Montag, 23. Mai 2016

Münchner Projekt Kino Asyl erhält Sonderpreis der Kulturstaatsministerin

München - Die Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat zum ersten Mal einen Sonderpreis für Projekte zur kulturellen Teilhabe geflüchteter Menschen ausgelobt. Die Preisverleihung fand zum Auftakt der Initiative „Kultur öffnet Welten“ am 21. Mai 2016 im Deutschen Historischen Museum in Berlin statt. Das Münchner Projekt Kino Asyl erhielt einen der drei mit je 10.000 Euro dotierten Preise. Im Vorfeld war das Projekt mit neun weiteren Initiativen aus über 150 Einreichungen ausgewählt und für den Preis nominiert worden. Kulturstaatsministerin Grütters lobte alle zehn nominierten Initiativen für ihren Einsatz: „Dieses Engagement zeigt beeindruckend, was Kunst und Kultur zu leisten imstande sind: Kunst kann gemeinsame Sprache sein, wo unterschiedliche Begriffe Schweigen oder Missverstehen provozieren; sie kann gemeinsame Erfahrungen bescheren, wo unterschiedliche Herkunft ab- und ausgrenzt. Mit Ihren Ideen und Ihrem Engagement bringen sie die Grenzen überwindende Kraft der Kultur zur Entfaltung, so dass wir sagen können: Wir schaffen das!“
KINO ASYL ist ein Festival mit Filmen aus den Herkunftsländern der in München lebenden Flüchtlinge. Das Festival wird von Flüchtlingen mit Unterstützung von Fachleuten selbst gestaltet. Es wird vom Medienzentrum München des JFF in Kooperation mit Filmstadt München e.V. und Icoya e.V. und Voice of Refugees, zusammen mit der Münchner Stadtbibliothek realisiert und vom Kulturreferat München und dem Stadtjugendamt München gefördert.
Die Dankesrede hielt stellvertretend für das ganze Festivalteam Sayed Sayedy. In seiner emotionalen Rede betonte er, welche Bedeutung diese Würdigung für die Flüchtlinge hat, da sie zeigen können welche Kultur sie mitbringen und wie sie Gesellschaft mitgestalten können.
Mehr Informationen zu Kino Asyl finden Sie unter www.kinoasyl.de und www.jff.de

Mittwoch, 18. Mai 2016

LVR-LandesMuseum zeigt „Gefangene Geheimnisse“ von Cony Theis

Ein partizipatives Porträtprojekt von Cony Theis mit Patienten in der forensischen Psychiatrie / Ausstellungsdauer: 19.5.-3.7.2016

„Gefangene Geheimnisse“ ist ein Kunstprojekt, das die Kölner Künstlerin Cony Theis mit Patienteninnen und Patienten in forensischen Psychiatrien durchgeführt hat. Das vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) initiierte Langzeitprojekt wurde als dialogischer Prozess mit Patienten und Patientinnen durchgeführt. Es handelt sich dabei um eine Kooperation mit den beiden LVR-Kliniken, in Bedburg-Hau und in Langenfeld. Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft der Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, Frau Barbara Steffens.

Aus dem gelungenen Brückenschlag zwischen einer künstlerischen Konzeption, die zugleich die Mitgestaltung von Patienten und Patientinnen einbezieht, entwickelte die Künstlerin Cony Theis eine Ausstellung mit Dokumentation, die im LVR-LandesMuseum gezeigt wird. Diese Präsentation zeigt die erfolgreiche Zusammenarbeit von Künstlerin, Kliniken, Patienteninnen und Patienten und dem LVR-LandesMuseum in Bonn. Dennoch erleben Sie eine Kunstausstellung.

Cony Theis befasst sich in ihrer künstlerischen Arbeit seit vielen Jahren und in unterschiedlichen Gewichtungen mit dem Porträt. Diesem Ansatz zufolge trat sie in einen Dialog mit den Patientinnen und Patienten, wodurch diese wiederum zu Reflexion und Kommunikation angeregt wurden. Dies alles geschah „vor Ort“ in den Kliniken im streng regulierten Kontext, dem die forensischen Kliniken selbstverständlich unterliegen. „Gefangene Geheimnisse“ ist daher mehr als nur eine Kunstausstellung. Hier erleben wir wie aus einem Konzept ein begleiteter Prozess entsteht, der den Arbeiten wie der Ausstellung sowie der Dokumentation in Buchform zugrunde liegt.


Die künstlerischen Arbeiten von Cony Theis entstanden zwar im sozialen Kontext und markieren damit Grenzen und Berührungspunkte zugleich mit dem Ansatz von Teilhabe und Partizipation, aber das Ergebnis dieses Projektes ist Kunst. Und Kunst ist die menschliche Fähigkeit, über sich selbst und seine Rolle in der Welt zu reflektieren und mit Neugier, ohne Vorurteile, immer wieder neu das Wagnis des Lebens in Angriff zu nehmen.

In Vulkanasche verewigt

Menschliche Fußspuren in West-Türkei 11.000 Jahre alt / Wissenschaftler nutzen neues Datierungsverfahren

Münster (WWU) - Pompeji ging bei einem Ausbruch des Vesuvs unter, davon zeugen die in Vulkanasche konservierten Überreste der antiken Stadt. Auch an einem anderen Ort auf der Welt wurden menschliche Spuren durch Vulkanausbrüche verewigt – zwar weniger spektakulär, aber wissenschaftlich hochinteressant. So entdeckten Arbeiter im Vulkanfeld von Kula in der West-Türkei beim Bau eines Staudamms im Jahre 1969 menschliche Fußabdrücke, die in einer dünnen Schicht vulkanischer Asche erhalten geblieben sind. Das Alter der Fußabdrücke wurde nach dem spektakulären Fund heftig diskutiert, konnte aber nicht geklärt werden – bis jetzt. Eine neue Studie unter Federführung von Wissenschaftlern der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) belegt: Die Fußabdrücke sind etwa 11.000 Jahre alt.

Damit sind die Spuren, die ein Mensch während eines Vulkanausbruchs in der frischen Asche hinterließ, deutlich jünger als gedacht. Die Spanne vorangegangener Datierungen reicht von 250.000 Jahren bis 25.000 Jahren. Die genaue Kenntnis des Alters der Fußabdrücke kann nun Archäologen helfen, die Besiedlungsgeschichte der Region zu rekonstruieren.

Die Wissenschaftler des Instituts für Geologie und Paläontologie der WWU aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Ralf Hetzel und des Deutschen Geoforschungszentrums in Potsdam verwendeten für die Altersbestimmung ein neues Verfahren. Es basiert auf der Analyse von Teilchen, die durch die kosmische Strahlung in oberflächennahen Gesteinen entstehen. Bei den verwendeten Teilchen handelt es sich um die Isotope Helium-3 und Beryllium-10. Die so datierten Gesteine wurden damals zeitgleich mit der Vulkanasche an der Erdoberfläche abgelagert.

Die Studie belegt auch, dass es im Kula-Vulkanfeld, einem der jüngsten Vulkangebiete im östlichen Mittelmeerraum, in den letzten 4000 Jahren zu mehreren Vulkanausbrüchen kam. Dabei wurden kilometerlange Lavaströme abgelagert. "Für Geologen ist die Kenntnis über die Vulkanausbrüche wichtig, um die Eruptionsgeschichte großer Vulkane beziehungsweise Vulkanfelder nachzuvollziehen. Die zeitliche Einordnung der Ausbrüche hilft auch dabei, die geologische Entwicklung der Landschaft zu rekonstruieren", erklärt Erstautorin Caroline Heineke von der WWU. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift "Quaternary Geochronology" publiziert (online first).

Originalpublikation:
Heineke, C., Niedermann, S., Hetzel, R., Akal, C. (2016): Surface exposure dating of Holocene basalt flows and cinder cones in the Kula volcanic field (Western Turkey) using cosmogenic 3He and 10Be. Quaternary Geochronology (published online). doi:10.1016/j.quageo.2016.04.004

Sommersession 2016: Motion „Importverbot für Jagdtrophäen“ voraussichtlich behandelt

Lebendiges Wildtier oder staubige Trophäe: Fällt die Schweiz einen zeitgemässen Entscheid?
Wädenswil (OceanCare) - Nun sind die Bewohner der Arche Noah im Visier. Selbst international geschützte Arten wie Eisbären, Löwen, Elefanten und Grosshaie werden auf Jagdsafaris jährlich zu Tausenden getötet. Auch Schweizerinnen und Schweizer reisen rund um den Globus und erlegen gefährdete Tiere, die sie als makabere Trophäen mit nach Hause bringen. OceanCare, die Stiftung für das Tier im Recht, Animal Trust und Pro Wildlife fordern gemeinsam mit Nationalrätin Maya Graf von der Schweiz den zeitgemässen Entscheid, die Ein- und Durchfuhr von Tiertrophäen hierzulande zu verbieten. Denn erst die Trophäe macht die Grosswildjagd attraktiv.
Gegenwärtig können Schweizerinnen und Schweizer nach der Jagdsafari problemlos mit erlegten Wildtieren in die Schweiz einreisen. Dies, auch wenn die Tiere international geschützt oder stark bedroht sind. Maya Graf hat eine Motion für ein Importverbot für Jagdtrophäen von der ehemaligen Nationalrätin Aline Trede übernommen. Der Vorstoss wird voraussichtlich in der Sommersession, die vom 30. Mai bis 17. Juni dauert, im Nationalrat behandelt und erhält Unterstützung durch eine Petition von OceanCare und weiteren Verbänden.

