Dienstag, 23. März 2010

Raumfahrt am Scheideweg

Drunter und drüber scheint es derzeit mit den Plänen der USA für die bemannte Raumfahrt zu gehen, nachdem US-Präsident Barack Obama durch eine tief greifende Entscheidung alle weit reichenden Planungen und Projekte stoppte. Namhafte Raumfahrtexperten schildern in der Aprilausgabe von "Sterne und Weltraum" den aktuellen Stand der bemannten Raumfahrt weltweit und kommentieren die bevorstehenden Konsequenzen.

Aus: Sterne und Weltraum, April 2010

Bis vor wenigen Wochen noch ging die bemannte Raumfahrt mit ehrgeizigen Zielen in die nächste Dekade. Die USA wollten mit dem "Constellation"-Programm an die Tradition und die Erfolge der Apollo-Missionen anknüpfen, die vor vier Jahrzehnten alle irdischen Fesseln zu sprengen schienen. Es sah die Entwicklung eines Vielzweckraumschiffs namens Orion vor, das sowohl in die Erdumlaufbahn als auch darüber hinaus vorstoßen sollte. Zudem waren zwei neue Trägerraketen in Entwicklung: Ares-1 war für den Astronautentransport konzipiert, während die Schwerlastrakete Ares-5 den Weg zu Mond und Mars eröffnen sollte. Neue bemannte Raumflüge zum Mond schienen wieder möglich und zeitlich gar nicht mehr so fern. Die USA hatten zudem andere Weltraumnationen eingeladen, sich an diesen Projekten zu beteiligen.

Dies galt bis zum 1. Februar 2010: An jenem Tag degradierte US-Präsident Barack Obama all diese hochfliegenden Pläne zu Altpapier, als er per Federstrich das Constellation-Programm einstellte. Seitdem befinden sich die US-Raumfahrtbehörde NASA und ihre Kooperationspartner, darunter Westeuropa und Japan, in kollektiver Schockstarre.

Niemand hatte mit einer Entscheidung in dieser Härte gerechnet. Immerhin wurden in den sechs Jahren seit Beginn von Constellation im Jahr 2004 schon rund neun Milliarden Dollar ausgegeben, und die ersten Prototypen zu Testzwecken befanden sich gerade im Bau. Aber auch die Liquidierung des Programms wird noch mindestens zwei weitere Milliarden Dollar verschlingen.

In der Aprilausgabe von "Sterne und Weltraum" nimmt eine 14-seitige Artikelstrecke Bezug auf die historische Zäsur in der US-Raumfahrt. Eine Rückschau beleuchtet den jüngsten Flug einer US-Raumfähre, die Mission STS-130, zur Internationalen Raumstation ISS und stellt den aktuellen Stand der Arbeiten am größten jemals von Menschenhand geschaffenen Weltraumkomplex vor. Nur noch vier weitere Flüge der US-Raumfähren zur ISS sind geplant, dann wird das Spaceshuttle-Programm nach dreißig Jahren Laufzeit und 134 Starts endgültig Geschichte sein. Tilmann Althaus und Axel M. Quetz, Redakteure der Zeitschrift "Sterne und Weltraum", beleuchten den aktuellen Stand der bemannten Raumfahrt weltweit und richten den Blick auf deren unmittelbare Zukunft.

Über "Sterne und Weltraum"
"Sterne und Weltraum", die 1962 gegründete Zeitschrift für Astronomie, berichtet umfassend, anschaulich und informativ über alle Bereiche der Astronomie, der Weltraumforschung und der Amateurastronomie. Fachleute präsentieren allgemeinverständlich die aktuellen Ergebnisse ihrer astronomischen Forschung und beschreiben die Entwicklung neuartiger Instrumente, Observatorien und Messverfahren. Amateurastronomen geben Tipps zum Beobachten interessanter Himmelsobjekte und -phänomene, testen Teleskope und deren reichhaltiges Zubehör und geben dem Sternfreund fundierte Anleitungen zur eigenständigen Erkundung des Sternenhimmels, zur Astrofotografie sowie zum Auswerten ihrer Beobachtungen. Produkte für die Amateurastronomie werden ebenso vorgestellt wie die schönsten Fotos von Galaxien, Sternhaufen und farbenprächtigen Nebeln. Beiträge aus der Astronomiegeschichte und zu Fragen des naturwissenschaftlichen Weltbildes runden das Themenspektrum ab.

Auf der Homepage http://www.astronomie-heute.de stellt "Sterne und Weltraum" täglich aktuelle Meldungen aus Astronomie und Raumfahrt zur Verfügung. Neben neuen Medienformen wie Podcasts, Blogs und RSS-Feeds, finden sich hier auch Hintergrundinformationen, Veranstaltungstermine und Kleinanzeigen.