Montag, 1. Februar 2010

Das traurige Schicksal der Hunde von Beykoz

Beykoz/Türkei (internet-zeitung) - Wie jeden Sonntag machen sich türkische Tierschützer auf Richtung Beykoz, um ausgesetzte Hunde mit dem Notwendigsten zu versorgen, sprich Futter. In und um Istanbul werden Hunde eingefangen und dann außerhalb der Gemeindegrenzen von Beykoz in den Wäldern ausgesetzt. Dort, in den kargen Waldrändern, werden die Tiere dann sich selbst überlassen, was fatale Folgen hat. Krankheiten, unkontrolliertes Vermehren, dahinvegetieren unter widrigsten Umständen ist die Regel.

Doch was die Tierschützer vergangenen Sonntag zu sehen bekamen, übertraf an Grausamkeit alles Bisherige. Überall tote Hunde, teils mit aufgeblähten Bäuchen und Schaum an den Lefzen, was auf Vergiftungen hinweist. Einige Hunde wiesen frische
Verletzungen und Fleischwunden auf, vor allem im Gesicht. Teils rühren sie sicher vom Todeskampf, worauf auch die unnatürlich verdrehten Gliedmaßen hinweisen, aber einige Hunde wurden mit abgeschnittenen Ohren aufgefunden.

Laut der Tierschützer streitet die veranlassende Gemeinde bisher jede Verantwortlichkeit ab, obwohl solche Aktionen nach wie vor gang und gäbe sind. Besonders an touristisch stark frequentierten Orten. Jetzt, wo Istanbul Kulturhauptstadt ist, möchte es seine Straßen natürlich erst recht nicht von streunenden und ausgesetzten Hunden verschandelt wissen. Um so radikaler werden die Gemeinden dieses Jahr im Umgang mit dem hausgemachten Problem „Straßenhund“ umgehen und die Tiere reihenweise abschlachten, vergiften, vergasen und totknüppeln.

Nicht einmal für den Abtransport der Kadaver fühlt sich die Stadt verantwortlich, was nun die wenigen freiwilligen Helfer übernehmen. Krankheiten und Seuchen wären sonst die Folge und Gefahr für die überlebenden Hunde.

Die Tierschützer von Beykoz haben angekündigt, das verantwortungslose und grausame Verhalten der verantwortlichen Gemeinde nicht auf sich beruhen zu lassen und demonstrieren bereits. Wobei immer wieder Demonstranten von den Gemeindemitarbeitern angegriffen und verletzt wurden. Für die Politik jedoch kein Anlass zu handeln. Im Gegenteil. Weiterhin wird vertuscht und gemordet.

Beykoz ist Partnerstadt von Mühlheim an der Ruhr. Umso schockierender ist, dass sich die Situation für die Tiere stetig verschlechtert. Bezeichnet sich Deutschland doch als hundefreundliches Land. Politiker wollen mit solchen Themen nicht in Verbindung gebracht werden. Zu groß ist das Risiko einen Image-Schaden davon zu tragen.

Tierschützer sagen hierzu: "Eben deshalb ist es so wichtig, dass Politiker gezwungen werden, sich den herrschenden Zuständen zu stellen und konkret zu handeln! Jeder von uns, der nichts tut ist mitverantwortlich für das Leiden dieser ausgesetzten
Tiere."