Trophäenjagd ist kein Bagatellproblem
Die Trophäenjagd auf Wildtiere boomt weltweit. In Afrika werden jährlich über 100‘000 Wildtiere getötet, darunter international geschützte Arten wie Löwen, Elefanten, Nashörner und Leoparden. Auch der Eisbär ist im Visier der Jäger. Allein in Kanada werden 700 Tiere jährlich für den Handel mit Fellen, Krallen und Zähnen getötet. Nach der Klimaerwärmung stellt die Jagd die grösste Gefährdung für die Eisbären dar.

Dass auch in der Schweiz ein Interesse an Tiertrophäen besteht, zeigen die Zahlen des Washingtoner Artenschutzabkommens CITES, das den internationalen Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten kontrolliert. Die CITES-Datenbank erfasst sämtliche Importe und Exporte von bedrohten Tierarten. Insgesamt werden in der Schweiz pro Jahr 50 bis 100 Trophäen von Arten eingeführt, die unter die CITES-Bestimmungen fallen. Diese Einfuhren sind legal, sofern sie die nötigen Bewilligungen erhalten und Kontrollen erfüllt haben, auch wenn sie aus Jagden stammen, die nicht schweizerischen Massstäben für Tierschutz und Ethik entsprechen.

„CITES regelt den kommerziellen Handel mit geschützten Arten. Tiertrophäen von geschützten Arten gelten als nicht kommerziell und dürfen legal in die Schweiz eingeführt werden. CITES sieht aber vor, dass Länder strengere Regelungen erlassen können. Deshalb fordern wir von der Schweiz, von diesem Recht Gebrauch zu machen und das Schlupfloch zu stopfen“, sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare.

Zwar machen die Schweizer Importzahlen im Vergleich zu den weltweit grössten Tiertrophäenimporteuren USA und EU nur einen Bruchteil aus, doch gilt es zu bedenken, dass bei geschützten Arten jedes einzelne Tier für den Fortbestand zählt. Ausserdem gehen mit der Trophäenjagd – neben dem Artenschutzproblem – auch Tierquälerei, Korruption, Landenteignung, illegaler Handel und Schmuggel einher.

Zeitgemässer Entscheid mit Symbolcharakter nötig
Zahlreiche Länder haben bereits erkannt, dass die Trophäenjagd das Überleben wichtiger Tierbestände gefährdet. So haben Australien und Frankreich im letzten Jahr ein Importverbot für Löwentrophäen erlassen. Auch die niederländische Regierung hat kürzlich aus ethischen Gründen das umfassendste Importverbot der EU verabschiedet. Die Liste der verbotenen Trophäen umfasst neu 200 Arten verschiedener Wildtiere, welche nicht mehr in die Niederlande eingeführt werden dürfen. Dass ein Verbot von Tiertrophäen der Grosswildjagd ihren Reiz nimmt, haben auch 134 Europaparlamentarier erkannt und gefordert, dass die Einfuhrbestimmungen in die EU markant verschärft werden.

OceanCare geht aber noch einen Schritt weiter und fordert ein konsequentes Importverbot für alle Tiertrophäen gefährdeter Arten. „Mit einem generellen Importverbot von Jagdtrophäen würde die Schweiz einen zeitgemässen Entscheid mit Symbolcharakter fällen und eine wichtige internationale Vorreiterrolle übernehmen“, sagt Nicolas Entrup, Konsulent für OceanCare.

Sollte die Motion bereits in der Sommersession behandelt werden, wird OceanCare die Petitionsunterschriften vorgängig dem Schweizer Parlament überreichen.

Donnerstag, 12. Mai 2016

"Mit Hightech auf den Spuren der Kelten" wird am 22. Mai 2016 eröffnet

Alamannenmuseum Ellwangen zeigt neue Sonderausstellung

ELLWANGEN (pm) – Vom 22. Mai 2016 bis 15. Januar 2017 ist im Alamannenmuseum die Sonderausstellung "Mit Hightech auf den Spuren der Kelten" zu sehen. Die gemeinsam vom Keltenmuseum Hochdorf und dem Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart konzipierte Ausstellung zeigt, dass Archäologie heute nicht nur Wissenschaft mit dem Spaten ist, sondern auch modernste Technik einsetzt.

Der Einsatz von hochmoderner Technik in der archäologischen Feldforschung hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. So gehören lasergestützte Vermessungs- und Dokumentationsmethoden heute zum Standard der Grabungstechnik, und der Einsatz von 3D-Laserscannern zur Aufnahme komplexer Befunde bedeutete einen "Quantensprung“ in der Grabungsdokumentation.

Geophysik und Luftbildarchäologie stellen nach wie vor die wichtigsten Prospektionsmethoden zum Aufspüren archäologischer Denkmale im Gelände dar. Dabei hat vor allem die Prospektion aus der Luft in jüngster Zeit durch den lasergestützten Geländescan vom Flugzeug aus eine wesentliche Ergänzung erfahren, wobei rechnerische Verfahren den Blick durch das Blätterdach der Wälder hindurch auf den Boden ermöglichen.

Am Beispiel keltischer Fundstellen aus Südwestdeutschland und benachbarten Regionen werden in der gemeinsam mit dem Keltenmuseum Hochdorf/Enz und dem Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart präsentierten Ausstellung diese modernen Technologien im Dienst der Archäologie eindrucksvoll vorgestellt.

Die Ausstellung wird am Internationalen Museumstag am Sonntag, 22. Mai 2016, um 11 Uhr eröffnet, es sprechen Oberbürgermeister Karl Hilsenbek, der 1. Vorsitzende des Fördervereins Alamannenmuseum Ellwangen, Werner Kowarsch, Dr. Harald von der Osten-Woldenburg vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart – er hält die Einführung in die Ausstellung – sowie Museumsleiter Andreas Gut. Der Eintritt zur Ausstellungseröffnung ist frei.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der im Museum sowie im museumseigenen Onlineshop zum Preis von 6,00 Euro erworben werden kann: Jörg Bofinger, Matthias Merkl (Hrsg.): Mit Hightech auf den Spuren der Kelten. Begleitheft zur gleichnamigen Sonderausstellung. Archäologische Informationen aus Baden-Württemberg Heft 61 = Schriftenreihe des Keltenmuseums Hochdorf/Enz Band 8. Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart 2010, 108 Seiten mit zahlreichen meist farbigen Abbildungen, Karten und Plänen.

Begleitprogramm:
Am Eröffnungstag findet von 12-17 Uhr ein Aktionstag anlässlich des Internationalen Museumstags mit verschiedenen Keltengruppen, Marionettentheater und Bewirtung im Museum statt. Dabei gilt ein reduzierter Eintritt von 2,50 Euro. Führungen in der Ausstellung werden immer am ersten Sonntag im Monat um 15 Uhr sowie nach Voranmeldung angeboten.

Vortragsreihe:
In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Ellwangen wird ab 27.9.2016 eine Vortragsreihe „Mit Hightech auf den Spuren der Kelten“ angeboten. In vier Vorträgen sollen Themen der Sonderausstellung ausführlicher dargestellt werden: Die Entwicklung der Grabungstechnik, Luftbildarchäologie, Hightech-Vermessung und 3D-Darstellung sowie geophysikalische Methoden in der modernen Archäologie. Die Vortragsreihe findet im Palais Adelmann in Ellwangen statt, die Vorträge beginnen jeweils um 19.30 Uhr, der Eintritt beträgt 3,00 Euro. Das Vortragsprogramm im Einzelnen:

Dienstag, 27.9.2016
Mit Hightech auf den Spuren der Kelten – eine Einführung
Dr. Jörg Bofinger, Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Esslingen

Dienstag,18.10.2016
Kelten, Karten und Computer – dreidimensionale Hightech-Vermessungstechnologien in der Archäologie und Bau- und Kunstdenkmalpflege
Martin Schaich M.A., ArcTron 3D GmbH, Altenthann

Dienstag,8.11.2016
3D-Fotogrammetrie und Nahbereichsluftbildfotografie – neue Dokumentationswerkzeuge in der Denkmalpflege
Dr. Christoph Steffen, Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Esslingen

Dienstag,13.12.2016
Unsichtbares sichtbar machen – über die Möglichkeiten der geophysikalischen Prospektion in der Keltenforschung
Dr. Harald von der Osten-Woldenburg, Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Esslingen

Nähere Informationen sind beim Museum unter Tel. 07961/969747 sowie im Internet unter www.alamannenmuseum-ellwangen.de erhältlich.

