Donnerstag, 7. März 2013

Der König der Hüte: Maßgeschneidertes für die Köpfe von Promis, Adel und Hollywood

Ein Regensburger Hutmacher versorgt weltweit die Prominenz und sogar große Hollywood-Produktionen mit gepflegter Hutmode. Produziert wird noch heute wie vor 100 Jahren.

Regensburg (obx) - Was haben Schauspieler-Legende Sean Connery, Fürstin Gloria von Thurn und Taxis und der emeritierte Benedikt XVI. gemeinsam? Sie alle tragen Hüte aus Regensburg - gefertigt in einer kleinen Manufaktur im Schatten der berühmten gotischen Domtürme. Beim "Hutkönig" werden edle Kopfbedeckungen seit fast 140 Jahren ausschließlich von Hand gemacht. Andreas Nuslan ist der deutschlandweit einzige Handwerker, der den Meisterbrief sowohl für Herrenhüte (Hutmacher), als auch für Damenhüte (Modist) besitzt. Sogar für Hollywood-Star Johnny Depp hat der "König der Hüte" schon gearbeitet - und den Schauspieler für seine Rolle als "verrückter Hutmacher" in dem internationalen Kino-Blockbuster "Alice im Wunderland" mit dem berühmt gewordenen Hut ausgestattet.

Vom ehemaligen Papst Benedikt bis zur Miss Germany: Prominenz aller Couleur gehört zum exquisiten Kundenkreis des Regensburger "Hutkönigs". Doch auch "Normalsterbliche" werden bei den Brüdern Robert und Andreas Nuslan selbstverständlich bedient: Vom Schüler bis zum Adeligen versorgt die kleine aber feine Regensburger Manufaktur schon seit 1875 Freunde der gepflegten Kopfbedeckung mit handgefertigten Hüten.

Dabei landen auch immer wieder spektakuläre "Spezialaufträge" auf der Werkbank von Andreas Nuslan - wie der Hut, der eine "Hauptrolle" im Disney-Blockbuster "Alice im Wunderland" spielt. Die spezielle Form und Größe sowie vor allem der große Zeitdruck machten diese Hutproduktion der besonderen Art zu einem echten Abenteuer. Drei Tage und viele Kannen Kaffee hat es gedauert, bis die wundersame Kopfbedeckung schließlich für 1250 Euro auf dem Haupt von Johnny Depp landete.

Zu den prominenten Stammkunden des "Hutkönigs" zählt neben Fürstin Gloria von Thurn und Taxis auch seit langem Joseph Ratzinger. Zuletzt haben ihm die Gebrüder Nuslan noch als Papst Benedikt zu seinem achtzigsten Geburtstag einen neuen Hut aus Regensburg überreicht. Eine besondere Herausforderung war auch der Großauftrag des Bistums Regensburg über 4150 Hüte für eine Papstreise der Ministranten.

In der Werkstatt des "Hutkönigs" hat sich in den letzten hundert Jahren nur wenig verändert. "Zum Glück wurde bei uns seit 1875 kaum etwas weggeschmissen", sagt Handwerksmeister Andreas Nuslan, der noch heute mit den inzwischen unersetzlichen Maschinen von damals arbeitet. Der langen und ungebrochenen Tradition ihres Betriebes verdanken die Gebrüder Nuslan auch den unvergleichlichen Fundus an rund 10.000 hölzernen Hutformen in verschiedensten Größen.

Bevor ein Kunde seine neue Kopfbedeckung aufsetzen kann, sind zwei bis fünf Tage und bis zu 80 Arbeitsschritte nötig. Mit Unterstützung seiner Mitarbeiter macht Meister Andreas Nuslan in der Werkstatt aus einem Rohling aus Hasenhaarfilz einen schicken Hut. Dazu wird der Rohling auf eine Holzform gespannt, unter heißem Dampf in die passende Form gebracht und schließlich getrocknet. Je nach Qualität kosten die Hüte am Ende zwischen 10 und mehr als 1000 Euro.

Um seinen einzigartigen "Doppel-Meister" für Damen- und Herrenhüte zu machen, hat Andreas Nuslan einiges auf sich genommen. Denn den Modisten-Meister für Damenhüte musste der "Hutkönig" in Österreich erwerben. In Deutschland gab es keine drei aktiven Meister mehr, bei denen er die Prüfung hätte ablegen können. Hut ab.