautsack mit dem Finger leicht heruntergezogen und dann getropft wird. Das Auge schließen, nicht zukneifen, und mit dem Finger leicht auf die Innenseite des Auges drücken. Damit wird der Abfluss des Medikamentes verzögert. Tipp: Am besten den Augapfel mit geschlossenen Lidern bewegen, so können sich die Tropfen gut verteilen. Werden verschiedene Augentropfen verwendet, sollten zwischen 5 und 15 Minuten zwischen den einzelnen Anwendungen liegen, dann können alle Präparate ihre Wirkung gut entfalten, Kontaktlinsen können meist 15 Minuten nach der Applikation wieder eingesetzt werden. Tipp: Das Datum des Anbruchs auf der Verpackung notieren, so lässt sich die Aufbrauchfrist, also die Haltbarkeit der Arznei nach Anbruch der Endverbraucherpackung, leicht ermitteln. Wie lange das Medikament nach Anbruch verwendet werden kann, lässt sich im Beipackzettel nachlesen.
Insulinpens
Insulinpens, die in Gebrauch sind, sind bei Raumtemperatur bis zu vier Wochen verwendbar und müssen nicht im Kühlschrank gelagert werden. Vor der Injektion muss sichergestellt werden, dass sich keine Luft in der Patrone befindet, nur so wird die Dosiergenauigkeit gewährleistet. Der Pen wird mit aufgeschraubter Nadel nach oben gehalten und mit dem Finger angeklopft, die Luft wandert nach oben und kann herausgespritzt werden. Handelt es sich um eine Insulinsuspension, muss sie vor dem Injizieren gut durchmischt werden, damit sich die feinen, nicht-löslichen Teilchen in der Flüssigkeit verteilen. Den Pen dazu mehrfach um 180 Grad wenden und zwischen den Handflächen rollen. Wichtig: Nadeln sind Einmalartikel, die bei der Benutzung abstumpfen. Sie sollten nicht mehrfach benutzt werden, sonst kann die Injektion schmerzhaft sein und kleine Verletzungen oder Entzündungen hervorrufen. Die richtige Dosierung und die Injektionstechnik sollten sich Patienten von ihrem Apotheker erklären lassen und gemeinsam mit ihm üben.
Retardtabletten
Ihr Äußeres unterscheidet sie nicht unbedingt von anderen Tabletten, doch die Retardtablette setzt die enthaltenen Wirkstoffe retardierend, also zeitverzögert, frei. Der Apotheker erklärt dem Patienten in einem Beratungsgespräch, wie diese Tabletten richtig eingenommen werden und ob sie geteilt oder vor der Einnahme in Wasser suspendiert werden können. Erfolgt die Einnahme nicht bestimmungsgemäß, kann es passieren, dass die Wirkstoffe sofort und nicht, wie gewünscht, zeitverzögert abgegeben werden. Der Patient erhält so zu einem unkalkulierbaren Zeitraum eine höhere oder sogar zu hohe Dosis mit verkürzter Wirkungszeit. Retardtabletten sollten am besten immer zum gleichen Zeitpunkt und unter den gleichen Bedingungen eingenommen werden.
Wirkstoffhaltige Schmerzpflaster
Es gibt Schmerzpflaster mit unterschiedlichsten Wirkstoffen, davon enthalten viele den Wirkstoff Fentanyl. Über ein solches Pflaster können stark wirksame Schmerzmittel direkt in die Haut abgegeben werden. Vorteil: Bei regelmäßiger Anwendung hat das Pflaster über die gesamte Klebezeit eine praktisch gleichstarke, schmerzlindernde Wirkung. Das Pflaster wird gemäß Angabe im Beipackzettel gewechselt, der Patient kann damit problemlos duschen. Vor dem Aufbringen auf den Oberkörper oder Oberarm wird die unbehaarte Haut mit Wasser gereinigt. Das Schmerzpflaster wird aufgeklebt und mit der flachen Hand etwa 30 Sekunden aufgedrückt. Steht ein Pflasterwechsel an, wird das neue Pflaster an einer anderen Stelle aufgebracht.
Achtung: Weder neue noch gebrauchte Schmerzpflaster dürfen in die Hände von Kindern gelangen. Das entfernte Schmerzpflaster enthält auch nach dem Gebrauch noch erhebliche Mengen an Wirkstoff. Ein großes Risiko ist es, das unbeaufsichtigte Kinder das Pflaster daran kauen. Auch eine unbeabsichtigte Übertragung des Pflasters ist möglich, wenn der Patient und das Kind zum Beispiel in einem Bett schlafen. Der Patient sollte deshalb aufmerksam darauf achten, dass sich das Pflaster nicht versehentlich löst. Zudem müssen die gebrauchten Pflaster so zusammengefaltet werden, dass die Klebeflächen aufeinander haften. Anschließend sollte das Pflaster zerschnitten und die Schnipsel dem Hausmüll untergemischt werden, sodass sie auch hier vor dem Zugriff durch Kinder gesichert sind. Auch bei der Aufbewahrung sollten Patienten an die Sicherheit von Kindern denken und die Fetanylpflaster außer Reichweite lagern. Es gibt neben den Schmerzpflastern noch weitere wirkstoffhaltige Pflaster u.a. mit Hormonen, für Parkinsonkranke oder gegen Reiseübelkeit.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.