Alamannenmuseum Ellwangen
Haller Straße 9
73479 Ellwangen
Telefon +49 7961 969747
Telefax +49 7961 969749

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 14-17 Uhr
Samstag, Sonntag 13-17 Uhr
sowie nach Vereinbarung

24., 25. und 31.12.2016 geschlossen

Dienstag, 3. Mai 2016

Medikamente nicht einfach absetzen


Apotheker motivieren zum Durchhalten der Therapie

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Arzneimittel sollen Erkrankten helfen - doch auch das beste Präparat nützt nichts, wenn es nicht konsequent eingenommen wird. Wenn Patienten ihren Medikamenten misstrauen und sie ohne Absprache mit Arzt oder Apotheker absetzen, sind die Folgen schwerwiegend. Solche Fälle kennen viele Apotheker aus eigener Erfahrung: Sie engagieren sich täglich dafür, dass ihre Patienten ihre Medikamente nicht einfach absetzen und ihrer Therapie treu sind, erklärt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen.
Wirkstoffspiegel muss konstant bleiben
Eine vom Arzt verordnete Therapie kann nur gelingen, wenn sie eingehalten wird. Grundvoraussetzung dafür ist die Therapietreue. Denn Arzneimittel können erst dann einen definierten Wirkstoffspiegel im Körper des Patienten erreichen, wenn die Einnahme lückenlos erfolgt. Wird der Wirkstoffspiegel mal erreicht und mal nicht, gefährdet das den Therapieerfolg. Die Gründe, warum Patienten sich nicht an die Verordnung des Arztes halten, sind vielfältig: So bezweifeln manche Patienten den Nutzen oder befürchten Neben- und Wechselwirkungen. Andere Patienten sind von der täglichen Selbstorganisation überfordert und vergessen schlichtweg, ihre Arzneimittel einzunehmen. Erkrankte können zudem nicht immer selbst beurteilen, wie wichtig eine Medikamenteneinnahme für sie ist, Fortschritte wirken sich nicht unbedingt sofort auf das Wohlbefinden aus. So nehmen Patienten einen hohen Blutdruck nicht wahr. Die Folge: Die Motivation, dauerhaft ein regulierendes Arzneimittel einzunehmen, sinkt. Doch eine unregelmäßige Einnahme wird den Blutdruck nicht nachhaltig senken. Im schlimmsten Fall drohen Herz-Kreislauf-Ereignisse oder ein Schlaganfall. Deshalb erklären Apotheker gern ausführlich, wie Arzneimittel wirken und welche Folgen es haben könnte, sie nicht einzunehmen.
Mit Ritualen zum Erfolg
Wer Routinen schafft und die Medikamente als festen Bestandteil in den Alltag integriert, schafft gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Therapie. Tabletten können beispielsweise griffbereit an einem angestammten Platz liegen. Mit den richtigen Hilfsmitteln wie einem Tablettendispenser werden Arzneimittel für die Woche vorsortiert - die Einnahme der Medikamente zum richtigen Zeitpunkt wird auf diese Weise erleichtert. Es gibt sogar elektronische Systeme, die die Einnahme von Tabletten aus einem Behälter überwachen. Unterstützend wirkt auch das Stellen eines Weckers oder eine digitale Erinnerung, die im Handy eingerichtet wird. Insbesondere für ältere Menschen gestaltet sich die Arzneimitteltherapie einfacher, wenn sie Unterstützung ihrer Angehörigen erhalten.
Vertrauen zahlt sich aus
Ein ganz wichtiger Aspekt bei der Therapietreue ist das Verhältnis zwischen Apotheker und Patient. So kann der Apotheker den Therapieplan ausgiebig erklären und auf Fragen oder Befürchtungen des Patienten eingehen. Da die Risiken einer mangelnden Einnahmetreue hoch sind, ist die konsequente Einhaltung der medikamentösen Therapie unerlässlich. Dies gilt insbesondere für Medikamente, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in der richtigen Dosierung eingenommen werden müssen, beispielsweise Antibiotika oder Parkinsonmedikamente. Betroffene, die ein vom Arzt verordnetes Arzneimittel absetzen wollen, müssen vorher unbedingt mit ihrem Arzt oder Apotheker Rücksprache halten, unterstreicht Ursula Funke. Oft kann ein Gespräch mit dem Apotheker Bedenken aus der Welt schaffen und den Patienten neu für seine Therapie motivieren.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Mittwoch, 27. April 2016

Neue Fotografie-Ausstellung „Wolfgang G. Schröter. Das große Color-Praktikum“ im LVR-LandesMuseum

Das LVR-LandesMuseum Bonn setzt die Fotografie-Reihe „Aus den Archiven“ in Kooperation mit der Deutschen Fotothek in der SLUB Dresden und der Stiftung F.C. Gundlach, Hamburg, fort / Ausstellung vom 28.4.-26.6.2016

Mit der Ausstellung „Wolfgang G. Schröter. Das große Color-Praktikum“ zeigt das LVR-LandesMuseum Bonn einen Meister der frühen, kreativen und experimentellen Farbfotografie bei der Arbeit. Wolfgang G. Schröter etablierte sich in den 1950er Jahren als freier Bildjournalist und professioneller Farbfotograf in der DDR. Im Auftrag international operierender foto-optischer Unternehmen wie AFGA/ORWO in Wolfen und Carl Zeiss in Jena schaffte er avantgardistische, ästhetisch und technologisch herausragende Farbaufnahmen. Erstmals sind diese Arbeiten seit den 1960er Jahren ausgestellt.

Der Nachlass Wolfgang G. Schröters, der sich in der Deutschen Fotothek befindet, ermöglicht die seltene und spannende Gelegenheit in äußerst komplexe, sowohl analoge als auch elektronische Prozesse der Bilderzeugung Einblick zu nehmen. Der Nachlass wurde in einem exzeptionell schnellen Verfahren nun innerhalb von zwei Jahren in Form eines Projektes wissenschaftlich bearbeitet und präsentiert die Ergebnisse erstmals in Form der Ausstellung.

Schröters Umgang mit Farbe, Fläche und Kontur in der angewandten und der Wissenschaftsfotografie – zunächst analog, schon seit Beginn der 1970er Jahre auch auf Basis elektronischer Bilderzeugung – erweist sich als visionäre Bildleistung. Er setzt klassische fotokünstlerische Verfahren wie das Fotogramm ebenso ein wie die prä-digitale elektronische Bildauswertung und überträgt wissenschaftliche Motivwelten in die Werbe- und Kunstfotografie. So antizipiert er eine Medienkunst, deren Ausmaß erst mit der digitalen Revolution um die Jahrtausendwende ihre ganze Tragweite entfaltet.

Dienstag, 26. April 2016

My Ocean Sampling Day: Sammeln, Forschen, Meer entdecken

Jetzt registrieren für das Bürgerwissenschaftsprojekt My Ocean Sampling Day am 21. Juni 2016 / Wasserprobennahme an deutschen Küsten und Flüssen

Berlin - Welche Mikroorganismen existieren in deutschen Gewässern? Und wie beeinflussen sie das Ökosystem unserer Flüsse und Küstenregionen? Die Bedeutung von Mikroben für das Leben auf der Erde und unser Klima ist seit langem bekannt – das Wissen über die Kleinstlebewesen steckt trotzdem noch in den Kinderschuhen. Im Wissenschaftsjahr 2016/17 – Meere und Ozeane ruft das Projekt My Ocean Sampling Day (MyOSD) am 21. Juni Bürgerinnen und Bürger dazu auf, Wasserproben an deutschen Küsten und Mündungsflüssen zu sammeln und sich aktiv mit dem marinen Lebensraum der Mikroorganismen auseinanderzusetzen. Das englische Wort „Sampling" heißt auf Deutsch Probennahme. Auf my-osd.org kann man sich ab sofort für die Teilnahme registrieren. MyOSD ist ein Gemeinschaftsprojekt der Jacobs University und des Max-Planck-Institutes für Marine Mikrobiologie in Bremen.

Auf globaler Ebene wurde 2014 der internationale Ocean Sampling Day (OSD) ins Leben gerufen: Am Tag der Sommersonnenwende am 21. Juni nehmen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jedes Jahr weltweit Wasserproben und erzeugen somit einen einzigartigen Datensatz. Als integriertes Bürgerwissenschaftsprojekt des internationalen OSD findet der My Ocean Sampling Day am gleichen Tag statt: Seit dem vergangenen Jahr können sich so auch interessierte Bürgerinnen und Bürger an der Aktion beteiligen. Gemeinsames Ziel: den mikrobiellen Lebensraum der Meere entdecken, das Zusammenspiel dieser Kleinstlebewesen näher erforschen und zum besseren Verständnis der marinen Welt beitragen. Der MyOSD will eine Momentaufnahme der Mikroorganismen in deutschen Küsten vornehmen und untersucht dabei in diesem Jahr erstmalig auch Mündungsflüsse wie die Ems, die Weser, die Elbe und die Oder sowie deren zuführende Flüsse und Kanäle. Wie wird die mikrobielle Biodiversität der Meere durch menschliche Eingriffe wie Abwasserproduktion beeinflusst? Und wie verändert sich die Gemeinschaft der Mikroben von der Quelle bis zur Mündung? Angestrebt wird eine umfassende Datensammlung, mit der Forscherinnen und Forscher gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern erstmals die Vielfalt der Mikroorganismen an der Nord- und Ostseeküste hochaufgelöst erfassen können.
Mitmachen ist ganz einfach: Über die MyOSD-Website registrieren, App herunterladen und Mikrobiologin oder -biologe für einen Tag werden. Für die Probennahme werden insgesamt 1.000 Sampling Kits mit den erforderlichen Filtern und Materialien verteilt. Teilnehmende können diese Kits entweder per Post erhalten oder direkt bei marinen Forschungseinrichtungen in ihrer Nähe abholen. Nach der Probennahme können sie die Kits wieder bei den teilnehmenden marinen Forschungseinrichtungen abgegeben oder kostenfrei zur Auswertung ins Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie nach Bremen schicken. Welche Mikroorganismen in den Proben schwimmen und ob vielleicht eine bislang unbekannte Art dabei ist, können die Teilnehmenden selbst herausfinden: durch die Eingabe der im Kit enthaltenen MyOSD-Nummer auf my-osd.org/status.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Wissenschaftsjahr 2016/17 – Meere und Ozeane

Die Meeresforschung ist Thema des Wissenschaftsjahres 2016/17. Zu 71 Prozent bedecken Ozeane und Meere unseren Planeten. Sie sind Klimamaschine, Nahrungsquelle, Wirtschaftsraum – und sie bieten für viele Pflanzen und Tiere Platz zum Leben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Ozeane seit Jahrhunderten; und doch sind sie noch immer geheimnisvoll und in weiten Teilen unerforscht. Im Wissenschaftsjahr 2016/17 – Meere und Ozeane geht es um die Ergründung der Gewässer, ihren Schutz und eine nachhaltige Nutzung. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie tragen als zentrales Instrument der Wissenschaftskommunikation Forschung in die Öffentlichkeit. Das Wissenschaftsjahr 2016/17 wird vom Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) als fachlichem Partner begleitet.

Montag, 25. April 2016

„Die Kruses“ - eine geniale Künstlerfamilie und ihr Freundeskreis



Bronzebüste von Käthe Kruse, geschaffen von Max Kruse


Donauwörth (std) - Das Käthe-Kruse-Puppen-Museum Donauwörth beschreibt in zwei Sonderausstellungen die besonderen Beziehungen zwischen der Kunst um 1900 und der Puppenherstellung. Durch die Verbindung mit Max Kruse eröffneten sich für die junge Käthe Kruse vielfältige Kontakte zu Künstlerinnen und Künstlern, besonders im Berlin des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Max Kruse war aktives Mitglied der Berliner Secession, einer 1898 gegründeten Künstlervereinigung, die sich als Gegenpol zum akademischen Kunstbetrieb verstand. Zu dieser Künstlervereinigung gehörten bedeutende Künstler des deutschen Impressionismus wie beispielsweise Max Liebermann. Zu den Mitgliedern zählten neben vielen anderen Käthe Kollwitz, August Gaul, Max Slevogt, Maria Slavona oder Renée Sintenis. Aus diesem Freundeskreis sind schöne Beispiele in der Ausstellung zu sehen. Max Kruse war mit einem weiteren Künstler bekannt, der für die Puppenherstellung von großer Bedeutung war. Arthur Lewin-Funcke lieferte mit seinen Baby- und Kinderporträts mehrere Vorlagen für Puppenköpfe, z.B. für die Firma Kämmer & Reinhardt, die 1910/11 als sog.“Baby Bauz“ die Puppe I von Käthe Kruse erstmals in Serie fertigte. Das künstlerische Arbeiten spielte aber auch im direkten Familienkreis der Kruses eine bedeutende Rolle. Annemarie Jakimow-Kruse, eine Tochter von Max Kruse aus erster Ehe, war Schülerin von Henry Matisse und ist mit vielen Gemälden in der Ausstellung vertreten. Ihr Ehemann, der Bildhauer Igor von Jakimow, gestaltete die Vorlagen für Köpfe der Puppen VIII und XII von Käthe Kruse. Der Bruder von Max Kruse, Oskar Kruse-Lietzenburg, entschied in bereits fortgeschrittenem Alter, sich der Malerei zu widmen.

Von Käthe Kruse selbst sind mehrere Aquarelle und Stickbilder erhalten. Auch deren Kinder malten, zeichneten oder modellierten, wie beispielsweise Sofie Rehbinder-Kruse, die viele Köpfe für Schaufensterfiguren entwarf. Erstmals ist es im Zusammenwirken mit dem Grafschaftsmuseum und Schlösschen in Wertheim am Main gelungen, diese besonderen Beziehungen zwischen der Kunst und den Puppen am Beispiel der Familie Kruse aufzuzeigen. Die Ausstellung wird in zwei Teilen präsentiert, aufgeteilt nach den Schwerpunkten Familienkreis und Freundeskreis. Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband.

Weitere Informationen zur Sonderausstellung und dem Begleitprogramm:

http://www.donauwoerth.de, museen@donauwoerth.de, Tel. 0906 789-170

„Die Kruses“ - eine geniale Künstlerfamilie und ihr Freundeskreis

Familienkreis 30.04. – 25.09.2016 Dienstag bis Sonntag 11:00 – 18:00 Uhr

Freundeskreis 02.06. – 25.09.2016 Dienstag bis Sonntag 11:00 – 18:00 Uhr

Veranstaltungsort: Käthe-Kruse-Puppen-Museum Pflegstraße 21a 86609 Donauwörth

Donnerstag, 14. April 2016

Supernova-Eisen auch auf dem Mond gefunden

Bestätigung für Sternenexplosion in der Nähe unseres Sonnensystems

Vor rund zwei Millionen Jahren gab es eine Sternenexplosion, eine Supernova in der Nähe unseres Sonnensystems. Davon zeugen heute noch Spuren eines bestimmten Eisen-Isotops in Meeresablagerungen. Nun konnten Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) gemeinsam mit Kollegen aus den USA auch in Bodenproben des Mondes eine ungewöhnlich hohe Konzentrationen dieses Supernova-Eisens nachweisen. Sie nehmen an, dass beide Funde vom selben Sternausbruch stammen.

Ein sterbender Stern beendet sein Leben mit einer gewaltigen Explosion. Einen großen Teil seiner Materie, vor allem die während der Explosion neu entstandenen chemischen Elemente, schleudert er dabei ins Weltall.

Eine oder mehrere solcher Supernovae müssen sich vor rund zwei Millionen Jahren in der Nähe des Sonnensystems ereignet haben. Darauf deutete bereits auf der Erde die erhöhte Konzentration des Eisen-Isotops Fe-60 hin, das in einer Tiefseekruste des Pazifischen Ozeans und auch in Meeressedimenten gefunden wurde.

Die Indizien sind stark: Das radioaktive Fe-60 entsteht fast ausschließlich in Sternenexplosionen. Und weil seine Halbwertszeit von 2,62 Millionen Jahren im Vergleich zum Alter unseres Sonnensystems kurz ist, sollte radioaktives Fe-60 aus der Zeit der Bildung des Sonnensystems auf der Erde längst in stabile Elemente zerfallen und damit nicht mehr vorhanden sein.

Mondproben von den Apollo-Missionen

Nun erhält diese Supernova-Hypothese, zu der erstmalig im Jahr 1999 von Forschern der Technischen Universität München (TUM) Hinweise in einer Tiefseekruste gefunden wurden, weitere Bestätigung: Physiker der TUM und Kollegen aus den USA konnten auch in Bodenproben des Mondes eine ungewöhnlich hohe Ansammlung von Fe-60 nachweisen.

Die Proben stammen von den Flügen der Apollo-Missionen 12, 15 und 16, die zwischen 1969 und 1972 auf dem Mond gelandet waren und von dort Material zur Erde gebracht hatten.

Zwar kann Fe-60 auf dem Mond auch durch das Bombardement mit kosmischen Teilchen entstehen, denn diese Teilchen zerschellen nicht wie auf der Erde an den Luftmolekülen der Atmosphäre, sondern prasseln direkt auf die Mondoberfläche und können so zur Spaltung von Elementen führen. „Aber diese Quelle kann nur einen sehr kleinen Anteil des Vorkommens an Fe-60 erklären“, erklärt Dr. Gunther Korschinek von der TUM, der auch Wissenschaftler des Exzellenzclusters Universe ist.

Ablagerung von frisch produziertem Sternenmaterial

„Wir gehen daher davon aus, dass das Fe-60 in beiden Funden, Mond und Erde, denselben Ursprung hat: es handelt sich um die Ablagerungen von frisch erzeugtem Sternenmaterial, das in einer oder mehreren Supernovae produziert wurde“, sagt Korschinek.

Weil der Mond ein besseres kosmisches Archiv als die Erde darstellt, konnten die Wissenschaftler auch erstmals eine Obergrenze für den Fluss an Fe-60 angeben, der den Mond erreicht haben muss. Daraus können die Forscher unter anderem auf die damalige Entfernung zum Supernova-Ereignis schließen: „Der gemessene Fe-60 Fluss entspricht einer Supernova in einem Abstand von etwa 300 Lichtjahren“, sagt Korschinek. „Dieser Wert stimmt gut überein mit einer kürzlich in Nature publizierten theoretischen Abschätzung.“

Die Proben des Mondes wurden am hochempfindlichen Beschleuniger-Massenspektrometer des Maier-Leibnitz-Laboratoriums in Garching untersucht. Neben den Physikern der TUM waren an der Veröffentlichung auch Wissenschaftler der Rutgers University, USA, und des Planetary Science Institute in Los Alamos, USA, beteiligt. Finanziell wurde die Arbeit durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft über den Exzellenzcluster Universe unterstützt.

Publikation:

Interstellar 60Fe on the surface of the Moon
L. Fimiani, D. L. Cook, T. Faestermann, J. M. Gomez-Guzman, K. Hain, G. Herzog, K. Knie, G. Korschinek, P. Ludwig, J. Park, R. C. Reedy, and G. Rugel
Phys. Rev. Lett. 116, 151104, 13. April 2016 (online) – DOI: 10.1103/PhysRevLett.116.151104

Der Inhalt des Make-Ups

Wer regelmäßig auf Kosmetikprodukte zurückgreift, sollte unbedingt darauf achten, die Inhaltsstoffe zu vergleichen. Leidet man an einer empfindlichen Haut, kann es sogar von Vorteil sein, Naturkosmetik zu verwenden. Genauso wichtig ist es, das Make-Up dem jeweiligen Anlass anzupassen. Für einen Alltagslook empfehlen sich Foundation, Rouge, Mascara und Lipgloss, während ein Partylook durchaus etwas schriller daherkommen darf. Mehr dazu auf http://www.stylesy.de/thema/make-up.

Der Vorteil von Naturkosmetik

Naturkosmetik hat den Vorteil, dass sie aus natürlichen Stoffen aus biologischem Anbau hergestellt wird. Sie empfiehlt sich daher vor allem für empfindliche Haut. Pflanzliche Wachse, Öle, Heilpflanzenextrakte, Kräuter und Auszüge aus Rinden, Früchten und Wurzeln pflegen die Haut und wirken allerlei schädlichen Einflüssen wie freien Radikalen entgegen. Außerdem verzichten Naturkosmetikprodukte auf synthetische Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe. Ein weiterer nicht unbedeutender Aspekt für Menschen, denen das Wohl der Tiere am Herzen liegt: Der Verzicht auf Tierversuche!

Die facettenreiche Welt des Make-Ups

Mittlerweile ist die Zahl an Kosmetikprodukten so groß, dass es manchmal schwierig ist, den Überblick zu behalten. Die Produkte reichen von Lippenstift, Lipgloss, Lip Balm und Lippenkonturenstift über Mascara, falsche Wimpern, Lidschatten, Eyeliner, Kajal und Augenbrauenstiften bis hin zu Foundation, Puder, Rouge und Concealer. Da ist es manchmal schwierig, das Produkt auszusuchen, das am besten zu einem passt. Ins Make-Up-Täschchen einer jeden Frau gehört der Lippenstift. Er ist der Klassiker, der selbst in wirtschaftlich schwachen Zeiten von Frauen auf der ganzen Welt gekauft wird. Hochwertige Lippenstifte wie die von Margaret Astor Make Up gibt es in allen erdenklichen Farben. Sie sind immer mit einem bestimmten Statement verbunden.

Mittwoch, 6. April 2016

Beratungsbedürftige Medikamente - Apotheker klären auf

Hamburg (apothekerkammer-hamburg)  Arzneimittel sind beratungsbedürftig. Es ist gleich, ob sie vom Arzt verschrieben oder vom Patienten in der Apotheke erworben wurden. Wer seine Arzneimittel nicht korrekt anwendet, riskiert ungewollte Wirkungen. Daher müssen Patienten sowohl die Dosierungs- und Anwendungsvorschriften als auch Gegenanzeigen und Wechselwirkungen berücksichtigen. Ebenso spielen Fragen zum Einnahmezeitpunkt der Medikamente eine wichtige Rolle. Patienten sind mit diesen Anforderungen aber nicht allein gelassen. Sie können immer auf die kompetente Beratung der Apotheker vertrauen, betont die Apothekerkammer Hamburg. Täglich erklären Apotheker die Wirkung und die Einnahme vieler Arzneimittel: Groß ist der Beratungsbedarf bei Arzneimitteln, deren Wirkung Patienten nicht unmittelbar verspüren, beispielsweise bei Blutdruckmitteln. Zudem steigt der Beratungsbedarf bei speziellen Darreichungsformen wie Asthmasprays oder Insulinspritzen. Bei Erkrankungen wie Parkinson sind beispielsweise sehr komplexe Einnahmeschemata einzuhalten.
Kapseln und Tabletten nicht einfach teilen
Selbst scheinbar unproblematische Medikamente wie Kapseln haben ihre Tücken. Viele Patienten, die unter Schluckbeschwerden leiden, öffnen die Kapseln und schlucken den Inhalt. Das kann den Therapierfolg beeinflussen. Denn Kapselhüllen dienen nicht nur als Behältnisse, sondern können eine Schutzfunktion besitzen, die sie magensaftresistent macht. Der Kapselinhalt sollte dementsprechend nicht vor der Einnahme entnommen, sondern die Kapsel immer als Ganzes geschluckt werden. So kann der Wirkstoff den Magen unbeschadet passieren und wie gewünscht im Dünndarm freigesetzt werden. Ebenso rät die Apothekerkammer Hamburg davon ab, Tabletten ohne vorherige Rücksprache mit dem Apotheker zu teilen. Viele Tabletten besitzen Überzüge, die vor der Magensäure schützen oder eine verlängerte Wirkstofffreigabe ermöglichen. Wer solche Tabletten teilt, riskiert einen Wirkstoffverlust oder unerwünschte Nebenwirkungen.
Grundsätzlich sollten Patienten Tabletten und Kapseln stehend oder aufrecht sitzend schlucken. Im Liegen könnten die Medikamente an der Speiseröhre haften bleiben und diese eventuell beschädigen. Darüber hinaus empfiehlt es sich, die Medikamente mit einem Glas nicht zu kaltem Leitungswasser einzunehmen.
Achtsam mit Antibiotika umgehen
Bei der Einnahme von Antibiotika ist die genaue Einhaltung von Dosis, Einnahmezeitpunkt- und Dauer entscheidend. Außerdem gibt es Wechselwirkungen mit anderen Arznei- oder Lebensmitteln, die es zu berücksichtigen gilt. Wer auf ein Antibiotikum allergisch reagiert, sollte dies dem Arzt oder Apotheker mitteilen, sodass mögliche Kreuzallergien mit anderen Antibiotika verhindert werden können. Eine der häufigsten Fehlanwendung bei Antibiotika ist das vorzeitige Absetzen der Medikamente. Das kann ein Wiederaufflammen des Infekts hervorrufen. Oder schlimmer: Es können sich Resistenzen gegen das eingenommene Antibiotikum entwickeln. Daher sollten Patienten eine begonnene Antibiotikabehandlung bis zum Ende durchhalten.
Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.400 Apotheker und Apothekerinnen, sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Problemen.

Monatliche Führungen durch die Leibniz-Dauerausstellung

Interessierte können Leibniz-Exponate im Welfenschloss unter fachkundiger Führung kennenlernen

Hannover - Im Leibniz Jahr 2016 bietet die Universität regelmäßige Führungen durch die Leibniz-Dauerausstellung im Sockelgeschoss und Lichthof des Hauptgebäudes an. Ein Teil der 2015 neu gestalteten und aktualisierten Ausstellung im Welfenschloss ist der Mathematik und Physik sowie den technischen Erfindungen des Universalgenies, wie den bekannten Rechenmaschinen, gewidmet. Andere Teile befassen sich mit Leibniz‘ Wirken in den Geistes-, Rechts-, Wirtschafts- und Kunstwissenschaften sowie der Politik. Zur erweiterten Leibniz-Dauerausstellung gehören die Leibniz-Büste, zwei Vitrinen mit Originalschriften und qualitativ hochwertigen Kopien von Handschriften. Bereits seit 1990 wurden bisher elf große Leibniz-Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt; seit 2008 sind die Exponate als Dauerausstellung im hannoverschen Welfenschloss zu sehen. Im Jahr 2011 wurde die Ausstellung erweitert.
Während der Führung, die erstmalig am 29. April 2016 und dann an jedem vierten Freitag im Monat angeboten wird, präsentiert Prof. Dr.-Ing. Erwin Stein die Exponate und liefert spannende Hintergrundinformationen. Professor Stein hat die Ausstellung mit Unterstützung des Präsidiums der Leibniz Universität initiiert und erstellt und ist ausgewiesener Leibnizkenner. Eine Anmeldung für die Führungen ist telefonisch oder per E-Mail erforderlich.
Wann? Freitag, 29. April 2016, 16.30 bis 18 Uhr; dann an jedem vierten Freitag im Monat                                  
Wo? Leibniz Universität Hannover, Hauptgebäude, Welfengarten 1, 30167 Hannover, Sockelgeschoss
Anmeldung? Referat für Kommunikation und Marketing, Telefon +49 511 762 5342, kommunikation@uni-hannover.de
Internet http://www.uni-hannover.de/de/fuehrungen-leibnizausstellung
Zu den Führungen sind alle Interessierten willkommen. Wer möchte, kann selber Rechenoperationen an den Nachbauten der Leibniz’schen Rechenmaschinen vornehmen und Leibniz‘ Konstruktionsprinzipien aus dem 17. und 18. Jahrhundert nachvollziehen. Außer Professor Stein stehen weitere Leibnizkenner, insbesondere für Führungen durch die geistes- und kulturwissenschaftlichen Teile der Ausstellung, zur Verfügung. Zu besonderen Anlässen sind darüber hinaus Sonderführungen mit Leibnizforschern von außerhalb geplant. Auch spezielle Führungen für Gruppen sind auf Nachfrage möglich.

Dienstag, 5. April 2016

Die Maschine, die zum Bauteil kommt

Ingenieurwissenschaftler aus dem Produktionstechnischen Zentrum Hannover der Leibniz Universität Hannover entwickeln mit einer EXIST Gründungsförderung die erste mobile und präzise Werkzeugmaschine


Hannover - Anfang 2015 hat das damals noch zweiköpfige Team den hannoverimpuls-Startup-Preis gewonnen, Anfang 2016 die EXIST Gründungsförderung. Ihre Idee ist es, eine kleine, handliche Maschine zu bauen, die gleichzeitig präzise und mobil ist, die sich am Bauteil festhält und sich an oder auf ihm fortbewegt; eine Maschine, die zunächst als 5-Achs-Fräsmaschine ausgelegt ist, aber auch alle Optionen zum 3D-Drucken oder Nieten mitbringt.

Eine Dreiviertelmillion Euro steht dem Team jetzt zur Verfügung, um aus ihrem selbst gedruckten Demonstrator, der es immerhin schon mit Kunststoff aufnehmen kann, einen echten Prototypen zu entwickeln und dann in die Selbstständigkeit zu starten.
Die Idee ist einfach und zugleich kaum zu glauben. Thomas Krawczyk, einer der drei Entwickler vom Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW), hat einen anschaulichen Vergleich parat: „Stellen Sie sich vor, Sie wollen ein paar Löcher in Ihre Wand bohren und bringen Ihr Haus deshalb zur Bohrmaschine.“ Wenn seine Zuhörer befremdet die Stirn runzeln, macht er seinen Punkt: „So ist es zurzeit bei Bauteilen, auch sehr großen, beispielsweise solchen für Schiffe, Windkraftanlagen oder Flugzeuge: Sie werden zur Werkzeugmaschine gebracht. Wir finden, dass es umgekehrt sein sollte.“

Maschinenentwickler Dominik Brouwer, Wirtschaftsingenieur Thomas Krawczyk und Daniel Niederwestberg für die Entwicklung der Anwendungstechnologie wollen ihren Prototypen bereits Ende 2016 für den Einsatz in der Automobilindustrie am Start haben. Aktuell haben sie fünf potenzielle Kunden, deren Anregungen und Wünsche sie mitberücksichtigen werden. Aber gerade im Bereich Qualitätssicherung sind sie sehr daran interessiert, weitere Anregungen für kommende Aufgaben der mobilen Maschine zu bekommen.

Die mobile Maschine ist modular aufgebaut. Sie kann ihre Festhaltevorrichtungen wie Schuhe wechseln. Sowohl das äußere Gehäuse als auch das Spindelgehäuse haben solche Schuhe – die sich beispielsweise magnetisch festhalten können –, und so kann sich jeweils der eine Maschinenteil gegen den anderen verschieben und damit die ganze mobile Maschine wie eine Raupe am Bauteil entlangbewegen. Über ein externes Lasermesssystem kann sie sich dabei äußerst genau positionieren. „Zurzeit liegt unser Schwerpunkt auf dem Fräsen mit hoher Genauigkeit“, erläutert Krawczyk, „aber letztlich ist es egal, ob wir eine Spindel, einen Druckkopf oder eine Nietvorrichtung in unser mobiles Konzept integrieren.“ Ein bisschen Zukunftsmusik, aber nichtsdestotrotz durchaus ernst gemeint ist eine grafische Animation, die zeigt, wie ein halbes Dutzend mobiler Maschinen einen kompletten Flugzeugrumpf druckt.

Professor Berend Denkena, Leiter des IFW und großer Unterstützer des Vorhabens, ist ausgesprochen stolz auf „sein“ EXIST-Team: „Die Mitarbeiter verbinden auf erstklassige Weise eine tolle Idee zur richtigen Zeit mit exzellenter Maschinenbau-Expertise und visionärem Weitblick.“

Zoodocs in Wien blicken tief ins Innere der Tiere

Wien (GE Healthcare) – Seit einigen Monaten kommt im Tiergarten Schönbrunn in Wien ein Computertomograph von GE Healthcare zum Einsatz. Das außergewöhnliche: Normalerweise werden Menschen und nicht Tiere auf diesem Gerät untersucht.

Der erste tierische Patient war ein Salomonenskink, bei dem es nicht um die Feststellung einer Krankheit, sondern direkt um einen speziellen Sonderfall ging: Bei Reptilien dieser Art lässt sich durch äußere Betrachtung nicht feststellen, ob es sich um ein weibliches oder um ein männliches Tier handelt. Eine sehr wichtige Information für einen Zoo, zu dessen Aufgaben auch die Arterhaltung und die Nachzucht gehören. Der CT bildet die Geschlechtsorgane im Innern des Körpers aber problemlos ab, wobei Schichtaufnahmen zu einem hochdetaillierten 3D-Bild verrechnet werden.

In dem CT-Gerät werden mittels Röntgenstrahlen Schichtaufnahmen vom Inneren der Tiere aufgenommen, die mit normaler Röntgenmethode oder per Ultraschall nicht möglich wären. Selbst die genaue und strukturierte Abbildung innerer Organe ist möglich. Der CT von GE Healthcare ist für Zoo- und Haustiere bis zu einem Gewicht von 180 Kilogramm geeignet und kommt täglich zum Einsatz.

Seit Inbetriebnahme wurden so einige Tiere gescannt, darunter Hunde, Katzen, Kaninchen, Echsen, ein Vikunja, ein Bärenstummelaffe und diverse mehr. Die Möglichkeiten der Computertomographie helfen sowohl den Tieren als auch ihren Ärzten. „Unser medizinisches Hightech-Gerät wird auch bei Menschen angewandt“, erklärt Veterinärmediziner Thomas Voracek und versichert weiter: „Die Röntgenstrahlen tasten den ganzen Tierkörper behutsam ab.“ Damit leistet die Technologie von GE Healthcare einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Tiere, indem gefährliche Krankheiten und komplizierte Verletzungen schnell und früh erkannt werden können.

ÜBER GE HEALTHCARE

GE Healthcare bietet innovative Medizintechnik und Dienstleistungen für einen besseren Zugang zu hochwertigen und bezahlbaren Gesundheitsleistungen. GE hilft Gesundheitsdienstleistern, Patienten noch besser zu versorgen – mit medizinischer Bildgebung, Informationstechnologien, Patientenmonitoring, medizinischer Diagnostik, Arzneimittelforschung und biopharmazeutischen Fertigungstechnologien. Auch in Deutschland ist GE Healthcare einer der führenden Anbieter von Produkten und Services für Medizintechnik. Das Unternehmen betreibt neben Vertriebsstandorten auch Produktionsstätten und Forschungslabors in den Bereichen Life Sciences und Medical Diagnostics. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit GEs europäischem Forschungszentrum, GE Global Research Europe, in Garching bei München, wo Medizintechnik zu den Forschungsschwerpunkten gehört. Zudem haben mehrere Kliniken mit GE Healthcare erfolgreich Technologiepartnerschaften umgesetzt.

ÜBER GE

GE (NYSE: GE) arbeitet an Themen, die die Welt bewegen. Mit den klügsten Köpfen und den besten Technologien stellen wir uns den schwierigsten Herausforderungen. Ob Energie, Gesundheit, Transport & Verkehr oder Finanzierung – wir finden Lösungen. Wir bauen, bewegen, treiben die Welt an und kümmern uns um Ihre Gesundheit. Nicht nur mit guten Ideen – wir handeln. GE packt es an. Mehr Informationen finden sie auf unserer Website: www.ge.com/de
Aktuelle Meldungen und Bildmaterial zu GE Healthcare finden Sie unter http://newsroom.gehealthcare.com


 

Montag, 4. April 2016

Komplexe Zellen aus Wasserstoffbedarf geboren

Evolutionsbiologie: Veröffentlichung in Nature Microbiology

Woher stammen die Mitochondrien, die „Kraftwerke“ unserer Zellen? Es waren ursprünglich Wasserstoff-erzeugende Bakterien, die von anderen Urzellen eingeschlossen wurden. Diese Urzellen benötigten Wasserstoff für ihren eigenen Stoffwechsel. In der aktuellen Ausgabe von Nature Microbiology stellen Biologen um Prof. Dr. William Martin vom Institut für Molekulare Evolution neue Ergebnisse vor, die dieses Modell stützen.

Zellen lassen sich in zwei Klassen unterteilen. Auf der einen Seite stehen die kleinen, einfach aufgebauten Prokaryoten, die keine inneren Strukturen besitzen. Zu ihnen gehören Bakterien und Archaeen. Auf der anderen Seite gibt es die Eukaryoten, komplexe Gebilde mit Zellkern und diversen Zellkompartimenten; zu ihnen zählen alle höheren Zellen.

Die Frage, wie die komplexen Eukaryoten entstanden sind, hängt eng mit dem Ursprung ihrer inneren Strukturen zusammen. Der Schlüssel dazu ist die sogenannte Endosymbiose: Eine Zelle nimmt eine andere Zelle in sich auf, die aufgenommene Zelle lebt innerhalb der anderen Zelle als stabiler Symbiont. Nach langer Zeit wird sie zu einem Bestandteil ihrer Wirtszelle. Aus dem einstigen Endosymbionten wird ein Organell der Wirtszelle.

Seit einigen Jahren wissen Biologen, dass eine solche Endosymbiose am Anfang der Eukaryotenevolution stand, weil die Mitochondrien — die Kraftwerke aller komplexen Zellen — aus Endosymbionten hervorgegangen sind. Aber was war ihre Wirtszelle? In der neuen Ausgabe von Nature Microbiologyberichten Dr. Filipa Sousa und ihr Team am Institut für Molekulare Evolution der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf darüber, wie es zu dieser wichtigen Symbiose gekommen ist: Die Wirtszelle brauchte Wasserstoff.

Die Düsseldorfer Forscher untersuchten das Genom eines neu entdeckten Archaeen-Stammes, Lokiarchaeon genannt, kurz „Loki“. Loki ist der nächstlebende Verwandte der einstigen archaealen Wirtszelle. Er wurde von der Gruppe um Prof. Dr. Christa Schleper von der Universität Wien entdeckt. Die Düsseldorfer Forscher konnten jetzt zeigen, dass Lokis Genom bestimmte Gene enthält, die seine Wasserstoffabhängigkeit belegen.

Viele moderne Archaeen brauchen Wasserstoff. Er dient als chemischer Brennstoff, aus dem die Zelle biologisch nutzbare Energie in der Form von ATP gewinnen kann. Viele moderne Bakterien bilden dagegen Wasserstoff als Abfallprodukt ihrer Energiegewinnung. Sogar manche Mitochondrien bilden heute noch Wasserstoff. War Wasserstoff an der Symbiose beteiligt, die zum Ursprung der Mitochondrien führte? Dass Dr. Sousa und ihr Team Belege für die Wasserstoff-Abhängigkeit von Loki finden konnten, spricht dafür.

Dies ist ein weiterer Erfolg für Dr. Filipa Sousa. Sie erhielt im vergangenen Dezember einen Forschungspreis in Höhe von 2 Millionen Euro vom Wiener Wissenschafts- und Technologie-Fonds (WWTF). Damit wird sie ihre Arbeiten ab dem 1.7.2016 mit einer eigenen Professur und einer eigenen Forschungsgruppe an der Universität Wien fortsetzen.
Originalpublikation
Filipa L. Sousa, Sinje Neukirchen, John F. Allen, Nick Lane and William F. Martin, „Lokiarchaeon is hydrogen dependent“, Nature Microbiology, 4. April 2016 DOI: 10.1038/nmicrobiol.2016.34

Donnerstag, 31. März 2016

Zum Lesen animieren – Internationaler Kinderbuchtag am 2. April

Berlin - Am kommenden Samstag ist internationaler Tag des Kinderbuches – ein Aktionstag für alle, die Kinder- und Jugendliteratur schreiben, und auch ein wichtiger Tag für lesende Kinder. Um diese auch im Zeitalter von Whatsapp und Co. für Bücher zu begeistern, ist Leseförderung heute wichtiger denn je. Das Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unterstützt deshalb verschiedene Projekte deutschlandweit.
„Wer lesen kann, ist klar im Vorteil“, heißt es oft scherzhaft. Der 2. April ist ein besonders gutes Datum, um ein Buch in die Hand zu nehmen: An diesem Tag hatte der Schriftsteller Hans-Christian Andersen Geburtstag, dessen Märchen wie „Die Prinzessin auf der Erbse“ oder „Die kleine Meerjungfrau“ noch heute mit Freude gelesen werden. Ihm zu Ehren findet weltweit der Aktionstag speziell für Kinder- und Jugendbücher statt, drei Wochen vor dem „Welttag des Buches“. Das Motto im mittlerweile 49. Jahr lautet diesmal „Es war einmal …“.
Damit die Tradition des Märchenlesens nicht ausstirbt und möglichst viele Kinder frühzeitig das Lesen lernen, unterstützt das Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ bundesweit außerschulische Projekte, die den Nachwuchs an die Welt der Bücher heranführen. Gerade den Kindern und Jugendlichen, die von Haus aus einen erschwerten Zugang zu dieser Welt haben, wird geholfen. In Leseclubs können sie in zahlreichen Büchern schmökern und sich von Lesepaten vorlesen lassen. Andere Projekte arbeiten mit digitalen Medien, um Lesekompetenz zu fördern oder nutzen den Peer-to-Peer-Ansatz, bei dem Jugendliche andere Jugendliche fürs Lesen begeistern. Auch zu lernen, sich selbst Geschichten auszudenken und aufzuschreiben, wird unterstützt. Und speziell für Jungs wurde das Projekt „Ich bin ein LeseHeld“ entwickelt, das zu Leseabenteuern aufruft.

Auftakt zur größten Jagd auf Bartenwale

Wädenswil/München (OzeanCare) - Anfang April stechen Norwegens Walfänger wieder in See. Es ist der Auftakt zur grössten Jagd auf Bartenwale weltweit. Dabei genehmigt sich die Regierung für die kommenden sechs Jahre eigenmächtig eine Fangquote von jährlich 880 Zwergwalen und ignoriert damit weiterhin das kommerzielle Walfangmoratorium. Besonders brisant: Mehr als 113 Tonnen Zwergwal-Fleisch (dies entspricht rund 75 Tieren) wurden 2014 auf norwegischen Pelztierfarmen an Zuchtnerze und -füchse verfüttert. Dies geht aus Dokumenten hervor, die OceanCare und ihrer deutschen Partnerorganisation ProWildlife vorliegen. Die Verbände kritisieren Norwegens Waljagd und den Umgang mit dem Fleisch von gefährdeten Zwergwalen.
Seit Jahren essen immer weniger Norweger Walfleisch. „Offenbar verkauft sich das Walfleisch so schlecht, dass es sogar als Tierfutter verwendet wird“, sagt Sandra Altherr von Pro Wildlife. „Dass Meeressäuger als Futter auf Pelzfarmen enden, ist in doppelter Hinsicht grausam und absolut überflüssig.“ 2014 produzierte Norwegen 165 000 Fuchsfelle und 850 000 Nerzfelle. Ein Teil davon wird in die EU exportiert: 71 000 kg Fuchsfelle und 180 000 kg Nerzfelle waren es laut EUROSTAT allein in den letzten beiden Jahren.

Selbst auferlegte Quote sinkt – doch Norwegen fängt mehr Wale als Japan
Die neue Quote fällt mit 880 Tieren deutlich geringer aus als in den letzten Jahren, als jeweils 1286 Zwergwale zur Jagd freigegeben wurden. „Norwegens Quoten sind von derInternationalen Walfangkommission (IWC) nicht genehmigt. In den letzten 15 Jahren wurden jährlich zwischen 464 und 736 Zwergwale getötet“, sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare. „Derzeit haben die Norweger mehr Wale auf dem Gewissen als die viel kritisierten Japaner“. 5617 Wale fielen in den letzten zehn Jahren Norwegens Explosivharpunen zum Opfer, in Japan waren es 5436.

Da Japan und Norwegen einen formellen Einspruch gegen das internationale Handelsverbot eingelegt haben, dürfen sie sogar mit Walfleisch handeln, ohne internationale Konsequenzen befürchten zu müssen. Seit 2014 hat Norwegen 172 Tonnen Walfleisch und -speck nach Japan exportiert.
Im Vorfeld der IWC-Tagung vom kommenden Oktober fordern OceanCare (Schweiz), Pro Wildlife (Deutschland), Environmental Investigation Agency (England) und Animal Welfare Institute (USA) die Walschutzländer auf, gegen Norwegens Walfang verschärft vorzugehen.

Donnerstag, 24. März 2016

Finissage: Revolution Jungsteinzeit

Die große Archäologische Landesausstellung „Revolution Jungsteinzeit“ geht zu Ende. Am Sonntag, den 3.4., von 11-17 Uhr verabschiedet das LVR-LandesMuseum Bonn die Ausstellung mit dem Familientag „Mensch und Natur im Frühling“.

Bonn (LVR-LandesMuseum Bonn) - Der Familientag dreht sich ein letztes Mal rund um die Themen der Landesausstellung: Von der Ernährung über die Wasserversorgung bis hin zur Pflanzenkunde in der Jungsteinzeit. Für große und kleine Besucher gibt es viele Aktionen zum Mitmachen, die aktuelle Fragen beantworten und  in vergangene Zeiten entführen.

An acht Stationen erzählen Experten wie Archäologen, Imker und sogar ein Pflanzendoktor von ihren Fachgebieten. Der Imker bringt seinen Bienenstock mit und erklärt die Honigproduktion. Der Pflanzendoktor beantwortet Fragen, warum Ihre Pflanzen nicht so schön blühen oder was dem Gartenboden fehlt. Es können auch eigene Pflanzen zur Begutachtung mitgebracht werden. Die Archäologieexperten zeigen wie man in der Jungsteinzeit ein Haus nur mit Hilfe einer Dechsel und seiner Körperkraft bauen konnte und was das Besondere an den ersten Brunnen in Jungsteinzeit ist – einer wahren technischen Revolution.

Auch wird noch einmal der jungsteinzeitliche Ofen im Skulpturenhof angefeuert. Wie dieser betrieben wird und was man alles Leckeres dort backen kann, erklären die Mitglieder des Bandkeramischen Vereins und natürlich darf man das Gebackene probieren.
Die Workshops „Butter, Brot und Kräutersalz“ sowie „Filztaschen nähen“ runden das Angebot ab. An diesem Tag gibt es außerdem jede Stunde die Möglichkeit an einer Führung teilzunehmen.

Jede Stunde gibt es letztmalig Führungen durch die Ausstellung:
Im Wechsel für Erwachsene und für Kinder – Treffpunkt Audioguide-Theke
Führungen für Erwachsene: je 11.15/13.15/15.15 Uhr und zusätzlich um 15 Uhr eine Führung durch den zweiten Ausstellungsteile „Archäologische Highlights“
Führungen für Kinder: je 12.15/14.15/16.15 Uhr

Kosten: Vorträge, Führungen und Beratungen sind im Museumseintritt enthalten. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt; einmaliger Materialkostenbeitrag von 5 Euro bei Teilnahme an den Workshops.

Gewinnspiel: An den acht Stationen können Familien in Form einer Ralley ein Wort/einen Buchstaben einsammeln, die zusammengesetzt ein Lösungswort ergeben. Als Preise winken etwa Jahres-Familienkarten für alle LVR-Museen, Familienkarten für die Kindermatinée wahlweise 17.4 oder 25.9.16 sowie Kindergeburtstagsangebote und Workshop-Angebote.

Freitag, 18. März 2016

Bei Allergien handeln - Tapferes „Aushalten“ schadet nur

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Selbst wenn der Frühling noch auf sich warten lässt, fliegen bereits früh im Jahr die ersten Baumpollen. Hasel, Erle und Birke sind die Vorboten der Allergiesaison und können bei Betroffenen starke allergische Reaktionen auslösen. Wer Allergien klaglos aushalten will, schadet sich jedoch selbst, erklärt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Immerhin kann sich aus der Pollenallergie auch ein allergisches Asthma entwickeln. Wie sich Betroffene gegen die lästigen Pollen zur Wehr setzen können, hat die Landesapothekerkammer Hessen zusammengefasst.

Bloß kein Etagenwechsel
Viele Menschen leiden im Frühling und Sommer unter Pollenallergien. Gerötete und juckende Augen, Fließschnupfen, Niesen, geschwollene Schleimhäute, sogar Benommenheit bis hin zu Kopfschmerzen sind mögliche Beschwerden. Bei heftigen Reaktionen kann es auch zu Luftnot kommen. Daher sollten Patienten ihre Allergien schnell abklären und behandeln lassen. Wer die Beschwerden aussitzen will, riskiert einen Dauerschnupfen, Entzündungen der Nasennebenhöhlen, des Mittelohrs oder eine Bronchitis. Unbedingt sollte ein so genannter „Etagenwechsel“ verhindert werden, bei dem sich ein allergisches Asthma entwickelt, warnt Ursula Funke.
Für jedes Symptom das richtige Mittel
Je nach Allergie variieren die Beschwerden, daher ist die Wahl des Medikaments entscheidend. Wer oft unter geschwollenen Augen oder Bindehautentzündung leidet, kann auf antiallergische Augentropfen zurückgreifen. Appliziert wird das Medikament in den Bindehautsack. Danach sollten die Augen für kurze Zeit geschlossen bleiben. So kann sich der Wirkstoff möglichst lange auf der Bindehaut entfalten, die Tropfen werden nicht sofort durch die Tränenflüssigkeit ausgeschwemmt. Patienten, denen die Anwendung schwerfällt, können die Augentropfen alternativ auf die geschlossenen Augen in den inneren Augenwinkel geben und danach das Auge öffnen. So gelangt der Wirkstoff ebenfalls an die Bindehaut. Wichtig: Der Tropfer sollte das Auge nicht berühren. Außer Augen- und Nasentropfen stehen in den Apotheken zahlreiche weitere Antiallergika zum Einnehmen bereit, zu denen die Apotheker umfassend beraten. Insgesamt sind die freiverkäuflichen antiallergischen Medikamente gut verträglich. Wer allerdings andere Arzneimittel einnehmen muss, sollte dies seinem Apotheker sagen und mit ihm abklären, welche antiallergische Medikation im Einzelfall am geeignetsten ist. Nebenwirkungen wie Schwindel, Schläfrigkeit und Benommenheit treten nur selten auf.
Beschwerdefrei dank guter Planung
Wer sich trotz Pollenallergie wohlfühlen möchte, sollte verschiedene Verhaltensweisen beherzigen. Grundsätzlich sollten Patienten den Kontakt mit Pollen verringern. Dazu eignet sich vor den Fenstern angebrachte Pollenschutzgaze. Wer gern im Freien aktiv ist, sollte die Zeiten des Pollenflugs berücksichtigen. An windigen Tagen oder in den Abendstunden ist die Belastung höher. Nach einem kräftigen Regenguss hingegen befinden sich weniger Pollen in der Luft. Wer auf Gräserpollen reagiert, sollte Felder und Wiesen meiden und sich lieber im Wald körperlich betätigen. Während der Pollensaison gilt grundsätzlich: abends duschen und Haare waschen, Kleider nicht im Schlafzimmer ausziehen, Kopfkissenbezug häufig waschen. Nur so kann der Körper von den lästigen Pollen befreit werden. Nasenduschen können zudem die mechanische Entfernung der Pollen unterstützen, indem durch eine physiologische Kochsalzlösung ein Großteil der Pollen von der Nasenschleimhaut weggespült wird. Gern beraten Apotheker, damit die betroffenen Menschen gut durch die Allergiesaison kommen.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.